Samstag, 29. November 2014

Ein Tag Urlaub - Oder der Wunsch nach der Einführung des 30-Stunden-Tages

Vereinbarkeit von Familie und Beruf; zugewachsene Bahnschienen

Ich schreibe in letzter Zeit leider sehr wenig. Viel weniger als es mir lieb ist. Wobei. Halt. Eigentlich schreibe ich sogar unglaublich viel, nur eben nicht in meinem Blog sondern für meine Dissertation. Meine Diss disst mich. Ich bin ganz klar für die zeitweise Einführung des 30-Stunden-Tages, damit ich all meine Arbeit schaffen, entspannte Zeit für meine Tochter haben, den Haushalt gebacken und auch ausreichend Schlaf bekommen kann. Und Weihnachten. Ja für Weihnachten möchte ich auch Zeit haben, denn ich liebe Weihnachten. Ich schmelze dahin, wenn in meinem Wohnzimmer das Kerzenlicht flackert, der Duft frischer Plätzchen den Raum erfüllt und ich mich in meine Decke einkuschle und einen wohlschmeckenden Glühwein genießen darf. Selbst mit der Püppi ist das möglich, sogar sie muss ja mal schlafen. Wäre da nur nicht dieser dreiste 24-Stunden-Tag. Der macht mir derzeit einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Nur heute nicht, denn heute ist die Püppi bei ihrer Oma, wird dort garantiert umfänglich verwöhnt und ich darf mich genau in diesem Augenblick an eine Decke anschmiegen und erst einmal tief durchatmen. Und dann ist Paarzeit angesagt: Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und ein Spätvorstellung im Kino. Mal wieder mental Kraft tanken und anschließend Energie aufladen durch eine selbstbestimmte Nacht und vor allem einen nach meinem Gutdünken beginnenden Morgen. Ja und dann beginnen wieder meine 24-Stunden-Tage, die eigentlich 30-Stunden-Tage sein sollten.


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Freitag, 21. November 2014

Liebster Award

Gib Stoff Mama! hat mich für den Liebster Award nominiert. Gib Stoff Mama! ist ein Blog über die Erfahrungen einer jungen Mama, die die Elternschaft nicht ewig vor sich hergeschoben hat, um erst einmal in Studium und Beruf durchzustarten. Vielmehr wollte sie alles und zwar gleich und auf ihrem Blog möchte sie ihre Erfahrungen mit euch teilen - und mit mir den Liebster Award. Mit Preisverleihungen hatte ich es bisher allerdings noch nicht so oft zu tun (nie)...

Mit dem Liebster Award nominieren sich Blogger und Bloggerinnen untereinander, mit dem Ziel die Neulinge und Unbekannten unter den Blogs bekannter zu machen. Im Netz habe ich auf Anhieb gleich mehrere Regeln finden können. Eines wird mir schnell klar, es handelt sich um einen digitalen Kettenbrief, von dem man als Blogger eigentlich nur profitieren kann.
Nachdem ich ja schon auf den mich nominierenden Blog zurückverwiesen habe, soll ich nun die Fragen beantworten, die mir mit meiner Nominierung überreicht worden sind. Sobald ich das getan habe, soll ich mir selbst Fragen überlegen, denn nun bin ich damit dran, andere Blogger und Bloggerinnen zu nominieren. Sowohl die Zahl der Fragen als auch die Zahl der Nominierungen variiert je Quellenlage übrigens teils erheblich. Ja auch was einen Blog zu einem bekannten oder noch unbekannten macht, ist nicht so recht eindeutig. Eines aber ist klar: zumindest mein Blog ist unbekannt.

Nun also zu die an mich gestellten Fragen...
Wie würden deine Kinder dich beschreiben?
Mama. Mamamam. Verschiede Laute, die ich nicht verschriftlichen kann. 
Aber wenn die Püppi schon sprechen könnte, dann würde sie wohl sagen, dass ihre Mama ein recht ungeduldiger Mensch ist, dafür macht sie aber gerne viel Blödsinn und albert viel herum. Sie würde vermutlich auch erzählen, dass ihre Mama ab und an in Tagträumen versinkt, aber hell wach ist, wenn es drauf ankommt. Natürlich hoffe ich, dass sie einfach sagen würde, dass ich die beste Mama der Welt bin, denn das sollten Mütter immer für ihre Kinder sein.
Wanne oder Dusche?
Ganz klar, die Dusche! Auch wenn ich in den letzten Jahren die Badewanne immer mehr zu schätzen gelernt habe, ziehe ich die Dusche der Badewanne doch regelmäßig vor, nicht zuletzt deshalb, weil mein Kreislauf nicht so ein Fan von heißem Badewasser ist - aber Badewasser muss doch heiß sein!
Tuch oder Kinderwagen?
Beides! Das ergänzt sich doch auch wirklich prima. Wir haben sogar Kinderwagen, Tragetuch und Tragesystem. Alles wurde und wird genutzt, je nach Zweck. Am Anfang allerdings waren Tuch und Trage am meisten im Einsatz, dann irgendwann 50:50 und jetzt fast nur noch Kinderwagen.
Buch oder Ebook?
Buch. Jedenfalls wenn es um Belletristik geht. Bei Fachliteratur mag ich es lieber digital.

