Dienstag, 27. Juni 2017

Ideale (der) Eltern: Verantwortung und Empathie bei UNERZOGEN

Anstoß zum Schreiben meines Beitrages ist ein Blogeintrag einer Mutter, die auf Grund ihrer dreijährigen, scheinbar intensiv schreienden Tochter nach einem längeren Aufenthalt im Kassenbereich aus einem Supermarkt geschmissen wurde. Zunächst empörte ich mich innerlich über diesen Supermarkt als ich die Überschrift las, aber mit fortschreitendem Lesen, insbesondere auch der Kommentare, führte ich eine innere Diskussion weiter, die mich schon lange beschäftigt und die ich auf Grund eines, wie ich finde, wunderbaren Beitrags von unverbogen kindsein für nicht mehr schreibenswert hielt.
Nun aber doch:
Es geht um den Mut zur eigenen Entidealisierung. Ich beziehe mich an manchen Stellen auf diesen Supermarkt- Artikel/ Kommentare, weil er mir ein gutes Beispiel zu sein scheint, um indirekt auch über das Konzept UNERZOGEN, aber auch ganz allgemein über Empathie, Grenzen und Aggressionen zu sprechen.


Sonntag, 25. Juni 2017

Kaisergeburt. Meine Geschichte einer selbstbestimmten Traumgeburt


Vor meiner ersten Geburt hatte ich kaum explizite Erwartungen. Das wird schon, dachte ich mir ganz optimistisch. Es wurde schon, aber nur irgendwie. Nicht schön, sondern traumatisch. Doch auch auf eine schlimme Geburtserfahrung kann eine Traumgeburt folgen. Meine Traumgeburt.

Ich stehe viel früher auf als sonst. Um 7Uhr sollen wir uns im Kreißsaal melden. Meine Tochter schläft noch. Bald schon wird es an der Tür klingeln, dann kommen mein Bruder und seine Lebensgefährtin. Sie werden heute die ersten Gesichter sein, die meine Tochter nach dem Aufwachen sehen wird. Sie werden meine kleine Große auch zur Kita bringen. Die Terrorpüppi liebt ihren Onkel und ihre Tante. Es wird ihr gut gehen und das tut mir gut, denn dann kann ich mich voll konzentrieren. Konzentrieren auf das neue Leben, das ich schon zum Greifen nah, auf die Welt bringen werde.

Sonntag, 18. Juni 2017

Von Kindern, die schlafen. Oder: Anzüge und Schuhe in Großaufnahme #Familienmoment (6)

Der Sohnemann ist nun schon drei Monate alt. Er schläft gerne viel - von Anfang an und immer noch. Vor allem auf mir. Noch besser mit der Brust vor der Nase.

Ich gebe zu, das ist zwar durchaus schön, aber auch schnell langweilig. Das Internet habe ich gefühlt immer schon morgens durchgelesen und derzeit stehen bei mir Bücher nicht so hoch im Kurs.

Was mache ich also? Genau, ich gucke Netflix und Amazon Prime. Nun ist so manch Serie von der Geräuschkulisse her so gar nicht für ein Baby gemacht. Naaaa gut, für gar kein Kind.
Selbst Serien, in denen nicht geballert, sondern lediglich gequatscht wird, können so einen kleinen Knopf schnell überfordern.

Mit Ton geht also nicht. Da kommt es gelegen, dass wir Funkkopfhörer besitzen (keine Werbung!). Während mein Baby also auf mir liegt und mit geschlossenen Augen meine Brust abnuckelt, da gucke ich dann   Serien.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Wie unser Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus (Gastbeitrag)

Es wartet ein wirklich spannender Gastbeitrag auf uns. Maike vom Blog Bücherhausen rezensiert eigentlich Bücher, doch heute berichtet sie uns von ihren sehr speziellen Erfahrungen, die sie mit ihrer Tochter gemacht hat. Speziell, weil die Erkrankung, an der ihre  Tochter leidet, kaum jemand kennt und man die Symptome allzu leicht verharmlost. Maikes Tochter wurde sprachlos.



