Dienstag, 31. März 2015

#meinOrt - Berlin in 13 Akten: März (1)

Monat für Monat stelle ich am letzten Tag des Monats 13 Fotos des auslaufenden Monats vor, welche stellvertretend für mein Leben in Berlin stehen sollen.



Wie sah euer Monat aus? Wenn auch du deinen Monat in deiner Stadt, deinen Dorf, deinem Landkreis oder gar Bundesland in Bildern präsentieren möchtest, dann hinterlasse doch hier auf dem Blog einen Link dazu. Ich bin neugierig darauf, wo ihr so lebt und wie ihr eure Umwelt so wahrnehmt.

Wie sieht also "Mein Köln in 12 Akten" oder "Mein Allgäu in 13 Akten" oder oder oder aus?



Berliner S-Bahn, Anzeige von Verspätungen
1. Lost in Berliner S-Bahn
Die Berliner S-Bahn ist eine echte Legende - und ihren Ruf hat sie völlig zu Recht. Auf die Bahn zu warten ist der eigentliche Berliner Volkssport, so auch im März.
 
Sonnenuntergang Berliner See
2. Pack die Badehose ein
 Berlin ist eine Weltstadt. Berlin ist keine Weltstadt. Berlin hat Welten statt nur Stadt.


Paviane Berliner Zoo in der Sonne
3. In der Sonne abhängen
So manch Berliner benimmt sich ja gerne mal wie von einem wilden Affen gebissen. Im März allerdings hatten letztere wohl bessereres zu tun.

Terrorpüppi in Regensachen auf dem Gehweg
4. Es gibt kein schlechtes Wetter...
...Man muss nur das Beste draus machen! Kleiner Tipp: Gummistiefel sind ne bessere Investition, wenn man sie auch trägt und nicht nur in den Schuhschrank stellt.


Kaffee im Glas
5. Ohne Kaffee geht hier nichts
Ich war mittlerweile in verschiedenen Städten Deutschlands Kaffee trinken, aber nirgends ist mir so viel Vielfalt begegnet wie in Berlin. Es gibt guten Kaffee. Es gibt schlechten Kaffee. Es gibt Allerweltskaffee. Aber v.a. gibt es in Berlin an jeder Ecke Kaffee.


überdimensionale Lindt Hasen
6. Ostern naht auf auf Riesenpfoten
Auch im unchristlichen Berlin wird Ostern gefeiert, ja anscheinend sogar im multikulturellen Moabit.


Partielle Sonnenfinternis durch Camera Obscura
7. Berlin bei Tag, äh Nacht, Tagnacht
Die partielle Sonnenfinsternis wurde mithilfe einer selbstgebauten Camera Obscura bewundert. Natürlich vom Mann gebaut. Nicht von mir.


Sonnenuntergang Ernst-Reuter-Platz Berlin
8. Romanze mit dem Ernst-Reuter-Platz
Der Ernst-Reuter-Platz ist stadtbildprägend für Berlin. Und hässlich. Ich darf das sagen, denn ich bin da quasi seit über 10 Jahren jeden Tag. Aber so abends bei Sonnenuntergang, ja da gehe sogar ich mal ne kleine Romanze mit ihm ein.


Taschentuchbaum
9. Gegen jede Erkältung gewappnet
Falls jemand das Schild nicht gleich lesen kann. Das ist ein Taschentuchbaum. Sagt im März ja eigentlich alles. Fehlt nur noch der Geldbaum.


Warten auf dem Postamt
10. Warten auf Postod
Keine Ahnung wie das andernorts so ist, aber in Berlin wartet man besonders oft in Postämtern. In Berlin sind nämlich überall die Klingeln kaputt, weshalb die armen Paketzusteller die Pakete nicht ausliefern können. Manchmal sind die Pakete dann trotz Wartens nicht da. Manchmal wartet man aber auch nicht auf dem Postamt, sondern sucht nach dem ominösen Kiosk, der auf dem Paketzustellerschein vermerkt worden ist.


