Samstag, 24. Mai 2014

Der erste Zahn

Noch vor wenigen Tagen, ich kann mich genau daran erinnern, habe ich zu einer anderen Mutti gesagt: "Zähne sind bei uns noch nicht in Sicht". Das kann ich nun zurücknehmen. Vor zwei Nächten, als sich die Terrorpüppi zwischen ihren Elterntieren in der Mitte des Bettes unruhig hin und her warf und schließlich partout nicht mehr einschlafen konnte; als das einzige, das sie beruhigen konnte, Papas Finger war, der genüsslich in das kleine Mündlein gezogen wurde, ja da lüftete sie ihr kleines Geheimnis: Unten rechts war ein Schneidezahn auf dem Vormarsch. Noch nicht zu sehen, aber zu spüren. Das Zahnfleisch sichtlich einen Spalt weit schon geöffnet. Dank Dentinox-Gel, das ich in weiser Voraussicht mal für genau so eine Nacht gekauft hatte, konnte sie dann doch wieder einschlafen. Der Tag darauf war allerdings für die gesamte Familie eine Qual, ebenso der darauffolgende. Da wir Medikamente nur sehr dosiert (sprich: möglichst wenig) einsetzen, versuchten wir es mit viel kuscheln, singen, bereitwillig die eigenen Finger opfern, Kühlbeißrig und mundgerechtes Spielzeug. Das alles half auch immer für kurze Zeit, wirklich Linderung brachten aber erst ein Paracetamol-Zäpfchen sowie eine Veilchenwurzel. Bei letzterer verzog die Maus erst das Gesicht (kein Wunder, ist echt bitter), aber dann wurde doch noch eifrig drauf rumgekaut. Heute Morgen nun bekam ich das Zähnchen nun zum ersten Mal zu Gesichte und schon verbreitet die Terrorpüppi etwas weniger Terror und ist wieder mehr ne kleine Püppi.

Achja. Osanit-Kügelchen haben wir auch noch zu Hause. Hat sie auch bekommen - aber so recht an die Wirkung mag ich noch nicht glauben. Schaden tut es aber auch nicht und es kommt ja noch der eine oder andere Zahn. Ich mache einfach ne Langzeitstudie und dann schau'n mer mal weiter.
Wie bei den Schüben auch, heißt es auch hier: Nach dem Zahn ist vor dem Zahn - und der nächste lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Lost in Berlin

Nur Hausfrau und Mutter sein? Dafür bin ich nur eingeschränkt geeignet. Schon recht bald nach der Geburt hat es mich vereinzelt in die Uni verschlagen. Aber wenn ich ehrlich bin, so richtig lang war ich eigentlich nie weg. Nun aber bin ich auf einer 3-tägigen Veranstaltung. Zugegebener Maßen direkt bei mir um die Ecke, also über Nacht bin ich nicht weg. Doch schon am ersten Tag hat es mich ein wenig betrübt, kaum Zeit mit meinen Krümel verbringen zu können (eigentlich hab ich die Maus nur ganz kurz beim Aufstehen gesehen). Als sie dann heute morgen in aller Herrgottsfrühe aufstehen wollte, war ich sodann zwar sehr müde, aber irgendwie befand ich es auch als gute Gelegenheit, etwas Zeit mit ihr verbringen zu können, ehe ich wieder losmusste.
 
Ja, so verändert einem so ein kleines Geschöpf einfach das Leben. Da fühlt man sich plötzlich verloren in seiner eigenen Stadt, nur weil es nicht bei einem ist. Drum gibst wenigstens mehrfach täglich Statusupdates inklusive Bilder und die Aussicht auf ein intensives Wochenende!

Montag, 19. Mai 2014

Der 26-Wochen-Schub - Ich will schlafen!

