Samstag, 29. November 2014

Ein Tag Urlaub - Oder der Wunsch nach der Einführung des 30-Stunden-Tages

Vereinbarkeit von Familie und Beruf; zugewachsene Bahnschienen

Ich schreibe in letzter Zeit leider sehr wenig. Viel weniger als es mir lieb ist. Wobei. Halt. Eigentlich schreibe ich sogar unglaublich viel, nur eben nicht in meinem Blog sondern für meine Dissertation. Meine Diss disst mich. Ich bin ganz klar für die zeitweise Einführung des 30-Stunden-Tages, damit ich all meine Arbeit schaffen, entspannte Zeit für meine Tochter haben, den Haushalt gebacken und auch ausreichend Schlaf bekommen kann. Und Weihnachten. Ja für Weihnachten möchte ich auch Zeit haben, denn ich liebe Weihnachten. Ich schmelze dahin, wenn in meinem Wohnzimmer das Kerzenlicht flackert, der Duft frischer Plätzchen den Raum erfüllt und ich mich in meine Decke einkuschle und einen wohlschmeckenden Glühwein genießen darf. Selbst mit der Püppi ist das möglich, sogar sie muss ja mal schlafen. Wäre da nur nicht dieser dreiste 24-Stunden-Tag. Der macht mir derzeit einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Nur heute nicht, denn heute ist die Püppi bei ihrer Oma, wird dort garantiert umfänglich verwöhnt und ich darf mich genau in diesem Augenblick an eine Decke anschmiegen und erst einmal tief durchatmen. Und dann ist Paarzeit angesagt: Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und ein Spätvorstellung im Kino. Mal wieder mental Kraft tanken und anschließend Energie aufladen durch eine selbstbestimmte Nacht und vor allem einen nach meinem Gutdünken beginnenden Morgen. Ja und dann beginnen wieder meine 24-Stunden-Tage, die eigentlich 30-Stunden-Tage sein sollten.


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Freitag, 21. November 2014

Liebster Award

Gib Stoff Mama! hat mich für den Liebster Award nominiert. Gib Stoff Mama! ist ein Blog über die Erfahrungen einer jungen Mama, die die Elternschaft nicht ewig vor sich hergeschoben hat, um erst einmal in Studium und Beruf durchzustarten. Vielmehr wollte sie alles und zwar gleich und auf ihrem Blog möchte sie ihre Erfahrungen mit euch teilen - und mit mir den Liebster Award. Mit Preisverleihungen hatte ich es bisher allerdings noch nicht so oft zu tun (nie)...

Mit dem Liebster Award nominieren sich Blogger und Bloggerinnen untereinander, mit dem Ziel die Neulinge und Unbekannten unter den Blogs bekannter zu machen. Im Netz habe ich auf Anhieb gleich mehrere Regeln finden können. Eines wird mir schnell klar, es handelt sich um einen digitalen Kettenbrief, von dem man als Blogger eigentlich nur profitieren kann.
Nachdem ich ja schon auf den mich nominierenden Blog zurückverwiesen habe, soll ich nun die Fragen beantworten, die mir mit meiner Nominierung überreicht worden sind. Sobald ich das getan habe, soll ich mir selbst Fragen überlegen, denn nun bin ich damit dran, andere Blogger und Bloggerinnen zu nominieren. Sowohl die Zahl der Fragen als auch die Zahl der Nominierungen variiert je Quellenlage übrigens teils erheblich. Ja auch was einen Blog zu einem bekannten oder noch unbekannten macht, ist nicht so recht eindeutig. Eines aber ist klar: zumindest mein Blog ist unbekannt.