Wie unser Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus

Maike vom Blog Bücherhausen

Gerade erst hatten wir unsere Familie mit unserem zweiten Kind komplettiert, da bekamen wir aus der Kita eine erschreckende Nachricht. Seit der Geburt des kleinen Bruders hat die große Schwester dort sowohl das Sprechen als auch das Spielen eingestellt. Leider haben wir davon auch erst viele Wochen später erfahren. Nach diversen Arztbesuchen stand die Diagnose fest: Selektiver (oder auch elektiver) Mutismus.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Wir spielen doch alle nur Theater... Von Working-, Latte-Macchiato- und Öko-Moms

Angeregt durch den Text "Welche Schublade bin ich? Und wenn ja, wie viele?" von Sassi vom Blog liniert-kariert überwältigte mich mein altes Ich. Das Ich, das einst in den Hörsälen der Technischen Universität Berlin Soziologie studierte und unentwegt Gesellschaft besser verstehen wollte.

Sassi fragte sich in dem besagten Text, in welche Mama-Schublade sie am besten passen würde. Und ich fragte mich unweigerlich, wie vielfältig wohl meine Mama-Rollen seien, die ich spielen könne. Denn wie Sassi passe auch ich in keine Schublade vollends, so sehr ich mich auch bemühen mag. Niemand ist unentwegt Öko-Mama, Rabenmutter, DIY-Mom, Latte-Macchiato-Mom, Working-Mom, Helikopter-Mutter, Fitness-Mom, oder ausnahmslos bedürfnisorientiert oder unerzogen.
Niemand.

Dienstag, 13. Juni 2017

Let's talk about fame, baby! - Ninas Kaffeesätze (16)

Nina und ihrer Familie geht es nicht um Berühmtheit, sondern darum, andere für das Leben von Regenbogenfamilien zu sensibilisieren. Sie wirkt sehr stark vor der Kamera. Nein, sie ist sehr stark vor der Kamera. Doch hinter der Kamera ist ihr Leben als Transfrau alles andere als sorgenfrei. Eigentlich geht es heute um "Fame". Uneigentlich aber darum, wieso es Nina nicht gut geht. Warum sie am Verzweifeln ist. Was damit die Krankenkasse und das Fernsehen zu tun hat, lest ihr heute.

lieben Gruß
Jessi aka Terrorpüppi





Ninas Kaffeesätze


Let's talk about fame, baby!

von Nina alias Frau Papa


Morgens im Badezimmer etwas genauer hinsehen. Heute nehme ich mir ein paar Minuten mehr Zeit, ziehe den Lippenstift genauer, sehe zu, dass die Wimperntusche nicht klumpt und zupfe deutlich länger an meinen Haaren herum. Heute kommt ein Kamerateam, heute kommt das Fernsehen.

Sonntag, 11. Juni 2017

Was braucht ein Schreibaby eigentlich?



Nachdem mein erster Blogpost innerhalb von 24 Stunden eine für mich unfassbare Anzahl von Lesern erreicht hat, möchte ich schnell auf einen kontrovers diskutierten Satz von mir daraus bezugnehmen.

"Babys, die nicht angemessen und feinfühlig beruhigt werden, werden vielleicht so genannte Schreibabys oder sie werden still und die Eltern freuen sich, sehr zum Schaden der Kinder, über diese braven und lernwilligen Geschöpfe."

