Sonntag, 25. Juni 2017

Kaisergeburt. Meine Geschichte einer selbstbestimmten Traumgeburt


Vor meiner ersten Geburt hatte ich kaum explizite Erwartungen. Das wird schon, dachte ich mir ganz optimistisch. Es wurde schon, aber nur irgendwie. Nicht schön, sondern traumatisch. Doch auch auf eine schlimme Geburtserfahrung kann eine Traumgeburt folgen. Meine Traumgeburt.

Ich stehe viel früher auf als sonst. Um 7Uhr sollen wir uns im Kreißsaal melden. Meine Tochter schläft noch. Bald schon wird es an der Tür klingeln, dann kommen mein Bruder und seine Lebensgefährtin. Sie werden heute die ersten Gesichter sein, die meine Tochter nach dem Aufwachen sehen wird. Sie werden meine kleine Große auch zur Kita bringen. Die Terrorpüppi liebt ihren Onkel und ihre Tante. Es wird ihr gut gehen und das tut mir gut, denn dann kann ich mich voll konzentrieren. Konzentrieren auf das neue Leben, das ich schon zum Greifen nah, auf die Welt bringen werde.

Doch zunächst packen der Mann und ich den Rucksack für die Kita. Letzte Instruktionen werden ausgegeben. Mein Bruder fährt uns zum Kreißsaal. Dort angekommen, preschen Erinnerungen auf mich ein. Schon einmal habe ich diesen Gang bestritten. Unzählige Male, denn dank der Einleitung und eines sehr langsamen Geburtsverlaufs bin ich viel in Kreißsaalnähe gelaufen.

Diesmal ist alles anders und dann doch wieder nicht. Diesmal gehe ich meinen Weg bis zum Ende selbstbestimmt. Nachdem die Entscheidung zum Kaiserschnitt gefallen ist, sind auch die Ängste wieder von mir abgefallen. Ja, ein Kaiserschnitt ist eine Operation und bei der gibt es Risiken. Doch risikoreich war meine erste Geburt auch. Diese zweite Geburt wäre ebenso risikoreich gewesen, wenn ich erneut den natürlichen Weg gewählt hätte. Eine, nein meine Traumgeburt ist immer noch möglich.

Sonntag, 18. Juni 2017

Von Kindern, die schlafen. Oder: Anzüge und Schuhe in Großaufnahme #Familienmoment (6)

Der Sohnemann ist nun schon drei Monate alt. Er schläft gerne viel - von Anfang an und immer noch. Vor allem auf mir. Noch besser mit der Brust vor der Nase.

Ich gebe zu, das ist zwar durchaus schön, aber auch schnell langweilig. Das Internet habe ich gefühlt immer schon morgens durchgelesen und derzeit stehen bei mir Bücher nicht so hoch im Kurs.

Was mache ich also? Genau, ich gucke Netflix und Amazon Prime. Nun ist so manch Serie von der Geräuschkulisse her so gar nicht für ein Baby gemacht. Naaaa gut, für gar kein Kind.
Selbst Serien, in denen nicht geballert, sondern lediglich gequatscht wird, können so einen kleinen Knopf schnell überfordern.

Mit Ton geht also nicht. Da kommt es gelegen, dass wir Funkkopfhörer besitzen (keine Werbung!). Während mein Baby also auf mir liegt und mit geschlossenen Augen meine Brust abnuckelt, da gucke ich dann   Serien.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Wie unser Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus (Gastbeitrag)

Es wartet ein wirklich spannender Gastbeitrag auf uns. Maike vom Blog Bücherhausen rezensiert eigentlich Bücher, doch heute berichtet sie uns von ihren sehr speziellen Erfahrungen, die sie mit ihrer Tochter gemacht hat. Speziell, weil die Erkrankung, an der ihre  Tochter leidet, kaum jemand kennt und man die Symptome allzu leicht verharmlost. Maikes Tochter wurde sprachlos.



