Montag, 30. Juni 2014

Ich will mein Gemüse!


Wovon wohl so kleine Babys träumen? Diese Frage haben sich auch schon andere Bloggerinnen gestellt und vermutet, dass es sich da nur um Milch handeln kann. Meine Terrorpüppi hat derzeit höchstens Alpträume von Milch. Noch nicht einmal sieben Monate alt, trinkt sie derzeit ihre Milch eher widerwillig. Ihr aktuelles Credo: Ich will mein Gemüse! Da hatten wir doch allen Ernstes noch vor einigen Wochen die Befürchtung, dass der Obstbrei sie für das gesunde Grünzeug verderben, sie zu gerne Obstbrei essen und der Gemüsebrei so ins Hintertreffen geraten könnte. Nun müssen wir uns eher Sorgen machen, dass sie zu wenig Calcium aufnimmt. Milch-Getreide-Brei lässt ihr nämlich auch nicht das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber was soll ich mich beschweren? Mein Kind liebt Gemüse. Gibt sicherlich schlimmere Eigenheiten. Und die Milch schummeln wir ihr schon heimlich unter. Werde ich doch gleich mal nach Gemüsebreien Ausschau halten, in denen ich ihr Milch unterjubeln kann.

Samstag, 28. Juni 2014

Wo sie wohl entlang gerobbt ist?

Wenn ich mal groß bin, werde ich Detektivin - und bis es soweit ist, übe ich bei meiner Tochter meinen Spürsinn zu verfeiern. Ab und dann ist man ja schließlich kurz nicht im Raum oder der Papa hat mit der Terrorpüppi Unfug getrieben. Aber entweder ist man selbst so neugierig, dass man gerne wüsste, was die Püppi so getrieben hat oder die Püppi legt eine Spur, der man nur noch folgen muss. Zu meinem Glück mag scheint sie Märchen zu mögen. Wenn sie keine Brotkrumen zur Hand hat, dann wird eben improvisiert und anderweitig eine Fährte gelegt. Doch statt zu meckern (wenn ich mal wieder den Boden fegen und wischen muss, weil Reiswaffel überall klebt), sollte ich mich doch lieber noch darüber freuen. Irgendwann wird die Maus schließlich alles dafür tun, mögliche Spuren zu vernichten. Welche Pubertierende möchte schon, dass ihre Mama immer ganz genau rekonstruieren kann, was sie wann wie (und mit wem) getan hat...


Dienstag, 24. Juni 2014

Es ist soweit. Der Tag ist gekommen!

Völlig unerwartet hat es mich getroffen. Ich werde von allein wach. Ich werde wach, weil ich mich ausgeschlafen fühle - und die Terrorpüppi schläft noch. Okay, sie atmet gerade etwas komisch (träumt sie gerade was lustiges?), aber sie schläft und wird auch noch die nächsten 35 Minuten weiterschlafen, ehe sie der Hunger wecken wird. Der Tag ist gekommen, von dem ich bereits geträumt hatte und den ich nun in vollen Zügen genießen möchte (es könnte schließlich auch der letzte dieser Art für eine lange Zeit sein). Die Terrorpüppi hat für mein Empfinden durchgeschlafen. Jeder mag da seine Grenzen anders ziehen. Manche halten sich an die offizielle Definition (5 Stunden am Stück), viele sprechen dann von Durchschlafen, wenn das Kind zwischen dem Zubettgehen und dem Aufstehen nicht mehr aufwacht, für viele andere ist es erst Durchschlafen, wenn das Baby ohne Unterbrechung die Zeit schläft, die man selbst für seinen Nachtschlaf braucht. "Offiziell" schläft die Püppi immer mal wieder durch, aber das sind nicht zwingend die erholsameren Nächte gewesen. Zehn bis zwölf Stunden durchschlafen? Da würde vermutlich ich selbst erst einmal nicht gut schlafen können, denn das kann unmöglich sein, die Püppi muss krank sein... Also nein, davon ist sie weit entfernt. Aber sie hat nach ihrer Spätmahlzeit bis kurz vor 8Uhr geschlafen und das ist für mich durchschlafen. Zu meinem Glück habe ich bei der Spätmahlzeit sogar schon geschlafen, weil immer das Elterntier die letzte Mahlzeit gibt, das als letztes schlafen kommt. Ach tat das gut. Nur so ungewohnt. Ob ich damit einfach so wieder zurecht komme? Durchschlafen muss bestimmt erneut erlernt werden. Nur gut, dass die Terorpüppi das bestimmt nicht jede Nacht nun wiederholen wird - so kann ich mich ganz langsam dran gewöhnen.