Der Gedanke hinter diesem Satz zielte auf die Reaktionen des Gehirns ab: wenn das Gehirn nämlich unter starkem Einfluss des limbischen Systems (Gefühle) steht, dann ist die Steuerung (Frontalhirn)  eingeschränkt. Je stärker das limbische System aktiviert ist, desto massiver sind die Einschränkungen des regulativen und denkenden Frontalhirns. Oftmals berichten z.B. traumatisierte Menschen, dass sie während des Traumas quasi gar nicht mehr zugegen waren und dass sie nicht mehr klar denken konnten vor lauter Angst. Bei einem Baby sind diese Fähigkeiten, die dem Frontalhirn zugeschrieben werden, noch nicht  gut ausgebildet und daher kommt es bei ihm schneller zu der folgenden Reaktion: der älteste Gehirnteil, das Stammhirn, wird aktiviert und übernimmt die Regie und das bedeutet entweder Kampf (z.B. brüllen, treten) oder Flucht (verstummen, Blick abwenden etc.).
Diese Reaktion lässt sich im Bezug auf Kinder wunderbar bei Shanker (2016) nachlesen.


Ich möchte schon einleitend zusammenfassen:
neben den Eltern, denen es vielleicht wirklich an intuitiver elterlicher Kompetenz (Nutzung von Babytalk, Imitationen und gegenseitiger Augenkontakt gibt Aufschluss über Abstimmung und gegenseitiges Verstehen) mangelt und die die Bedürfnisse ihres Kindes missachten, gibt es Kinder, die sich sehr schwer regulieren lassen (high need Baby etc.). Obwohl manche Eltern intuitiv kompetent mit ihrem Kind umgehen, kann es sein, dass es erstmal weiterschreit. Das Quengeln, was dem Schreien meistens vorausgeht, ist bei "Schreibabys" extrem kurz oder fehlt vollkommen, so dass ein frühzeitiges Reagieren äußerst schwierig ist (Derksen, 2009).  Wenn das Kind dann, obwohl es eigentlich gut begleitet wird, schreit und schreit, gibt es etliche Familien, in denen es dann zu einem Teufelskreis kommt, den ich im folgenden Text darstellen möchte.



Donnerstag, 8. Juni 2017

Diese Sache mit dem Weinen... Warum Fremdregulation so wichtig ist

Letzte Woche war ich Samstag früh auf einem Spielplatz und zum wiederholten Male beobachtete ich etwas, was mich nachdenklich stimmte.

Da spielte ein Vater mit zwei etwas älteren Mädchen und turnte, während das kleine Baby, ich schätze es auf etwa 3- 4 Wochen, im Kinderwagen schlief. Plötzlich fing das Baby zu weinen an. Ein relativ verträgliches Weinen, was aber anzeigte, irgendwas stimmt gerade nicht. Nach einer gewissen Zeit ging der Vater hin und schuckelte den Kinderwagen. Weiterer Protest, dann etwas ruhiger und der Vater entfernte sich... Nun erneut ein starkes, wimmerndes Weinen. In meiner Gegenübertragung fühlte ich eine ansteigende Not, die sich in den nächsten zehn Minuten in Panik steigerte. Schrilles Brüllen. Das Baby blieb liegen und der Vater schaukelte den Wagen, ohne sein Kind körperlich oder mit seiner Stimme oder seinem Geruch zu beruhigen.

Freitag, 2. Juni 2017

Terrorpüppi meets Madame FREUDig

Bevor die eigentliche Autorin zu Wort kommt, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, sie persönlich anzukündigen. Den Blog Terrorpüppi gibt es seit April 2014, also schon seit über drei Jahren. Terrorpüppi ist der Name des Blogs, der Name meiner Tochter auf dem Blog und Stück für Stück wurde Terrorpüppi auch mein eigener Bloggername. 

Terrorpüppi ist mein Blogbaby, doch auch mein Blogbaby soll sich weiterentwickeln. Nach und nach werde ich einige Veränderungen angehen und die vielleicht größte kommt schon heute: Terrorpüppi bekommt eine Co-Autorin. Zuerst auf Probe, aber hoffentlich ganz schnell dauerhaft, wird Madame FREUDig von nun an fleißig bei mir als feste Bloggerin schreiben. Ich freue mich wahnsinnig auf sie, denn ich bin mir sicher, dass sie für Bloggerhausen eine echte Bereicherung sein wird.

