Freitag, 18. August 2017

Manchmal ist Funktionieren schon eine Herausforderung - Freitagslieblinge (7)

Ja manchmal ist es schon eine echte Herausforderung, irgendwie zu funktionieren. So ein Leben lässt sich eben doch nicht planen. Das Leben anderer noch viel weniger. Glücklich sein oder zumindest die Schönheit von bestimmten Momenten und Menschen zu sehen, fällt dann schwer. Fällt mir schwer.

In dieser Woche musste ich einfach nur funktionieren. Ein Anruf am Sonntag veränderte alles. Seitdem immer wieder im Krankenhaus. Monitore. Angst. Erinnerungen. Fragen. Tränen. Aber auch Hoffnung.

Solche Beiträge wie dieser, in denen man sich an das Liebste der Woche erinnern und andere daran teilhaben lassen soll, die fallen leichter, wenn es eine gute Woche war, auf die man zurückblickt. Umso wichtiger ist es genau jetzt für mich, auch in dieser Woche zurückzublicken. Denn ja, es war schwer für mich. Ich musste funktionieren. Aber für einen Herzensmenschen war es nicht nur schwer. Es ging um sein Leben.

Er lebt.

Er lebt, also war es eine harte, anstrengende, ängstliche, traurige, wütend machende, aber schlussendlich trotzdem auch eine gute Woche. Zusammenhalt, Liebe, Erinnerungen, Trost, Hoffnung. Noch mehr Liebe. Deswegen gibt es die Freitagslieblinge auch heute. Wie in den letzten beiden Wochen auch, aus meiner und aus meiner Sicht...


Mittwoch, 16. August 2017

Als mein Kind mich biss... und mich die Vergangenheit einholte

Eigentlich bin ich sehr zurückhaltend mit persönlichen Mitteilungen, aber dieses Mal möchte ich auf meine "Abstinenz" etwas verzichten, weil ich glaube, dass die meisten Eltern dieses Gefühl kennen, wenn sie von eigenen Erfahrungen und Erinnerungen heimgesucht werden. Susannes Artikel auf geborgen wachsen sprach mich direkt an, weil sie beschreibt, wie wir manchmal mit uns kämpfen müssen, um wieder für unsere Kinder präsent zu sein. Je mehr ich darüber nachdachte, umso deutlicher wurde mir aber, dass es gar nicht um das Kämpfen geht, sondern um das liebevolle Begleiten des eigenen inneren Kindes von damals, das bestimmte Erfahrungen gemacht hat und welches die Erwachsene in mir in Schwierigkeiten bringt.



Montag, 14. August 2017

Mama, ich brauche dich, bitte! Zwischen Ansprache und Raum lassen

Eine kurze Episode, die exemplarisch schildert, wie die mangelnde Feinfühligkeit einer Mutter auf ihr Baby wirkt und dass Stillen nicht automatisch bedeutet, dass Eltern bindungs- und beziehungsorientiert mit ihrem Kind umgehen.

Edit: mich erreichte einiges an Kritik, insbesondere von Müttern, die meinen, die Ansprüche, die ich hier an Mütterlichkeit stelle, seien zu hoch. Ich sage: nein, sind sie nicht! Ich sage nicht, dass es einfach ist und dass es nicht einiges an innerer Arbeit bedeutet, aber ich erlebe es tagtäglich, was aus Menschen werden, deren Mütter/ Väter ihre Bedürfnisse permanent fehldeuten oder gar missachten. Genau deswegen schreibe ich solche Artikel... Weil in dieser Interaktion etwas Grundlegendes falsch läuft. Ich wünsche mir, dass Eltern auf ihre Kinder eingehen, sie verstehen wollen und ihnen vermitteln, dass sie wichtig sind. Es gibt einen Weg zwischen dem sich ausschließlichen Widmen und dem Ignorieren der kindlichen Bedürfnisse. Wenn Baby und Mutter/ Vater zusammen sind, dann ist die Mutter/ Vater die Bezugsperson und der Ansprechpartner dieses- ihres/ seines- Babys. Es ist einfach keine Bagatelle, wenn man sein Kind missachtet. Natürlich braucht eine Mutter/ Vater auch Freiräume, darum geht es hier aber überhaupt nicht. Es geht darum, dass, wenn diese Art der Interaktion meistens vorliegt, es dem Kind schadet. Wie wir als Eltern mit unseren Kindern umgehen, mit ihnen reden, wie wir uns ihnen zuwenden, wird zu der Blaupause, wie sie mit sich selbst und anderen später umgehen werden. Ich werde nicht müde, das zu erwähnen, immer und immer wieder, weil es den Kindern nur helfen kann. Ja, wir alle geben unseren Kindern ein Päckchen mit, das ist nicht zu vermeiden. 

Aus der Bindungsforschung weiß man: eine sichere Bindung entsteht, weil man sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert und feinfühlig, das heißt PROMPT und ANGEMESSEN reagiert, und nicht etwa automatisch, nur weil man sein Kind im Tragetuch trägt oder weil man es im Familienbett schlafen lässt. Es geht um die Wahrnehmung der je individuellen kindlichen Bedürfnisse.

Freitag, 11. August 2017

Von Katzenfutter und 10x12 Minuten - Freitagslieblinge (6)

Was für eine Woche. Meine erste Woche wieder im Job. Die letzte Kita-Ferienwoche der Püppi. Die erste Woche Intensivzeit zwischen Papa und Sohn. Es ist also dringlich Zeit für die Freitagslieblinge.

MadameFREUDig und ich haben den für uns passenden Modus der Freitagslieblinge gefunden. Regelmäßig werde ich unsere Freitagslieblinge vorstellen. Wobei ich bei meinen eigenen ziemlich sicher bin, dass es so und nicht anders ist  - die Lieblinge von MadameFREUDig hingegen werden etwas spekulativer sein. Das liegt einfach daran, dass ich stets nur über unzureichende Informationen verfügen werde und ich mir den Rest zusammenreimen muss.
Manchmal wird auch MadameFREUDig die Freitagslieblinge schreiben. Dann gilt dasselbe, nur umgekehrt...

Nun aber zu meiner Woche und meiner Sicht auf MadameFREUDigs Woche...

Sonntag, 6. August 2017

Wer hat hier Angst vor der Wut? Über das Wegsehen und den kindlichen Wunsch gesehen zu werden

Dieser Text entsteht als Reaktion auf Reaktionen zu diesem wie ich finde anregenden Artikel von Jeannie von Mini and Me. Sie schreibt auf nachdenklich machende Art über die Reaktion auf kindliche Aggression und wirft die Frage auf, ob man sich nicht doch auch von einem kleinen Kind hauen lassen könnte, um zu signalisieren, dass auch die Wut ausgehalten wird. Das führte dazu, dass sich einige Eltern empört über den Untergang der zur Selbstkontrolle erzogenen Kinder zeigten und mutmaßten, dass so "erzogene" Kinder gewälttätig und zu Narzissten würden.