Die Terrorpüppi ist seit etwa einer Woche "ein bisschen" ermüdend. Tante Nörgeli ist diesmal zwar nicht auf Dauerbesuch (das hätte noch gefehlt!) und der 19-Wochen-Schub ist nach wie vor noch immer "mein Highlight", aber müde bin ich trotzdem. Gestern kam ich dann auf die glorreiche Idee, nachzuschauen, wann denn eigentlich nochmal der nächste Entwicklungsschub dran sei. Das hab ich eigentlich auch schon mal gelesen, aber erfolgreich verdrängt. So um die 23.Woche soll der der 26.-Wochenschub beginnen und dann bis zu vier Wochen dauern (Mist). Nach etwa drei guten Wochen sind wir also wieder mittendrin. Haut schon wieder (fast) alles hin.
Typische Veränderungen des 26-Wochen-Schubs sind wohl folgende:
  • Das Baby schläft (noch) schlechter als gewohnt. Die Terrorpüppi hat ihren Tagesschlaf an den meisten Tagen deutlich reduziert oder sie schläft gleich so viel, dass die Nacht eventorientiert gestaltet werden kann. Wirklich kräftezehrend ist aber das Einschlafen - oder vielmehr das quasi unendlich hinausgezögerte Einschlafen.
  • Das Baby fremdelt nun. Die Terrorpüppi hat gelernt, extra große Krokodilstränen zu vergießen, sobald Fremde (alle außer Mama und Papa und zumindest teilweise noch die Oma) es wagen, sie anzusehen, anzusprechen oder gar anzufassen. Richtig schlimm trifft es Männer mit Bärten bisher.
  • Das Baby will mehr Aufmerksamkeit. Das ist diesmal (noch?) nicht der Fall. Sie bleibt wie gewohnt unterhaltungsintensiv, wenn sie neben mir auf dem Boden spielt. Vorsingen hilft aber eigentlich immer.
  • Das Baby isst schlechter. Die Terrorpüppi ist ja schon mittendrin in der Beikostzeit. Eigentlich isst sie gut. Nur momentan, da ist das Essen einfach uninteressant. Sobald der ganz große Hunger gestillt zu sein scheint, schaut sie Löcher in die Luft und dreht den Kopf weg. Irgendwie ist es plötzlich unspannend, was da im Teller so auf sie wartet. Da aber spätestens abends der Hunger groß wird (logisch, hat ja vorher weder über die Maßen gegessen oder getrunken), muss ich mir dennoch keine Sorgen darüber machen, dass sie verhungert (Größe 74 wird nun auch schon langsam zu klein).
  • Das Baby mag nicht saubergemacht werden. Wickeln erlaubt uns die Terrorpüppi zwar noch, aber wehe man kommt auf die Idee, ihr Spinat- oder Rote Bete-Brei aus dem Gesicht wischen zu wollen. Da tobt dann ein Wirbelwind!
  • weitere typische Veränderungen: schnell wechselnde Gefühlszustände (glücklich kichernd - verdrießlich meckernd), stärkeres Kuschelbedürfnis (na endlich!), das Baby fordert mehr Action (Spiel mit mir!), es brabbelt und bewegt sich weniger (oder auch nicht)
Die Infos für den nächsten Schub lese ich mir aber trotzdem erst durch, wenn ich seltsame (schlafraubende und/oder nervenzehrende) Veränderungen beobachte. Vielleicht geht ja der nächste Kelch an mir vorüber und ich komme gar nicht erst in die Versuchung, eine Suchmaschine zu beauftragen.

Mittlerweile gibt es einen längeren Beitrag zum 26. Wochenschub und zwar HIER.

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Freitag, 16. Mai 2014

Plötzlich Eltern - Indizien dafür...