Udo Lindenberg Double
11. Udo Lindenberg in alt
Nein es ist nicht Udo Lindenberg. Oder... doch, vielleicht. Man kann sich ja heutzutage gar nicht mehr sicher sein, wie die Leute ohne Make-up aussehen.


Eltern-Kind-Café in Berlin
12. Eltern(wahn)sinn
Wenn Eltern nicht das Beste aus dem Wetter machen wollen und doch finden, dass es schlechtes davon gibt, dann rotten sie sich bisweilen in Rudeln zusammen und begeben sich in Spielhöllen. Totaler Irrsinn, weil kaum einer dann in Ruhe seinen Kaffee trinkt. Stattdessen werden die Kinder bespaßt - auch wenn sie eigentlich allein spielen würden.


13. Sonnenschein, Baby!
Berlin ist nur noch gemeinsam mit meiner Terrorpüppi mein Berlin. Auch im März.


Sonntag, 29. März 2015

Manatis Welt: Blog des Monats März



Manatis Welt
...aus dem Leben einer Erstgebärenden

Der Monat ist fast vorüber, aber den Blog des Monats habe ich euch noch gar nicht präsentiert. Das kann ich so natürlich nicht durchgehen lassen! Daher möchte ich euch in diesem Monat unbedingt noch Manatis Welt ans Herz legen.

Zur Zeit handelt es sich noch um einen Schwangerschaftsblog, aber wenn die kleine Yetin - so nennt Manati ihren künftigen Nachwuchs (aber vemutlich nur auf ihrem Blog) - erst einmal im Mai auf die Welt kommt, wird sicher ruckzuck ein Mamablog draus.

Das Besondere an Manatis Welt ist die Kombination aus informativen Blogposts und Tagebuchblogging:

Zunächst findet man natürlich das, was man auf einem Schwangerschaftsblog auch durchaus erwarten würde: Man kann eine Frau durch ihre Schwangerschaft virtuell begleiten. Sehr angenehm ist, dass Manati dabei die Blogleser an ihren Gefühlen und Erlebnissen Anteil nehmen lässt, ohne dabei gleich allzu rührselig zu werden. Ich mag ihre direkte Art, die Dinge in Worte zu fassen, ohne dabei zu überrumpeln.

Short Cut Manatis Welt Schwangerschaftsblog

Zudem lassen sich sehr viele Beiträge finden, die für Schwangere eine wirkliche Hilfestellung darstellen können. Als studierte Apothekerin gibt Manati fachkundig Auskunft darüber, welche Medikamente man in der Schwangerschaft bei Erkältungen oder Magen-Darm-Problemen zu sich nehmen kann. Sie klärt in verständlicher Weise auf, was pränataldiagnostische Aussagen eigentlich bedeuten oder wie sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel sind. Wer also unsicher ist in seiner Schwangerschaft oder einfach gut informiert sein will, findet hier Klarheit, ohne gleich mit Informationen überflutet zu werden.

Auch auf Twitter kann man mit der lieben Manati problemlos Kontakt aufnehmen und sich dort angenehm mit ihr austauschen. Ein Klick auf ihre Seite zum Kennenlernen oder auf der Follower-Button bei Twitter lohnen sich also allemal.

Samstag, 28. März 2015

Biosphäre Potsdam

Eigentlich wollten wir ja gestern auf eine Alpaka-Farm. Eigentlich. Waren sogar da. Nur niemand sonst. Also was nun? Spontan alle Pläne geändert und einfach mal zur Biosphäre Potsdam. Zur Alpaka-Farm wird's irgendwann trotzdem noch gehen, aber die Biosphäre kann ich wirklich wärmstens empfehlen!