Susanne Mierau von geborgen wachsen hat ebenfalls sehr wunderbar darauf Bezug genommen und dargestellt, dass es nicht darum geht, ob wir Grenzen setzen, sondern WIE wir das tun. Sie spricht mir damit aus der Seele und geht wunderbar auf die Notwendigkeit von ausgesprochenen und verteidigten Grenzen ein, wenn man möglichst allen genügend Raum geben will.

Mit meinem Text  möchte ich nochmal einen Schritt weiter gehen und die in den Kommentaren aufgenommene Angst vor hoffnungslos unkontrolliert um sich schlagenden Kindern betrachten.  Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass ein wie auch immer geartetes Ignorieren von Wut auch nicht sinnvoller ist als ein Ausschimpfen. Wenn ich einem Kind das Gefühl geben will, dass ich es ganz annehme, wie es ist, dann kann ich auch seine Wutgefühle nicht ignorieren, sondern MUSS auf diese reagieren, muss sie irgendwie begleiten und zeigen, dass ich sehe, was da gerade passiert. Je nach eigenem Standpunkt lassen sich die einen Eltern dann eben hauen, geben ein Wutkissen oder setzen eine andere Art der Grenze und zeigen, dass sie wahrnehmen. Warum ich das für wichtig halte, dass die kindliche Aggression gesehen und darauf reagiert wird, erfahrt ihr im Text.

Freitag, 4. August 2017

Neues aus dem Fake- News- Lager von den Terrorpüppis. Freitagslieblinge (5) vom 4.8.2017


Anlässlich des Rufs der BerlinMitteMom, unsere fünf Lieblinge der Woche zu verraten, und der Faulheit und mangelnder Zeit fasse ich Jessis und meine Woche nun effektiv zusammen.

Mich erreichten bezaubernde Bilder und Kurzbeschreibungen, die mir zumindest Anhaltspunkte zur Erstellung von Jessis Woche gaben.

Die gute Jessi war mit Familie Terrorpüppi viel unterwegs diese Woche (schaut euch daher ruhig bei Jessis umfangreichen Ausflugstipps um), hat aber ihren


Lieblingsmoment mit den Kindern

auf dem Schloss Diedersdorf erlebt.  Man munkelt, dass Familie Terrorpüppi als schlammverdreckte Horde auf dem Brandenburger Feld gesichtet wurde. Das Pony scheint verdächtig sauber. Wer war denn da dann bitte sehr das Reittier?



Donnerstag, 3. August 2017

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (4)

Dreimal hab ich euch nun schon in den letzten Wochen Ausflugstipps gegeben. Dies ist der vierte Teil (Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Nach einer kleinen Pause wird auf jeden Fall noch ein fünfter Teil demnächst kommen.


Das hier sind die heutigen Tipps.
  • Zoo Berlin und Aquarium
  • Sealife
  • Domäne Dahlem
  • Vogelpark und Streichelzoo in Teltow
  • Kinderbauernhof Pinke Panke
  • Karls Erdbeerhof

Mittwoch, 2. August 2017

Das Ausflugstagebuch. Erinnerungen gemeinsam festhalten

Ausflugstagebuch

Seit der Geburt der Terrorpüppi unternehmen wir als Familie viel. Am Wochenende sind es Ausflüge und selbst unter der Woche treibt es uns nach draußen. Selbstverständlich geht es unter der Woche auch viel auf die vor der Tür liegenden Spielplätze, doch nicht nur. Gerne erkunden wir neue Spiel- und Klettermöglichkeiten, streifen durch Parks und Wälder - und das eben nicht nur am Wochenende oder in den Ferien.

Mit der  zweiten Schwangerschaft und schließlich seit der Geburt des Sohnemanns machen wir weniger Ausflüge. Auch im Alltag muss meine Kleine viel Rücksicht auf ihren kleinen Bruder nehmen. Aus diesem Grund hatte ich eine Idee. Ein Ausflugstagebuch.

Dienstag, 1. August 2017

Das habt ihr im Juli am meisten gelesen

Heute war ich einfach so neugierig und wollte wissen, welche Beiträge ihr denn im Juli am liebsten gelesen habt.

Das ist dabei herausgekommen. Vielleicht entdeckt ihr ja zufällig auch noch was, das ihr verpasst habt?


Sonntag, 30. Juli 2017

Gibt es überhaupt Schutz für unsere Kinder vor sexueller Gewalt und Missbrauch?



Trotz der nun eingekehrten sommerlichen Leichtigkeit der Ferienzeit möchte ich heute über ein schwerwiegendes und sehr wichtiges Thema schreiben. Ich las die Tage einen Kommentar einer Mutter, die ihr Unverständnis über Eltern äußerte, die ihren Mädchen unter Röcken neben einer Unterhose noch andere Hose anzögen, um sie vor sexueller Gewalt zu schützen. Das brachte an anderer Stelle noch eine kontroverse Diskussion hervor. Ich nehme das zum Anlass, um über sexuelle Gewalt an Kindern zu schreiben. Nicht weil ich irgendwem unterstelle, er/ sie würde Kinder nicht schützen. Nicht weil ich denke, dass man Kindern Hosen über Hosen anziehen muss. Ganz und gar nicht. Nein, ich möchte mich vielmehr für Bewusstheit im Umgang mit sexuellem Missbrauch aussprechen. 

Selbstverständlich ist ein Nein ein Nein, selbstverständlich geht es nicht darum, Opfern vorzuhalten, sie hätten mit ihrer Kleiderwahl Schuld, aber leider ist es nicht so einfach, wie wir uns es vielleicht wünschen würden. Es gibt Menschen, insbesondere trifft das bei Männern zu, die bei bestimmten Anblicken Lust empfinden und das auch in Handlungen umsetzen. Kinder sollen Kinder sein dürfen, nackig umhertollen und nicht Angst haben müssen. Daher ist es die Verantwortung der Eltern, sie vor Übergriffen zu schützen UND ihnen trotzdem den notwendigen Freiraum zu schaffen. 

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (3)

Teil 3 der Ausflugstipps für Berlin und Brandenburg ist nun also schon dran. Da wir sehr gerne Tagestouren nach Brandenburg machen, standen diese bisher in Teil 1 und Teil 2 im Vordergrund, wenngleich nicht ausschließlich.

Heute fokussiere ich mich mal stärker auf Berlin, denn natürlich kann man die Hauptstadt auch mit Kindern unsicher machen. In diesem Beitrag findet ihr:

  • Britzer Garten 
  • Familienfarm Lübars 
  • Natur-Park Südgelände 
  • Dampferfahrt 
  • FEZ 
  • Europaspielplatz 
  • Pfaueninsel 

Freitag, 28. Juli 2017

Die soziale Konstruktion der Freitagslieblinge. Oder: Es begann mit mir als Clown - Freitagslieblinge (4)

Es ist Freitag und damit Zeit für die Freitagslieblinge. Das Jessi-Ich spricht hier ganz überraschend, denn eigentlich war das MadameFREUDig-Ich für heute angedacht. Doch mich - also das Jessi-Ich-ereilte am Donnerstag-Abend die Hiobsbotschaft frohe Kunde, die Freitagslieblinge machen zu dürfen.