Sportskanone oder Couchpotato?
Früher, so vor 100Jahren Sportskanone, jetzt ein Couchpotato.

Einzelkinder oder Großfamilie?
Ich habe selbst einen Bruder und ein Brüderlein wäre für meine Terrorpüppi doch bestimmt auch was Feines. Na gut - ein Schwesterlein akzeptiere ich später sicher auch.

Hotel oder Camping?
Hotel. Ich will mich doch erholen und verwöhnt werden, zumindest ein bisschen. So aus Gründen der Abenteuerlust wäre Camping aber auch mal akzeptabel.
Nächstes Jahr werde ich ... !
1) Meine Doktorarbeit an meine Korrekturleser überreichen.
2) Mit meiner Familie an die Ostsee in den Urlaub fahren. 
3) Mir ziemlich viele Gedanken über meine konkrete berufliche Zukunft machen.
4) Ein 10-Jähriges Jubiläum feiern.
Achja, nun soll ich ja auch noch andere Blogger und Bloggerinnen nominieren. Laut den offiziellen Regeln zwischen 5 und 11... 
  • Als erstes möchte ich einen Papa-Blog nominieren: 36monate. Hier bloggt ein Papa die ersten 36 Monate seiner kleinen Tochter alles, was er erlebt und gelernt hat und das sehr direkt und mit viel Humor.
  • Meine Heimatfront wäre der zweite Blog, den ich nominieren möchte. Es gibt ihn schon etwas länger und ich bin nur per Zufall auf ihn gestoßen. Hier schreibt eine Frau über ihre Leben als Soldatenfrau.
  • Wer gerne mal einen Blick in das Tagebuch einer jungen Frau mit 17 Jahren werfen würde, ist vielleicht bei myTessa richtig.
  • Nicht nur die ganz jungen Hüpfer wagen es in die Welt des Bloggens, sondern auch andere Junggebliebene - oder wie die Dame von Viel Falten sich selbst bezeichnet: die 50+. Wenn du das Älterwerden auch mit viel Lebensfreude angehst oder es dir zumindest für die Zukunft vornimmst, dann bist du hier vielleicht richtig!
  • Ganz frisch dabei und schon für den Liebster Award nominiert! familieberlin bloggt über ihre Liebe zu Berlin und in Berlin als kleine Familie
  • Noch frischer unter den Mama-Blogs ist Strolchilein - hier erfahrt ihr alles vom Noras Leben mit ihrer Kleinfamilie in den USA

Meine Fragen an euch sind folgende:
1. Was bedeutet dir Weihnachten?
2. Was bedeutet dir Kaffee?
3. Urlaub mit der Familie an der Ostsee oder im fernen Thailand?
4. Zum Bloggen bist du gekommen, weil...?
5. Wenn du in den Zoo gehst, dann...?
6. Wenn du mal Zeit für dich hast, dann...?
7. Hund oder Katze?
8. Was bedeutet dir die Ehe?
9. Ein richtiger Mann ist...?
10. Eine tolle Frau ist...?
11. Wie würdest du dich selbst in 3 Attributen beschreiben?

Gute Arbeit, schlechte Arbeit


Obwohl ich noch über ein Jahr Schonzeit vom echten Arbeitsmarkt habe, weil ich das Glück habe, mich beruflich auf meine Doktorarbeit konzentrieren zu können, kommen so ganz langsam - und in den letzten Tagen sogar mit überwältigender Wucht - Fragen bezüglich meiner beruflichen Zukunft auf mich zugeschnellt. Wo geht es hin? Ja wo will ich überhaupt hin und lässt man mich unter den Rahmenbedingungen, die ich mir wünsche, dorthin? Ich habe mir schon vor einiger Zeit fest vorgenommen, mich weder von anderen ausbeuten zu lassen noch das selbst zu tun. Arbeiten um zu leben, aber nicht leben um zu arbeiten.
Ich möchte arbeiten, nein ich muss arbeiten - nicht allein aus ökonomischen Erwägungen, die zweifellos vorhanden sind, sondern auch weil gute Arbeit mir etwas zurückgibt. Gute Arbeit ist für mich solche, in der ich Sinn erkennen kann, weil sie anderen auch zugute kommt, ohne dabei freilich Dritten zu schaden. Gute Arbeit findet unter Arbeitsbedingungen statt, die es mir ermöglichen, Leistung zu erbringen, indem ich meine Fähigkeiten anwende und weiterentwickle ohne dabei mein Leben permanent und einzig und allein auf meinen Arbeitgeber ausrichten zu müssen. Gute Arbeit lässt mir die Freiheit, mehr als nur eine emsige Arbeiterin zu sein, denn so wie sie Flexibilität im Denken wie im Handeln von mir verlangt, gibt sie mir auch die Freiheit, mein Privatleben mit meinem Berufsleben zu vereinbaren. Gute Arbeit wird adäquat entlohnt.
Natürlich werde ich später (bald, sehr bald, quasi morgen) nur solange an diesen Ansprüchen festhalten, wie meine kleine Familie das auch finanziell verkraften kann, doch ich hoffe dass es dazu nicht kommen muss. Ich will arbeiten und ich will sehr gut sein, in dem, was ich tue. Aber ich will auch Zeit mit meiner Familie verbringen, intensiv für sie da sein. Und ich will Zeit für mich selbst, für meine Freunde und natürlich auch für meinen Mann. Ja ich will das alles haben und ich glaube auch daran, dass ich das alles haben kann. Natürlich nichts zu 100%, jedenfalls nicht aus Sicht der Karrieristen, der Vollprofi-Mütter, der Spitzenfußball-Freundinnen oder der Partyqueens, aber von allem so viel, dass ich damit glücklich bin. Ja, ich spiele heute 'wünsch dir was', aber wann sollte ich das tun, wenn nicht genau jetzt?