Nun also zu die an mich gestellten Fragen...
Wie würden deine Kinder dich beschreiben?
Mama. Mamamam. Verschiede Laute, die ich nicht verschriftlichen kann. 
Aber wenn die Püppi schon sprechen könnte, dann würde sie wohl sagen, dass ihre Mama ein recht ungeduldiger Mensch ist, dafür macht sie aber gerne viel Blödsinn und albert viel herum. Sie würde vermutlich auch erzählen, dass ihre Mama ab und an in Tagträumen versinkt, aber hell wach ist, wenn es drauf ankommt. Natürlich hoffe ich, dass sie einfach sagen würde, dass ich die beste Mama der Welt bin, denn das sollten Mütter immer für ihre Kinder sein.
Wanne oder Dusche?
Ganz klar, die Dusche! Auch wenn ich in den letzten Jahren die Badewanne immer mehr zu schätzen gelernt habe, ziehe ich die Dusche der Badewanne doch regelmäßig vor, nicht zuletzt deshalb, weil mein Kreislauf nicht so ein Fan von heißem Badewasser ist - aber Badewasser muss doch heiß sein!
Tuch oder Kinderwagen?
Beides! Das ergänzt sich doch auch wirklich prima. Wir haben sogar Kinderwagen, Tragetuch und Tragesystem. Alles wurde und wird genutzt, je nach Zweck. Am Anfang allerdings waren Tuch und Trage am meisten im Einsatz, dann irgendwann 50:50 und jetzt fast nur noch Kinderwagen.
Buch oder Ebook?
Buch. Jedenfalls wenn es um Belletristik geht. Bei Fachliteratur mag ich es lieber digital.

Sportskanone oder Couchpotato?
Früher, so vor 100Jahren Sportskanone, jetzt ein Couchpotato.

Einzelkinder oder Großfamilie?
Ich habe selbst einen Bruder und ein Brüderlein wäre für meine Terrorpüppi doch bestimmt auch was Feines. Na gut - ein Schwesterlein akzeptiere ich später sicher auch.

Hotel oder Camping?
Hotel. Ich will mich doch erholen und verwöhnt werden, zumindest ein bisschen. So aus Gründen der Abenteuerlust wäre Camping aber auch mal akzeptabel.
Nächstes Jahr werde ich ... !
1) Meine Doktorarbeit an meine Korrekturleser überreichen.
2) Mit meiner Familie an die Ostsee in den Urlaub fahren. 
3) Mir ziemlich viele Gedanken über meine konkrete berufliche Zukunft machen.
4) Ein 10-Jähriges Jubiläum feiern.
Achja, nun soll ich ja auch noch andere Blogger und Bloggerinnen nominieren. Laut den offiziellen Regeln zwischen 5 und 11... 
  • Als erstes möchte ich einen Papa-Blog nominieren: 36monate. Hier bloggt ein Papa die ersten 36 Monate seiner kleinen Tochter alles, was er erlebt und gelernt hat und das sehr direkt und mit viel Humor.
  • Meine Heimatfront wäre der zweite Blog, den ich nominieren möchte. Es gibt ihn schon etwas länger und ich bin nur per Zufall auf ihn gestoßen. Hier schreibt eine Frau über ihre Leben als Soldatenfrau.
  • Wer gerne mal einen Blick in das Tagebuch einer jungen Frau mit 17 Jahren werfen würde, ist vielleicht bei myTessa richtig.
  • Nicht nur die ganz jungen Hüpfer wagen es in die Welt des Bloggens, sondern auch andere Junggebliebene - oder wie die Dame von Viel Falten sich selbst bezeichnet: die 50+. Wenn du das Älterwerden auch mit viel Lebensfreude angehst oder es dir zumindest für die Zukunft vornimmst, dann bist du hier vielleicht richtig!
  • Ganz frisch dabei und schon für den Liebster Award nominiert! familieberlin bloggt über ihre Liebe zu Berlin und in Berlin als kleine Familie
  • Noch frischer unter den Mama-Blogs ist Strolchilein - hier erfahrt ihr alles vom Noras Leben mit ihrer Kleinfamilie in den USA

Meine Fragen an euch sind folgende:
1. Was bedeutet dir Weihnachten?
2. Was bedeutet dir Kaffee?
3. Urlaub mit der Familie an der Ostsee oder im fernen Thailand?
4. Zum Bloggen bist du gekommen, weil...?
5. Wenn du in den Zoo gehst, dann...?
6. Wenn du mal Zeit für dich hast, dann...?
7. Hund oder Katze?
8. Was bedeutet dir die Ehe?
9. Ein richtiger Mann ist...?
10. Eine tolle Frau ist...?
11. Wie würdest du dich selbst in 3 Attributen beschreiben?