Und nun freut euch gemeinsam mit mir auf sie und lest ihre ersten Zeilen als Bloggerin, in denen sie sich euch vorstellen wird.

liebste Grüße
Jessi alias Terrorpüppi


Terrorpüppi meets Madame FREUDig

von Madame FREUDig


Terrorpüppi kommt auf (die) Freu(n)d(in)... Die liebe Jessi, eine alte, herzlich gute Freundin, gestattet mir, über ihren Blog einen Einstieg in das Bloggen und wir wagen dieses kleine Experiment "Freud im Dschungel" gemeinsam.



Sonntag, 21. Mai 2017

Standesamt Berlin Mitte oder auch: Berliner Behördenversagen de luxe. Ein Rant

Toll dachte ich, die Medien greifen das Berliner Behördenversagen auf, mit dem wir Familien insbesondere in Berlin Mitte derzeit zu kämpfen haben. So berichtet der Tagesspiegel jüngst: "Eltern warten monatelang auf Geburtsurkunden"

Allerdings. Dabei warteten wir ja auch nur 9 Wochen auf die Geburtsurkunde unseres Sohnes. Es hätte sogar noch länger gedauert, wenn wir nicht Druck gemacht hätten. So toll, wenn alles schnell und unproblematisch geht.

Bisher habe ich mich ja im Wesentlichen nur über Twitter geärgert.


Samstag, 13. Mai 2017

Erinnerung und Suche - Ninas Kaffeesätze (15)

Es ist der Dreizehnte des fünften Monats anno 2017. Wieder einmal freue ich mich wirklich sehr über die Kolumne "meiner" zauberhaften Nina. Gestern durfte ich sie endlich persönlich kennenlernen. Das erste Mal in den Arm nehmen, ihre körperliche Präsenz spüren. Ich sag euch, sie ist eine Wucht! Nina habe ich nicht gesucht. Nina habe ich einfach gefunden und ich hoffe, sie bleibt mir, nein uns, noch eine ganze Weile erhalten! Also hier auf dem Blog. So generell ja sowieso! 
Und wenn wir schon mal beim Suchen und Finden sind, kann ich ja auch ganz charmant überleiten zu ihrem Text, der handelt nämlich auch vom Suchen. Und von Erinnerungen. Gedanken zum weiterdenken.


Ninas Kaffeesätze

Erinnerung und Suche

von Nina alias Frau Papa

Gestern war ich schlagartig still. Nein, keine innere Ruhe, die mich erfüllte, es war eher ein Schockmoment. Mein PC machte ein komisches Brummgeräusch während der Bildschirm schwarz blieb. Oh-Oh, dachte ich. Vor wenigen Tagen hatte ich die Festplatte meines alten PC in den Rechner eingebaut und dabei schon verloren geglaubte Fotos und Videos gefunden. Gigabyte um Gigabyte entdeckte ich in einem Ordner, mit nichtssagendem Namen. Selbstverständlich habe ich alles gesichert… gespeichert und kopiert, damit ich es nicht verliere.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Es war einmal ein Brief an den KiKA

Es war einmal ein TV-Sender. Der KiKA. Den schaut meine Tochter ab und an. Ich geb es zu, denn ich finde nichts dabei. Abends kommt zum Beispiel das Baumhaus mit anschließendem Sandmann. Es kommt durchaus auch vor, dass die Püppi schon etwas früher damit anfängt, KiKA zu schauen oder eben im Anschluss an den Sandmann weiterzugucken. Zum Ende meiner Schwangerschaft und auch in den ersten Tagen nach Sohnemanns Geburt uferte das Ganze zudem etwas aus. Wenn die Püppi mal krank ist - was sie glücklicherweise sehr selten ist - dann darf sie sogar richtig viel KiKA gucken. Es ist wie es ist.