Mittwoch, 5. November 2014

Ab ins Eltern-Kind-Kaffee-Paradies


Eigentlich finde ich die Idee ja super, meine Leidenschaft gesellig Kaffee zu trinken mit dem gleichzeitigen Spielen mit meiner Püppi (oder ihr gar dabei nur zuzusehen) zu kombinieren. So langsam kommt sie auch in ein Alter, in dem das zu funktionieren beginnt. Ich schrieb "eigentlich", denn bisher hatte ich noch kein Eltern-Kind-Café gefunden, indem ich mich tatsächlich so richtig wohl gefühlt habe. Mal fehlte es an Gemütlichkeit, mal war Ess- und Spielbereich so unglücklich beieinander, dass man quasi inmitten von Essensresten gespielt hat, mal war der Raum einfach nur zu klein für all die Besucher, mal war das Spielzeug einfach auch nicht mehr schön und der Kaffee auch noch schlecht. Nun aber habe ich das perfekte Eltern-Kind-Café entdeckt und möchte es zumindest den Berliner LeserInnen nicht vorenthalten - und nein, mit dieser Werbung verdiene ich kein Geld... räumlich großzügig, extra Krabbelbereich mit Bällebad, extrem großes Kletter- und Tobeparadies für die größeren Kinder, Puppenecke und Kostümtruhe. Hie und da Rutscheautos und Puppenwagen, natürlich auch Kinderbücher - und moderate Preise. Hinzu kommt, dass man wirklich extrem bequem sitzen konnte und es sehr gemütlich war. Ihr seht, ich schwärme immer noch. Nur einen Haken hat das Café: Ich wohne nicht in unmittelbarer Umgebung davon, sodass ich leider viel seltener da sein werde, als ich es eigentlich gerne sein würde. Daher plädiere ich dafür, genau dieses Eltern-Kind-Café müsse expandieren und zwar in alle Stadtteile hinein, sodass wir armen Mütter und Väter, die sich doch nichts sehnlicher wünschen als einen entspannten Kaffee und ein noch entpannteres Kind. Wie entspannt die Kinder in diesem Café waren, sieht man auch an der aus weichen Lego-Steinen gebauten Treppe durch den Terrorpüppi-Papa... die blieb nämlich ungenutzt. Niemand wollte ausbrechen.

Sonntag, 2. November 2014

Die neue Wutbürgerin


Plötzlich in der Trotzphase? Ein Baby?! Die Terrorpüppi hat nun einen eigenen Willen und den versucht sie wann immer irgendwie möglich auch durchzusetzen. Dabei wirft sie sich tollkühn ins Hohlkreuz und schreit dabei so laut und vor allem so herzzerreißend, dass die Nachbarn vermutlich schon auf Kindesmisshandlung spekulieren.
In der Regel müssen wir Elterntiere uns zudem mächtig ins Zeug werfen, dass zu der plötzlich aufkommenden Wut nicht auch noch nachwehende Beulen kommen. Die Terrorpüppi nimmt nicht einmal auf sich selbst Rücksicht. Ihr Verhalten erinnert mich - böse gesagt - an all die Wutbürger da draußen, die sich in ihrem Innersten erschüttert zeigen, weil ein Baum gefällt oder eine Straße umbenannt werden soll und die dann all ihren Frust, all ihren Ärger auf Protesten lautstark zum Ausdruck bringen. Auch die Terrorpüppi protestiert, weil sie sich tief betroffen fühlt von dem Unrecht, das ihr widerfährt (Wieso muss ich jetzt eine Hose anziehen?) oder das Nicht-Verstehen, das sie erfahren muss (Ist doch völlig klar, was ich will). Doch während der gewöhnliche Wutbürger frustiert ist, buht, schreit und hasst; konservativ gesonnen ist, die Jugendzeit längst hinter sich gelassen hat und finanziell weitgehend sorgenfrei lebt, hat die Terrorpüppi ihre Zukunft noch vor sich. Sie hasst nicht, sie schreit, weil sie verstanden werden will - und weil sie sich manchmal selbst nicht versteht. Sie ist offen für all das Schöne in dieser Welt, will sie erobern und in ihren Abenteuern nicht eingeschränkt werden. Die Püppi hat ihren eigenen Kopf und steht schon jetzt für ihre Wünsche und Rechte ein. Hört sich eigentlich gut an. Aber es deutet sich auch etwas an - nein, es scheint eigentlich schon in Stein gemeißelt zu sein: Die kommenden Monate und Jahre werden für uns alle kampfreich verlaufen.