Den Grund dafür weiß nur die Deutsche Telekom... MadameFreudig ist nämlich völlig überraschend von der Zivilisation abgeschnitten worden. Man könnte auch sagen, das Internet ist ein Totalausfall und niemand will es gewesen sein. Um mir dies mitzuteilen (so stelle ich es mir jedenfalls vor) musste sie durch die Weiten ihrer Hood laufen, um endlich Empfang zu bekommen - und um mir eben mitteilen zu können, dass sie es nicht schaffen wird, ihren Blogpost fertigzustellen. Da sitze ich also nun und rekapituliere meine Woche... und ich spekuliere, wie wohl ihre Woche gewesen ist, denn Notizenfetzen und Bilder von ihr sind vorhanden.

So kommt es, wie es nun einmal kommen muss, heute präsentiere ich meine Freitagslieblinge und außerdem meine Rekonstruktion ihrer Freitagslieblinge. Für Fake News entschuldige ich mich ausdrücklich nicht in diesem Zusammenhang, denn als Soziologin glaube ich eh nur an die soziale Konstruktion der Wirklichkeit. Und heute vor allem an meine Konstruktion.

Und schon geht es auch schon los. Verregnet war es diese Woche vermutlich nicht nur bei uns... Straßen werden überspült, unterspült und dieses Internet wird manchmal sogar ganz weggespült. Gerade jetzt, wo Kita-Ferien sind, ist das wirklich ärgerlich... aber es lässt sich ja nicht ändern und ich, äh wir versuchen einfach das Beste draus zu machen.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Eine normale Familie. Mehr Gleichberechtigung als das Klischee (Gastbeitrag)

Es ist verdammt langer her, da war Steffi schon einmal Gast auf diesem Blog. Damals, es ist nun schon fast zwei Jahre her, schrieb sie über ihre Begegnungen mit Fremden, über Vielfalt und Bereicherung. Bei Twitter hatte ich nun ein wenig rumgefragt, wer denn Lust hätte - und sich eben auch entsprechend angesprochen fühlt -  bei einer Interviewreihe mitzumachen. In dieser wird es (ab Herbst) um gleichberechtigte Elternschaft abseits der Rosa-Hellblau-Falle gehen. Steffi meldete sich, nicht um mitzumachen, sondern weil sie wissen wollte, wie ich das denn genau meine. So mit gleichberechtigter Elternschaft und so. Ich deutete es ihr an und sie meinte von sich aus, dass sie dann wohl nicht ganz passen würde. Zugleich aber ließ sie das Thema nicht los und so schrieb sie mir spontan diesen Gastbeitrag. Ich glaube - und da interpretiere ich jetzt vergleichsweise frei -, dass sie das Thema deshalb nicht losließ, weil sie vielleicht keine gleichberechtigte Elternschaft, aber über die Jahre in der Summe eine gleichberechtigte Partnerschaft gelebt hat. 
Eine gute Elternschaft - das möchte (und muss ich wohl für den einen oder anderen auch) betonen, hängt nicht monokausal von diesem "gleichberechtigt" ab. Gute Elternschaft ist vor allem ganz viel Liebe, aber das ist ein anderes Thema... Steffi jedenfalls kenne ich nun schon ziemlich lange über Twitter und ich habe mir erlaubt, den Titel ihres Beitrags um eine Unterüberschrift zu ergänzen. Steffi ist (oder vielmehr war) nämlich keine Klischee-Hausfrau, die in Abhängigkeit von ihrem Mann zu Hause Pinterest-Ideen verwirklichte. Arbeit ist mehr als Erwerbsarbeit und auch nicht nur Erwerbsarbeit plus Hausarbeit. Und man muss auch nicht in einer rosa-hellblau-getrennten Gedankenwelt leben, um sich temporär aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen. Steffi beschreibt nachfolgend nicht nur einfach ihre Erfahrungen und Beweggründe, sondern auch die Schlüsse, die sie aus ihren Entscheidungen und Erfahrungen gezogen hat. Viel Spaß beim Lesen!

Lieben Gruß
Jessi aka Terrorpüppi



Mittwoch, 26. Juli 2017

MadameFREUDig bloggt fremd. Ein Interview zu Gewalt

MadameFREUDig hat sich Fragen zum Thema Gewalt gestellt. In fundierter Weise legt sie in ihrem Interview "Jegliche Gewalt in der Kindheit schadet – ein Interview mit Terrorpüppi" beim Blog kidzchaos. dar, was Gewalt ist und wie sich Gewalt auf das kindliche Selbst auswirkt.

"Wenn Gewalt zugefügt wird, dann überschreitet das immer Grenzen der betroffenen Person, also des Kindes. Das Kind erlebt sich als böse, schlecht, unwert und natürlich auch als unterlegen, denn das ist, was die gewalttätige Person auf das Kind projiziert. „Ich schlage dich, weil du böse warst“."
Das Interview ist damit auch eine wunderbare Ergänzung zum unserem Beitrag vom Sonntag: Lautlose Gewalt.

Bitte lasst uns nicht wegschauen. Nicht bei anderen, nicht bei uns selbst.

Dienstag, 25. Juli 2017

Ein modernes Märchen. Frösche küssen (mit Verlosung des Kinderbuchs "Frösche küssen")

Ich bin mit Märchen groß geworden. Insbesondere die Märchen der Gebrüder Grimm wurden erst viel vorgelesen und schließlich las ich sie auch selbst. Im Original versteht sich, also durchaus auch mit den grausamen Passagen. Mit Märchen verbinde ich noch heute viele Erinnerungen an meine beiden Großmütter.

Märchen sind historisch betrachtet allerdings kein Genre nur für Kinder, sondern vor allem für Erwachsene gedacht gewesen. Sie entstammen einer Zeit, da gab es auch noch nicht unser Verständnis von Kindheit als eine eigenständige Entwicklungsphase mit ganz spezifischen Bedürfnissen. Stattdessen waren Kinder kleine Erwachsene und so wurden sie auch den Märchen ganz unzensiert "ausgesetzt". Die Sensibilität für die altersbedingt unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten mit bestimmen Themen umzugehen, ist in Bezug auf Gewaltdarstellungen bei vielen Eltern und auch den (Kinderbuch)Verlagen bereits angekommen. Entsprechend werden die originalen Märchen passend zum Alter der Kinder umgeschrieben und letztlich zensiert. Das gelingt mal besser, mal schlechter, aber erscheint mir vom Prinzip richtig. Meiner Dreijährigen will ich jedenfalls nichts von Mord und Todschlag vorlesen. Da darf der Wolf ruhig vom Rotkäppchen und vom Jäger eine unblutige Lektion erteilt bekommen.

