Ach du Schreck. Mein Kinderwagen ist weg (Eine Kinderwagen-Trilogie – Teil 1)

//Ach du Schreck. Mein Kinderwagen ist weg (Eine Kinderwagen-Trilogie – Teil 1)

Ach du Schreck. Mein Kinderwagen ist weg (Eine Kinderwagen-Trilogie – Teil 1)

BRITAX GO bei Wind und Wetter im Einsatz

Es ist der 31.01.2015 und wir suchen gerade die letzten Sachen für den Zoo-Besuch zusammen. Nichts ist außergewöhnlich an diesem Wochenende. Seit der Geburt unserer Tochter sind wir regelmäßige Gäste des Berliner Zoos. Heute ist der letzte Tag, an dem unsere Babycard noch gilt, das wollen wir ausnutzen. Nachdem wir endlich alles zusammengesucht haben, verlassen wir die Wohnung. Selbst nach über einem Jahr hat sich beim Packen der Tasche noch keine richtige Routine eingestellt, sodass es schon fast 11Uhr ist. Nichtsahnend steigen wir schwer bepackt die Treppen hinab.

Ich betrete zuerst den Hausflur und kann den Kinderwagen nicht sofort an seinem gewohnten Platz entdecken. Nicht im Traum fällt mir in diesem Moment ein, dass der Kinderwagen weg sein könnte. Ich rufe die Treppen hoch und frage den Mann, wo er ihn denn abgestellt hätte. Er kann mich nicht verstehen. Die Terrorpüppi brabbelt zu laut. Mit doch etwas flotteren Schrittes eile ich nun durch den Treppenflur Richtung Hof. Schließlich kam es schon einmal vor, dass der Wagen einfach woanders hingestellt wurde,weil er jemandem im Wege stand. Doch er ist nicht da. Panik steigt in mir auf. 

Ach du Schreck. Mein Kinderwagen ist weg.

Ich kann es kaum glauben und verhalte mich total irrational und laufe die Straße auf und ab, um zu sehen, ob es nicht vielleicht doch einfach nur ein richtig schlechter Scherz ist. Leider ist dem nicht so. Der Kinderwagen ist weg. Einfach weg. So richtig weg.

Mir stiegen die Tränen in die Augen. Ich habe meinen Kinderwagen geliebt, jedenfalls so sehr wie man eben eine materielle Sache lieben kann. Wir haben es uns doch schön mit ihm gemacht. Gerade erst haben wir einen extra flauschigen Muff gekauft. Oder der farblich passende Lammfell-Schlafsack. Aber vor allem: Mein geliebter Kinderwagen.

Diese emotionale Beziehung zu unserem geliebten Kinderwagen mögen hartgesottene Anhänger der Trage-Fraktion vielleicht nicht nachvollziehen können, aber für unsere Familie hat es einfach gepasst. Der Kinderwagen kam draußen zum Einsatz, das Tragetuch drinnen oder eben bei Krankheit. Meist hatten wir einfach beides dabei, dann konnte man sich prima an den Bedürfnissen der Püppi orientieren.

Mein geliebter Kombi-Kinderwagen

Wir hatten uns vor der Geburt ganz bewusst für einen Kombi-Kinderwagen entschieden. Wir wollten etwas Stabiles haben. Schon oft haben wir gehört, dass die (zu) günstigen Kinderwägen einfach schneller kaputt gehen. Doch unser Kinderwagen sollte länger halten, ja sogar für’s Geschwisterkind noch Verwendung finden. Wir hatten nicht vor, das einmal gekaufte Modell noch zu wechseln. Einfach umbauen und schon sollte das sitzende Kleinkind in seinem persönlichen Sportwagen Platz nehmen dürfen.

Klar, schick sollte das Teil auch sein, aber vor allem praktisch. Der Mann und ich sind beide groß gewachsen und diese allzu niedrigen Modelle kamen nun wahrlich nicht in Frage. Auch die Lenk-und Schiebestange sollte verstellbar sein. Wir würden uns schließlich noch oft genug um unser Baby bücken müssen, da muss man nicht auch noch Haltungsschäden aufgrund eines zu niedrigen Kinderwagens riskieren.