Als wir gegen 15Uhr auf den Parkplatz fuhren, verrieten uns die vielen freien Parkplätze, dass die Biosphäre auf einem Freitag Nachmittag im März wohl nicht allzu sehr überlaufen zu sein scheint. Umso besser für uns! Die Vorahnung bestätigte sich schnell und wir konnten unsere Eintrittskarten unverzüglich erwerben. Die Preise sind für das, was geboten wird, völlig angemessen wie ich finde. Als Studentin habe ich 9,80€ bezahlt. Kinder unter 3 - und dazu zählt ja meine Püppi - haben freien Eintritt. Klar, total günstig ist das auch nicht, aber gerade wenn ich sowas mit den Sea World Geschichten vergleiche, dann ist das hier definitiv toller und auch kostengünstiger.
Biosphäre Potsdam interaktiv Mama mit Kleinkind

Tropenwelt Biosphäre Potsdam
Wie man auf dem oberen Bild gut sehen kann, ist die Tropenwelt nicht nur was für's Auge, sondern an allen Ecken und Enden kann man selbst Hand anlegen. Selbst meine kleine Püppi hat das alles mit ihren gerade mal 15 Monaten super spannend gefunden. So viel wie gestern läuft sie wirklich selten am Stück, aber es gab einfach zu viel zu entdecken und immer da, wo es hätte gefährlich werden können, waren die Wege abgesichert und die Püppi konnte trotzdem noch alles gut sehen. Aufpassen muss man auf so einen kleinen Krümel natürlich trotzdem gut, weil hie und da der Weg zum Wasser nicht weit ist, aber glücklicherweise war meine Maus mit Gucken schon gut beschäftigt. Nur einmal hat sie einen armen Fasan "gejagt"... Das allerdings war streng genommen doch eher im Superzeitlupentempo, denn die Püppi schlich hinter ihm her und klatschte vor Freude in die Hände und er musste nur etwas schneller laufen, um ihr zu entkommen. Besondere Eile ließ er dabei nicht walten, ja mir schien es fast, als würde er absichtlich zwischendurch stehenbleiben, damit sie wieder aufholen konnte. Der kleine Kerl scheint bereits abgehärtet zu sein.

SchmetterlingTiere und Pflanzen sind wirklich wunderschön anzusehen und die Püppi war ganz entzückt, als im Schmetterlingshaus ein kleiner Falter auf ihrem Ärmel Platz nahm.

Besonders angetan haben es ihr allerdings die Fische, die in toller Kulisse dargeboten werden. Viele kleine Aquarien mit toller Beleuchtung inmitten einer U-Boot und Unterwasserwelt-Szenerie waren mit Liebe zum Detail gestaltet. Und das alles ohne Kitsch und zu viel Tamtam.

Kleinkind zeigt auf beleuchtetes Aquarium in der Biosphäre Potsdam Richtig toll fand ich dann auch noch das Café Tropencamp. Ein Cappuccino, ein Caffè Latte, 2 Brownies, 1 Muffin und einmal Milchschaum für nicht mal 12€ - das finde ich für eine Gastronomie inmitten einer solche Location wahrlich nicht überteuert und ausgesprochen lecker war auch noch alles. Achja, der Milchschaum für die Püppi war sogar gratis.
Das Café fügt sich wirklich wunderbar in die Tropenwelt ein. Ja man sitzt quasi mitten im Urwald. Und als wenn der nicht schon genug wäre, ist für die Kinder auch noch eine kleine Sitzecke mit Malsachen und einigen Spielzeug eingerichtet. Eine Wickelmöglichkeit ist zudem auch gegeben (genau wie gleich beim Eingang der Biosphäre).

Die Simulation im Luftschiff haben wir danach allerdings ausgelassen, dafür ist die Terrorpüppi dann doch noch zu klein. Das hat sie allerdings nicht davon abgehalten, unerlaubter Weise die Notleiter zu besteigen...