Sonntag, 23. Juli 2017

Lautlose Gewalt

Als mich dieses Gedicht erreichte, schrie es mich beim Lesen an. Es ist das Gedicht eines Kindes. Eines Kindes, das obwohl es seinen Schmerz hinaus schrie, nicht gehört worden ist. Die Autorin schrieb es während ihrer Kindheit. Sie erzählte mir, dass ihr Dinge widerfahren sind, über die sie damals mit niemanden wagte, zu sprechen. Damals.


Freitag, 21. Juli 2017

Von Maik-Tylor, der kein Bio verträgt bis zu Sägespänekuchen - Freitagslieblinge (3)

Einen Wochenrückblick gibt es auch heute wieder im Rahmen der Freitagslieblinge.

Lieblingsessen der Woche

Mein Lieblingsessen ist diese schokoladige Kreation mit dem seltsamen Namen "Sägespänekuchen". Ich hab mich schon mehrere Tage drauf gefreut und als er endlich fertig war, konnte ich morgens, mittags und abends nicht genug von ihm bekommen... Aber jedes Mal nur ein kleines Stück. Wirklich!


Donnerstag, 20. Juli 2017

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (2)

Letzte Woche gab es bereits die erste Runde Ausflugstipps für Berlin-Brandenburg.

(Mit dabei waren u.a. das Extavium in Potsdam, der Optikpark Rathenow, das Museumsdorf Düppel und das Kindermuseum Labyrinth.)

Heute geht es nun weiter mit unseren Tipps. Auch heute liegt der Fokus auf Outdoor-Aktivitäten, aber auch eine Schlechtwetteralternative ist dabei:

  • Kahnfahrt im Spreewald
  • Baumwipfelpfad Baum und Zeit
  • Tierpark Cottbus mit Parkenden Bahn
  • Schloss Diedersdorf
  • Kinderkino und Sternenhimmel im Planetarium am Insulaner
  • Volkspark Potsdam 

... Und los geht's auch schon.

Dienstag, 18. Juli 2017

Leg doch mal das Smartphone weg: #Blogparade

Die liebe Nora Imlau hat kürzlich einen entzürnten Beitrag auf Facebook geschrieben, als die Stadt Bergisch Gladbach mit Plakaten versuchte, Eltern auf deren Handynutzung aufmerksam zu machen  und ihren Blick weg vom Handy und zurück aufs Kind zu lenken. Daraufhin hat Katha von natürlich-geliebt eine Blogparade gestartet und ich mag dazu auch gerne meine Meinung kund tun, denn ich gehe mit mir recht selbstkritisch um und distanziere mich aber auch von solchen Moralkeulen, wenn der Schuh mir nicht passt.

Sonntag, 16. Juli 2017

Terrorpüppi allein zu Haus'?! Selbstständigkeit fördern #blogparade

Die Mama mal 3 hat zu einer Blogparade aufgerufen, die uns eigentlich noch gar nicht betrifft. Da wird nämlich gefragt, seit welchem Alter wir unser Kind auch mal allein zu Hause lassen oder zumindest, ab wann wir dies vorhaben. Auch wird nach Regeln gefragt, die mit dem Alleinsein verknüpft werden und welche Erfahrungen schon gemacht wurden. Die Terrorpüppi ist 3,5 Jahre alt. Die lasse ich noch nicht allein zu Haus und da ich nicht das Gefühl habe, dass dieses Thema unmittelbar ansteht, habe ich mir bisher auch noch keine Gedanken darüber gemacht.


Warum ich nun trotzdem darüber schreibe? Weil es mir plötzlich gar nicht mehr so abwegig erscheint, mir genau jetzt schon erste Gedanken darüber machen.

Scheiße, äh Mist, Moppelkotze, Scheibenkleister... wird meine Tochter schnell groß. Gestern noch ein Baby und morgen schon... Na dann doch lieber schon mal nachdenken. Nachdenken schadet ja eigentlich nicht. Vermutlich steht das Thema schneller an, als ich mich bei drei unter meiner Decke verstecken kann.

Freitag, 14. Juli 2017

Barfuß in der Zucchini: Freitagslieblinge der Madame FREUDig (2)

Die liebe Jessi und ich wollen uns abwechselnd den Freitagslieblingen der BerlinMitteMom widmen und diese Woche bin ich dran. Ich bin ja eigentlich eher zurückhaltend, was mein Privatleben anbelangt, aber hier lasse ich ein klein wenig was blitzen.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Von den Ferien überrollt - Ninas Kaffeesätze (17)

Ich erinnere mich noch genau. Was hab ich mich als Kind immer auf die Sommerferien gefreut! Viele schöne Erinnerungen kann ich mit ihnen verbinden. Da weder meine Püppi und erst recht noch nicht mein Sohn in die Schule gehen und es dementsprechend auch noch keine Schulferien gibt, kann ich nur erahnen, wie Nina die 6 Wochen managen wird... Aber ich übe schon mal mit den anstehenden vier Wochen Kita-Ferien... 

Und nun viel Spaß bei der bereits 17. Ausgabe von Ninas Kaffeesätzen!



Ninas Kaffeesätze

Von den Ferien überrollt

von Nina alias Frau Papa



Mittwoch, 12. Juli 2017

Erste Freundschaften. Gemeinsam ist man stärker - #Familienmoment (7)

Meine Terrorpüppi ist jetzt 3,5 Jahre alt und immer mehr spielt sie mit und nicht nur neben den anderen Kindern. Komplexere Rollenspiele sind erkennbar. Die Kinder jagen einander, singen, rufen und lachen schallend. Wieder und wieder fordern sie die Aufmerksamkeit wechselseitig voneinander ein. Es wird lebhaft verhandelt, wer darüber bestimmen darf, wie weitergespielt werden soll. Ebenso ergibt sich das Spiel in der Gruppe nicht selten auch einfach ohne große Diskussionen. Mal fließt das Miteinander, mal reiben sich die kleinen Geschöpfe aneinander. Sie sausen und springen, kichern und weinen.

Spielende Kinder im nassen Spielplatzsand


Ich beobachte meine Tochter gern beim Spielen mit den anderen Kindern. Ziemlich häufig beobachte ich aber eigentlich dabei auch mich selbst.

Montag, 10. Juli 2017

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (1)

Schon seit längerem könnt ihr auf Terrorpüppi eine Karte abrufen, auf der ich die liebsten Ausflugsziele unserer Familie eintrage.

Die Idee dahinter ist, dass wir uns als Familie Terrorpüppi immer wieder den Kopf darüber zerbrechen, was man denn schönes Neues unternehmen kann und anderen Familien geht es bestimmt genauso. Aus diesem Grund könnt ihr euch bei uns inspirieren lassen.

Meine heutigen Tipps sind:

  • Extavium (Potsdam)
  • Optikpark Rathenow
  • Wildpark Schorfheide
  • Tierpark Berlin
  • Museumsdorf Düppel
  • Barfußpfad in Ribbeck 
  • Labyrinth Kindermuseum
...und nun viel Spaß beim entdecken!



