Arbeiten mal anders

Arbeiten mal anders

Meine Maus ist nun 5 Monate alt. In der Schwangerschaft hatte ich geplant (!) ab April wieder regelmäßig in die Uni zu gehen bzw. zu Hause was für meine Doktorarbeit zu schaffen. Ich habe den Luxus, dass es da, wo ich meine Doktorarbeit schreibe, ein sehr hübsch eingerichtetes Eltern-Kind-Zimmer gibt: vollausgestattete Wickelkommode, Babybett/ Krabbelstall, Couch, Krabbelteppich, einen kleinen Tisch mit Mini-Stühlen (gut, den braucht sie noch nicht…), Spielzeug, allem möglichen Zubehör (Flaschenerwärmer, Fieberthermometer, Lätzchen und und und…) und natürlich einem voll ausgestatteten Arbeitsplatz.
So zwei Stunden am Tag sollten es sein, mehr hab ich schon in der Schwangerschaft für unrealistisch gehalten. Natürlich ist mit Anfang April erstmal nichts geworden, sondern eher so nach Ostern, also Ende April und irgendwie sind zwei Stunden Zeit haben nicht gleich zwei Stunden auch arbeiten. Rechner hoch fahren, sich in einem Papierberg und einer digitalen Ordnerstruktur orientieren, die man im letzten Herbst das letzte Mal gesehen hat… und dann erdreistet sich das Kind auch noch, plötzlich das eigene Schlafverhalten einfach wieder umzustellen. Aus dem verlässlichen 2-3 Stunden Mittagsschlaf werden plötzlich 30 Minuten und der Rest des Schlafes wird nach Lust und Laune nachgeholt.

So komme ich zwar am Ende des Tages vielleicht auf die zwei Stunden, aber nicht ganz so wie geplant… Man lernt schnell, kreativ Arbeitszeit zu ergattern. Etwa wenn die kleine Terrorpüppi gerade intensive zehn Minuten mit sich selbst spielt. Schwups setze ich mich zu ihr, tätschel zwischendurch ein gerade günstig liegendes Körperteil und lese einen Artikel weiter (so schaffe ich bestimmt ganze zwei Seiten!). Oder wenn sie in der Hängematte eingeschlafen ist (die wird natürlich mit in die Uni genommen), da setze ich mich einfach zu ihr, stupse immer wieder die Matte an – mit der Hoffnung, dass sie so etwas länger schläft (schaukelt doch so schön!) und schaffe mir provisorisch einen Arbeitsplatz auf meinem Schoß.
Momentan nehme ich meine Arbeit noch ganz olympisch: Dabei sein ist alles. Priorität hat die Maus später auch noch, aber momentan eben doch gleich 22 Stunden am Tag.

By | 2017-10-07T11:10:12+00:00 Mai 3rd, 2014|Familie ist bunt. Arbeiten auch|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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