...dass man in der Elternschaft erfolgreich angekommen ist, gibt es so einige. Nachfolgend habe ich - diesmal in Kooperation mit dem Papa der Terrorpüppi - mal einige gesammelt. Sollten davon etliche auf dich zutreffen, dann bist du womöglich schon längst Mama oder Papa - oder es wird aber allerhöchste Zeit!
  • man weiß, was ein Greifling ist
  • man findet es plötzlich nicht mehr ganz so seltsam, über Stuhlgang zu reden
  • wenn gepupst und gerülpst wird, spricht man ein Lob aus
  • man stellt nicht mehr seinen morgendlichen Wecker
  • man weiß, was Lefax und SabSimplex sind
  • Schlafentzug = Folter ist keine graue Theorie mehr
  • man weiß, für was die Abkürzung PEKiP steht
  • Hello Kitty wird zu einer realen Gefahr
  • plötzlich werfen dir wildfremde Leute anerkennende Blicke zu, während du mit deinem Kind unterwegs bist
  • wenn es um Schadstoffe geht, ist man plötzlich sensibel
  • wenn es in den Nachrichten um Kinder geht, fühlt man sich besonders betroffen
  • ein nerviger Piepton zwischen den Ohren tritt in dein Leben (auch Tinnitus genannt)
  • du bist mehr an der frischen Luft
  • man fragt sich, warum man von Traglingen spricht und die Kinder meint, wo doch die Eltern die sind, die die ganze Zeit tragen
  • man versteht, warum Familien auch gerne als tragende Säule der Gesellschaft bezeichnet werden: so trägt man nicht nur das Kind - manuell, im Tragetuch oder Tragesystem, sondern auch regelmäßig Kinderwagen, Autokindersitz, (mindestens doppelt so viele!) Einkäufe, Spielzeuge, die Last der Verantwortung...
  • man kämpft tagaus tagein für möglichst viele Lacher, ganz ohne auf die große Bühne zu wollen
  • beim Friseur geht es längst nicht mehr nur um die schöne Frisur - nein, sie muss auch pflegeleicht sein und vor allem darf sie keine Lianen für das kleine Äffchen zu Hause bieten
  • man ist immer wieder darüber ernstaunt, wie vielen Wörtern man Baby oder Kind voranstellen kann (zum Beispiel BabyZooKarte, Babyananas, Kindskopf, Babyflipflops, Babyklangschale, Babyparfum, Baby-High Heels, Kindersaft, Babymoppstrampler...)
  • man wird gefragt, wann das zweite Baby denn komme
  • die Frage "Schläft sie denn schon durch?" treibt einen in den Wahnsinn
  • man betet nicht mehr das fliegende Spaghetthimonster an, sondern den trällernden Kaffeebohnen-Schlafräuber
  • man gibt bei einer Suchmaschine häufiger die Wörter "ab wann kann" ein
  • man hat die Kamera so oft in der Hand wie noch nie zuvor
  • der Kontostand ist niedrig, aber man trauert den Ausgaben nicht hinterher
  • wenn dein Kind sich die nächtlichen Mahlzeiten abgewöhnt hat, hast du es dir angewöhnt
  • ganze Staffeln von Serien am Stück zu sehen, ist nun keine Option mehr, weil man selbst bei Game of Thrones irgendwann einschläft
 Wem noch mehr Indizien in den Sinn kommen, einfach raus mit der Sprache!

Dienstag, 13. Mai 2014

Die böse Katze

Bei uns zu Hause nennen wir sie einfach nur "die böse Katze". Sie ist pink, hat eine Katze als Haustier (wie bizarr), mit ihr kann man sich seinen gesamten Haushalt ausstatten (und sich kleiden, sie rumtragen, von ihr träumen...), irgendwo in Asien kann man sogar in einem ihr gewidmeten Kreissaal sein Kind zur Welt bringen.
Die böse Katze kommt nicht zu uns ins Haus. All unsere Freunde und Verwandten wissen das. Solange wir es verhindern können, hat sie Hausverbot. Erst wenn der soziale Druck im Kindergarten später zu groß wird (oder in der Schule, wenn man geglaubt hat, der Kelch sei an einem vorbei gezogen), dann würden wir ihr, aber nur unter allergrößter Seelenqual, eine Katzenklappe einbauen. Aber nur dann! Und sie dürfte nicht ins Schlafzimmer, wenigstens dieser Ort muss weiterhin frei sein von der bösen Katze.
Und doch, trotz aller Bekundungen und Selbstvergewisserungen: Die böse Katze ist schon da. Ganz ohne Vorwarnung getarnt als Geschenk hat sie es zu uns ins Haus geschafft (Mist, haben es wohl einmal vergessen zu erwähnen).
Hello Kitty im Müll
...wo sie eigentlich hingehört
Wie gerne würde ich sie einfach unauffällig entsorgen. Doch ich entsorge ungeliebte Geschenke eigentlich nicht. Normalerweise fristen sie zunächst irgendwo jahrelang ihr Dasein, ehe ich mich an die Entsorgung wage. Außerdem würden sich bestimmt irgendwo Kinder (oder verrückte Frauen) darüber freuen - falls ich sie doch noch loswerden kann. Zudem ist die verrückte Katze (noch) funktionstüchtig und was noch funktioniert, wirft man nicht einfach so weg.  Ich nehme es als erste Bewährungsprobe für das, was mich als Mutter noch erwarten wird. So hole ich sie also wieder raus aus dem Ort, wo sie gefühlt hingehört.