Gute Arbeit, schlechte Arbeit


Obwohl ich noch über ein Jahr Schonzeit vom echten Arbeitsmarkt habe, weil ich das Glück habe, mich beruflich auf meine Doktorarbeit konzentrieren zu können, kommen so ganz langsam - und in den letzten Tagen sogar mit überwältigender Wucht - Fragen bezüglich meiner beruflichen Zukunft auf mich zugeschnellt. Wo geht es hin? Ja wo will ich überhaupt hin und lässt man mich unter den Rahmenbedingungen, die ich mir wünsche, dorthin? Ich habe mir schon vor einiger Zeit fest vorgenommen, mich weder von anderen ausbeuten zu lassen noch das selbst zu tun. Arbeiten um zu leben, aber nicht leben um zu arbeiten.
Ich möchte arbeiten, nein ich muss arbeiten - nicht allein aus ökonomischen Erwägungen, die zweifellos vorhanden sind, sondern auch weil gute Arbeit mir etwas zurückgibt. Gute Arbeit ist für mich solche, in der ich Sinn erkennen kann, weil sie anderen auch zugute kommt, ohne dabei freilich Dritten zu schaden. Gute Arbeit findet unter Arbeitsbedingungen statt, die es mir ermöglichen, Leistung zu erbringen, indem ich meine Fähigkeiten anwende und weiterentwickle ohne dabei mein Leben permanent und einzig und allein auf meinen Arbeitgeber ausrichten zu müssen. Gute Arbeit lässt mir die Freiheit, mehr als nur eine emsige Arbeiterin zu sein, denn so wie sie Flexibilität im Denken wie im Handeln von mir verlangt, gibt sie mir auch die Freiheit, mein Privatleben mit meinem Berufsleben zu vereinbaren. Gute Arbeit wird adäquat entlohnt.
Natürlich werde ich später (bald, sehr bald, quasi morgen) nur solange an diesen Ansprüchen festhalten, wie meine kleine Familie das auch finanziell verkraften kann, doch ich hoffe dass es dazu nicht kommen muss. Ich will arbeiten und ich will sehr gut sein, in dem, was ich tue. Aber ich will auch Zeit mit meiner Familie verbringen, intensiv für sie da sein. Und ich will Zeit für mich selbst, für meine Freunde und natürlich auch für meinen Mann. Ja ich will das alles haben und ich glaube auch daran, dass ich das alles haben kann. Natürlich nichts zu 100%, jedenfalls nicht aus Sicht der Karrieristen, der Vollprofi-Mütter, der Spitzenfußball-Freundinnen oder der Partyqueens, aber von allem so viel, dass ich damit glücklich bin. Ja, ich spiele heute 'wünsch dir was', aber wann sollte ich das tun, wenn nicht genau jetzt?