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Du musst nicht viel, aber verdammt noch mal: Sei eine gute Mutter

Nicht ohne meinen Hasen


Dienstag, 14. Oktober 2014

Fern der Heimat

Es war nun also soweit. Das erste Mal auf Dienstreise. 5 1/2 Tage. Die Püppi allein zu Haus. Na gut, mit ihrem Papa - ganz so wie dem Kevin erging es ihr dann doch nicht allein zu Haus. Man liest ja immer überall, dass man als (gute?) Mutter bei einer Trennung von ihren Kindern die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen hat und sein Kind unentwegt vermisst. Wird mir zumindest so suggeriert.

Ehrlich gesagt, habe ich die meiste Zeit für das Vermissen gar keine Zeit gehabt. Ich habe auf der Konferenz Vorträgen gelauscht, habe diskutiert, habe in den Pausen bzw. vor und nach den offiziellen Terminen einen kleine Berg Arbeit abgearbeitet. Und zur Entspanung habe ich mir mehr oder weniger erfolgreich das Häkeln beigebracht. Klar hab ich auch oft an meine Tochter gedacht, aber ich wusste auch, dass sie es gut hat zu Hause bei ihrem Papa. Natürlich gab es auch wehmütige Momente, doch habe ich die ruhigen Abende in meinem Hotelzimmer auch einfach genossen. Habe es genossen, ohne Störung durchschlafen zu können und dann ganz in Ruihe aufzustehen, Kaffee zu trinken und zu frühstücken. So ganz allein mit einer Zeitung in der Hand und diese Stille um einen herum. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dabei nicht, warum auch?

Besonders bezeichnend fand ich die Rückfahrt, bei sich eine Frau im Alter meiner Mutter zu mir setzte (und wirklich so gar nichts von ihr hatte). Schon in der Begrüßung sprach sie von einer Schicksalsgemeinschaft. Sie war der Archetyp der konservativen Hausfrau und Mutter - und ich in ihren Augen wohl das genaue Gegenteil. Es handelte sich um ein nicht enden wollendes Gespräch (man ist ja höflich, antwortet kurz, nickt zumindest zwischendurch und gibt 'hmms' ab).

"Und wenn Sie auf Dienstreise sind, wo ist dann ihr Kind?"
- "Beim Papa".

"Aha [längere Pause]. Ach bin ich froh, dass ich einen konservativen Mann gefunden habe, der mir die Möglichkeit gegeben hat, nicht arbeiten zu müssen. Schlimm, dass die Frauen heute dazu gezwungen sind arbeiten zu gehen."

Auf der Fahrt erfuhr ich viel vom schönen Land Brandenburg; noch mehr von bösen Politikern, die manchernorts den Eltern doch tatsächlich untersagen, ihre Kinder mit dem SUV bis ins Klassenzimmer zu bringen; von einsamen Abenden zu Hause, weil die Kinder längst flügge und der Mann immer noch so viel arbeitet, dass man ihn kaum sieht; von dem Wunsch nach einem Hund; viel von ihren Kindern und deren Studienerfahrungen und immer wieder, wie toll es doch gewesen sei, zu Hause bei den Kindern geblieben zu sein.

Ich habe wirklich nichts gegen dieses Lebensmodell, auch wenn es definitiv nicht meine Vorstellung von Leben ist. Aber wieso bin ich das Gefühl nicht losgeworden, dass meine Entscheidungen immer wieder in Zweifel gezogen worden sind? Als ich mir diese Frage zum wiederholten Male stellte, entschied ich mich dagegen, mich vor einer Wildfremden zu rechtfertigen (warum auch?!) und schnappte mir meine Kopfhörer, stöpselte sie an mein Tablet und schaute eine besonders "ereignisreiche" Mystery-Serie - vermutlich sehr zur Freude meiner Sitznachbarin.

Zu Hause dann viel zu früh angekommen - weil ich es am letzten Tag doch nicht mehr erwarten konnte, nach Hause zu kommen - konnte ich schließlich Erstaunliches beobachten: Es waren nur 5 1/2 Tage und plötzlich bekommt man Küsse zugeworfen und das Kind steht mehrere Sekunden frei. Ja, den ersten Luftkuss und das erste Mal frei stehen habe ich verpasst, aber meine Freude darüber war aufgrund des großen Sprunges in nur wenigen Tagen umso größer. Ich habe ein wirklich großartiges Kind - ohne Wenn und Aber: Ein Kind, dass auch ohne Helikopter-Mama lernt allein zu stehen und dass auch ohne meine lückenlose Obhut viel Liebe zu geben hat.



Samstag, 4. Oktober 2014

Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf...