So ergab es sich jedenfalls, dass ich im Laufe der Zeit das Programm des Kinderkanals besser kennenlernen durfte.  Für jeden Geschmack und jede Altersstufe ist eigentlich etwas dabei. Zwar gibt es einzelne Serien, die ich ganz schrecklich finde - aus sehr unterschiedlichen Gründen - aber die darf meine Püppi teilweise sowieso nicht schauen. Altersbedingt. Ich muss zugeben, dass ich mir bisher eher Gedanken über Kinderbücher denn über Kinderserien gemacht habe.

Da passierte es, dass ich über einen Facebookbeitrag stolperte.

Mittwoch, 26. April 2017

Meine Große ist auch immer noch meine Kleine #Familienmoment (5)

Seit sieben Wochen ist meine Terrorpüppi nun große Schwester. Sie kitzelt gerne ihren kleinen Bruder und wundert sich immer wieder, was der kleine Kerl da für Geräusche macht.

"Warum guckt der mich so an?" fragt sie dann gerne und freut sich zugleich darüber.

Seit fast zwei Wochen bekomme ich von meinem Sohnemann nun auch schon das sogenannte soziale Lächeln geschenkt. Ein echtes Lächeln also und nicht mehr nur das Engelslächeln. Er schenkt dieses Lächeln jedoch nicht nur mir, sondern auch die Püppi kam bereits in den Genuss. Wie stolz sie da war. Das neue Familienmitglied nahm nun auch mit ihr Kontakt auf, der ehemals Kleinen und nun Großen - und doch wieder Kleinen.

Denn das ist meine Terrorpüppi. Meine Kleine.

Und meine Große.

Dienstag, 21. März 2017

Die ersten zwei Wochen zu viert. Eine Familie wächst neu zusammen

Vor zwei Wochen habe ich dich geboren, seit zwei Wochen bist du nun also so richtig Teil unserer Familie. Einer Familie, die nicht mehr ist, was sie war und die nur noch mit dir sein kann.

Mit dir ist alles anders, alles wieder neu. Doch zugleich haben wir mit der Terrorpüppi Erfahrungen gesammelt, die uns zu ruhigeren, ausgeglicheneren Eltern machen. Dennoch müssen wir mit dir zugleich wieder gänzlich neue Erfahrungen machen. 

Du bist nicht wie deine Schwester, du bist ganz anders. Die Parallelen zwischen euch sind bis jetzt eher gering. Du bist genauso einzigartig.

Dienstag, 14. März 2017

Der Tag bevor ich wusste, wann du auf die Welt kommst

Es ist Sonntagmorgen. Der Mann und die Terrorpüppi schlafen noch. Ich hingegen sitze im Wohnzimmer und weine. Dabei streichle ich mir über den Bauch und spreche mit dir. Meinem Baby. Ich erzähle dir, dass es nun nicht mehr lange dauern würde, bis du endlich in meinen Armen liegen würdest. Die große Schwester würde sich auch schon sehr auf dich freuen. Meine Tränen sind Tränen der Freude.

Montag, 6. März 2017

Es muss wirklich nicht wie bei der ersten Einleitung laufen - Gastbeitrag von Vicky

Als ich vor Kurzem davon schrieb, wie sehr mich derzeit meine erste Geburt einholt, nun da ich kurz vor der zweiten Geburt stehe (Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt). Da haben mich wirklich viele Zuschriften und Kommentare erreicht. Ich war und bin überwältigt ob des Mitgefühls und der Zusprachen, die ich erhielt. Die alte Weisheit, dass geteiltes Leid, halbes Leid sei, trat ein - und ich glaube, dass es auch anderen so gehen wird. Zu wissen, dass man mit seinem Geburtskummer nicht allein ist und von den Erfahrungen anderer profitieren zu können, tut sehr gut.

Auch aus einem Trauma kann dennoch Gutes erwachsen - und man kann selbst wachsen (Ich habe mein Baby geboren. Ich wurde nicht entbunden).