Sonntag, 11. Mai 2014

"Mein" erster Muttertag

So fühlt es sich also an, wenn man das erste Mal selbst als Mutter den Muttertag begeht. Bisher war ich ja nur die Tochter, die für ihre Mama Blümchen oder Schokolade bereitgehalten hat. Die Terrorpüppi ist zudem eigentlich noch viel zu klein, um mich an diesem Tag mit Geschenken zu überraschen. Aber da habe ich die Rechnung ohne ihren Papa gemacht. Nicht nur durfte ich eine Stunde länger schlafen. Nein, ich durfte, als ich meine Äuglein öffnete, in das Gesicht meiner 5 Monate alten Tochter blicken, die mich nicht nur mit einem breiten Lächeln beglückte, sondern auch in der ach so kleinen Babyhand tatsächlich einen kleinen Korb mit Blümchen hielt.
Wenn ich nun auf die vergangenen Wochen zurückblicke und an die schlaflosen Nächte, all die Blähungen, das unerklärliche Weinen und das Nörgeln in den unpassendsten Momenten zurückdenke, dann habe ich ein klein wenig diesen Tag, an dem die Mütter geehrt werden, verdient. Wenn ich aber daran denke, wie toll sich meine Maus entwickelt hat, was sie alles schon kann und wie sie mich mit ihrem Lachen verzaubert, dann hat sie sich nicht nur ihren Kindertag am 1. Juni verdient, sondern eine Mama, die sie weiterhin so lieben wird, wie sie ist.
 

Samstag, 3. Mai 2014

Arbeiten mal anders

Meine Maus ist nun 5 Monate alt. In der Schwangerschaft hatte ich geplant (!) ab April wieder regelmäßig in die Uni zu gehen bzw. zu Hause was für meine Doktorarbeit zu schaffen. Ich habe den Luxus, dass es da, wo ich meine Doktorarbeit schreibe, ein sehr hübsch eingerichtetes Eltern-Kind-Zimmer gibt: vollausgestattete Wickelkommode, Babybett/ Krabbelstall, Couch, Krabbelteppich, einen kleinen Tisch mit Mini-Stühlen (gut, den braucht sie noch nicht...), Spielzeug, allem möglichen Zubehör (Flaschenerwärmer, Fieberthermometer, Lätzchen und und und...) und natürlich einem voll ausgestatteten Arbeitsplatz.
So zwei Stunden am Tag sollten es sein, mehr hab ich schon in der Schwangerschaft für unrealistisch gehalten. Natürlich ist mit Anfang April erstmal nichts geworden, sondern eher so nach Ostern, also Ende April und irgendwie sind zwei Stunden Zeit haben nicht gleich zwei Stunden auch arbeiten. Rechner hoch fahren, sich in einem Papierberg und einer digitalen Ordnerstruktur orientieren, die man im letzten Herbst das letzte Mal gesehen hat... und dann erdreistet sich das Kind auch noch, plötzlich das eigene Schlafverhalten einfach wieder umzustellen. Aus dem verlässlichen 2-3 Stunden Mittagsschlaf werden plötzlich 30 Minuten und der Rest des Schlafes wird nach Lust und Laune nachgeholt.
So komme ich zwar am Ende des Tages vielleicht auf die zwei Stunden, aber nicht ganz so wie geplant... Man lernt schnell, kreativ Arbeitszeit zu ergattern. Etwa wenn die kleine Terrorpüppi gerade intensive zehn Minuten mit sich selbst spielt. Schwups setze ich mich zu ihr, tätschel zwischendurch ein gerade günstig liegendes Körperteil und lese einen Artikel weiter (so schaffe ich bestimmt ganze zwei Seiten!). Oder wenn sie in der Hängematte eingeschlafen ist (die wird natürlich mit in die Uni genommen), da setze ich mich einfach zu ihr, stupse immer wieder die Matte an - mit der Hoffnung, dass sie so etwas länger schläft (schaukelt doch so schön!) und schaffe mir provisorisch einen Arbeitsplatz auf meinem Schoß.
Momentan nehme ich meine Arbeit noch ganz olympisch: Dabei sein ist alles. Priorität hat die Maus später auch noch, aber momentan eben doch gleich 22 Stunden am Tag.

Freitag, 2. Mai 2014

Aber meine Geburt war viel schlimmer

Dass Eltern untereinander wettstreiten, wer etwa das hochbegabteste Kind hat, wer was zuerst konnte, wer es besser kann als die anderen, ja das kennt sicher jeder. In den meisten Fällen geht es da vermutlich sogar weniger um einen Wettstreit als vielmehr darum, dass man einfach vor Stolz platzt. Ich bin auch stolz auf meine Terrorpüppi, wenn sie nach zahlreichen vergeblichen Versuchen endlich etwas geschafft hat. Soweit so normal.
Seit ich aber im Dezember die Terrorpüppi auf die Welt gebracht habe, bin ich immer wieder einem interessanten Phänomen begegnet, mit dem ich nicht gerechnet und das ich anfangs als Sonderfall betrachtet habe: Die Geburts-Olympiade. Dabei sein ist hier bei weitem noch nicht alles. Während man selbst nur von der Geburt erzählen möchte, in der Regel sowieso bloß auf Nachfrage, gilt es für einige Frauen, in nahezu allen Disziplinen die Goldmedaille holen zu wollen. Ein typisches Gespräch im Rahmen einer Geburts-Olympiade könnte folgender Maßen ablaufen:

