Dienstag, 29. April 2014

Das Sabbermonster

»Das Sabbermonster« - na wenn das mal nicht nach einem prima Horrorfilmtitel klingt. Reiht sich ja ganz prima ein bei Filmtiteln wie Friedhof der Kuscheltiere und Rosemaries Baby oder, wer es weniger bekannt mag, Muttertag 2 - Die Söhne sind zurück oder Die Killerhand.
Unser Sabbermonster verbraucht momentan tagtäglich wenigstens 6 Dreieckstücher - und auch nur deshalb so "wenige", weil sie im Schlaf nicht auch noch sabbert. Diese hängen dann über diversen Stuhllehnen verteilt zum Trocknen und warten darauf, erneut eingespeichelt zu werden. Doch ein Sabbermonster wäre kein Sabbermonster, wenn es stets bloß auf die dafür vorgesehenen Flächen 'tropfen' würde. Vielmehr hat die Terrorpüppi ein ganz spezielles Repertoire dafür entwickelt, am Dreieckstuch vorbei nicht nur die eigene Kleidung (wäre ja langweilig), sondern auch Polstermöbel, das Laminat, den Teppich, Papas T-Shirts, Mamas Haare und amtliche Unterlagen einzuspeicheln. Mir graut es schon vor den Fluten, die auf uns warten, wenn sie wirklich mal zahnt. Kann es noch nasser werden? Brauche ich dann Gummistiefel und Regenjacke? Und verdammt noch mal, wie kann so ein kleines Wesen überhaupt so viel Flüssigkeit verteilen, wo es doch gar nicht so viel trinkt? Bei letzterem muss sie eine geheime Trinkquelle aufgetan haben, von der wir noch nichts wissen. Während wir uns also auf die Suche nach der Sabbermonsterquelle machen, werde ich wie ein Profi einfach vorschlagen: "Liebling, wir sollten uns aufteilen".


Sonntag, 27. April 2014

Ein Tag im Zoo mit der Affenbande

Wie es viele Eltern so zu tun pflegen, gehen auch wir nun regemäßig in den Zoo. Zwar macht die Terrorpüppi noch keinen wirklichen Unterschied zwischen Tieren, bunten Steinen oder anderen Babys - alles kann gleichermaßen interessant werden - aber wenigstens bekommen wir mal etwas anderes zu sehen, denn das eigene Viertel kennen wir mittlerweile doch schon recht gut und man will ja auch Abwechslung.
An einem Sonntag und zudem zu Ferienende scheinen wir jedoch nicht die einzigen mit dieser Idee gewesen zu sein und so bewegten wir uns in einem Strom von Kinder- und Bollerwagen, Fahrradanhängern und tapsigen Kinderfüßen. Gemeinsam lästert man über die unpraktischen Kinderwagen der einen oder über die Unart, den Autositz als Kinderwagenersatz zweckzuentfremden, der anderen. Schnell schwelgt man beim Anblick des großen Spielplatzes in Kindheitserinnerungen und kann es kaum erwarten, dass die Terrorpüppi alt genug ist, damit man selbst wieder offen Kind sein und auf dem Spielplatz tollen kann. Bis dahin aber machen wir uns einfach so in aller Öffentlichkeit zum Clown und singen zur Belustigung unserer Tochter emsig von der Affenbande, die auf der Suche nach einer Kokosnuss durch den Wald rennt. Der Zoo bot uns hierfür heute zumindest den passenden Rahmen und auch ein Schimpanse war so gnädig und bot die passende Einlage. Er kam abrupt auf meine Maus und mich zugeflitzt und bewegte seinen Arm als wolle er uns zuwinken. Vielleicht aber kannte er auch einfach das Ende vom Lied und wusste, dass das Affenbaby die Kokosnuss stibitzt hat - schelmisch genug gelacht hat sie jedenfalls.

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Freitag, 25. April 2014

Frau Sonne und Tante Nörgeli

Der Frühling zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Die Sonne kitzelte uns an der Nase, die Vögel zwitscherten aufgeregt und in der Luft lag der Duft von blühenden Sträuchern. Der Spaziergang hätte so schön sein können. Hätte. Tante Nörgeli ist unglücklicherweise keine Freundin von Frau Sonne und so befand meine Tochter den Spaziergang als eine suboptimale Freizeitbeschäftigung. Tante Nörgeli ist noch immer ein Alter Ego unseres Terrorkrümels und kommt, wie es unliebsame Verwandte gerne tun: stets unangekündigt und mit Geschenken vorbei, die sich keiner gewünscht hat. Dabei gibt sich Frau Sonne doch so viel Mühe, aber ihre Strahlen sind einfach zu grell. Sie scheinen meine Tochter regelrecht zu beißen und so beißt sie einfach zurück. Weil ich mir aber eigentlich keinen tollwütigen Hund zulegen wollte, der bellt und nach einem schnappt, halte ich nun Ausschau nach einer Babysonnenbrille. Dann wird auch Tante Nörgeli weiterziehen und andernorts Regenwetterstimmung verbreiten.

