Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schieben sie ihn noch heute (Eine Kinderwagen-Trilogie – Teil 3) [Werbung]

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Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schieben sie ihn noch heute (Eine Kinderwagen-Trilogie – Teil 3) [Werbung]

Wir schoben und schoben und schoben. Hitze, Regen, den ersten Schnee und sogar den Prenzlauer Berg – der Britax GO hat bisher alles hervorragend überstanden. Es wird also Zeit für einen Erfahrungsbericht. Unser neues Gefährt ist wunderbar, wenngleich er ganz anders ist als unser erster Kombi-Kinderwagen – und im Vergleich zu unserem vorübergehenden Buggy bin ich sowieso sehr viel zufriedener. Nun aber geht’s ans Eingemachte: Was kann der Britax Go, wo hat er überzeugt, wo noch nicht?

Britax Go – der Testsieger der Stiftung Warentest 02/2015

Federung

Schon die erste Fahrt machte den Unterschied nicht nur zum Buggy, sondern auch zu seinem Vorgängermodell überdeutlich: Die Federung. Die ist nämlich wirklich außerordentlich gut. Wer Berlin kennt, der weiß, dass „arm, aber sexy“ sich nicht wirklich auf Gehwege und Straßen bezieht. Denn diese sind eigentlich nur arm. Da wird man schon mal gut durchgeruckelt in so einem Kinderwagen. Man muss also nicht Wald und Wiesen aufsuchen, um eine gute Federung zu schätzen lernen. Die Federung des Britax Go ist dabei definitiv nicht nur gut, sondern sogar außerordentlich gut. Schläft der Nachwuchs beispielsweise gerade (oder soll gleich schlafen) und muss unentwegt geschaukelt werden, dann bremst einen auch nicht eine rote Ampel oder ein langsamer Barrister aus. So lässt sich auch im Stand das Baby prima schaukeln.

Schiebe- und Lenkstange

Schaukeln dürfen das Baby dann glücklicherweise auch Menschen ganz unterschiedlicher Körpergröße. Ich selbst bin 1,75m groß, meine Mama ist ne ganze Ecke kleiner und mein Mann fast zwei Meter groß. Wir alle bekommen keine Rückenschmerzen. Obwohl so für die richtig doll großen Menschen könnte die Lenk- und Schiebestange dann doch noch stärker höhenverstellbar sein.

Lenk- und Schiebestange des Britax Go.Mittig und rechts „normale“ Einstellungen. Links die Einstellung, wenn der
Nachwuchs selbst mal schieben will.

Eine witzige Zusatzeinstellung (von der ich bezweifle, dass sie dafür gedacht war) ist die Möglichkeit, die Lenk- und Schiebestange gefühlt auf Kniehöhe einrasten zu lassen (siehe Bild ganz links). Diese Höhe eignet sich nämlich wunderbar, wenn der Nachwuchs auch mal selbst Hand anlegen will.

Umbauen, Zusammenklappen, Verstauen

Ich habe aus Spaß mal eine kinderlose Freundin rangelassen. Sie sollte den Sitz drehen und den ganzen Wagen zusammenklappen. Ohne Anleitung hat sie beides innerhalb von nicht einmal einer Minute hinbekommen. Vielleicht ist sie diesbezüglich ja hochbegabt – ach ganz bestimmt sogar. Aber selbst weniger talentierte Kinderwagenschubser bekommen das Umbauen, Zusammenklappen und Verstauen sogar ohne Anleitung hin. Gerade auch im Vergleich zu anderen Systemen muss ich echt sagen: leichter geht es nicht. Es klemmt nichts, man muss nicht erst hier drücken, dann da treten, dann dort ziehen. Sowohl das Drehen des Sitzes ist intuitiv wie auch das Zusammenklappen wunderbar einfach.