Kleinkind erklimmt Feuerwehrleiter Biosphäre PotsdamWenn ihr also mal nicht wisst, was ihr bei schlechtem Wetter machen sollt, dann kann ich zur Biosphäre Potsdam nur beide Daumen hoch halten!
Wir werden jedenfalls nicht das letzte Mal dagewesen sein!


Dienstag, 24. März 2015

Das Leben zu Dritt oder nur ein Drittel der Zeit (Gastbeitrag)

Aus der Reihe: Familienleben zwischen Beruf und Berufung

Neben meinen eigenen Blogposts, in denen ich versuchen will, mich systematisch an das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf heranzuarbeiten, lade ich auch regelmäßig andere Blogger und Bloggerinnen dazu ein, ihre Sicht auf bestimmte Aspekte darzulegen. 
Ich freue mich daher sehr, dass heute die wunderbare Dani von Glucke und so zu Gast ist bei der Terrorpüppi. Dani hatte sich nicht nur ohne zu Zögern bereit erklärt, einen Gastbeitrag zu verfassen, nein, sie hat sich auch sofort rangesetzt und war nicht mehr zu bremsen. Entstanden ist dabei nachfolgender lesenswerter Blogpost. Also viel Spaß beim Lesen!


Das Leben zu Dritt oder nur ein Drittel der Zeit

Ein Gastbeitrag von Dani, Glucke und so

Ich hatte ja bereits mehrfach dazu geschrieben, dass mit einem Kind, das Berufsleben nicht mehr das gleiche ist. Ja man hat das Recht auf seinen alten Job und nein so einfach ist das alles trotzdem nicht.
Die Terrorpüppi hat die Vereinbarkeitsfrage erneut in den Raum geworfen und neben den üblichen Hauptaspekten, spricht Sie auch von der Work-Lifetime-Balance.
Diese Perspektive finde ich äußerst interessant. Denn wenn wir ehrlich sind: Ist das Kind da, ändert sich nicht nur die berufliche Zukunft. Nein,das Privatleben verschwindet auch erst mal.
Mein Mann und ich reisen für unser Leben gern. Wir sind auch mehrfach in der Woche essen gegangen. Wir haben auch am Wochenende ganze Tage im Bett verbracht. Wir sind gern ausgegangen, shoppen gegangen (also ich) oder waren Badminton spielen oder oder oder. Seit der Prinz da ist, ist die Pizza auf der Couch mit nem Schlechten Film im Fernsehen das Highlight der Zweisamkeit. Gemeinsame Ausflüge haben wir natürlich weiterhin gemacht und auch das Reisen bleibt, das wird nur, was das Ziel angeht, eingeschränkt. Wir finden einfach Flugreisen, die länger als 3Stunden gehen, noch unattraktiv mit so einem kleinen Würmchen. 

Wir sind jetzt zu dritt, wir dritteln unsere Liebe, wir dritteln unser Bett, wir dritteln unser Sofa

Aber was sich wirklich am meisten verändert hat, ist die Zweisamkeit. Wir leben sehr weit weg von unserer Familie und demnach haben wir niemanden, der den Prinzen betreuen könnte, wenn ich das überhaupt schon wollen würde. Aber wir als Paar spüren, dass es eine riesen Veränderung für uns ist. Wir waren immer auf uns zwei fixiert, wir haben unsere Liebe zelebriert und jetzt geht das einfach nicht mehr. Wir sind jetzt zu dritt, wir dritteln unsere Liebe, wir dritteln unser Bett, wir dritteln unser Sofa. Versteht mich nicht falsch, wir lieben unseren Prinzen über alles und wir wussten auch, dass sich unser Leben für immer verändern wird aber für eine Partnerschaft ist es eine harte Probe. 

Ich denke auch, dass es besonders für die Männer hier sehr schwierig ist, denn die Liebe, die Ihnen vorher zu 100% zuteil wurde, bekommt erst mal das kleine süße neue Wesen. Es ist dann einfach als Mama echt schwer soviel Liebe zu haben um auch noch den Partner vollends zufrieden zu stellen.

