Samstag, 27. Februar 2016

Angriff der Killerklebepistole - Oder: Wie bastel ich ein Osterkörbchen

Vor vielen Jahren wurde ich einmal auf eine Hochzeit eingeladen. Wochen Stunden vor der Feier überlegten der Mann und ich: "Hey, lass uns doch noch was Ausgefallenes basteln". So stürmten wir also spontan tags vor der Hochzeit das nächstgelegene Bastelgeschäft und besorgten zwei (nackige) Holzfiguren. Die eine bekam einen Brautschleier angeklebt, die andere einen kleinen schwarzen Zylinder aufgesetzt. Letzteren hatten wir noch von Silvester rumliegen. Den Schleier konnte ich als Gardinenrest im Bastelgeschäft mitnehmen. Voll motiviert gingen wir ans Werk. 

Mit großem Tatendrang klebten wir Korken aneinander. Davon hatten wir ganz zufällig so drölfzig tausend rumliegen. Irgendwann ergab das ein Floß, auf dem das Brautpaar Händchen haltend Platz nahm. Bloß blöd, dass Heißklebepistolen und ich eher so auf Kriegsfuß miteinander stehen. Das Floß wurde zwar fertig, doch das Werk wurde nicht von mir beendet, sondern vom Mann.

Ich hatte mir nämlich im Laufe der tollkühnen Bastel-Orgie ordentlich Heißkleber auf den Finger geschmiert und war damit beschäftigt, aus der riesigen Brandblase den getrockneten Heißkleber rauszupulen. Parallel dazu jammerte ich vor mich hin und versuchte unter fließend kaltem Wasser die Schmerzen erträglich zu gestalten. Stundenlanges Kühlen und Schmerzmittel waren in der Folge nötig. Das Floß sah super aus. Ich nicht.


Das ist jetzt einige Jahre her. An das schmerzhafte Brennen kann ich mich aber immer noch gut erinnern. Trotzdem, ja trotzdem haben mich heute alle guten Sinne verlassen und ich habe diese Heißklebepistole rausgekramt. Ja genau. Diese Killerklebepistole. 

Mittwoch, 24. Februar 2016

Stein um Stein #Familienmoment (1)

Im Alltag gibt es so viele schöne, nachdenkliche, erstaunliche oder einfach erinnerungswürdige Momente mit der Terrorpüppi. Gerne möchte ich euch daran teilhaben. Die Summe dieser scheinbaren Kleinigkeiten macht schließlich einen jeden von uns aus. Oft erkennt man die Größe dieser kleinen Momente viel zu spät an oder, was noch schlimmer ist, gibt sie dem Vergessen preis. Meine Erfahrungen mit meiner kleinen Terrorpüppi, all die kleinen und großen Momente mit ihr möchte ich jedoch konservieren. So zum Beispiel die nachfolgende Begebenheit.

Eine zukünftige Dichterin und Denkerin

Mein kleines Töchterlein wird mal eine ganz große Dichterin und Denkerin, denn sie sammelt Steine. 

Sonntag, 21. Februar 2016

Jetzt blogge ich: Über Kinderbücher (Gastbeitrag)

Bisher habe ich das euch noch gar nicht verraten, aber in diesem Jahr möchte ich ein wenig über den Tellerrand der Familienblogs hinausschauen. Denn die Bloggerwelt ist bunt und aufregend. Im Grunde genommen wird so über ziemlich jedes Thema gebloggt - also auch über sehr exotische Hobbys. 
Beginnen werde ich aber nicht mit den super Spezial-Themen-Blogs, sondern mit bestimmten 'Sparten', in denen nicht nur wirklich viele Leute bloggen, sondern die auch noch zahlreiche Fans um sich scharen können. Anfangen werde ich mit den Buchblogs, schließlich haben Bücher ja auch auf diesem Blog einen wichtigen Platz... Kinderbücher sind einfach wunderbar, denn sie eröffnen für unseren Nachwuchs unendlich viele Welten. 
Ich freue mich sehr, dass ich euch heute einen Gastbeitrag von Janet präsentieren darf. Janet schreibt nicht nur spitzen Rezensionen zu Kinderbüchern, sondern ist auch als Bloggerkollegin wahrlich ein Goldschatz. Sie ist äußerst aufmerksam und mit ihr macht Bloggen einfach Spaß.