So schaut der Wagen aus, wenn man ihn gerade wieder ausklappen will

Das Zusammenklappen erfolgt dann übrigens durch das parallele Hochziehen zweier „Schalter“. Gut erreichbar und federleicht. Und dann verschränkt sich auch schon der gesamte Wagen wie von allein. Quadratisch, praktisch, gut.

Ablage und Regenverdeck

Die Ablage unter der Sitz- und Liegefläche ist mir ja schon bei der Produktvorstellung auf dem Blogger-Event sofort aufgefallen. Der Abstand dazwischen ist nämlich angenehm groß. Sitzt das Kindlein normal, dann kann man ohne Weiteres Rucksäcke und Einkäufe gut verstauen. Besonders schön ist, dass man auch dann noch an alles rankommt, wenn das Kindlein in der flachsten Einstellung schläft. Das ist keine Selbstverständlichkeit (leider) und aus Erfahrung sag ich euch: Es ist super unpraktisch, wenn das Kind schläft, es anfängt in Strömen zu gießen und man an das verflixte Regenverdeck nicht rankommt, eben weil das Kind schläft und man es eigentlich nicht vorhatte zu wecken…

Große Ablagefläche und eine nicht zu übersehende und zu fühlende Fußbremse

Apropos Regenverdeck. Das mitgelieferte Regenverdeck ist stabil, aber leider nicht mit zwei Handgriffen ranzumachen. Schlafen sollte der Sprössling jedenfalls nicht gerade, denn eigentlich lässt sich das Verdeck nur optimal anbringen, wenn die Sitzposition aufrecht ist. Ist das Teil aber dran, dann sitzt es gut und man kann auch wieder alle Sitz- und Liegepositionen einstellen. Trotzdem sind wir schon am Überlegen, ein anderes Regendach zu holen… eines, das man quasi nur drüber „schmeißen“ muss.

Bremse

Wenn man das Regenverdeck ranmacht, sollte man unbedingt nicht vergessen, die Bremse zu treten. Nur so als Tipp.

Die Bremse ist glücklicherweise spitzenmäßig. Es handelt sich um eine mit dem Fuß zu betätigende Bremse, welche man kaum verfehlen kann, da sie angenehm breit und gut erreichbar gestaltet ist. Einstellen und auch wieder Lösen funktionieren völlig komplikationsfrei. Nicht ein einziges Mal hakte es, nicht ein einziges Mal löste sich die Bremse ungewollt. Auch bedarf es keinen nennenswerten Kraftaufwandes.

Sitz- und Liegeposition sowie Fußschale

Es lassen sich verschiedene Sitz- bzw. Liegewinkel einstellen und zwar stufenlos. Hinsichtlich der Liegeposition war ich zu anfangs ein klein wenig skeptisch, denn waagerecht lässt sich diese nicht einstellen. Jedenfalls nicht ohne Babyschale… Doch meine Skepsis war unbegründet: Die flachste Einstellung ist für ein Kleinkind zum Schlafen ideal.

kinderleicht verstellbar

Kurz gewöhnungsbedürftig ist der Faltmechanismus – jedenfalls dann, wenn man sonst schlicht anderes gewohnt war. Es gibt nicht klassische Standardpositionen, die einrasten müssten, sondern man stellt das einfach so ein, wie man das eben gerade haben will. Hierzu zieht man die beiden Riemen einfach (aufrecht stellen) oder man löst sie problemlos wieder (flacher stellen).

Gerade wenn kein Kind im Kinderwagen sitzt bzw. liegt, ist der Faltmechanismus kinderleicht zu bedienen. Minimal schwieriger wird es, wenn ein Gegengewicht an die Lehne drückt. Aber auch daran gewöhnt man sich flott! Man muss nur immer ein klein wenig aufpassen, dass man nicht nur an einem Band zieht, da sonst die Lehne schief hängt. Also immer schön gut zupacken und beide Riemchen greifen…

Erwähnen möchte ich außerdem noch die quasi freischwingende Rückenlehne. Die Püppi scheint es wirklich sehr bequem zu finden, was vielleicht auch daran liegt, dass neben der eh schon tollen Federung auch die Lehne jede Bodenwelle und jeden Huckel wunderbar ausgleicht.