- "Ja wie war denn deine Geburt so?"
"Ja die Geburt der Maus war schon ziemlich anstrengend"
- "Ach, frag mich mal erst!"
"Es fing schon damit an, dass die Geburt eingeleitet werden musste und das zog sich dann bis zu ersten echten Geburtswehe 3 Tage hin."
- "Ist doch schön, dass du wenigstens eingeleitet worden bist. Ich musste eine ganze Woche über den Termin einfach zu Hause warten. Das war vielleicht anstrengend!"
"Im Kreissaal hat sich trotz regelmäßiger Wehen im 2-Minuten-Takt am Muttermund nichts getan."
- "Bei mir hat sich das eeeeewig hingezogen. Wollte schon den Kaiserschnitt zwischendurch." [Meckern über Unfähigkeit der Ärzte und Hebammen folgt in der Regel]
"Nach Wehentropf und Öffnen der Fruchtblase ging es zumindest ein wenig voran."
- "Bei mir haben die das ja nicht mal gemacht, ich musste da so ausharren und unter Schmerzen warten." [Erneutes ausgiebiges Meckern über die Ärzte und Hebammen]
"Nach 30 Stunden regelmäßigen Wehen und der dritten Hebammenschichte hab ich mir dann doch eine PDA gegönnt."
- "Ach die PDA! Bei mir hat die erst nicht gewirkt und musste dann ein zweites Mal gelegt werden und dann war immer noch nicht alles betäubt" [Es folgt an dieser Stelle eine ausgiebige Kritik an der Wirksamkeit einer PDA bei speziellen anatomischen Verhältnissen...]
"Dann ist der Krümel auch noch steckengeblieben und plötzlich musste alles sehr schnell gehen"
- "Ja mein Kind wollte auch einfach nicht rauskommen. Das war soooo schrecklich."
"Saugglocke mit Dammschnitt, McRoberts-Manöver, Schulterdystokie, Drehen des Püppi-Köpfchens nach Festellen, dass es sich in die falsche Richtung gedreht hat, manuelles Drücken von Außen - dann kam sie endlich doch noch."
- "Mein Kind hat sich wirklich ins Leben gekämpft." [Der harte Kampf wird in der Folge herausgehoben, aber Konkretisierungen bleiben aus...]
"Am Ende ist zum Glück alles gut ausgegangen. Die Püppi ist knapp an einer Sauerstoffunterversorgung vorbeigeschrammt und meine Blutungen konnten gestoppt werden und so konnten wir doch recht schnell einander in die Arme nehmen."
- "Da hast du ja ein Glück gehabt! Ich leide ja heute noch so darunter."
"Schon heftig, wenn man bedenkt, dass ich und mein Krümel vor 100 Jahren bei so einer Geburt gestorben wären."
- "Na noch so eine Geburt möchte ich nicht mitmachen. Wie lange hat es denn bei dir gedauert überhaupt?"
"Über 42 Stunden im Kreissaal."
- "Ist schon lang, aber glaube mir, manchmal ist eine lange Geburt besser als eine kürzere. Da muss man oft viel mehr leiden!" 
[Es folgt eine ausgiebige Leidensgeschichte, die bis heute reicht...]

Das für mich nervige ist ja nicht, dass die Olympiade-Frauen auch von ihren Geburtserlebnissen berichten. Ein normaler - empathischer - Austausch über die gemachten Erlebnisse ist ja durchaus wünschenswert. Was die Eckdaten der Geburten angeht, habe ich schon von vergleichsweise 'leichten' Geburten gehört, ebenso von katastrophalen. Individuell wird das sowieso immer höchst unterschiedlich empfunden und bewertet. Jeder hat ein Recht auf ein Geburtstrauma - genauso wie auf eine schöne Erinnerung an eine zwar anstrengende, aber letztlich tolle Geburt. Wieso also einen Wettbewerb daraus machen und die eigenen Erlebnisse immer wieder als dramatischer ergänzen, statt dem Geburtsbericht des Gegenüber einfach zu lauschen und als das zu nehmen, was es ist: eine einzigartige Geburt - wie jede Geburt.

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