Jetzt blogge ich: Über Kinderbücher
Janet von kinderbuchlesen.de

Zu meinem allerersten Buch „Die Reise nach Sundevit“, das ich selbst gelesen habe, musste mich meine Mutter regelrecht zwingen – denn auch ich war wohl anfangs ein ziemlicher Lesemuffel. Aber das war wohl auch gut so, denn es hat für mich das Tor zu einer komplett neuen Welt geöffnet. Das Eis war gebrochen. Seitdem verschlinge ich Bücher regelrecht. Jedenfalls versuche ich es, denn seit ich selbst Mama bin, ist die Zeit fürs Lesen immer ziemlich knapp. Jede kostbare freie Minute – selbst in der Badewanne – habe ich irgendein Buch in der Hand. Ich mag es einfach in anderen Welten oder Zeitepochen herumzugeistern.

Freitag, 19. Februar 2016

Erinnerungsfetzen


Ich liege auf der Couch. Mummelig-warm ist es unter meiner Decke. Ganz langsam öffne ich die Augen. Ich höre Geschirr klappern. Katzenhaare kitzeln mir in der Nase. Ich mag noch nicht aufstehen. Muss ich auch nicht.

Sie kommt mit einem Tablett zu mir ins Zimmer gelaufen. Süßer Früchtetee und Hackepeterbrötchen. Nachdem ich mir den Fernseher eingeschaltet habe, verzehre ich genüsslich mein Frühstück. Wenn meine Blicke umherschweifen, kann ich eine weiße Schrankwand sehen, in der allerhand Krimskrams rumsteht. Darunter auch einige Geschenke, die ich ihr selbst einst machte. Direkt neben dem Fernseher stehen etliche Musik-CDs, welche auf jeder Familienfeier hoch und runter gespielt werden. Ein furchtbarer Mix aus Schlager und Volksmusik und doch kann ich nur Gutes damit assoziieren. Der Kater kommt angeschlichen. Er springt zu mir auf die Couch und legt sich auf meine Decke. Ganz nah an mich heran. Er schnurrt.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schmunzler des Monats (11)

Man könnte meinen, es habe bei mir im letzten Monat nicht so viel Zeit und Gründe zum Schmunzeln gegeben... ja womöglich ist da ein wenig was dran, aber so ganz ohne Lachen kann ich eben doch nicht! Also ein paar Schmunzler gibt es, immerhin :-)


Mittwoch, 17. Februar 2016

Der Tag, auf den ich lange wartete...

... und der dann doch ganz anders wurde, als ich hoffte.


Ich habe wirklich lange auf diesen Tag hingefiebert. Bereits 2009, zum Ende meines Studiums wusste ich es einfach: Ich will auch noch promovieren. Es ging mir nicht um den Doktortitel. Klar, der ist ein schöner Nebeneffekt, aber ich hatte Forschung in meiner letzten Studienphase als erfüllend empfunden und wollte unbedingt mein eigenes großes Projekt. Der Weg zum Promotionsbeginn war dann doch recht holprig (das erzähle ich ein anderes Mal), aber im April 2012 ging es los. Mein Stipendium startete und ich konnte mich meinem Projekt widmen. Die Doktorarbeit. Meine Doktorarbeit.

Am Nikolaustage des Jahres 2013 kam dann meine kleine Terrorpüppi auf die Welt. Sie ist kein neues, weiteres Projekt. Sie ist die Liebe meines Lebens. Meine Prioritäten haben sich verschoben. Doch meine Doktorarbeit habe ich nicht aus den Augen verloren. Schon kurz nach der Geburt habe ich wieder stundenweise an ihr gearbeitet. Meine Devise lautete 'Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen'.

Samstag, 13. Februar 2016

Einmal Trubel mit allem, bitte! - Ninas Kaffeesätze (5)

Ninas Kaffeesätze

Was waren das für unglaublich anstrengende Wochen für mich. Ruhig wurde es auch hier auf dem Blog, aber heute geht es endlich wieder weiter. Es ist der 13. des Monats und Valentinstag steht vor der Tür. Da passt es noch mal extra wunderbar, dass Nina wieder zu Gast ist - denn Nina hat ganz viel Liebe in sich!




Einmal Trubel mit allem, bitte! 