Wie unser Tochter ihre Sprache verlor. Elektiver Mutismus

Maike vom Blog Bücherhausen

Gerade erst hatten wir unsere Familie mit unserem zweiten Kind komplettiert, da bekamen wir aus der Kita eine erschreckende Nachricht. Seit der Geburt des kleinen Bruders hat die große Schwester dort sowohl das Sprechen als auch das Spielen eingestellt. Leider haben wir davon auch erst viele Wochen später erfahren. Nach diversen Arztbesuchen stand die Diagnose fest: Selektiver (oder auch elektiver) Mutismus.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Wir spielen doch alle nur Theater... Von Working-, Latte-Macchiato- und Öko-Moms

Angeregt durch den Text "Welche Schublade bin ich? Und wenn ja, wie viele?" von Sassi vom Blog liniert-kariert überwältigte mich mein altes Ich. Das Ich, das einst in den Hörsälen der Technischen Universität Berlin Soziologie studierte und unentwegt Gesellschaft besser verstehen wollte.

Sassi fragte sich in dem besagten Text, in welche Mama-Schublade sie am besten passen würde. Und ich fragte mich unweigerlich, wie vielfältig wohl meine Mama-Rollen seien, die ich spielen könne. Denn wie Sassi passe auch ich in keine Schublade vollends, so sehr ich mich auch bemühen mag. Niemand ist unentwegt Öko-Mama, Rabenmutter, DIY-Mom, Latte-Macchiato-Mom, Working-Mom, Helikopter-Mutter, Fitness-Mom, oder ausnahmslos bedürfnisorientiert oder unerzogen.
Niemand.

Dienstag, 13. Juni 2017

Let's talk about fame, baby! - Ninas Kaffeesätze (16)

Nina und ihrer Familie geht es nicht um Berühmtheit, sondern darum, andere für das Leben von Regenbogenfamilien zu sensibilisieren. Sie wirkt sehr stark vor der Kamera. Nein, sie ist sehr stark vor der Kamera. Doch hinter der Kamera ist ihr Leben als Transfrau alles andere als sorgenfrei. Eigentlich geht es heute um "Fame". Uneigentlich aber darum, wieso es Nina nicht gut geht. Warum sie am Verzweifeln ist. Was damit die Krankenkasse und das Fernsehen zu tun hat, lest ihr heute.

lieben Gruß
Jessi aka Terrorpüppi





Ninas Kaffeesätze


Let's talk about fame, baby!

von Nina alias Frau Papa


Morgens im Badezimmer etwas genauer hinsehen. Heute nehme ich mir ein paar Minuten mehr Zeit, ziehe den Lippenstift genauer, sehe zu, dass die Wimperntusche nicht klumpt und zupfe deutlich länger an meinen Haaren herum. Heute kommt ein Kamerateam, heute kommt das Fernsehen.

Sonntag, 11. Juni 2017

Was braucht ein Schreibaby eigentlich?



Nachdem mein erster Blogpost innerhalb von 24 Stunden eine für mich unfassbare Anzahl von Lesern erreicht hat, möchte ich schnell auf einen kontrovers diskutierten Satz von mir daraus bezugnehmen.

"Babys, die nicht angemessen und feinfühlig beruhigt werden, werden vielleicht so genannte Schreibabys oder sie werden still und die Eltern freuen sich, sehr zum Schaden der Kinder, über diese braven und lernwilligen Geschöpfe."

Der Gedanke hinter diesem Satz zielte auf die Reaktionen des Gehirns ab: wenn das Gehirn nämlich unter starkem Einfluss des limbischen Systems (Gefühle) steht, dann ist die Steuerung (Frontalhirn)  eingeschränkt. Je stärker das limbische System aktiviert ist, desto massiver sind die Einschränkungen des regulativen und denkenden Frontalhirns. Oftmals berichten z.B. traumatisierte Menschen, dass sie während des Traumas quasi gar nicht mehr zugegen waren und dass sie nicht mehr klar denken konnten vor lauter Angst. Bei einem Baby sind diese Fähigkeiten, die dem Frontalhirn zugeschrieben werden, noch nicht  gut ausgebildet und daher kommt es bei ihm schneller zu der folgenden Reaktion: der älteste Gehirnteil, das Stammhirn, wird aktiviert und übernimmt die Regie und das bedeutet entweder Kampf (z.B. brüllen, treten) oder Flucht (verstummen, Blick abwenden etc.).
Diese Reaktion lässt sich im Bezug auf Kinder wunderbar bei Shanker (2016) nachlesen.