Unterhaltungen sind jetzt meist kürzer und über Kinderthemen. Jeder fühlt sich ab und an nicht richtig wertgeschätzt und einem Hobby nachgehen wird terminiert, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Die Zeit ist zum wichtigsten Gut geworden. Die Zeit zu Zweit. Die Zeit für sich selbst. Die Zeit zu Dritt. Die Zeit fürs Kind.

Alles dreht sich um die Zeit und man braucht Zeit um wieder alles in eine geregelte Routine zu bringen. Kommt Zeit, kommt Rat!!! Alles zu seiner Zeit!!  Solche Sätze bekommen eine ganz neue Bedeutung.

Also die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich nicht gegeben, aber die Vereinbarkeit von Familie und Partnerzeit/Freizeit/Ich-Zeit ist es ebenso nicht - ABER alles ist machbar. Das beweisen tausende Familien, dass alles machbar ist. Wenn man ein Kind hat, dann ist man zu Dingen fähig, die man vorher nur belächelt hätte.
Wenn man bereit ist eine Familie zu gründen und alles zu erleben und zu überstehen, dann hat man gemeinsam vereinbart, dass man es schafft.

Das ist für mich Vereinbarkeit gemeinsam das Leben zu vereinbaren und sich die Zeit dafür zu geben.

Eure Glucke


Ebenfalls in dieser Reihe erschienen:
Und plötzlich war sie da: Die Vereinbarkeitsfrage 


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Montag, 23. März 2015

Kinderbuch des Monats März: Wer sucht mit? Bei mir zu Hause

Kinderbuch des Monats; Teddybär mit Buch auf dem Schoß

Auch in diesem Monat möchte ich wieder ein Kinderbuch auch dem Bücherregal nehmen und euch ans Herz legen. Diesmal handelt es sich um eine Bilderbuchempfehlung. Diesmal handelt es sich um ein Buch vom Coppenrath Verlag: "Wer sucht mit? Bei mir zu Hause". Dieses Buch ist ganz neu bei uns eingetroffen und hat das Entdeckerherz der Terrorpüppi sofort im Sturm erobert. Kaum das erste Mal die Librileo Bücherbox das erste Mal erhalten und schon so ein Glück gehabt.


Das Buch soll "erst" für Kinder ab 18 Monate geeignet sein, aber meine Terrorpüppi ist auch schon mit ihren 15 Monaten voll dabei. Die Illustrationen von Barbara Jelenkovich sind sehr liebevoll gestaltet und auf jeder Seite lassen sich viele schöne Details finden, sodass das Buch auch noch eine ganze Weile immer wieder Neues für sie bereithalten wird.

Im Buch sucht die kleine Lotta im ganzen Haus verschiedene Sachen, so ihren Plüschhund, den Buddeleimer oder eine Schippe. Auf diese Weise wird kind- und vor allem altersgerecht das Thema Ordnung angesprochen.

Wirklich schön finde ich, dass auf jeder einzelnen Seite stets zwei bis drei Klappen zu finden sind, die das Kind anheben bzw. runterziehen kann und schon findet es etwas Neues. Auf diese Weise gestaltet sich das Suchen der verlorenen Gegenstände besonders spielerisch.

Und gerade weil wir das Buch so schön finden, ist es wirklich schade, dass ich es bisher noch nicht in einer Buchhandlung entdecken konnte. Dort liegen meist die immer gleichen Bücher rum - von denen natürlich auch einige sehr schön sind, aber das hier ragt meines Erachtes doch stärker heraus, weshalb es zurecht das Kinderbuch des Monats März geworden ist.


Die Reihe "Kinderbuch des Monats" ist nicht gesponsored. Alle Bücher sind Vorschläge, die allein auf unserer Erfahrung beruhen.