Es ist laut. Um mich turnen gerade drei Kinder. Naja, sie turnen nicht, sie rennen, toben, kichern, spielen. Die Formulierung, die es am besten beschriebt wäre: sie wusern. Ich mag dieses Wort. Allerdings ist das Wusern an sich meiner Konzentrationen nicht sonderlich dienlich. Im Zimmer meiner Tochter spielt der Kleinste nun am Keyboard. Im Hintergrund beschäftigt meine Tochter sich mit ihrem mittleren Bruder, indem sie Figuren auf einem Schachbrett wahl-, plan- und ziellos hin und her bewegt. Ihr Bruder kennt die Regeln eindeutig besser, was nicht zwingend mehr Erfolg in seinem Spiel zufolge hat. Und zu guter Letzt hat meine Frau beschlossen, einen Kuchen zu backen – ich muss sicher nicht beschreiben, wie verführerisch es hier riecht.

Ich habe frischen Kaffee zugestellt. Ja, ich gehöre zu der Gruppe Menschen, die ohne Kaffee nur schwer konzentriert arbeiten können. Ursprünglich hatte ich etwas gänzlich anderes vor, als zu arbeiten. Mein heutiges Tagesziel war: ein Geschenk für Valentinstag zu kaufen. Generell neige ich dazu, beim Geschenkkauf ein wenig durchzudrehen. Ich renne in sämtliche Läden, vergleiche verschiedene Angebote und suche dabei noch immer die perfekte Idee. Dieses Jahr läuft es anders, denn die Idee ist schon da: meine Frau wünscht sich ein bestimmtes Parfum.

Online einkaufen ist für mich kein Vergnügen. Mir fehlt dabei die Möglichkeit, die Waren anzusehen und gegebenenfalls Verkäufer mit Fragen zur Verzweiflung zu treiben. In Wirklichkeit gibt es nur einen Onlineanbieter, bei dem ich wirklich regelmäßig einkaufe, aber was tut man nicht alles für die geliebte Frau. In der Werbebeilage unserer Zeitung gab es genau das gewünschte Parfum, um einen auffällig günstigen Aktionspreis - „Artikel auch online bestellbar“. Das ist ja mal positiv, denn die Filiale im Nachbarort ist für mich nur schwer zu erreichen. Zuversichtlich suchte ich die Webseite und fand nach einigen Umwegen auch das Angebot. In den Warenkorb legen. Okay, wo finde ich nun den Warenkorb? Ach hier. Drauf klicken, ja der Artikel ist darin abgelegt und der Preis stimmt auch. Also setze ich den Kauf fort. Natürlich will man einen ganzen Haufen Kundendaten, Name, Adresse, Geburtsdatum – ich bin versucht Haar- und Augenfarbe im Bemerkungsfeld einzugeben – und in einem Feld: „Wunschfiliale“. Ich stutze. Die Lieferung ist nur in die Filiale möglich. Leise erklingt das dumpfe Geräusch meiner Stirn, die auf den Tisch knallt.

Nachdem ich die Frustration langsam abschüttle - und meine Tochter das Schachbrett zurück räumt – sitze ich noch immer am PC und schreibe. Ich verwerfe den Einkauf vorerst und widme mich meiner Kolumne. Dafür hatte ich ein tolles Konzept, immerhin erscheint die Kolumne einen Tag vor dem Valentinstag. Ich schreibe drauf los. Dann sehe ich am Bildschirm, was ich geschrieben habe. „Sie lesen Ninas Alltag. Mit allem Chaos“, denke ich. Während ich mir meinen Kaffee eingieße, rennt ein halb angezogener Spiderman zu mir und fragt mich, ob ich den Klettverschluss zu machen kann. Der fünfjährige Knirps liebt dieses Kostüm mit den künstlichen Muskeln. Ich muss schmunzeln.

Während meine Frau den Kuchen aus dem Rohr nimmt, überlege ich, wie ich das Parfum trotzdem besorgen kann. „Was machst du da?“, fragt mein siebenjähriger Sohn. „Ich schreibe einen Text.“ - „Für Frau Nina?“ - „Nein, das ist für einen anderen Blog“, antworte ich und schon sitzt er auf meinem Schoß und liest meinen Text. Ja, er liest. Er liest ruhig, lächelt, schmunzelt, schüttelt mal den Kopf. „Und?“, frage ich ihn neugierig. „Sehr witzig“, meint er. „Kann ich das so lassen?“, frage ich. „Ja“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

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