Dienstag, 17. Juni 2014

Fußball und Baby - Das passt (nicht)

Seit einigen Tagen läuft ja nun schon die Fußball-WM. Wir schauen gerne WM-Spiele - auch solche ohne deutsche Beteiligung. Mit Baby aber hat sich im Vergleich zu vorherigen Großturnieren doch so einiges geändert. Beispielsweise sitzen wir nicht (zumindest bisher nicht) in Biergärten vor Großbildleinwänden. Doch vor allem mit der Uhrzeit ist das so eine Sache. Würden die Spiele doch nur schon ab mittags laufen. Aber abends und nachts? Das Spiel um Mitternacht mag ich ja zumindest in den Anfängen noch schauen können, aber bei 3Uhr morgens kapituliere ich definitiv. Das würde ich nur tun, wenn die Püppi
die Nacht so dermaßen zum Tag machen würde, dass es sowieso keinen Sinn macht, im dunklen Schlafzimmer zu hocken. Macht sie aber nicht. Schläft eigentlich ganz passabel. Nur dass mit dem nicht ausschlafen können - gerne auch mal bis 10Uhr oder so - das sieht sie einfach nicht ein. Könnte man ja was verpassen vom Tag. Wenn sie aber nicht ausschläft, dann können wir das ja auch nicht. Blöderweise ist mir mein Schlaf heilig. Doch auch Fußballgucken selbst ändert sich. Die Püppi will verständlicher Weise nicht die ganze Zeit fernsehen. Soll sie auch nicht. Fernsehen ist eigentlich nix für Babys. Dank der späten Uhrzeiten der Spiele passt das ja wenigstens gut zusammen. Nur das 18Uhr-Spiel, das korreliert ganz ungünstig mit den Püppi-Bedürfnissen. Von den 4 deutschen Toren etwa habe ich nur zwei live gesehen. Bei den anderen beiden habe ich gerade Brei gekocht oder Fläschchen gewaschen.Bei genauerem Überlegen wären Mittags- und Nachmittagsspiele aber wohl noch ungünstiger, denn da sind wir mit dem Krümel ja draußen. Da wird die Püppi durch die Gegend kutschiert. Wie eine Königin liegt sie dann in ihrem Kinderwagen auf dem Bauch und schaut vorne raus. Alles wird genau beobachtet und Abwechslung wird vehement eingefordert, sobald man mal auf die Idee kommt, irgendwo etwas länger zu verweilen. So bin ich zumindest selbst sportlich unterwegs, wenn ich schon nicht anderen beim Sport zuschauen kann. Außerdem habe ich ein sportliches Ausnahmetalent hier zu Hause (da spricht natürlich der ganze Stolz einer Erstlingsmama). Seit Tagen übt sich die Terrorpüppi darin, ihren Mobilitätsradius zu erweitern. Meist geht es derzeit eher rückwärts oder es wird minutenlang auf den Knien vor- und zurückgewippt. Mit dem Krabbeln wäre sie doch recht früh dran, aber früh übt sich wohl. Jetzt fiebern wir zu Hause stärker mit der Püppi mit als bei jedem Fußballspiel. Momentan wird unentwegt angefeuert, bei jedem Erfolg wird gejubelt und bei Abpfiff, also bei vollendetem Bewegungsablauf ohne Sturz, wird ausgiebig gefeiert werden. Aber bis dahin kleine Terrorpüppi: "Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken" (Lothar Matthäus).

Dienstag, 10. Juni 2014

Ein Kind im Fernsehen - ich glaub ich muss weinen

Kinder in Filmen, Serien oder Büchern haben mich schon immer schneller und intensiver berührt als es Erwachsene an selber Stelle getan hätten. Kinder in Horrorfilmen sind besonders gruselig. Potenzieren lässt sich das noch mit Zwillingen - am besten mit solchen, die den bösen Blick perfektioniert haben. Wenn man mich fragen würde, was womöglich die gruseligste Szene der Horrorfilmwelt sei, dann kann ich ohne großes Zögern auf "The Shining" von Stanley Kubrick mit Jack Nicholson in der Hauptrolle verweisen. Die beiden Zwillingsmädchen sind einfach tödlich.

Aber auch Kinder in Tragödien oder Dramen lassen mein Herz erweichen. Da verdrücke ich, ohne es verhindern zu können, ganz schnell mal ein, zwei Tränen. Vor allem sterben dürfen die Kleinen nicht, da brechen ruckzuck alle Dämme.