Freitag, 7. Juli 2017

Von einem Frühstück im Bett bis Frozen in der Glotze - Freitagslieblinge (1)

Die wirklich zauberhafte Anna von BerlinMitteMom hat nun schon seit einiger Zeit eine richtig tolle Aktion auf dem Blog: Die Freitagslieblinge. Dabei soll Woche für Woche: das Lieblingsessen und das Lieblingsbuch der Woche, der Lieblingsmoment mit den Kindern und der Lieblingsmoment für mich allein sowie die Inspiration der Woche rekapituliert werden.

So klassisches Tagebuchbloggen gibt es hier kaum auf dem Blog. Manchmal aber Geschichten aus dem Alltag und bisweilen auch Tipps, wie vielleicht so ein Alltag mit Kind noch einfacher oder noch schöner werden kann. In den kommenden Wochen möchte ich gerne ausprobieren, ob die Aktion Freitagslieblinge nicht auch was für den Terrorpüppi-Blog ist. Feedback ist also explizit willkommen! Und los geht's auch schon mit dem Lieblingsessen der Woche...

Mittwoch, 5. Juli 2017

"Stell dich nicht so an" und "Das war doch nicht so schlimm" Stiche in die Kinderseele



Am Wochenende hatten wir liebe Freunde zum Frühstück eingeladen und wir kamen ins Plaudern. Eine Freundin sprach dabei über ihre Mutter und deren Unfähigkeit ihr zu signalisieren, so richtig zu sein, wie sie ist. Immer wieder begegnen mir auf dem Spielplatz, bei Bekannten oder natürlich in der Praxis Sätze, die manche Eltern/ Menschen leicht dahin sagen und die so folgenreich sind, so dass ich den Anstoß nutze, eine Fürsprache für das Fühlen und gemeinsame Aushalten zu halten.



Dienstag, 4. Juli 2017

Wenn's ein Junge wird, dann... Ach was, einfach geile Klolektüre

Das von Christian Hanne auf meiner Waschmaschine in Großaufnahme

Man könnte mir vorwerfen, ich hätte es womöglich vergessen. Irgendjemand meint sicherlich, dass ich da nur einen alten Hut aus der Schublade zaubere. Irgendwo und bei irgendwem sei das alles schon gesagt worden. Kannste dir sparen. Kannste dir schenken. Lass mal... Ist einfach zu spät für diese Rezension.

Ich könnte mich daraufhin entschuldigen, denn es stimmt ja schließlich: Ich bin spät dran.

Tue ich aber nicht. Nix da mit Entschuldigung. Ich habe schließlich die allerbesten Gründe dafür, dass es ein ganz kleines bisschen gedauert hat.

Die Ursache dafür, dass ich so spät mit meiner "Rezension" dran bin, ist schlicht, weil so banal und zugleich genial, dass ich einfach Zeit benötigte: Ich habe nämlich geile Klolektüre für seiende und angehende Eltern gefunden. Zu dieser Erkenntnis kann man allerdings nur kommen, wenn man auch eine entsprechende Langzeitstudie durchführt.

Sonntag, 2. Juli 2017

Kaiserschnitt? Kein Grund für ein schlechtes Gewissen, denn du bist nicht allein

Der Kaiserschnitt. Ein Schreckgespenst der Schwangeren und Mütter. Frauen fühlen sich immer wieder schlecht, weil sie "nur" einen Kaiserschnitt hatten. Weil sie ihr Kind "nicht selbst geboren" hätten. Ihnen wird sogar vorgeworfen, sie seien deshalb keine "richtigen Mütter", weil sie den "leichten Weg" gegangen wären. Ein Kaiserschnitt sei keine "richtige Geburt" . 

Du hattest einen Kaiserschnitt? Oder dir steht ein Kaiserschnitt bevor? Sei dir bewusst: Du bist damit nicht allein! Mit diesem Beitrag möchte ich daher heute nicht nur selbst meine Sicht auf diese Thematik kundtun, sondern auch andere Bloggerinnen und Twitterinnen zu Wort kommen lassen: Denn du bist nicht allein!

'Kaiserschnitte sind keine richtigen Geburten!' 


Keine richtigen Geburten? Wer entscheidet darüber? Du? Oder du? Oder du? Ich sage euch: Niemand außer euch selbst hat das Recht, über euren Geburtsweg zu urteilen - außer euch selbst.


Gesicht eines Neugeborenen in Großaufnahme


Freitag, 30. Juni 2017

Der Juni wahr wahrlich FREUDig


Was für ein Monat! Ganze neun Beiträge gab es im Juni zu lesen. Doch nicht nur das. Seit diesem Monat ist ganz offiziell Madame FREUDig mit an Bord. Keineswegs will ich nun versprechen, Monat für Monat mit einem Rückblick aufzuwarten, doch jetzt im Juni muss es einfach sein. Es waren so viele und wie wir finden, eben auch schöne Blogposts dabei.

Dienstag, 27. Juni 2017

Ideale (der) Eltern: Verantwortung und Empathie bei UNERZOGEN

Anstoß zum Schreiben meines Beitrages ist ein Blogeintrag einer Mutter, die auf Grund ihrer dreijährigen, scheinbar intensiv schreienden Tochter nach einem längeren Aufenthalt im Kassenbereich aus einem Supermarkt geschmissen wurde. Zunächst empörte ich mich innerlich über diesen Supermarkt als ich die Überschrift las, aber mit fortschreitendem Lesen, insbesondere auch der Kommentare, führte ich eine innere Diskussion weiter, die mich schon lange beschäftigt und die ich auf Grund eines, wie ich finde, wunderbaren Beitrags von unverbogen kindsein für nicht mehr schreibenswert hielt. Es geht hier nicht um die Bewertung dieser konkreten Mutter, denn ihre Beweggründe und ihre Geschichte kenne ich natürlich nicht, aber ich benutze ihre öffentliche Darstellung als Aufhänger, um indirekt über das Konzept UNERZOGEN, aber vornehmlich ganz allgemein über Empathie, Grenzen und Aggressionen zu sprechen, die bei allen Eltern wichtig sind und nicht nur bei jenen, die spezifische Haltungen oder Konzepte für sich beanspruchen.

Fühlt euch frei, auch kritische Kommentare zu hinterlassen!


Sonntag, 25. Juni 2017

Kaisergeburt. Meine Geschichte einer selbstbestimmten Traumgeburt


Vor meiner ersten Geburt hatte ich kaum explizite Erwartungen. Das wird schon, dachte ich mir ganz optimistisch. Es wurde schon, aber nur irgendwie. Nicht schön, sondern traumatisch. Doch auch auf eine schlimme Geburtserfahrung kann eine Traumgeburt folgen. Meine Traumgeburt.

Ich stehe viel früher auf als sonst. Um 7Uhr sollen wir uns im Kreißsaal melden. Meine Tochter schläft noch. Bald schon wird es an der Tür klingeln, dann kommen mein Bruder und seine Lebensgefährtin. Sie werden heute die ersten Gesichter sein, die meine Tochter nach dem Aufwachen sehen wird. Sie werden meine kleine Große auch zur Kita bringen. Die Terrorpüppi liebt ihren Onkel und ihre Tante. Es wird ihr gut gehen und das tut mir gut, denn dann kann ich mich voll konzentrieren. Konzentrieren auf das neue Leben, das ich schon zum Greifen nah, auf die Welt bringen werde.