Ganz ehrlich? Diese Frage habe ich mir eigentlich nie ernsthaft gestellt. Wird sie mir aber regelmäßig seit Bekanntwerden meiner Schwangerschaft. Interessant finde ich, dass Männer diese Frage wesentlich seltener gestellt bekommen. Kenne jedenfalls keinen, der nach Bekanntgabe des Vaterwerdens gleich nach den ersten Glückwunschen gefragt wurde, wie er denn das jetzt in Zukunft nur hinbekommen wolle, so Job und Familie unter einen Hut. Dabei ist es für die Männer doch gar nicht einfacher, sie haben meist nur anders gelagerte Probleme bei der Vereinbarung beider Lebensbereiche. Nehmen wir doch mal die Erwartungen, die an die Mamas und Papas gestellt werden: Die Mama soll auf jeden Fall erst einmal zu Hause bleiben, sonst wird aus dem armen Kind ein emotional verkrüppeltes Wesen. Der Papa hingegen soll natürlich auch Elternzeit nehmen - denn das machen moderne Väter so - aber bitte nicht zu lange, soll ja kein Weichei sein und für die Familie muss ja auch finanziell ausgesorgt werden. Natürlich muss der Papa trotz des Vollzeitjobs ganz viel Zeit für seine Familie finden - und im Haushalt helfen und vielleicht noch interessante Hobbys haben. Mama soll natürlich auch irgendwann wieder arbeiten gehen, aber die Menge ihrer Arbeitszeit richtet sich dabei nach den Bedürfnissen ihrer Kinder - oder den Erwartungen über die Bedürfnisse ihrer Kinder. Beim Papa nicht - selbst wenn er es sich insgeheim wünscht. Während für den Papa Vollzeit angesagt ist, muss Mama in Teilzeit gehen, denn voll berufstätige Mütter sind ja Rabenmütter - und voll arbeitende Väter sind gute Versorger. Schlechte Hausfrauen sind die Mamas auch, wenn es im kuscheligen Heim alles gar nicht so kuschelig ist, wenn sich Dreckwäsche auftürmt, Staub auf den Möbeln ansammelt und nicht jeden Abend ein selbstgekochtes Abendessen auf dem Tisch steht. Ab und an kocht natürlich auch der Papa - denn kochen kann der moderne Papa ja, ist zudem auch sehr männlich. Das Kind ist krank? Wie kann es Mama da nur wagen, trotzdem arbeiten zu gehen? Was für ein toller Papa, dass er zu Hause am Bett des kindlichen Patienten wacht - aber das sollte natürlich die Ausnahme bleiben. Dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, soll Mama natürlich doch wieder voll arbeiten gehen. Klappt nicht? Selbst schuld. Mama hat sich keine hohe Rente erarbeiten können? Immer wieder diese Hausfrauen. Und Papa? Der hat seine Kinder nicht so oft gesehen, wie es den Kindern gut getan hätte. So ein Wochenendpapa natürlich. Ebenso selbst schuld.
Diese Erwartungen sind natürlich keine Einbahnstraße - nicht nur die Frauen bzw. Mütter erwarten das von den Männern bzw. Vätern und umgekehrt, sondern ebenso beäugen sich Mütter und Väter untereinander, ob und wie sie denn ihre Rollen so ausfüllen.
Ich habe ja schon gesagt, dass ich mir die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Job gar nicht so richtig stelle. Meine Eltern waren beide voll berufstätig und das hat mich nie gestört. Mag sein, dass meine Eltern in gewissen Bereichen den gesellschaftlichen Rollenklischees verhaftet geblieben sind - aber mal ehrlich, wer bricht denn da auch schon ausnahmslos aus? Also ich bestimmt auch nicht. Entscheidender ist doch, dass mir Gleichberechtigung ganz alltäglich vorgelebt worden ist und da war die Frage nach der Vereinbarkeit eben auch eine, die beide Elternteile was anging und die im Alltag ganz pragmatisch gelöst worden ist. Natürlich weiß ich, dass die Rahmenbedingungen das bei meinen Eltern zuließen, aber was nach wie vor Gültigkeit hat, ist, dass die Terrorpüppi bei Eltern aufwachsen wird, die sich beide gleichermaßen den Herausforderungen von Familien- und Berufsleben stellen werden. Vielleicht ist dann ein Teilzeitjob notwendig, vielleicht wird er auch schlichtweg gewünscht; vielleicht macht ihn auch der Papa oder wir beide. Was soll ich denn jetzt schon jeden Schritt planen, der nicht zu planen ist. Das wäre doch eine trügerische Scheinkontrolle der Rahmenbedingungen und auch unserer zukünftigen Lebensbedürfnisse und -umstände. Selbstverständlich bin ich nicht naiv, wenn es um Bewerbungen auf Stellen geht. Die gelebte Gleichberechtigung meiner Eltern (und hoffentlich auch von uns) ist leider nicht gelebte gesellschaftliche Wirklichkeit, doch letztere kann ich allein nur bedingt verändern. Was ich aber machen kann, ist tatt immer nur zu fragen, was nicht geht, bewältige ich lieber ganz pragmatisch den Alltag gemeinsam mit dem Terrorpüppi-Papa und bringen das zusammen, was zusammen gehört: Familie und Beruf.