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Freitag, 20. März 2015

Und plötzlich war sie da: Die Vereinbarkeitsfrage

Start der Blogreihe: Familienleben zwischen Beruf und Berufung

In den letzten Wochen ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit wieder verstärkt diskutiert worden. Sowohl die Massenmedien wie auch die Blogosphäre griffen das Thema intensiv auf und beantworten sie nicht selten mit „Vereinbarkeit ist eine Lüge“. Für mich war Vereinbarkeit nie eine Lüge, aber meine Unbeschwertheit ist verschwunden. 

Vor der Schwangerschaft mit der Terrorpüppi hat sich mir die Vereinbarkeitsfrage schlicht nie gestellt. Vielleicht auch, weil meine Eltern sie nie problematisiert haben – jedenfalls nicht vor mir. Ich hielt sie lange Zeit einfach für selbstverständlich. Man müsse es doch nur ernsthaft wollen. Umso überraschter war ich, als sie plötzlich und ohne Vorankündigung als Ärgernis in mein Leben trat. Kaum gab ich meine Schwangerschaft an, wurde ich auch schon mit Fragen nach der künftigen Vereinbarkeit konfrontiert. bin: Aber nur ich – nicht auch der Mann an meiner Seite. Mein Umfeld trug die Frage der Vereinbarkeit wie selbstverständlich in mein Leben: Menschen, die mir nahe stehen genauso wie solche, ich kaum oder gar nicht kenne. Direkt nach den ersten Glück­wünschen zum sich ankündigenden Nachwuchs begannen die Erkundigungen. „Und? Wie machst du das dann? Machst du deinen Doktor dann noch fertig? Du machst bestimmt erst einmal eine Pause? Wie willst du das alles schaffen?“ Statt sich uneingeschränkt mit mir zu freuen, wurde sie in gewisser Hinsicht auch als Belastung, als Einschränkung kommuniziert. Wir leben in einer Gesellschaft, in einer Zeit, in der das Kinderkriegen potentiell kritisch betrachtet wird.

Ohne Frage, das Vereinbarkeitsproblem wäre auch ohne all die Fragesteller in mein Leben getreten. Dessen bin ich mir sicher. Aber die Wucht der Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt und tun das bis heute. Wieso ist das Vereinbarkeitsproblem eigentlich primär das der (werdenden) Mutter? Wieso sollte Mutterschaft die anderen Lebens­bereiche per se in Zweifel ziehen? Wieso wird die Vereinbarkeit von vornherein mindestens als schwierig, meist aber als eigentlich zum Scheitern verurteilt bestimmt? 

Doch was ist das nun eigentlich? Vereinbarkeit.

Der Wunsch nach einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist gesellschaftlich gesehen ein recht junges Phänomen. Erst mit der Emanzipation der Frau und dem Aufbrechen traditioneller Strukturen im Laufe des 20. Jahrhunderts wird die Abstimmung von Familie und Beruf überhaupt relevant. Zuvor war die Erwerbslosigkeit der Frau das typische bürgerliche Ideal. 
Bis heute scheint im deutsch­sprachigen Raum Vereinbarkeit vor allem als ein Problem arbeitsfähiger Erwachsener reduziert zu werden, sowohl einem Beruf nachzugehen – und womöglich Karriere zu machen – und gleichzeitig eine Familie zu gründen und an der Kinderbetreuung zu partizipieren. 
Wenn man jedoch das englischsprachige Pendant betrachtet, den Begriff der Work-Life-Balance, sieht man schnell, dass bei der Frage der Vereinbarkeit abseits des Nachgehens eines Berufs nicht nur um Fragen der Kinderbetreuung oder -erziehung gehen kann, sondern ebenso auch um andere Dimensionen des Privatlebens: Wie das Aufrechterhalten von Freundschaften und das Betreiben von Hobbys. Der englische Begriff verweist auf eine anzustrebende Balance der verschiedenen Lebensbereiche und ist mitunter schon für Menschen ohne Kinder durchaus eine Herausforderung.
Die Forderung nach Vereinbarkeit setzt voraus, dass etwas auch miteinander vereinbar ist.


