Mittwoch, 26. April 2017

Meine Große ist auch immer noch meine Kleine #Familienmoment (5)

Seit sieben Wochen ist meine Terrorpüppi nun große Schwester. Sie kitzelt gerne ihren kleinen Bruder und wundert sich immer wieder, was der kleine Kerl da für Geräusche macht.

"Warum guckt der mich so an?" fragt sie dann gerne und freut sich zugleich darüber.

Seit fast zwei Wochen bekomme ich von meinem Sohnemann nun auch schon das sogenannte soziale Lächeln geschenkt. Ein echtes Lächeln also und nicht mehr nur das Engelslächeln. Er schenkt dieses Lächeln jedoch nicht nur mir, sondern auch die Püppi kam bereits in den Genuss. Wie stolz sie da war. Das neue Familienmitglied nahm nun auch mit ihr Kontakt auf, der ehemals Kleinen und nun Großen - und doch wieder Kleinen.

Denn das ist meine Terrorpüppi. Meine Kleine.

Und meine Große.

Ich blicke auf sie und staune darüber, wie groß und selbständig sie schon ist. Da kann sie wieder etwas ganz allein. Hat Neues gelernt und bereits Gelerntes verbessert. Sie erklärt mir plötzlich die Welt. Ihre Welt. Unsere Welt. Meine große Tochter ist so unglaublich stark und klug, neugierig und mutig. Sie wächst über sich hinaus, jeden Tag. Immer wieder.

Im nächsten Augenblick wiederum schaue ich zu ihr und erkenne, wie zart und zerbrechlich sie noch ist. Dann bemüht sie sich um etwas und scheitert. Bereits Gelerntes gelingt plötzlich nicht mehr. Sie versteht die Welt nicht wie zuvor und bittet mich darum, sie ihr zu erklären. Ihre Welt. Unsere Welt. Meine Große Tochter ist noch immer meine kleine Tochter.

Sie mag unglaublich stark und klug sein, neugierig und mutig das Leben erkunden. Doch nicht immer ist sie stark genug. Manchmal braucht sie noch Hilfe. Sie braucht jemanden hinter sich, der sie auffängt, der sie bestärkt und gegebenenfalls auffängt, wenn sie fällt. Sie mag klug sein, doch das bewahrt sie nicht vor Fehlern - und genau diese muss sie machen, denn nur so wird sie noch stärker, noch klüger, noch selbständiger.

Mein besonderer Familienmoment ist heute nicht einfach ein ganz bestimmtes Ereignis, sondern die neue Familiensituation. Wir wachsen als Familie ganz neu zusammen. Mein Sohn kommt Stück für Stück in dieser Welt an. Diese Familie wird er immer in der Rolle des kleinen Bruders der Terrorpüppi kennen. Er wird niemals Einzelkind sein.

Für meine Tochter hingegen, mein kleines großes Baby, hat sich schon in der Schwangerschaft viel verändert. Jetzt, nach der Geburt, ist nochmal alles anders. Selbst noch so klein und doch zugleich die Große. Die große Schwester. Die große Tochter. Jeder Tag hält zahlreiche Momente bereit, in denen sie die Große ist. Selbständig spielt, sich anzieht, hilft. Jeder Tag hält aber auch zahlreiche Momente bereit, in denen sie einen elterlichen Spielkameraden braucht, beim Anziehen aus Sehnsucht nach Liebe und Aufmerksamkeit unterstützt werden mag, nicht helfen mag, sondern selbst Hilfe braucht.

Einander anlächeln, dem anderen zuhören, da sein. Das hilft derzeit uns allen, anzukommen. In unserer neuen Familie.


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Nicht nur in meiner Familie lassen sich wunderschöne Familienmomente finden. Bei den Küstenkids findet ihr noch mehr!

1 Kommentar:

  1. Oh wie schön, mein Herz schmilzt dahin! Das hast Du toll beschrieben; bei uns war es nach der Geburt des kleinen Küstenmädchens ähnlich, als der Küstenjunge großer Bruder wurde. Auch heute nenne ich ihn oft noch meinen "großen Kleinen" - weil er nämlich beides ist <3

    Ganz liebe Grüße und alles Gute für Euch Vier
    Deine Küstenmami

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