Sonntag, 18. Juni 2017

Von Kindern, die schlafen. Oder: Anzüge und Schuhe in Großaufnahme #Familienmoment (6)

Der Sohnemann ist nun schon drei Monate alt. Er schläft gerne viel - von Anfang an und immer noch. Vor allem auf mir. Noch besser mit der Brust vor der Nase.

Ich gebe zu, das ist zwar durchaus schön, aber auch schnell langweilig. Das Internet habe ich gefühlt immer schon morgens durchgelesen und derzeit stehen bei mir Bücher nicht so hoch im Kurs.

Was mache ich also? Genau, ich gucke Netflix und Amazon Prime. Nun ist so manch Serie von der Geräuschkulisse her so gar nicht für ein Baby gemacht. Naaaa gut, für gar kein Kind.
Selbst Serien, in denen nicht geballert, sondern lediglich gequatscht wird, können so einen kleinen Knopf schnell überfordern.

Mit Ton geht also nicht. Da kommt es gelegen, dass wir Funkkopfhörer besitzen (keine Werbung!). Während mein Baby also auf mir liegt und mit geschlossenen Augen meine Brust abnuckelt, da gucke ich dann   Serien.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Wie unsere Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus (Gastbeitrag)

Es wartet ein wirklich spannender Gastbeitrag auf uns. Maike vom Blog Bücherhausen rezensiert eigentlich Bücher, doch heute berichtet sie uns von ihren sehr speziellen Erfahrungen, die sie mit ihrer Tochter gemacht hat. Speziell, weil die Erkrankung, an der ihre  Tochter leidet, kaum jemand kennt und man die Symptome allzu leicht verharmlost. Maikes Tochter wurde sprachlos.



Wie unser Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus

Maike vom Blog Bücherhausen

Gerade erst hatten wir unsere Familie mit unserem zweiten Kind komplettiert, da bekamen wir aus der Kita eine erschreckende Nachricht. Seit der Geburt des kleinen Bruders hat die große Schwester dort sowohl das Sprechen als auch das Spielen eingestellt. Leider haben wir davon auch erst viele Wochen später erfahren. Nach diversen Arztbesuchen stand die Diagnose fest: Selektiver (oder auch elektiver) Mutismus.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Wir spielen doch alle nur Theater... Von Working-, Latte-Macchiato- und Öko-Moms

Angeregt durch den Text "Welche Schublade bin ich? Und wenn ja, wie viele?" von Sassi vom Blog liniert-kariert überwältigte mich mein altes Ich. Das Ich, das einst in den Hörsälen der Technischen Universität Berlin Soziologie studierte und unentwegt Gesellschaft besser verstehen wollte.

Sassi fragte sich in dem besagten Text, in welche Mama-Schublade sie am besten passen würde. Und ich fragte mich unweigerlich, wie vielfältig wohl meine Mama-Rollen seien, die ich spielen könne. Denn wie Sassi passe auch ich in keine Schublade vollends, so sehr ich mich auch bemühen mag. Niemand ist unentwegt Öko-Mama, Rabenmutter, DIY-Mom, Latte-Macchiato-Mom, Working-Mom, Helikopter-Mutter, Fitness-Mom, oder ausnahmslos bedürfnisorientiert oder unerzogen.
Niemand.

Dienstag, 13. Juni 2017

Let's talk about fame, baby! - Ninas Kaffeesätze (16)

Nina und ihrer Familie geht es nicht um Berühmtheit, sondern darum, andere für das Leben von Regenbogenfamilien zu sensibilisieren. Sie wirkt sehr stark vor der Kamera. Nein, sie ist sehr stark vor der Kamera. Doch hinter der Kamera ist ihr Leben als Transfrau alles andere als sorgenfrei. Eigentlich geht es heute um "Fame". Uneigentlich aber darum, wieso es Nina nicht gut geht. Warum sie am Verzweifeln ist. Was damit die Krankenkasse und das Fernsehen zu tun hat, lest ihr heute.

lieben Gruß
Jessi aka Terrorpüppi





Ninas Kaffeesätze


Let's talk about fame, baby!

von Nina alias Frau Papa


Morgens im Badezimmer etwas genauer hinsehen. Heute nehme ich mir ein paar Minuten mehr Zeit, ziehe den Lippenstift genauer, sehe zu, dass die Wimperntusche nicht klumpt und zupfe deutlich länger an meinen Haaren herum. Heute kommt ein Kamerateam, heute kommt das Fernsehen.

Sonntag, 11. Juni 2017

Was braucht ein Schreibaby eigentlich?



Nachdem mein erster Blogpost innerhalb von 24 Stunden eine für mich unfassbare Anzahl von Lesern erreicht hat, möchte ich schnell auf einen kontrovers diskutierten Satz von mir daraus bezugnehmen.

"Babys, die nicht angemessen und feinfühlig beruhigt werden, werden vielleicht so genannte Schreibabys oder sie werden still und die Eltern freuen sich, sehr zum Schaden der Kinder, über diese braven und lernwilligen Geschöpfe."

Der Gedanke hinter diesem Satz zielte auf die Reaktionen des Gehirns ab: wenn das Gehirn nämlich unter starkem Einfluss des limbischen Systems (Gefühle) steht, dann ist die Steuerung (Frontalhirn)  eingeschränkt. Je stärker das limbische System aktiviert ist, desto massiver sind die Einschränkungen des regulativen und denkenden Frontalhirns. Oftmals berichten z.B. traumatisierte Menschen, dass sie während des Traumas quasi gar nicht mehr zugegen waren und dass sie nicht mehr klar denken konnten vor lauter Angst. Bei einem Baby sind diese Fähigkeiten, die dem Frontalhirn zugeschrieben werden, noch nicht  gut ausgebildet und daher kommt es bei ihm schneller zu der folgenden Reaktion: der älteste Gehirnteil, das Stammhirn, wird aktiviert und übernimmt die Regie und das bedeutet entweder Kampf (z.B. brüllen, treten) oder Flucht (verstummen, Blick abwenden etc.).
Diese Reaktion lässt sich im Bezug auf Kinder wunderbar bei Shanker (2016) nachlesen.


Ich möchte schon einleitend zusammenfassen:
neben den Eltern, denen es vielleicht wirklich an intuitiver elterlicher Kompetenz (Nutzung von Babytalk, Imitationen und gegenseitiger Augenkontakt gibt Aufschluss über Abstimmung und gegenseitiges Verstehen) mangelt und die die Bedürfnisse ihres Kindes missachten, gibt es Kinder, die sich sehr schwer regulieren lassen (high need Baby etc.). Obwohl manche Eltern intuitiv kompetent mit ihrem Kind umgehen, kann es sein, dass es erstmal weiterschreit. Das Quengeln, was dem Schreien meistens vorausgeht, ist bei "Schreibabys" extrem kurz oder fehlt vollkommen, so dass ein frühzeitiges Reagieren äußerst schwierig ist (Derksen, 2009).  Wenn das Kind dann, obwohl es eigentlich gut begleitet wird, schreit und schreit, gibt es etliche Familien, in denen es dann zu einem Teufelskreis kommt, den ich im folgenden Text darstellen möchte.