Ich glaube, ein zentrales Problem der Vereinbarkeit vom Familie und Beruf die Tatsache ist, dass die Erwartungen in den einzelnen Lebensbereichen in den letzten Jahrzehnten massiv gewachsen sind. Sich zu 100% dem Beruf zu widmen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vollzeitbeschäftigung. Allen Ansprüchen gerecht zu werden, die an gute Eltern gestellt werden, gleicht nicht nur einer Si­sy­phus­ar­beit, sondern ist ebenso ein Vollzeitjob. Hobbys oder die Liebe können ebenfalls sehr viel Zeit beanspruchen und bisweilen ein ganzes Leben ausfüllen. Und dann sollen Lösungen für das Vereinbarkeitsproblems all diese Sphären ganz ohne Verluste zusammen­bringen? Welchen Platz haben hier Lebensmodelle, in denen sich Menschen einer Lebenssphäre ganz verpflichtet führen? Wenn sie etwa nicht nur eine Beruf nachgehen, sondern sich auch in besonderer Weise für ihre Tätigkeit berufen fühlen? Oder umgekehrt, wenn Frau oder Mann, sich voll und ganz der Familie hingeben wollen? Wa bedeutet es für die gesellschaftliche Forderung nach Vereinbarkeit, wenn sich Menschen dem Problem vollständig zu entziehen versuchen?
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Fragen ergeben sich. Wieso zum Beispiel haben sich meine Eltern diese Frage damals eigentlich nicht gestellt? Welche Rolle spielt es, dass sie mich in der DDR bekamen und zumindest für einige Jahre großzogen? In welcher Weise wurde Vereinbarkeit in der DDR überhaupt als Aufgabe problematisiert? Kaum, würde ich sagen. Nach allem, was ich je von ehemaligen DDR-Bewohnern erzählt bekommen habe, war Vereinbarkeit schlichtweg selbstverständlich. Aber nur weil etwas nicht als Problem bestimmt wird, heißt es noch lange nicht, dass es nicht trotzdem da ist und dass es auch zu Konsequenzen führt.



Wortwolke Vereinbarkeit Beruf Familie

Vereinbarkeit stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar und ist so vielfältig wie die Familien es sind, die sie zu bewältigen haben. Zu facettenreich ist das Thema, als dass ich in der Lage wäre all meine Gedanken in ein einziges Blogpost zu packen. Ein solcher würde überdimensionale Ausmaße annehmen und einzelne Punkte würden aufgrund der Mannigfaltigkeit der wichtigen Aspekte vermutlich auch noch untergehen. Aus diesem Grund starte ich auf meinem Blog eine ganze Reihe zur Vereinbarkeitsproblematik. Dabei soll in einzelnen Beiträgen auf verschiedene Aspekte fokussiert werden. Hierzu gehören:

  • Vereinbarkeitsfrage als Aufgabe der Frau?!
  • Vereinbarkeitsfrage als Aufgabe des Mannes?!
  • Familienmodelle
  • Vereinbarkeit zwischen Wollen und Müssen
  • Vereinbarkeit und Kindeswohl
  • Vereinbarkeit und Gleichberechtigung
  • Politische Bemühungen zur Förderung der Vereinbarkeit (Mutterschutz und Elternzeit und -geld, Kinderbetreuung, Frauenquote, …)
  • Vereinbarkeitsfrage aus Sicht von Arbeitgebern (Arbeitszeiten, Wochenarbeits­stunden; Schichtdienst, …)
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft
  • Karriere machen trotz Familie?
  • Kinder(fremd)betreuung als Allheilmittel zur Lösung des Vereinbarkeitsproblems
  • Einfluss moderner Informations- und Kommunikationsmittel
  • Vereinbarkeitsfrage als besondere Herausforderung von Alleinerziehenden
  • die Vereinbarkeitsfrage in anderen Ländern
  • Vereinbarkeit auf Kosten der Gesundheit?