Daher möchte heute meine Leserin Vicky mit euch ihre Erfahrungen teilen. Lieben Dank Vicky! Deine persönlichen Nachrichten haben mich wirklich berührt. Die von dir beschriebenen Ängste kenne ich nur zu gut.


Es muss wirklich nicht wie bei der ersten Einleitung laufen 

Ein Gastbeitrag von Vicky


Mein Großer kam 2014 zur Welt. Ich hatte eine Einleitung mit Tabletten, die laut Ärzten sehr schnell ging. Während der Entbindung kam es zu einigen Komplikationen (grünes Fruchtwasser, die Herzfrequenz vom Kind wurde schlecht, Zangenentbindung, Geburtsverletzungen bei mir, und zum Schluss musste das Kind gleich nach der Entbindung auf die Neointensiv).

Freitag, 24. Februar 2017

Ich habe mein Baby geboren. Ich wurde nicht entbunden

Nein, mein zweites Baby turnt noch munter in meinem Bauch. Dieses zweite Wunder kann ich noch nicht in meinen Armen halten. Doch da ist ja noch dieses andere Wunder, welches vor drei Jahren in mein Leben trat. Bevor du nun weiterliest, bedenke bitte, dass ich hier nur wenig Schönes beschreibe. Meine Worte könnten triggern – sowohl bei denen, die selbst bereits eine traumatische Geburt hatten, als auch bei denen, die noch nicht geboren haben. Es ist mein Geburtsbericht. der Geburtsbericht, von dem ich nie glaubte, dass ich ihn hier schreiben würde.

Montag, 13. Februar 2017

Schenken wir uns was zum Valentinstag? - Ninas Kaffeesätze (14)

Der Valentinstag steht bevor. Und der 13. des Monats ist erreicht. Zeit also für Ninas Kaffeesätze.
Heute geht Nina der Frage nach, wie Eltern das eigentlich so machen, nicht nur Eltern zu sein, sondern auch noch Paar zu bleiben. Schließlich lassen Kinder einen ja nicht mal ungestört aufs Klo gehen... Nina gelingt dabei die Kunst über Sex zu reden ohne über Sex zu reden! Wie immer also Spaß beim Lesen!



Ninas Kaffeesätze

Schenken wir uns was zum Valentinstag?

Meine Frau stand vor mir und ihre Frage stand mitten im Raum. In den letzten Jahren hatten wir uns immer Kleinigkeiten geschenkt und wenn es nur eine Tafel Schokolade war, irgendwie war immer Valentinstag. Ihre Frage hallte mit einem stummen Echo durch den Raum. „Sex?“ fragte ich und bekam ein Lächeln als Antwort. Dieses Jahr brauche ich also kein Geschenkpapier.

Dass Eltern mindestens einmal im Leben Sex haben ist klar, sonst wären sie wohl keine Eltern. Aber das Thema Sex zwischen Menschen, die schon Eltern sind, ist irgendwie noch immer Tabu. Es ist eines der Themen, über die man nur unter vier Augen spricht und ganz leise.

Samstag, 11. Februar 2017

Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt

Gestern und heute war Geburtsvorbereitungskurs. Ich habe mich recht kurzfristig dazu entschlossen. Die Geburt rückt näher, schließlich bin ich schon Ende der 35. Woche, und ich erhoffte mir, etwas entspannter zu werden. Denn die Anspannung wuchs in den letzten Wochen. Mehr als erwartet.

Ich hoffte darauf, gestärkt die letzten Meter zu gehen. Das Gegenteil ist der Fall.


Die Hebamme hat den Kurs durchaus sehr schön geleitet. Wäre ich Erstgebärende, dann hätte mich dieser Kurs definitiv nicht nur gut vorbereitet, sondern auch zuversichtlich und zugleich einigermaßen realistisch auf die Geburt blicken lassen.

Ich bin aber nicht Erstgebärende.

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