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Dienstag, 30. September 2014

Gastbeitrag: Werkzeug

Ich halte meine Tochter für sehr begabt. Wenn sie ihr Essen auf dem Tisch verteilt, erkenne ich ihr tiefes Verständnis des Prinzips der Entropie. Oft missverstanden als Unordnung meint es die Anordnungsfreiheit von Teilchen in einem geschlossenen System. Ist das System z.B. der Esstisch, gibt es keinen Grund, warum sich das Essen nur auf Tellern befinden sollte, wenn dazwischen doch noch so viel Platz ist.
Kleine Kinder erzeugen in der Regel Zustände hoher Entropie, was Eltern natürlich nicht immer zulassen können. Im Museum und auf Autofahrten zum Beispiel. Nach dem Essen, wenn ich wieder sauber mache. Oder auf dem Spielplatz:


Hier war im Sandkasten eine Familie zu beobachten, die mir zuallererst durch die Verwendung einer Glättkelle auffiel. Von dieser „Anomalie“ angefixt wurden die Nachbarn unter Beobachtung genommen. Und die eigentliche Arbeit auf der Baustelle wurde nicht durch die zwei Kinder sondern durch deren Eltern erledigt. Mit der Glättkelle wurde ein ebenes Fundament geschaffen und darauf ein Fort mit Türmen und schön geraden Mauern gebaut. Die Kinder hätten hier wahrscheinlich die Entropie auf einen nicht mehr ertragbaren Grad erhöht. Da fragt man sich, wer in dieser Familie quengelt, dass er noch nicht nach Hause will.

Nicht nur am Esstisch bevorzugen wir Eltern geordnete Verhältnisse. Auch emotional sind wir gerne "geordnet" und haben unser Gegenüber auch gerne so. Kinder nutzen hier scheinbar auch die maximale Anordnungsfreiheit emotionaler Zustände. Lachen, Weinen, Quengeln, man ist stets bemüht, den Zwergen bei der Kontrolle ihrer Gefühle beizustehen, soll das ganze doch irgendwann möglichst in Selbstkontrolle übergehen. ABER: Lassen Sie Ihren Kindern im Sandkasten doch bitte den Vortritt und loben Sie dann deren Bauwerke, auch wenn sie keiner behördlichen Bauabnahme standhalten.

Für die Buddelkiste will ich trotz allem jetzt so eine Glättkelle!

Donnerstag, 25. September 2014

Was?! Dein Kind geht schon in die Kita?


Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen der Meinung sind, sie dürften sich ungefragt in das Leben anderer einmischen, sobald es sich um Fragen der Kindererziehung handelt. Ich habe schon in der Schwangerschaft die Erfahrung machen müssen, dass mir Menschen um so vehementer in meine Entscheidungen reinreden wollten, je weniger sie mir persönlich nahe standen. Soll heißen, je fremder mir mein Gegenüber war, desto weitreichender wurde die Kritik. Dabei hatte ich wohl noch Glück, denn die Leute versuchten mir glücklicherweise nie in alle denkbaren Sphären meines Familienlebens reinzureden. Was ich da von anderen Müttern und Vätern manchmal zu hören bekomme, ist wirklich grässlich. Ideologisch begründete Standpunkte werden da als absolute Wahrheiten an die ja noch unerfahrenen Eltern verkündet.
In meinem Falle beschränkte sich das Einmischen durch Dritte bisher im Wesentlichen auf Fragen der Kinderbetreuung, die sogar für Kinderlose ein heißes Eisen zu sein scheint.

Interessanter Weise bewegt man sich da als Eltern auf einem sehr schmalen Pfad: Wenn man das Kind vor seinem ersten Geburtstag schon in Fremdbetreuung gibt, dann wird man den Rabeneltern zugerechnet. Ja warum hat man denn dann überhaupt Kinder bekommen? Ist das denn nicht noch viel zu früh für das Kind? Das kann dem Kind doch unmöglich gut tun. Wehe aber, man verfällt in das andere 'Extrem' und kommt auf die Idee, das Kind deutlich länger als zwölf Monate zu Hause behalten zu wollen, dann wird man zu Glucken, zu Helikopter-Eltern, die ihrem Kind die Chance auf ein selbständiges Leben verwehren wollen. Aber dein Kind muss auch lernen, ohne dich zurechtzukommen! Wie soll es denn zu einem sozial verträglichen Menschen heranwachsen? Hast du denn kein eigenes Leben mehr?

Alles in allem scheint mir lediglich eine Zeitspanne von 3 Monaten zu bestehen (also zwischen 11. und 14. Lebensmonat), in der man das Kind noch zu Hause behalten oder schon in die Fremdbetreuung geben darf, ohne dass eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Diskussionen vorliegt. Früher 'weggeben' oder später 'nicht weggeben wollen' scheinen für viele Ausdruck eines falschen Verständnisses der Elternrolle und überhaupt für den Anfang eines lebenslang traumatisierten Kindes zu stehen.

