10 Dinge, die ich als Mama manchmal vermisse

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10 Dinge, die ich als Mama manchmal vermisse

Ich verspüre nicht im geringsten den Wunsch, die Zeit zurückzudrehen oder gar meine Mutterschaft rückgängig zu machen. Trotzdem gibt es Momente, in denen ich Dinge vermisse, die vor der Geburt der Püppi problemlos möglich waren. So geht es ganz bestimmt jeder Mutter – und auch jedem Vater. Die Geburt eines Kindes verändert eben doch alles, denn selbst Dinge, die scheinbar bleiben wie sie immer waren, haben ihre Bedeutung im relationalen Gefüge unseres Lebens verändert.

Liebe Wiebke, du wolltest in deiner November-Linkparty wissen, was ich als Mama manchmal vermisse. Hiermit verrate ich es dir – und auch allen anderen!

1. Ich vermisse es schrecklich, nicht immer, aber auch wirklich immer allein auf die Toilette gehen zu dürfen und zwar so lange wie ich es will!

2. Früher durfte ich Schokolade und anderen ungesunden Kram essen, wann immer ich es wollte. Jetzt muss ich es meist heimlich und hastig tun oder sehr spät abends.

3. Ich sehne mich danach, einfach ganz spontan in ein Café zu gehen und dort entspannt Kaffee zu trinken. Zwar bin ich durchaus noch immer häufig in Cafés anzutreffen, doch ist es selten spontan und genussvoll-entspannend zugleich.

4. Manchmal gehe ich aus und manchmal trauere ich dabei dem Früher nach. Denn früher habe ich völlig ausgelassen gefeiert. Heute denke ich hingegen – egal wie toll der Abend ist – trotzdem immer wieder an meine kleine Tochter. Ein Teil von mir will einfach immer wissen, wie es ihr geht. 

5. Manchmal wünsche ich mir auch die Zeit zurück, in der ich emotional noch nicht so schrecklich nah am Wasser gebaut war. Mein Herz kann nämlich nicht nur von meiner Tochter von 0 auf 100 zu Tränen gerührt werden. Nein, auch mir völlig fremde Menschen treiben mir plötzlich Tränen in die Augen. Das ist schön, aber auch anstrengend.

6. Den Klassiker schlechthin vermisse ich natürlich auch – manchmal jedenfalls. Ach was, oft: Ausschlafen am Wochenende und völlig sinnfreies Rumgammeln. Früher gab es sogar Tage, da hab ich einfach gar nicht erst das Bett verlassen. Heute bedeutet bis 8Uhr ausschlafen und dann heißt es toben, schmusen, toben, Amok laufen, toben, schmusen… also Action Action Action gewürzt mit Kuscheleinheiten. 

7. Selbstbestimmte Pausen. Wie eine Fatamorgana sehe ich sie vor mir: Selbstbestimmte Pausen. Wie gern würde ich mich einfach immer dann ausruhen wollen, wenn ich es brauche und nicht nur, wenn ich es ausnahmsweise mal darf.

8. Keine Verantwortung tragen müssen. Wie ich das vermisse! Zwar kann ich mit der Püppi ganz oft einfach Quatsch machen, aber letztlich hab ich immer den Hut auf. Selbst wenn sie bei anderen ist, trage ich diese Verantwortung mit mir herum. Es ist ein verdammt großer Hut und manchmal erinnere ich mich einfach sehnsüchtig an die Zeit zurück, als ich nur ein paar Haarspangen auf Kopf trug.

9. Nur für mich shoppen gehen – eine ungestillte Sehnsucht. Egal wie sehr ich es mir vornehme, am Ende kaufe ich für mein Töchterlein ein – und nur mit viel Glück landet auch etwas für mich im Einkaufsladen. 

10. Ohrwürmer für Erwachsene. Ganz ehrlich: Wird man diesen Schlager-Beat von Bibi und Tina jemals wieder los? Ich will endlich wieder coole Songs in Dauerschleife zwischen meinen Ohren laufen haben.

Wie ihr seht, ich vermisse nichts, aber auch gar nichts Existenzielles. Manches vermisst man eben manchmal und das ist vollkommen legitim. Und nicht selten würde man diese Sachen, die man manchmal vermisst, letztlich doch nicht zurückwollen, denn dann würde man etwas anderes verlieren, was ich dafür heute habe – und das wäre ja auch irgendwie doof. Vermissen ist letztlich auch was schönes, denn es sind schöne Erinnerungen.

By | 2017-10-07T00:03:58+00:00 November 27th, 2015|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin. Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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  1. Mama Natur 27. November 2015 at 11:56 - Reply

    🙂 Ja einige von den Punkten fehlen mir auch. 🙂 Danke für's Teilen.

  2. Jessi [Terrorpüppi] 27. November 2015 at 12:24 - Reply

    gerne <3

  3. Mutter Rabe 27. November 2015 at 12:43 - Reply

    Also daran, dass ich jemals wieder schlafen werde, glaube ich ja schon gar nicht mehr. Momentan ist hier Action ab viertel vor fünf angesagt… Aber an Regentagen einfach mal mit Schokolade und Gin Tonic nachmittags auf der Couch liegen und Serien gucken… das wäre was! Hier wird der Fernseher nur fürs Sandmännchen angeschaltet. Oder dann, wenn die Kleine schläft. Und zwischen den Mahlzeiten wird auch nur Obst gegessen, ganz selten mal Kuchen im Café.

  4. Wiebke (Verflixter Alltag) 27. November 2015 at 15:33 - Reply

    Hm irgendwie kam mein Handy-Kommentar nicht an :-/ Also nochmal:

    Eine wirklich schöne Aufzählung, die könnte ich glatt eins zu eins so für mich übernehmen. Eigentlich wird jetzt mein Beitrag überflüssig, der umfasste auch 10 Punkte 😉
    Lieben Gruß, Wiebke

  5. wiebke 27. November 2015 at 16:16 - Reply

    Oh so schön geschrieben und auch aus meiner Sicht solo wahr, alle 10 Punkte. Jetzt brauch ich meinen Beitrag (der auch 10 Punkte umfassen sollte) har nicht mehr veröffentlichen 😉
    LG Wiebke

  6. Jessi [Terrorpüppi] 27. November 2015 at 16:18 - Reply

    doch, dein Kommentar ist da… hatte sich nur im Spam versteckt…

  7. Jessi [Terrorpüppi] 27. November 2015 at 16:18 - Reply

    Lieben Dank und ich will deinen Beitrag trotzdem lesen!

  8. Gordana 29. November 2015 at 18:56 - Reply

    Punkt 1 und 2 erinnern an die Zeit als man noch eine echte Privatsphäre hatte 😉 Und das vermisse ich auch manchmal.
    Und Punkt 4 (ausgelassen feiern) hat, glaub ich, nur bedingt mit dem Kind zu tun. Es scheint mir eine viel bitterere Wahrheit dahinter zu stecken: das Alter. Ich merke einfach, ich gehöre irgendwie nicht mehr so ganz echt dazu. Dann weiss ich um die Konsequenzen und ich habe sehr lange was davon, denn cih brauche Tage um wieder halbwegs normal zu funktionieren.
    Und Du hast recht mit Deiner Definition von Vermissen, nur wenn es gut war, dann vermisst man es. Also froh sein, dass man es hatte.
    Schönen 1. Advent liebe Jessi!
    Gordana

  9. Jessi [Terrorpüppi] 1. Dezember 2015 at 11:17 - Reply

    <3 ich danke dir! Und ich freue mich darauf, dich bald wiederzusehen!

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