Wenn das Kind schlafen will, kann man im Übrigen auch ohne Weiteres die Fußschale hochstellen. Meine Püppi bekommt das sogar ganz allein hin. Nur zum Zurückstellen braucht sie mich.

Schwenkbare Räder und Wendigkeit

Wir verlangen von unserem Kinderwagen viel. Er soll problemlos in der Stadt, beim Einkaufen, auf Park- und Waldwegen, bei Sonne, Regen und Schnee  einsetzbar sein. Der Britax Go erhält hierbei das Prädikat „absolut geländegängig und prima wendig“.

Wendig beim Einkaufen wie auch im Wald

Beim Fahren hat man stets das Gefühl, dass der Wagen robust ist und es quasi mit jedem Huckel aufnehmen kann. Er fährt sich stabil, bricht nicht aus und er lässt sich sogar temporär einarmig fahren. Auch braucht man dank der schwenkbaren Rädern keinen großen Wende-Radius.

Dreipunktgurt, Haltestange und Fußablage

Unsere Püppi besteht noch immer darauf, auch ja immer schön angeschnallt zu sein. Dabei übt sie ausdauernd, den Verschluss selbst auf- und zumachen zu können. Glücklicherweise schafft sie genau das kräftemäßig noch nicht. Für uns Erwachsenen stellt der Gurt hingegen keine Herausforderung dar. Also keine Sorge, da muss niemand Extra-Einheiten im Fitnessstudio absolvieren.

Schön finde ich die gepolsterte Haltestange. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist das wirklich sehr angenehm, dass da kein eisiges Metall ist. Wunderbar ist auch, dass man den Haltegriff ganz fix abmachen kann – zum Beispiel, wenn man das im Auto eingeschlafene Kind umbetten will und dabei nicht rumfriemeln mag.

 

Fazit: Der Britax Go ist gekommen, um zu bleiben

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, wir sind doch ziemlich zufrieden mit unserem Britax Go. Er scheint mir zurecht der Testsieger der Stiftung Warentest (02/2015). Er ist wirklich wendig, hat ne Spitzenfederung, kann völlig problemlos umgebaut und zusammengeklappt werden, hat tolle Bremsen und auch hinsichtlich des Designs überzeugt mich dieser Wagen. Es handelt sich schlicht um einen modernen Kombi-Kinderwagen, der das Praktische ins Zentrum setzt. Dem zum Opfer fällt lediglich das Verspieltsein, welches mein alter Kombi-Kinderwagen aufwies. Bei dem gab es nämlich mehrere verstecke kleine Taschen – genau richtig, um die Fahr- oder Zookarte, etwas Bargeld oder den Haussschlüssel zu verstauen. Etwas irritiert hat mich zuguter letzt noch ein temporäres Quietschen. Das ging etliche Tage und gerade als ich mich mit WD-40 ranwagen wollte, hörte es von allein wieder auf. Seitdem war es aber auch nicht mehr gehört!

Wenn meine kleine Terrorpüppi irgendwann große Schwester sein wird, dann wird ebendieses Geschwisterkind mit dem Britax Go unterwegs sein. Es fehlt lediglich noch die Babyschale. Diese wird angenehm hoch angebracht sein, während meine Püppi aktuell trotzdem mühelos allein ein- und aussteigen kann. Bewegungsfreiheit hat sie dabei auch noch, denn auf der großen Sitzfläche findet auch noch bequem ein Kuscheltier Platz. So sind nicht nur wir Elterntiere endlich wieder zufrieden, sondern auch das Töchterlein will nicht mehr zurück zum Buggy. Wir testen nun auf Dauer und so wird man auch in einiger Zeit noch über uns sagen dürfen: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schieben sie ihn noch heute.

By | 2017-10-07T00:14:26+00:00 November 24th, 2015|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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