Die Individualität der Kinder hat hier ebensowenig Platz wie die Notwendigkeiten des familiären Alltags oder die Bedürfnisse der Eltern. Ganz ehrlich, mich stören diese ideologisch aufgeladenen Diskussionen auf der Suche nach dem einzig richtigen Weg. Auch mit der Fremdbetreuung ist es doch letztlich so: Passt das für die Familie und passt das vor allem auch für das fremdzubetreuende Kind? Lassen die Rahmenbedingungen die Art von Fremdbetreuung zu, die man sich wünscht? Muss man aufgrund beispielsweise ökonomischer Zwänge Kompromisse eingehen, die man gar nicht eingehen will? Wie nutzt man die Zeit, in der man selbst das Kind betreut? Ist die eigene Betreuungszeit auch intensive Kuschel- und Spielzeit? Was weiß ich über die Zeit, die mein Kind nicht bei mir verbringt? Wie fühle ich mich, wenn mein Kind gerade nicht bei mir ist? Auf all diese Fragen gibt es oft keine einfachen Antworten. Persönlicher Anspruch und Wirklichkeit liegen zudem leider viel zu oft auseinander. Hinzukommen kommen gesellschaftliche Ansprüche, denen man versucht gerecht zu werden. Was Eltern da sicher nicht brauchen, sind verallgemeinernde Blicke von außen. Denn was nützen die schon? Wir Eltern kennen unser Kind viel besser als jeder andere. Ebenso können nur wir Eltern wirklich beurteilen, was gut für uns als Familie ist. Demzufolge können auch nur wir die Entscheidungen treffen, die uns auch betreffen. Ob wir gute Eltern sind, ist sicher keine Frage der Kinderbetreuung, sondern eine Frage, welchen Stellenwert unser Kind bei uns im Alltag hat und wie wir unserem Kind diesen Stellenwert immer wieder aufs Neue zeigen. Denn nichts ist wichtiger als dieses kleine einzigartige Wesen.

Donnerstag, 18. September 2014

Unser Held

Du bist schon sehr lange mein Held. Lange bevor die Püppi zu uns kam. Du hast mir Suppe gekocht, wenn ich krank war; bist für mich ohne mit der Wimper zu zucken, Tampons kaufen gegangen; bist durch zig Einkaufsläden gerannt, nur weil du genau das kaufen wolltest, was ich dir auf die Einkaufsliste geschrieben habe; du hast mich nachts wieder zugedeckt, wenn ich mir die Decke zu sehr weggestrampelt habe; du hast mir im Alltag Blumen mitgebracht - einfach so; du hast dich mit mir egal um welche Tageszeit hingesetzt, wenn ich fremdsprachliche Unterstützung benötigte; du wusstest immer, über was ich mich an meinem Geburtstag oder zu Weihnachten freuen würde; du hast mir täglich liebevolle Nachrichten hinterlassen; du warst immer da, wenn ich dich wirklich brauchte. Du hast so viele Dinge für mich getan und gesagt, dass ich sie unmöglich wiedergeben kann.
Aber seit die Püppi da ist, da tust du all diese Dinge auch für sie. Du liebst sie bedingungslos, so wie du mich bedingungslos liebst. Ich weiß, dass auf dich Verlass ist und ich weiß auch, dass nichts von dem selbstverständlich ist, was du tust. Schon in der Schwangerschaft hast du emsig unser Nest gebaut; den Geburtsmarathon hast du gemeinsam mit mir durchgestanden; du blickst deine Tochter so liebevoll und stolz an, wie nur ein echter Vater das kann. Im Alltag kümmerst du dich genauso viel und genauso intensiv um die Püppi wie ich es das tue. Du hast sie im Tragetuch getragen, hast dir die Nächte um den Kopf geschlagen, hast sie mit pumpgestillt, rufst deine Kumpels für Spielplatzverabredungen an, lässt sie mutig die Welt erkunden und spannst doch immer ein Sicherheitsnetz um sie herum. Volle Windeln packst du mit links und Tränen zauberst du mutig hinfort. Es gibt nichts, wirklich nichts, dass wir drei nicht seit der Ankunft der Püppi im Dezember gemeinsam gemeistert hätten. Du gibst mir die Freiheiten, zwischendurch auch allein sein zu dürfen und zeigst mir täglich aufs Neue, warum es einfach schön ist, zurück in unser Zuhause zu kommen.
Du bist jetzt nicht mehr nur mein Held, du bist jetzt unser Held.