Im Rahmen dieser Reihe möchte ich also den Facettenreichtum ausleuchten, die die Frage nach der (Un)Vereinbarkeit mit sich bringt. Ich freue mich dabei auf vielfältige Diskussionen, denn eines ist bereits klar: Egal wie sehr ich mich auch bemühen werde, keinesfalls ist es zu schaffen, alle Gesichtspunkte zu berücksichtigen, die mit dem Thema einhergehen.
Daher verlangt solch ein mannigfaltiges Thema auch nach verschiedenen Perspektiven, weshalb ich in den kommenden Wochen immer wieder andere Blogger darum bitten werde, ihre Sicht auf die Vereinbarkeitsfrage darzulegen. Ebenso werde ich Interviews mit nicht-bloggenden „Betroffenen“ führen und so veranschaulichen, wie der Hut, unter den Familie und Beruf passen sollen, im konkreten Alltag eigentlich aussieht.

Wer sofort Lust hat, sich weiter in das Thema einzulesen, dem empfehle ich für's erste ein Blogpost von der Teilzeitmutter oder vom Mama_notes.

Was bedeutet für dich Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Als ich bei Twitter danach fragte, fielen die Antworten differenziert aus:


Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich…
 ...ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Nur, wenn Arbeitgeber und Familie das Auffangnetz bilden, kann man sicher drüber laufen. (Villa Schaukelpferd)
...hart aber irgendwie machbar. (Just an awesome Guy)
...schwierig aber definitiv machbar. (Bibliotheksfräulein)
...wenn man in einer Familie lebt und in einem Beruf arbeitet und nicht, wenn man an seiner Familie arbeitet und in einem Beruf lebt. (Fadenvogel)
...Realität, und ich liebe es! (/sys/adm/ama)
...machbar, wenn alle am gleichen Strang ziehen (Frau Chamailion)
...jeden Tag eine neue Herausforderung! (Ruhrpottlady)
...ein täglicher Drahtseilakt und ständiger Wettlauf gegen die Zeit (alleinerziehend, Vollzeitjob) (Murmelmama)
...gerade sehr cool, weil mein Bruder mein Chef ist und der Mann im Haushalt hilft (Frau Hasenherz)
...ausbaufähig und mit Optimierungspotenzial; oft mit Kompromissen verbunden; eine Frage der Organisation! Neben einem Plan braucht man auch einen Plan B, der greift, wenn was dazwischen kommt; auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen, sowohl der Kinder, der Betreuer, der Eltern und auch des Arbeitgebers! (Mamis-Blog)
...ein schöner Traum, aber einer meckert leider immer. (Eine ganz normale Mama)
... anstrengend aber erfüllend, wenn man Lösungen und Kompromisse findet, mit denen alle zufrieden sind. (Frühlingskindermama)
...nur mit Kompromissen darstellbar, die irgendwo IMMER wehtun. Meistens den Müttern...(good2bmum)
...Improvisationstheater, momentan zu einseitig und hoffentlich auch für mich flexibel und nicht nur für den Arbeitsmarkt.(Mama_notes)
...ein vielschichtiges Thema und in der Umsetzung so unterschiedlich wie es Familien sind. Wir bekommen es für uns gut hin. (Die gute Kinderstube)

...unvorstellbar, ohne Kompromisse einzugehen und Abstriche zu machen. Leider (Die Rabenmutti)
Die Vereinbarkeit gleicht manchmal einer Achterbahnfahrt. Ein auf und ab mit Höhen und Tiefen, aber immer mit viel Liebe! (Meine Familienküche

Wie sieht deine Antwort darauf aus?



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