Mittwoch, 5. November 2014

Ab ins Eltern-Kind-Kaffee-Paradies


Eigentlich finde ich die Idee ja super, meine Leidenschaft gesellig Kaffee zu trinken mit dem gleichzeitigen Spielen mit meiner Püppi (oder ihr gar dabei nur zuzusehen) zu kombinieren. So langsam kommt sie auch in ein Alter, in dem das zu funktionieren beginnt. Ich schrieb "eigentlich", denn bisher hatte ich noch kein Eltern-Kind-Café gefunden, indem ich mich tatsächlich so richtig wohl gefühlt habe. Mal fehlte es an Gemütlichkeit, mal war Ess- und Spielbereich so unglücklich beieinander, dass man quasi inmitten von Essensresten gespielt hat, mal war der Raum einfach nur zu klein für all die Besucher, mal war das Spielzeug einfach auch nicht mehr schön und der Kaffee auch noch schlecht. Nun aber habe ich das perfekte Eltern-Kind-Café entdeckt und möchte es zumindest den Berliner LeserInnen nicht vorenthalten - und nein, mit dieser Werbung verdiene ich kein Geld... räumlich großzügig, extra Krabbelbereich mit Bällebad, extrem großes Kletter- und Tobeparadies für die größeren Kinder, Puppenecke und Kostümtruhe. Hie und da Rutscheautos und Puppenwagen, natürlich auch Kinderbücher - und moderate Preise. Hinzu kommt, dass man wirklich extrem bequem sitzen konnte und es sehr gemütlich war. Ihr seht, ich schwärme immer noch. Nur einen Haken hat das Café: Ich wohne nicht in unmittelbarer Umgebung davon, sodass ich leider viel seltener da sein werde, als ich es eigentlich gerne sein würde. Daher plädiere ich dafür, genau dieses Eltern-Kind-Café müsse expandieren und zwar in alle Stadtteile hinein, sodass wir armen Mütter und Väter, die sich doch nichts sehnlicher wünschen als einen entspannten Kaffee und ein noch entpannteres Kind. Wie entspannt die Kinder in diesem Café waren, sieht man auch an der aus weichen Lego-Steinen gebauten Treppe durch den Terrorpüppi-Papa... die blieb nämlich ungenutzt. Niemand wollte ausbrechen.

Sonntag, 2. November 2014

Die neue Wutbürgerin


Plötzlich in der Trotzphase? Ein Baby?! Die Terrorpüppi hat nun einen eigenen Willen und den versucht sie wann immer irgendwie möglich auch durchzusetzen. Dabei wirft sie sich tollkühn ins Hohlkreuz und schreit dabei so laut und vor allem so herzzerreißend, dass die Nachbarn vermutlich schon auf Kindesmisshandlung spekulieren.
In der Regel müssen wir Elterntiere uns zudem mächtig ins Zeug werfen, dass zu der plötzlich aufkommenden Wut nicht auch noch nachwehende Beulen kommen. Die Terrorpüppi nimmt nicht einmal auf sich selbst Rücksicht. Ihr Verhalten erinnert mich - böse gesagt - an all die Wutbürger da draußen, die sich in ihrem Innersten erschüttert zeigen, weil ein Baum gefällt oder eine Straße umbenannt werden soll und die dann all ihren Frust, all ihren Ärger auf Protesten lautstark zum Ausdruck bringen. Auch die Terrorpüppi protestiert, weil sie sich tief betroffen fühlt von dem Unrecht, das ihr widerfährt (Wieso muss ich jetzt eine Hose anziehen?) oder das Nicht-Verstehen, das sie erfahren muss (Ist doch völlig klar, was ich will). Doch während der gewöhnliche Wutbürger frustiert ist, buht, schreit und hasst; konservativ gesonnen ist, die Jugendzeit längst hinter sich gelassen hat und finanziell weitgehend sorgenfrei lebt, hat die Terrorpüppi ihre Zukunft noch vor sich. Sie hasst nicht, sie schreit, weil sie verstanden werden will - und weil sie sich manchmal selbst nicht versteht. Sie ist offen für all das Schöne in dieser Welt, will sie erobern und in ihren Abenteuern nicht eingeschränkt werden. Die Püppi hat ihren eigenen Kopf und steht schon jetzt für ihre Wünsche und Rechte ein. Hört sich eigentlich gut an. Aber es deutet sich auch etwas an - nein, es scheint eigentlich schon in Stein gemeißelt zu sein: Die kommenden Monate und Jahre werden für uns alle kampfreich verlaufen.


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