Donnerstag, 8. Juni 2017

Diese Sache mit dem Weinen... Warum Fremdregulation so wichtig ist

Letzte Woche war ich Samstag früh auf einem Spielplatz und zum wiederholten Male beobachtete ich etwas, was mich nachdenklich stimmte.

Da spielte ein Vater mit zwei etwas älteren Mädchen und turnte, während das kleine Baby, ich schätze es auf etwa 3- 4 Wochen, im Kinderwagen schlief. Plötzlich fing das Baby zu weinen an. Ein relativ verträgliches Weinen, was aber anzeigte, irgendwas stimmt gerade nicht. Nach einer gewissen Zeit ging der Vater hin und schuckelte den Kinderwagen. Weiterer Protest, dann etwas ruhiger und der Vater entfernte sich... Nun erneut ein starkes, wimmerndes Weinen. In meiner Gegenübertragung fühlte ich eine ansteigende Not, die sich in den nächsten zehn Minuten in Panik steigerte. Schrilles Brüllen. Das Baby blieb liegen und der Vater schaukelte den Wagen, ohne sein Kind körperlich oder mit seiner Stimme oder seinem Geruch zu beruhigen.

Freitag, 2. Juni 2017

Terrorpüppi meets Madame FREUDig

Bevor die eigentliche Autorin zu Wort kommt, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, sie persönlich anzukündigen. Den Blog Terrorpüppi gibt es seit April 2014, also schon seit über drei Jahren. Terrorpüppi ist der Name des Blogs, der Name meiner Tochter auf dem Blog und Stück für Stück wurde Terrorpüppi auch mein eigener Bloggername. 

Terrorpüppi ist mein Blogbaby, doch auch mein Blogbaby soll sich weiterentwickeln. Nach und nach werde ich einige Veränderungen angehen und die vielleicht größte kommt schon heute: Terrorpüppi bekommt eine Co-Autorin. Zuerst auf Probe, aber hoffentlich ganz schnell dauerhaft, wird Madame FREUDig von nun an fleißig bei mir als feste Bloggerin schreiben. Ich freue mich wahnsinnig auf sie, denn ich bin mir sicher, dass sie für Bloggerhausen eine echte Bereicherung sein wird.

Und nun freut euch gemeinsam mit mir auf sie und lest ihre ersten Zeilen als Bloggerin, in denen sie sich euch vorstellen wird.

liebste Grüße
Jessi alias Terrorpüppi


Terrorpüppi meets Madame FREUDig

von Madame FREUDig


Terrorpüppi kommt auf (die) Freu(n)d(in)... Die liebe Jessi, eine alte, herzlich gute Freundin, gestattet mir, über ihren Blog einen Einstieg in das Bloggen und wir wagen dieses kleine Experiment "Freud im Dschungel" gemeinsam.



Sonntag, 21. Mai 2017

Standesamt Berlin Mitte oder auch: Berliner Behördenversagen de luxe. Ein Rant

Toll dachte ich, die Medien greifen das Berliner Behördenversagen auf, mit dem wir Familien insbesondere in Berlin Mitte derzeit zu kämpfen haben. So berichtet der Tagesspiegel jüngst: "Eltern warten monatelang auf Geburtsurkunden"

Allerdings. Dabei warteten wir ja auch nur 9 Wochen auf die Geburtsurkunde unseres Sohnes. Es hätte sogar noch länger gedauert, wenn wir nicht Druck gemacht hätten. So toll, wenn alles schnell und unproblematisch geht.

Bisher habe ich mich ja im Wesentlichen nur über Twitter geärgert.


Samstag, 13. Mai 2017

Erinnerung und Suche - Ninas Kaffeesätze (15)

Es ist der Dreizehnte des fünften Monats anno 2017. Wieder einmal freue ich mich wirklich sehr über die Kolumne "meiner" zauberhaften Nina. Gestern durfte ich sie endlich persönlich kennenlernen. Das erste Mal in den Arm nehmen, ihre körperliche Präsenz spüren. Ich sag euch, sie ist eine Wucht! Nina habe ich nicht gesucht. Nina habe ich einfach gefunden und ich hoffe, sie bleibt mir, nein uns, noch eine ganze Weile erhalten! Also hier auf dem Blog. So generell ja sowieso! 
Und wenn wir schon mal beim Suchen und Finden sind, kann ich ja auch ganz charmant überleiten zu ihrem Text, der handelt nämlich auch vom Suchen. Und von Erinnerungen. Gedanken zum weiterdenken.


Ninas Kaffeesätze

Erinnerung und Suche

von Nina alias Frau Papa

Gestern war ich schlagartig still. Nein, keine innere Ruhe, die mich erfüllte, es war eher ein Schockmoment. Mein PC machte ein komisches Brummgeräusch während der Bildschirm schwarz blieb. Oh-Oh, dachte ich. Vor wenigen Tagen hatte ich die Festplatte meines alten PC in den Rechner eingebaut und dabei schon verloren geglaubte Fotos und Videos gefunden. Gigabyte um Gigabyte entdeckte ich in einem Ordner, mit nichtssagendem Namen. Selbstverständlich habe ich alles gesichert… gespeichert und kopiert, damit ich es nicht verliere.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Es war einmal ein Brief an den KiKA

Es war einmal ein TV-Sender. Der KiKA. Den schaut meine Tochter ab und an. Ich geb es zu, denn ich finde nichts dabei. Abends kommt zum Beispiel das Baumhaus mit anschließendem Sandmann. Es kommt durchaus auch vor, dass die Püppi schon etwas früher damit anfängt, KiKA zu schauen oder eben im Anschluss an den Sandmann weiterzugucken. Zum Ende meiner Schwangerschaft und auch in den ersten Tagen nach Sohnemanns Geburt uferte das Ganze zudem etwas aus. Wenn die Püppi mal krank ist - was sie glücklicherweise sehr selten ist - dann darf sie sogar richtig viel KiKA gucken. Es ist wie es ist.

So ergab es sich jedenfalls, dass ich im Laufe der Zeit das Programm des Kinderkanals besser kennenlernen durfte.  Für jeden Geschmack und jede Altersstufe ist eigentlich etwas dabei. Zwar gibt es einzelne Serien, die ich ganz schrecklich finde - aus sehr unterschiedlichen Gründen - aber die darf meine Püppi teilweise sowieso nicht schauen. Altersbedingt. Ich muss zugeben, dass ich mir bisher eher Gedanken über Kinderbücher denn über Kinderserien gemacht habe.

Da passierte es, dass ich über einen Facebookbeitrag stolperte.