Mittwoch, 23. April 2014

Du, ich glaub dein Baby... hat Parkinson

Man soll Babys ja untereinander nicht vergleichen, weil jedes sein eigenes Entwicklungstempo hat. So entwickelt das eine schneller seine motorischen Fähigkeiten, während das andere sprachlich schneller voranschreitet. Ein drittes ist ein besonders guter Esser und das vierte hat früher als die anderen Zähnchen und volles Haar. Irgendwas kann jede Mama stolz für seinen Sprössling beanspruchen. Aber obwohl man das ja weiß, ist es natürlich trotzdem interessant zu sehen, wie sich andere Babys im etwa selben Alter so entwickeln. Das muss ja keineswegs damit einhergehen, dass man sich gleich Sorgen macht, dass der eigene Zwerg womöglich entwicklungsgestört ist, noch in der Pubertät bei Mama und Papa mit im Bett schläft und später sicher Nachhilfe braucht.
Mein Terrorkrümel scheint mittlerweile jedoch für die Mama eines zwei Monate älteren Babys von besonderem Interesse zu sein. Die erste Begegnung der etwas übergriffigen Art gab es schon vor einigen Wochen. Ich hatte bereits bemerkt, dass sie uns beobachtet. Dann, blitzschnell wie die Zunge eines Salamanders, schnellte ihre Hand hervor, griff nach dem nackten Fuß meiner Tochter und rief dann völlig verblüfft: Oh, der ist ja gar nicht kalt. Ich hatte Sorge, dass sie friert, weil du ihr immer die Socken gleich ausziehst. Ja, so bin ich. Ziehe meiner Tochter in einem Raum mit bestimmt 25°C einfach die Wollsocken aus. Bin schon eine echte Rabenmutter. Nun begann aber meine Püppi auch noch in direkter Gegenwart des Sohnemanns der besorgten Mutter zu weinen, was diese zu dem Schluss kommen lies: Ich glaube deine Tochter mag meinen Sohn nicht. Etwas überrascht davon, versuchte ich ihr zu erklären, dass das kaum persönlich gemeint sein kann, da sie sich momentan sogar selbst im Spiegel gruselig findet. Sie weint teilweise ganz bitterlich, wenn sie sich im Spiegel entdeckt: Das böse andere Kind! Aber schon eine Woche später aber wagte es meinte Tochter erneut, in Gegenwart des kleinen Jungen zu weinen und da wurde aus der anfänglichen Vermutung eine unverwüstliche Gewissheit: Sie mag ihn nicht.
Bisher ist also festzuhalten, dass ich mir zu wenig Sorgen um meinen Schatz mache (kalte Füße!) und meine Tochter schon jetzt verzogen ist (sie mobbt eindeutig andere Babys). Heute aber wurde ich noch auf eine körperliche Besonderheit hingewiesen: Sie zittert. Zuerst dachte ich, sie würde angeblich schon wieder frieren, aber nein, sie zittere unabhängig von der Raumtemperatur. Ich schaute meine Terrorpüppi an. Fixierte ihre Ärmchen und... sah einfach kein Zittern. Ich schaute irritiert und es erfolgte erneut ein: Da! Sie zittert. Liegt vielleicht am Stress. Ich schaute sie wieder an und fragte mich schließlich, ob ICH was an den Augen hätte. Der Beobachtung der anderen Mutter zufolge scheint meine Maus ja ein vorzeitig an Parkinson erkranktes Wesen zu sein. Erneut wurde mir das Zittern dann gezeigt, noch immer nahm ich es nicht wahr. In der Folge versuchte ich das Thema ruhen zu lassen, doch die besorgten Blicke von der Seite blieben und mit ihnen wohl meine Wahrnehmungsstörung.

Dienstag, 22. April 2014

Die will nicht schlafen, die will doch was erleben!