Mittwoch, 17. September 2014

Der Rotzstaubsauger


Rotzstaubsauger

Ich hatte es ja bereits angekündigt. Eine Produkt'werbe'maßnahme werde ich nun durchführen, auch wenn mir der Hersteller dafür gar nichts zahlen will. Gut, ich muss zugeben, gefragt habe ich ihn auch nicht, ich will mich ja nicht aufdrängen... Jedenfalls hat mich der Rotzstaubsauger wirklich nachhaltig beeindruckt. Streng genommen saugt das Ding natürlich erst mal noch gar nichts, wenn man nicht auch nen Staubsauger - ja einen richtigen Hausstaubsauger - parat hat. Es handelt sich schließlich um einen Aufsatz für einen Staubsauger. Hört sich martialisch an? Stimmt. Fand ich auch, als mir das Ding vor etlichen Wochen, ach Monaten sehr eindringlich von einer anderen Mama empfohlen wurde. Sie schwörte auf das Teil und ich dachte mir: "Ach quatsch, sowas brauchen wir bestimmt nicht". Nun schreibe ich das erste Mal wieder in diesem Blog seit über einer Woche, weil plötzlich doch ganz schnell der Punkt erreicht war, an dem ich überlegt habe, das Ding vielleicht doch brauchen zu können... Der Rotz lief und lief (soweit so gut...) und lief - sobald man die Püppi in die Horizontale gelegt hat - natürlich nicht mehr. Da half es auch nicht, die Matratze anzuschrägen oder ätherische Öle ans Nestchen zu machen. Die Terrorpüppi bekam keine Luft, war todmüde, wollte unbedingt schlafen - und konnte es nicht. Und wir Eltentiere auch nicht. Da fiel es mir wieder ein. Dieses Teil, das sich so martialisch anhört. Ich erzählte dem Terrorpüppi-Papa davon und schwupps war das Ding auch schon bei uns zu Hause. Aus lauter Verzweiflung (Schlafmangel) wurde der Produkttest ohne Zögern durchgeführt. Natürlich zunächst an meiner eigenen Nase. Sicher ist sicher. Ich konnte dank Selbstversuch ein Sicherheitszertifikat ausstellen. Doch dann musste auch die Püppi dran glauben. Beim ersten Mal saß sie - zu meiner großen Überraschung - einfach nur still da und schien sich lediglich zu wundern, was da mit ihr gemacht wird (seit dem zweiten Mal wird aber gezetert). Es funktionierte: der Rotz kam raus und die Püppi konnte schon besser auf ihrer angeschrägten Matratze und inmitten des frisch duftenden Nestchens schlafen. Hemmungen, das Ding ab und an zu benutzen, konnten wir auch trotz des Zeter und Mordio Schreiens nicht entwickeln, denn sie meckerte genauso leidenschaftlich, wenn man ihr mit einem harmlosen Taschentuch zu Leibe rückte. Ich kann das Ding also durchaus empfehlen, einfach weil es etwas nachhaltiger den Rotz absaugt und nein, es ist definitiv nicht zu befürchten, dass dem Rotz gleich auch noch Gehirnmasse folgt - wie tatsächlich in so einigen Online-Diskussionen angemerkt wird. Nur mitten in der Nacht, da ist das doch etwas unpraktisch, denn die Zeiten, in denen die Püppi neben einem laufenden Staubsauger erst so richtig tief und fest geschlafen hat, sind mittlerweile vorbei - und die Nachbarn werden's danken!

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Montag, 8. September 2014

Von Tabellen und Häkchen

Ja ich oute mich. Ich liebe Tabellen. Ich liebe es, To-do-Listen zu schreiben und Häkchen hinter erbrachten Leistungen setzen zu können. Neben ganz schnöden Listen kann so eine Übersicht über anstehende Aufgaben auch schon mal was komplexer werden und ich darf mithilfe von Excel ran. Das habe ich schon als Kind gerne gemacht. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich - bevor ich meiner Mama im Haushalt geholfen habe - erst einmal eine kleine Liste gemacht habe, die ich dann Stück für Stück abgearbeitet habe. Listen haben mir schon immer dabei geholfen, mich selbst zu disziplinieren. Dabei sind solche Pläne keineswegs in Stein gemeißelt, ich bin durchaus bereit, sie flexibel zu ändern. Flexible Änderungen jedoch bedeuten kein Laissez-Faire. Ich bin in der Regel bereit sie zu ändern, aber nicht alternativlos fallen zu lassen.
Seit meine kleine Püppi auf der Welt ist, machen mir meine Pläne in Form von Listen vermutlich sogar noch mehr Spaß, denn jeder Haken ist was ganz besonderes. Momentan mache ich To-do-Listen bezüglich meiner Promotion und das auch erst, seit meine kleine Maus seit Mitte August in die Kita geht. Meine Tagesziele sind immer so gestrickt, dass ich sie innerhalb der begrenzten Zeit auch schaffen kann. Wenn ich das Mindestziel erreicht habe, dann kann ich entweder - wenn noch voll motiviert - weiter arbeiten, oder aber ich gönne mir guten Gewissens etwas Zeit für mich. Heute weiß ich, wie so viele andere Mamas (und Papas) den Spagat zwischen Familie und Job Tag für Tag aufs Neue bewältigen. Sie sind fokussierter und disziplinierter in dem, was sie tun. Einfach weil sie wissen, dass sie nun so handeln müssen, wenn nicht alles drunter und drüber gehen soll. Ich finde es unglaublich, dass ich momentan in der Hälfte der Zeit nahezu genauso viel schaffe wie vorher, schlichtweg weil ich schneller Entscheidungen treffe und mich nicht zu sehr mit Nebensächlichkeiten bzw. Details aufhalte. Ich bin effizienter geworden, aber ich bin abends auch erschöpfter denn je. Ich kann nun auch nicht mehr einfach weiter arbeiten, wenn ich mal 'im Flow' bin, sondern muss eben aufhören, wenn 'meine' Arbeitszeit rum ist. Auch kann ich mich nicht mehr wie früher am Feierabend beliebig belohnen - aber wenn ich jetzt nachmittags mit meiner Maus spiele, dann ist das eigentlich schon Belohnung genug.

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