Seit die Terrorpüppi auf der Welt ist, kann ich sogar bei Nachrichten im Radio weinen. Ich erinnere mich noch, wie der Terrorpüppi-Papa und ich wenige Wochen nach ihrer Geburt in der Küche saßen und im Radio von einer Rückrufaktion eines schwedischen Möbelhauses berichtet worden ist. In Großbritannien hatte es ein Baby geschafft, sich in seinem Bettchen zu strangulieren, weil die Schnur mit dem An- und Aussschalter der Babylampe so tief hing. Da kullerten ganz plötzlich Tränen. Schlimme Gedanken machen sich da in einem breit und Verlustängste sind in Rekordgeschwindigkeit auf dem Vormarsch.

Keineswegs jedoch vermag mich jedes medial präsentierte Kind emotional anzusprechen. Wenn sie es aber tun, dann so richtig! Auch gibt es Kinder, die ich so gar nicht mag, die berühren mich auch, aber in nicht erwünschter Weise. Ich denke da an eine furchtbare "Joghurt"-Werbung mit einem kleinen Mädchen. Das ging mir schon immer tierisch auf die Nerven - heute bete ich sogar, dass die Terrorpüppi bloß keine Ähnlichkeiten zu diesem mörderisch nervigen Werbekind aufweisen wird. Kinder sind eben nicht alle süß - jedenfalls nicht in Auge aller Betrachter (aber hoffentlich immer aus Sicht der Eltern!).

Ein eigenes Kind zu haben, macht mich in vielerlei Hinsicht (noch) weicher - aber in der Bewältigung meines Alltags inklusive Doktorarbeit, da werde ich immer 'härter', kann akrobatisch Spielen und Arbeiten miteinander verbinden und lerne vor allem mich besser zu fokussieren und ab und an auch mal abzuschalten - und nicht nur den Fernseher.

Sonntag, 8. Juni 2014

Sommersonne, Abendaction und ein tiefenentspanntes Kind

Mein Plan für den restlichen Tag: Zu Kaffee und Kuchen auf einen Geburtstag gehen - dort eine gut gelaunte Püppi präsentieren, anschließend nach Hause spazieren und das Kind ins Bettchen bringen - und alles lief nach Plan - bis uns auf dem dem Nachhausespaziergag eine Nachricht ereilte. Der Papa.  
"Schön sei es da, wo er gerade sei. Auf dem Tempelhofer Feld. Nette Leute und so."
- Soso. -  
"Vermutlich würden wir ja nicht mehr vorbei kommen wollen?"
Nun war ich ernsthaft am Überlegen - die Terrorpüppi musste ja schließlich gleich ins Bett. Auf der anderen Seite: Obwohl es schon 19Uhr spät war: die Sonne lachte uns nach wie vor an; ich bin jung (noch) und sie könnte ja auch im Kinderwagen schlafen (was sie gerade jetzt sowieso schon tut). Gedacht, getan und schon besorge ich in einem Drogeriemarkt noch schnell was zu trinken und schwupps bin ich auf dem Weg zum besagtem Park - natürlich quer durch die Stadt. Kaum auf dem U-Bahnsteig, wird die Püppi selbstverständlich wach. S-Bahnfahren geht schlafend - U-Bahnfahren nicht. Während der Fahrt flirtet sie mit zwei türkischstämmigen jungen Männern. Denen scheint das Herz aufzugehen und sie bieten ihr gekonnt eine gute Show. Zur Belohnung schenkt sie den beiden immer wieder ein breites Lächeln. Noch schnell ein paar kühle Getränke besorgt und dann ab in den Park. Kaum angekommen, schnappt sich der Papa die Maus und zeigt sie stolz herum. Offenbar kannten die Anwesenden die Püppi schon von Fotos, denn die wurden nun als Vergleichsfolie herangezogen. Einhelliges Urteil: Die ist wirklich süß. Finden wir auch (wir sind aber auch die Eltern, ist also kein Maßstab).
Kurz ein wenig hier, kurz ein wenig da geschnackt und dann die Püppi "bettfertig" gemacht. So gut das eben geht, so abends auf nem Feld. Während einer kleinen Kinderwagentour wollte sie noch nicht so recht einschlafen, aber kaum waren wir zurück bei der feierstarken Gruppe, pennte sie ein und schlummerte tief und fest, schlief auch auf dem Heimweg einfach weiter (diesmal mit der S-Bahn!)  und zu Hause wollte sie nur noch ihre Spätmahlzeit und schlief auch dann sofort wieder wie ein Stein.
Es war ein wirklich schöner, wenn auch kurzer Abend (kam ja so spät an...). Endlich mal abends mit der Maus unterwegs, ohne dass die Terrorpüppi ihrem Spitznamen alle Ehre macht. Die Nacht hat sie auch noch gut geschlafen und an das Morgen-Fläschchen hat sie noch zweieinhalb weitere Schlafstunden rangehangen (Yuhuu!).