Mittwoch, 26. April 2017

Meine Große ist auch immer noch meine Kleine #Familienmoment (5)

Seit sieben Wochen ist meine Terrorpüppi nun große Schwester. Sie kitzelt gerne ihren kleinen Bruder und wundert sich immer wieder, was der kleine Kerl da für Geräusche macht.

"Warum guckt der mich so an?" fragt sie dann gerne und freut sich zugleich darüber.

Seit fast zwei Wochen bekomme ich von meinem Sohnemann nun auch schon das sogenannte soziale Lächeln geschenkt. Ein echtes Lächeln also und nicht mehr nur das Engelslächeln. Er schenkt dieses Lächeln jedoch nicht nur mir, sondern auch die Püppi kam bereits in den Genuss. Wie stolz sie da war. Das neue Familienmitglied nahm nun auch mit ihr Kontakt auf, der ehemals Kleinen und nun Großen - und doch wieder Kleinen.

Denn das ist meine Terrorpüppi. Meine Kleine.

Und meine Große.

Dienstag, 21. März 2017

Die ersten zwei Wochen zu viert. Eine Familie wächst neu zusammen

Vor zwei Wochen habe ich dich geboren, seit zwei Wochen bist du nun also so richtig Teil unserer Familie. Einer Familie, die nicht mehr ist, was sie war und die nur noch mit dir sein kann.

Mit dir ist alles anders, alles wieder neu. Doch zugleich haben wir mit der Terrorpüppi Erfahrungen gesammelt, die uns zu ruhigeren, ausgeglicheneren Eltern machen. Dennoch müssen wir mit dir zugleich wieder gänzlich neue Erfahrungen machen. 

Du bist nicht wie deine Schwester, du bist ganz anders. Die Parallelen zwischen euch sind bis jetzt eher gering. Du bist genauso einzigartig.

Dienstag, 14. März 2017

Der Tag bevor ich wusste, wann du auf die Welt kommst

Es ist Sonntagmorgen. Der Mann und die Terrorpüppi schlafen noch. Ich hingegen sitze im Wohnzimmer und weine. Dabei streichle ich mir über den Bauch und spreche mit dir. Meinem Baby. Ich erzähle dir, dass es nun nicht mehr lange dauern würde, bis du endlich in meinen Armen liegen würdest. Die große Schwester würde sich auch schon sehr auf dich freuen. Meine Tränen sind Tränen der Freude.

Montag, 6. März 2017

Es muss wirklich nicht wie bei der ersten Einleitung laufen - Gastbeitrag von Vicky

Als ich vor Kurzem davon schrieb, wie sehr mich derzeit meine erste Geburt einholt, nun da ich kurz vor der zweiten Geburt stehe (Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt). Da haben mich wirklich viele Zuschriften und Kommentare erreicht. Ich war und bin überwältigt ob des Mitgefühls und der Zusprachen, die ich erhielt. Die alte Weisheit, dass geteiltes Leid, halbes Leid sei, trat ein - und ich glaube, dass es auch anderen so gehen wird. Zu wissen, dass man mit seinem Geburtskummer nicht allein ist und von den Erfahrungen anderer profitieren zu können, tut sehr gut.

Auch aus einem Trauma kann dennoch Gutes erwachsen - und man kann selbst wachsen (Ich habe mein Baby geboren. Ich wurde nicht entbunden).

Daher möchte heute meine Leserin Vicky mit euch ihre Erfahrungen teilen. Lieben Dank Vicky! Deine persönlichen Nachrichten haben mich wirklich berührt. Die von dir beschriebenen Ängste kenne ich nur zu gut.


Es muss wirklich nicht wie bei der ersten Einleitung laufen 

Ein Gastbeitrag von Vicky


Mein Großer kam 2014 zur Welt. Ich hatte eine Einleitung mit Tabletten, die laut Ärzten sehr schnell ging. Während der Entbindung kam es zu einigen Komplikationen (grünes Fruchtwasser, die Herzfrequenz vom Kind wurde schlecht, Zangenentbindung, Geburtsverletzungen bei mir, und zum Schluss musste das Kind gleich nach der Entbindung auf die Neointensiv).

Freitag, 24. Februar 2017

Ich habe mein Baby geboren. Ich wurde nicht entbunden

Nein, mein zweites Baby turnt noch munter in meinem Bauch. Dieses zweite Wunder kann ich noch nicht in meinen Armen halten. Doch da ist ja noch dieses andere Wunder, welches vor drei Jahren in mein Leben trat. Bevor du nun weiterliest, bedenke bitte, dass ich hier nur wenig Schönes beschreibe. Meine Worte könnten triggern – sowohl bei denen, die selbst bereits eine traumatische Geburt hatten, als auch bei denen, die noch nicht geboren haben. Es ist mein Geburtsbericht. der Geburtsbericht, von dem ich nie glaubte, dass ich ihn hier schreiben würde.

Montag, 13. Februar 2017

Schenken wir uns was zum Valentinstag? - Ninas Kaffeesätze (14)

Der Valentinstag steht bevor. Und der 13. des Monats ist erreicht. Zeit also für Ninas Kaffeesätze.
Heute geht Nina der Frage nach, wie Eltern das eigentlich so machen, nicht nur Eltern zu sein, sondern auch noch Paar zu bleiben. Schließlich lassen Kinder einen ja nicht mal ungestört aufs Klo gehen... Nina gelingt dabei die Kunst über Sex zu reden ohne über Sex zu reden! Wie immer also Spaß beim Lesen!



Ninas Kaffeesätze

Schenken wir uns was zum Valentinstag?

Meine Frau stand vor mir und ihre Frage stand mitten im Raum. In den letzten Jahren hatten wir uns immer Kleinigkeiten geschenkt und wenn es nur eine Tafel Schokolade war, irgendwie war immer Valentinstag. Ihre Frage hallte mit einem stummen Echo durch den Raum. „Sex?“ fragte ich und bekam ein Lächeln als Antwort. Dieses Jahr brauche ich also kein Geschenkpapier.

Dass Eltern mindestens einmal im Leben Sex haben ist klar, sonst wären sie wohl keine Eltern. Aber das Thema Sex zwischen Menschen, die schon Eltern sind, ist irgendwie noch immer Tabu. Es ist eines der Themen, über die man nur unter vier Augen spricht und ganz leise.

Samstag, 11. Februar 2017

Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt

Gestern und heute war Geburtsvorbereitungskurs. Ich habe mich recht kurzfristig dazu entschlossen. Die Geburt rückt näher, schließlich bin ich schon Ende der 35. Woche, und ich erhoffte mir, etwas entspannter zu werden. Denn die Anspannung wuchs in den letzten Wochen. Mehr als erwartet.

Ich hoffte darauf, gestärkt die letzten Meter zu gehen. Das Gegenteil ist der Fall.


Die Hebamme hat den Kurs durchaus sehr schön geleitet. Wäre ich Erstgebärende, dann hätte mich dieser Kurs definitiv nicht nur gut vorbereitet, sondern auch zuversichtlich und zugleich einigermaßen realistisch auf die Geburt blicken lassen.

Ich bin aber nicht Erstgebärende.

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