Im Geburtsvorbereitungskurs versicherte uns die Hebamme, dass wir ganz schnell zu versierten Experten unserer Kinder werden würden. Zwar steigen in mir nach wie vor nahezu täglich Fragezeichen auf, weil ich mal wieder meine Tochter nicht verstehen kann, aber in einer Sache bin ich echt gut geworden: Ich kann prima erkennen, ob meine Tochter müde und wie müde sie eigentlich ist. Das allein reicht unglücklicher Weise nicht aus, um die Terrorpüppi in einen schlafenden Engel zu verwandeln, aber es ist zumindest ein Anfang. Bei erfolgreicher Begleitung in den Schlaf habe ich sodann auch meine (vorläufige) Ruhe und meine Maus sammelt Kraft für die kommende Wachphase mit zumindest anfänglicher guter Laune. Bei sich stark verzögender Einschlafbegleitung oder gar Misserfolg hingegen leidet vor allem unser Krümel und wir gleich mit ihm. Besonders dramatisch wird es, wenn aus dem Kampf gegen die Müdigkeit, ein Kampf gegen Müdigkeit und Hunger wird (wir nennen es die Hunger-Müdigkeits-Spirale), dann wird aus dem Kampf eine kräftezehrende und zeitraubende Schlacht, bei der es keinen Sieger geben kann.
Die Konsequenzen eines drohenden Misserfolgs vor Augen, ergreife ich bei den ersten Müdigkeitsanzeichen möglichst unverzüglich zu den aktuell bewährten Waffen. Unglücklicherweise gibt es Situationen, da ist das nicht so einfach: etwa  in einem Restaurant, auf einer Geburtstagsfeier oder im Supermarkt - und genau in diesen Situationen treffe ich immer mal wieder auf externe Babyexperten, die Unverständnis dafür zeigen, dass ich entweder schnell losmöchte oder ich erste Einschlafmaßnahmen ergreife: Die will doch gar nicht schlafen! Die will doch was erleben! Manchmal, wenn die sich wundernden und zweifelnden Personen noch Zuschauer der stürmischen Schlaf-Schlacht werden, erkennen sie, dass die Terrorpüppi womöglich doch müde war. Aber meist erleben sie das nicht mehr mit, denn eine wichtige Waffe im Kampf gegen die Müdigkeit ist der Rückzug.

Montag, 21. April 2014

Bipolares Ostern

Das erste Osterfest meiner Tochter ist nun vorbei- und ich sitze völlig geschafft auf der Couch. Der Tatort läuft im Hintergrund und ich hoffe, dass die Hängematte uns weiter gute Dienste leisten wird und mein Terrorkrümel wenigstens für die nächsten zwei bis drei Stunden schläft, ehe die nächste Mahlzeit ruft. Ich muss es an dieser Stelle zugeben: Ich liebe Ostern, genauso wie ich auch Weihnachten liebe. Als Kind natürlich schon, aber auch als Erwachsene. Nun war es jedoch das erste Osterfest meiner Tochter und auch das erste Osterfest für uns als frischgebackene Familie.
Der 19-Wochenschub hat in der Nacht des Karfreitag seinen traurigen Schlafhöhepunkt erreicht (ich hoffe inständig, dass es nicht noch schlafraubender werden kann) - und ich meinen Schlafdefizitrekord.
Ostersonntag war sodann auch ein Tag, an dem ich totmüde und die Terrorpüppi bipolar schwankend zwischen kichernd-glücklich und traurig-meckernd den Garten von Oma und Opa unsicher machten.
Mein Männe hat als Kind angeblich nie was vom Osterhasen versteckt bekommen (unglaublich!) und nun ist er ausgerechnet an mich und meine ostern-verrückte Familie geraten. Langsam an den Prozess des Suchens herangeführt - er durfte in den vergangenen Jahren Kleinigkeiten in unserer Wohnung suchen - folgte nun die Reifeprüfung und er durfte für sich und unsere Tochter in der Botanik nach Präsenten suchen. Vorweg: Es wurde alles gefunden - allerdings auch eine anonyme Pflanze, die dem Terrorkrümel-Papa nicht nur einen Ausschlag, sondern auch ein bisher andauerndes Kribbeln in den Händen beschert hat. Offenbar das Leid ihrer Eltern erkennend, hat unser Zwerg in der anschließenden Nacht den Schlafstreik ruhen lassen, um sich dann auch noch als Vorzeigeenkeltochter bei der Oma zu präsentieren: Weinen? Nein. Quängeln? Nein. Brav schlafen? Ja. Aber das ist alles bloß Hörensagen, denn ich saß mit meinem Männe beim traditionellen Ostermontagsbrunch mit Freunden - ohne die Terrorpüppi und mit der Hoffnung, dass der Osterhase zu Hause noch ne große Mütze voll Schlaf versteckt hat.


Donnerstag, 17. April 2014

Und? Schläft sie schon durch?

