Montag, 2. März 2015

Was ich über Rotaviren wissen wollte - #InformiertImpfen

Ziel dieses Blogposts ist es, diejenigen Informationen zusammen zu stellen, dir mir wichtig waren bzw. wichtig gewesen wären bei der Entscheidungsfindung bzw. bei der Bestätigung einer eigentlich schon vorhandenen Entscheidung. Hierbei möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich keine Medizinerin bin und auch keinem anderen medizinischen Beruf nachgehe. Als frisch gebackene Mama habe ich mir besser zusammengestellte Informationen gewünscht. Informationen, die zum einen für mir als Mutter besonders wichtig sind und die zum anderen nicht zu umfangreich für eine Erstinformation sind, schließlich ist mein Alltag mit Kind und Job schon voll genug, da kann ich mich nicht erst durch hunderte von A4 Seiten kämpfen. 
Wer dies liest, weil er oder sie sich bezüglich einer eigenen Impfung oder einer Impfung der Kinder informieren möchte, dem lege ich ausdrücklich ans Herz, wenigstens einen Blick in die weiterführenden Quellen zu werfen. Ich erhebe bei meinen Darstellungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich werde keine Impfempfehlungen aussprechen. Solche Entscheidungen solltet ihr selbst treffen. Informiert treffen. 



1. Wird die Impfung von der STIKO (= Ständige Impfkommission) empfohlen?


Ja. Die Rotaviren-Schluckimpfung wird seit März 2013 durch die STIKO für Säuglinge empfohlen (hier nachzulesen).

"Die Stiko empfiehlt die allgemeine Rotavirus (RV)-Schluckimpfung für Säuglinge. Die Impfserie sollte im Alter von 6 bis 12 Wochen begonnen und möglichst bis zum Alter von 16 Wochen (Rotarix®) bzw. von 22 Wochen (RotaTeq®) beendet werden. Sie muss spätestens bis zum Alter von 24 Wochen (Rotarix®) bzw. bis zum Alter von 32 Wochen (RotaTeq®) abgeschlossen sein." (nachzulesen: hier)


2. Was genau sind Rotaviren und welche Wirkung haben sie im Fall einer Infektion?


Weltweit stellt der Rotavirus die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen bei Kindern unter 5 Jahren dar und fast alle Kinder machen einmal eine Rotaviren-Infektion durch. Es gibt nicht nur einen einzigen Rotavirus, sondern verschiedene sogenannte Serotypen. Rotaviren sind hochansteckend. (nachzulesen: hier)

In Deutschland müssen aufgrund einer RV-Infektion jedes Jahr mindestens 20.000 Kinder unter 5 Jahren zur stationären Aufnahme in ein Krankenhaus, um ihren Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wieder zu regulieren. 50 Kinder müssen sogar intensivmedizinisch versorgt werden. Todesfälle aufgrund von Rotaviren sind aber sehr selten. (nachzulesen: hier und hier).

Bei einer Infektion mit Rotavieren kommt es häufig zu plötzlich einsetzendem wässrigen Durchfall, Erbrechen und auch Bauchschmerzen, ebenso kann es zu Fieber, Husten und Schnupfen kommen. Rotaviren-Infektionen verlaufen häufig schwerer als andere Magen-Darm-Infektionen. Nicht selten kommt es zu sehr schnellen Flüssigkeitsverlusten, die unbedingt rasch ausgeglichen werden müssen, damit kein lebensbedrohlicher Zustand erreicht wird. Grundsätzlich sind aber auch leichte Verläufe möglich, wobei die Infizierten trotzdem hochansteckend sind. (nachzulesen: hier)

Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre, weil hier schwere Krankheitsverläufe wahrscheinlicher sind. Insbesondere die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste wiegen hier schwer. (nachzulesen: hier und hier)

Gesteigerte Hygienemaßnahmen reduzieren das Ansteckungsrisiko mit Rotaviren nicht effektiv, weil der Erreger sehr stabil ist. (nachzulesen: hier und hier)


3. Wie wird die Impfung verabreicht und was ist zu beachten? 

Bei der Impfung gegen Rotaviren handelt es sich um eine Schluckimpfung, die je nach verwendetem Impfstoff entweder zweimal (Rotarix®) oder dreimal (RotaTeq®) verabreicht werden muss. Die Schluckimpfung erfolgt in einem Abstand von 4 Wochen. (nachzulesen: hier)

Beim RV-Impfstoff handelt es sich um lebende, aber abgeschwächte und daher nicht krankmachende Rotavirus-Stämme. (nachzulesen: hier)

Es wird empfohlen, eine Stunde vor und nach der Impfung nicht zu stillen, um ein direkte Zusammentreffen von Impfstoff und Muttermilch zu verhindern. Das Stillen muss wegen der Impfung aber nicht eingestellt werden. (nachzulesen: hier)

Die RV-Schluckimpfung kann problemlos mit anderen Standardimpfungen des Säuglingsalters kombiniert werden. (nachzulesen: hier)


4. Als wie sicher gilt die Impfung und welche Nebenwirkungen sind möglich und wie wahrscheinlich sind sie?

Das Robert-Kochinstitut schätzt die Wirksamkeit des Impfstoffes als sehr hoch ein. Die Wirksamkeit zum Schutz vor einem schweren Verlauf liegt demnach bei ca. 92%. Es wird jedoch angenommen, dass die Schutzwirkung der Impfung mit der Zeit abnimmt, jedoch die besonders gefährdete Zeit von den ersten 2 Lebensjahren vollständig abdeckt. Die Impfung soll vor allem vor schweren Krankheitsverläufen verursacht durch den Rotavirus schützen, d.h. zugleich, dass eine Erkrankung trotz Impfung möglich ist. Mit Impfung sind die Krankheitsverläufe aber deutlich abgeschwächter.

Als mögliche Nebenwirkung wird die Darmvagination angeführt. Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten dieser Nebenwirkung ist gering (1-2 Fälle pro 100.00 geimpfte Kinder). Bei einer Darmvagination handelt es sich um die Einstülpung eines Darmabschnittes mit der Folge, dass entsprechende Darmabschnitte mit Blut unterversorgt werden und es im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss kommen kann. Das Risiko nimmt mit steigendem Lebensalter zu, weshalb die STIKO eine sehr frühe Impfung empfiehlt (Beginn der Impfung im Alter von 6 bis 12 Wochen). Bei eintretenden Symptomen innerhalb einer Woche nach der Impfung (wie anhaltendes Erbrechen, blutigen Stuhlgang, starke Bauchschmerzen) muss der Arzt aufgesucht werden. 

(nachzulesen: hier)


Quellen:


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