Montag, 2. Juni 2014

Elternforen - wenn Mütter auf Mütter treffen

Im Internet gibt es zahlreiche Foren, in denen sich seiende und werdende Eltern emsig austauschen können. Zwar sind Männer durchaus erwünscht - manchmal gibt es sogar spezielle Unterforen für Väter - aber die überwältigende Mehrheit der Schreiberlinge ist weiblich. Ich muss zugeben, auch ich bin des Öfteren in einem solchen Forum unterwegs. Ist ja auch praktisch, denn die meisten Fragen, die sich mir im Alltag so stellen, sind ja keineswegs neu. Verrät mir auch Deutschlands beliebteste Suchmaschine regelmäßig, wenn ich anfange zu tippen und dabei Wendungen  wie "ab wann kann" oder "Baby Schlaf" in die Tasten haue. Da tauchen fast immer Suchvervollständigungen ganz in meinem Sinne auf und nicht selten führen mich die Antworten in die besagten Elternforen.
Dort treffe ich dann auf ganz viele gleichgesinnte Amateur-Mamas, aber auch auf Profi-Mamas. Profi-Mamas haben im Grunde genommen zu jedem Thema etwas zu sagen und sei es der Kommentar, dass man die Frage selbst zwar nicht beantworten könne, aber der oder die Fragestellende es doch sowieso lieber anders machen sollte. Wagt man es beispielsweise nach Erfahrungen zu konkreten Produkten zu fragen (Kinderwagen XY von Firma Z), dann haben fast alle Antwortenden keine Erfahrungen damit, raten dir aber höchstwahrscheinlich entweder von diesem Modell ab oder schlagen vehement vor, gar nicht erst einen Kinderwagen zu kaufen.
Immer wieder interessant sind vor allem Threads zum Thema Schlafen. Da fühlt sich scheinbar jeder angesprochen: entweder als geplagtes Elterntier oder aber, weil man einen Vorzeige(schlaf)spross zu Hause im Bettchen liegen hat. Wenn man wie ich in bestimmten Themenforen immer mal wieder stöbert, dann fallen einem irgendwann bestimmte Profi-Mamas auf, die für jede Frage die passende ultimative Weltformel präsentieren.  

Dein Kind schläft schlecht ein? Du legst es nur zur falschen Uhrzeit hin. Es wacht zu früh auf oder schläft nicht durch? Du hast es zur falschen Uhrzeit hingelegt und lässt es tagsüber zu viel schlafen. Dein Kind weint sich in den Schlaf? Kind wird halt zur falschen Uhrzeit ins Bett gelegt.

Alternativ hierzu:
Dein Kind weint so viel? Du musst es mehr tragen. Dein Kind kann nicht einschlafen? Du hast es nicht genug getragen. Dein Kind lässt sich nicht ablegen und weint sofort? Du musst es eben noch mehr tragen. Du willst dein Kind nicht den ganzen Tag tragen? Dann gibst du ihm nicht genug Nähe und es wird nie Vertrauen in sich und die Welt aufbauen.

Manche Antworten geben den Fragestellenden sicher das Gefühl, dass sie selbst Schuld daran sind, dass das Kind so viel weint, es noch nicht allein spielen kann oder es nicht gut schläft. Monokausale Welt, in der einige da leben. Bei vielen scheint immer noch nicht angekommen zu sein, dass es bei Babys einfach keine Patentrezepte gibt und dass auch für Familien nicht jedes Babyprodukt oder jede Art und Weise, ein Baby zu versorgen, in Frage kommt - einfach weil es auch hier nicht immer passt. Die Manduca ist nicht die universelle Trage, die jedes Problem löst. Manche Babys schlafen einfach sehr lange schlecht ein - egal wie müde sie sind. Manche Babys sind beikostreif und spachteln trotzdem nicht gleich los wie die Weltmeister... Irgendwie und irgendwann schreien die Kleinen trotzdem nicht mehr, können ein- und auch durchschlafen und essen auch angemessene Mengen. Für Tipps, die das Irgendwann in eine nähere Zukunft rücken lassen und die den Umgang mit dem Status Quo erleichtern, sind gequälte Elterntiere zutiefst dankbar, sofern sie danach fragen... Also her mit konstruktiven Antworten und weg mit pauschalen Schuldzuweisungen oder banalen Patentrezepten, die doch diese Eltern längst ausprobiert haben.
Sonst bleibt nur der Gang zum Ostheopathen. Das ist nämlich "mein" Lieblingsratschlag - egal was für ein Problem das Kind haben möge, der Ostheopath wird es schon richten.

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