Der BRITAX GO in kompakter Form
gut verstaut im Kofferraum meines Autos

Wir hatten einen wirklich tollen Kombi-Kinderwagen. Noch heute denke ich wehmütig an ihn zurück, sobald ich alte Fotos sehe. Ich würde mir immer wieder einen Kombi-Kinderwagen kaufen, wenn ein Kind im Anmarsch ist. Ich hatte viel Platz für die Einkäufe und konnte aufgrund der stabilen Konstruktion bei Wind und Wetter in Park und Wald spazieren gehen, genauso wie mir seine Wendigkeit aufgrund der schwenkbaren Räder das Einkaufen in Supermärkten nicht unnötig erschwerte.

…und wir waren wirklich nahezu jeden Tag des gesamten ersten Babyjahres mit dem Kinderwagen draußen. Ja wir haben auch getragen (Tuch und Trage), aber der Kinderwagen vereinfachte das unterwegs sein enorm. Die Püppi schlief gut darin und ich musste mich nicht abschleppen mit Wickeltasche und Co.

Da steh‘ ich nun…

…ich armer Tor, Und bin so kinderwagenlos als wie zuvor. So oder so ähnlich sauste die Faust der Wirklichkeit auf mich hernieder, als ich da im Januar in meinem Hausflur stand. Der Kombi-Kinderwagen, den wir uns völlig überzeugt ausgesucht hatten und mit dem wir so zufrieden waren, war einfach weg. Weg war der Kleinwagen. Denn machen wir uns nichts vor, ein voll ausgerüsteter Kombi-Kinderwagen mit allem möglichen Zubehör kostet wie ein kleiner Gebrauchtwagen – und der war einfach weg.

Ich war „damals“, es ist nun über 9 Monate her, so durch den Wind, dass ich mich nicht einmal dazu in der Lage fühlte, diese Geschichte zu verbloggen. Für Kinderlose mag das befremdlich klingen, aber ich trauerte um meinen Kinderwagen. Und ich war nicht allein damit. Auch Mann und Kind vermissten den Kinderwagen. Ja selbst unser Umfeld sprach uns wochenlang auf unseren Kinderwagen an. Wo er denn sei. Ja wo bloß.

Die Polizei machte uns wenig Hoffnung, dass er wieder auftauchen würde und auch wir machten uns diesbezüglich keine Illusionen. Wir kauften einen Buggy. Nicht einmal einen schlechten, aber trotzdem: Es war eben kein Kombi-Kinderwagen mehr.

Alles auf Anfang

Seit 2 Monaten aber ist unsere Kinderwagen-Welt wieder in Ordnung. Wir haben nun doch wieder einen flexiblen Sportkinderwagen, der sich später problemlos um eine Babyschale ergänzen lässt (wenn es mal soweit sein sollte). Ich mag ihn nicht mehr hergeben, aber das ist eine andere Geschichte, die ich euch im zweiten Teil erzählen werde.

Der BRITAX GO im täglichen Einsatz. Mit schwenkbaren Rädern,viel Platz für Mitgebrachtes und Gesammeltes und der Möglichkeit den Haltebügel ohne Weiteres zu entfernen

 

By | 2017-10-07T00:27:58+00:00 Oktober 15th, 2015|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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  1. Anonym 15. Oktober 2015 at 18:39 - Reply

    Hallo!
    Das hört sich ja wirklich schrecklich an. Wir bekommen im März unser erstes Kind und schauen uns auch gerade nach Kinderwägen um. So teuer wie die sind, wäre es ein echter Alptraum, wenn der dann weg wäre. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil deiner "Trilogie"!!!

    Lieben Gruß
    Sabbi

  2. Jessi [Terrorpüppi] 15. Oktober 2015 at 18:41 - Reply

    Liebe Sabbi,

    Ich danke dir für dein Mitgefühl. Ja das war definitiv ein Alptraum. Für deine Schwangerschaft wünsche ich dir alles Gute!

    Lieben Grüß
    Jessi

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