Anfang Dezember erblickte meine Terrorpüppi das Licht der Welt und schon im Dezember bekam ich zu meiner Überraschung die Frage gestellt, ob sie denn schon durchschlafe. Seitdem wurde ich das unzählige Male gefragt.
Wie für viele andere junge Eltern auch ist das Thema Schlafen mittlerweile eines der drängendsten meines Alltags - und was einen viel beschäftigt, darüber redet man auch häufig. Aber durchschlafen?
Ich weiß natürlich nicht, ob ich hier zu sehr die Terrorpüppi raushängen lasse, aber für mich macht es einen Unterschied, ob ich gefragt werde: "Und? Schläft sie schon durch?" oder ob man sich bei mir erkundigt, wie denn der Nachtschlaf so aussehe. Ersteres lässt aus meiner Sicht ganz klar die Erwartung sichtbar werden, dass Babys durchzuschlafen haben und das möglichst schnell. Meist folgt auf mein "Nein, noch nicht. Muss sie aber auch nicht, sie ist doch noch so jung", dass es aber sicher soweit sei. Des Öfteren wird mir dann auch kundt getan, dass die Kinder der Fragesteller ganz schnell durchgeschlafen haben. Müssen alles Wunderkinder gewesen sein. Denn mein Kind hat nachts wirklich auch noch Hunger. Sie ist jetzt 4,5 Monate alt und manchmal höre ich sogar ihren Magen knurren. So ein kleines Würmchen muss aus meiner Sicht noch gar nicht durchschlafen können, auf die Idee wäre ich nie gekommen. Ich will mal einen der Fragesteller erleben, der es durchhält, dieselben Bewegungen über den gleichen Zeitraum zu vollziehen wie die kleinen Zwerge und der obendrein auch noch so enorm schnell wächst und genauso viel Neues lernt. Die Kalorienzufuhr - auch die nächtliche - ist in jedem Falle nachvollziehbar, sobald man sich mal zu seinem Windelzwerg dazulegt und die Arm- und Beinbewegungen für 5 Minuten mitmacht. Da kann man auch gleich besser verstehen, warum Babys so viele Nickerchen tagsüber brauchen. Die bräuchte ich bei dem Sportpensum auch. Meine Tochter hat Bauchmuskeln, davon können die meisten nur träumen!
Ich träume natürlich auch von dieser ominösen Nacht, in der sie das erste Mal durchschläft - also nicht nur diese komischen 5 Stunden, die laut offizieller Definition mit Durchschlafen gleichzusetzen sind. Noch mehr träume ich von den anschließenden Nächten, in denen sie dann ebenfalls durchschläft. Träumen ist erlaubt, aber ich bin eben auch Realistin. Die Terrorpüppi bestimmt, wann es soweit ist und wie hieß es so schön in meinem ersten Blogeintrag? Nach dem Schub ist vor dem Schub und so kann das ersehnte Durchschlafen genauso schnell wieder vorbei sein, wie es gekommen ist - auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt.

Mittwoch, 16. April 2014

Der 19-Wochen-Schub - oder nach dem Schub ist vor dem Schub

Bevor meine Terrorpüppi auf die Welt gekommen ist, habe ich nicht einmal gewusst, dass es sowas wie "Schübe" bei Babys gibt. Ich habe auch keine Ratgeberliteratur gelesen. Mir war klar, dass sich das alles schon ergeben wird. Da muss doch nun wirklich keine Wissenschaft draus gemacht werden. Nun aber sitze ich hier mit einem Schlaf(Mahlzeiten/Stuhlgang)Tagebuch, zücke mein Smartphone bei jeder mir aufkommenden Frage und habe aus dem Leben mit meiner Tochter längst auch ein kleines Forschungsprojekt gemacht.
Dass Babys neben der sowieso permanenten Entwicklung wohl auch noch besondere Entwicklungsschübe durchlaufen, darauf hatte mich meine Nachsorgehebamme gebracht. Das erklärte auf einmal alles und irgendwie auch nichts - denn nach dem Schub ist vor dem Schub und zwichendurch gibts noch Blähungen, Zahnen und einfach mal nen schlechten Tag. Ich konnte bisher die Schübe tatsächlich bei meinem Kind lehrbuchhaft beobachten, aber auch ohne Schub wird meine Terrorpüppi nicht plötzlich zu einem Abkömmling Mahatma Ghandis.
Jetzt ist sie wieder in so einem Schub. Der berüchtigte 19-Wochen-Schub. In Foreneinträgen wimmelt es nur so von verzweifelten Müttern und vielleicht gehöre ich ja bald dazu? Es ist schließlich schon etwas anstrengend, aber am Stock muss ich glücklicherweise bisher nur aufgrund eines Bänderrisses gehen (aber das ist eine andere Geschichte). Von einer Sekunde auf die andere wird aus einem zauberhaften Lächeln ein trauriges Weinen. Momentan lässt sich ihr Alltag wohl gut zusammenfassen mit "Schlafen doof, essen und trinken doof, spielen doof, ohne Mama und Papa alles doof". Na wenigtens die Hängematte lässt uns nicht hängen!
Entwicklungsschub 19. Woche; Baby in Hängematte


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