Donnerstag, 3. März 2016

Die ewige Suche nach dem Job – Vereinbarkeit gescheitert? (Gastbeitrag)






Die ewige Suche nach dem Job – Vereinbarkeit gescheitert?

Ein Gastbeitrag von Isa, LariLara

Ich arbeite gerne

Seit 2006 arbeite ich in der Kommunikationsbranche. Erst im Konzern, dann bin ich durch diverse Agenturen gegangen. Früher waren es Vollzeitjobs mit mehr als 50 Stunden reiner Arbeitszeit. Das war auch ok. Ich bin viel gereist und habe viel gelernt. Dann wurde ich (bewusst) schwanger und alles begann.

Die Schwangere muss weg

Frau + schwanger = ungewollte Arbeitnehmerin.
Meine damaligen Chefs setzten mich nach Bekanntgabe der Schwangerschaft aufs Abstellgleis. Meine Etats wurden mir entzogen, ich durfte meine Tür nicht mehr schließen und mit Kollegen reden sowieso nicht. Das Ziel war klar, die Schwangere muss weg, die wird eh nie wieder Vollzeit arbeiten. Das war auch gar nicht weiter schlimm, denn während der Elternzeit bewarb ich mich und hatte sogar zwei Jobangebote in Unternehmen.

Ein Neuanfang

Mein Mann bekam allerdings ein tolles Angebot aus Hamburg und wir zogen mit. Auch hier hatte ich sofort einen Job gefunden, befristet, 30 Stunden, aber fein. Eigentlich wollte ich nicht mehr als 20 Stunden arbeiten, aber ich ließ mich darauf ein und war glücklich. Eine PR-Agentur. Ich wurde vom ersten Tag angenommen, führte meine Kunden und verließ die Arbeit nie pünktlich. Kann man ab einer gewissen Position auch nicht mehr. Mir ging es gut, meine Tochter liebte den Kindergarten. Ich wurde fest angestellt. Alles also bestens.

Das 2. Kind

Dann wurde ich wieder schwanger. Auch geplant. Klar, ich war Mitte 30 und wenn nicht jetzt, wann dann. Ich arbeitete weiter, hatte Schwangerschaftsprobleme, war öfter daheim. Die Kunden der Agentur gingen oder kürzten die Budgets (nicht wegen mir J) Und auch ich wurde gekürzt. Gestrichen. Ausradiert. Am ersten Tag nach meiner Elternzeit kam ich voller Elan zur Arbeit und dachte, es gäbe ein Willkommensgespräch.

Der Abgrund

Es war die Kündigung. Betriebsbedingt. Was ich mit einem Kind geschafft habe, schaffe ich auch mit zwei. Falsch gedacht. Nunmehr zahlreiche Bewerbungen und Gespräche später weiß ich, ich bin nicht gewünscht. In der PR-Welt musst du hart arbeiten. Überstunden schieben. Eine miese Bezahlung akzeptieren. Aber die Leistung bringen, wie eine Führungskraft in Vollzeit. Nur eben bezahlt wie ein Berufsanfänger. Du darfst ja glücklich sein überhaupt Arbeit zu bekommen.

Der Ausblick

Ich bleibe aber nicht tatenlos sitzen. Ich mache ein Coaching, das mir zeigt, dass ich einen tollen Lebenslauf habe, tolle Referenzen und gute Chancen habe. Dass der richtige Job kommen wird. Und ich schöpfe Hoffnung. Bin wieder motiviert. Ich bin begeistert im Social Web unterwegs. Gerne würde ich auch in diese Richtung arbeiten. Kombiniert mit der PR. Ich mache eine Weiterbildung. Setze mich täglich mehrere Stunden hin und lerne. Schreibe weiterhin Bewerbungen. Gehe zu Gesprächen. Die Kinder betreue ich am Nachmittag. Am Abend lerne ich und mache den Haushalt. Einmal die Woche arbeite ich für eine kleine Agentur. Ich bleibe also am Ball. Funktioniert. Die Abschlussarbeit ist fast fertig. Und dann?

Die Vereinbarkeit gescheitert

Absagen. Absagen. Absagen. Das Loch tut sich wieder auf. Ich falle. Wieder. Und ich frage mich, ob es in meiner Welt eine Vereinbarkeit gibt. Lassen sich PR und Kinder im Angestelltenverhältnis vereinbaren? Die Antwort wird die Zukunft bringen.
Mein Weg ist steinig – aber ich meistere ihn. Es ist hart und manchmal bin ich nah der Versuchung alles hinzuschmeißen. Meine Familie gibt mir die Kraft weiterzumachen, den Mut nicht zu verlieren.


Zu mir und meinem Blog:

Ich bin Isa, 37 Jahre und wohne mit meinen 2 Töchtern samt Mann in Hamburg. Studiert habe ich in Mainz, Amerikanistik, und bin nach einigen Praktika bei der Zeitung, beim Radio, beim Funk und in PR-Agenturen schließlich in der Kommunikationsbranche gelandet.
Vor den Kindern bin ich gerne feiern gegangen, war auf Rock-Konzerten, bin Mountainbike gefahren. Ich war Leistungsturnerin und Amazone. Lang ist es her J. Mittlerweile versuche ich mal ein Buch zu lesen, joggen zu gehen oder Pilates zu machen.

Mein Blog Lari Lara (www.larilara.de) entstand während der Elternzeit und hat sich langsam entwickelt. Ich schreibe über alltägliche Dinge meines Lebens, über mich als Mama, Ehefrau und die Vereinbarkeit von Beruf & Familie. Ab und an gibt es aus Produkttests, Gewinnspiele und Tipps & Tricks zur Erziehung. Ein abwechslungsreiches Blog aus dem wahren Leben.

Man findet mich auch bei Facebook, Twitter, Instagram & Pinterest. Wer mag, kann gerne vorbei schauen – ich würde mich freuen!

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