Ich möchte schon einleitend zusammenfassen:
neben den Eltern, denen es vielleicht wirklich an intuitiver elterlicher Kompetenz (Nutzung von Babytalk, Imitationen und gegenseitiger Augenkontakt gibt Aufschluss über Abstimmung und gegenseitiges Verstehen) mangelt und die die Bedürfnisse ihres Kindes missachten, gibt es Kinder, die sich sehr schwer regulieren lassen (high need Baby etc.). Obwohl manche Eltern intuitiv kompetent mit ihrem Kind umgehen, kann es sein, dass es erstmal weiterschreit. Das Quengeln, was dem Schreien meistens vorausgeht, ist bei "Schreibabys" extrem kurz oder fehlt vollkommen, so dass ein frühzeitiges Reagieren äußerst schwierig ist (Derksen, 2009).  Wenn das Kind dann, obwohl es eigentlich gut begleitet wird, schreit und schreit, gibt es etliche Familien, in denen es dann zu einem Teufelskreis kommt, den ich im folgenden Text darstellen möchte.



Donnerstag, 8. Juni 2017

Diese Sache mit dem Weinen... Warum Fremdregulation so wichtig ist

Letzte Woche war ich Samstag früh auf einem Spielplatz und zum wiederholten Male beobachtete ich etwas, was mich nachdenklich stimmte.

Da spielte ein Vater mit zwei etwas älteren Mädchen und turnte, während das kleine Baby, ich schätze es auf etwa 3- 4 Wochen, im Kinderwagen schlief. Plötzlich fing das Baby zu weinen an. Ein relativ verträgliches Weinen, was aber anzeigte, irgendwas stimmt gerade nicht. Nach einer gewissen Zeit ging der Vater hin und schuckelte den Kinderwagen. Weiterer Protest, dann etwas ruhiger und der Vater entfernte sich... Nun erneut ein starkes, wimmerndes Weinen. In meiner Gegenübertragung fühlte ich eine ansteigende Not, die sich in den nächsten zehn Minuten in Panik steigerte. Schrilles Brüllen. Das Baby blieb liegen und der Vater schaukelte den Wagen, ohne sein Kind körperlich oder mit seiner Stimme oder seinem Geruch zu beruhigen.

Freitag, 2. Juni 2017

Terrorpüppi meets Madame FREUDig

Bevor die eigentliche Autorin zu Wort kommt, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, sie persönlich anzukündigen. Den Blog Terrorpüppi gibt es seit April 2014, also schon seit über drei Jahren. Terrorpüppi ist der Name des Blogs, der Name meiner Tochter auf dem Blog und Stück für Stück wurde Terrorpüppi auch mein eigener Bloggername. 

Terrorpüppi ist mein Blogbaby, doch auch mein Blogbaby soll sich weiterentwickeln. Nach und nach werde ich einige Veränderungen angehen und die vielleicht größte kommt schon heute: Terrorpüppi bekommt eine Co-Autorin. Zuerst auf Probe, aber hoffentlich ganz schnell dauerhaft, wird Madame FREUDig von nun an fleißig bei mir als feste Bloggerin schreiben. Ich freue mich wahnsinnig auf sie, denn ich bin mir sicher, dass sie für Bloggerhausen eine echte Bereicherung sein wird.

Und nun freut euch gemeinsam mit mir auf sie und lest ihre ersten Zeilen als Bloggerin, in denen sie sich euch vorstellen wird.

liebste Grüße
Jessi alias Terrorpüppi


Terrorpüppi meets Madame FREUDig

von Madame FREUDig


Terrorpüppi kommt auf (die) Freu(n)d(in)... Die liebe Jessi, eine alte, herzlich gute Freundin, gestattet mir, über ihren Blog einen Einstieg in das Bloggen und wir wagen dieses kleine Experiment "Freud im Dschungel" gemeinsam.



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