Sehnsucht Freundschaft: Es soll so bleiben, wie es ist und werden, wie es war

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Sehnsucht Freundschaft: Es soll so bleiben, wie es ist und werden, wie es war

Ich wache auf. Nicht von Lachen, nicht von Geschrei, nicht von einem Füßchen in meinem Gesicht. Ich wache auf von den Sonnenstrahlen, die in meinem Gesicht tanzen. Ein Traum stiehlt sich in den Tag hinein. Ein Traum von Freundschaft. Ganz plötzlich vermisse ich euch alle so. Noch immer seid ihr Teil meines Lebens und werdet es hoffentlich auch bleiben. Doch verändert haben sie sich schon – unsere Freundschaften.

Gedanken an euch begleiten mich durch jeden Tag. Im Studium haben wir einander gefunden. Noch ganz kinderlos machten wir die Nacht zum Tag. Brüteten Referate aus. Motivierten uns gegenseitig durch Hausarbeiten und Prüfungen. Kämpften uns gemeinsam durch Liebeskummer, durch Ängste, aber auch durch Hochgefühle und Überraschungen. Wir feierten Partys, schleppten Umzugskisten, kochten, sangen, tanzten. Wir flogen über den Wolken. Ihr seid meine kostbaren Herzensmenschen und ich denke auch dann an euch, wenn alles in meinem Leben drunter und drüber geht, wenn ich Wäscheberge erklimme, von der Kita ins Büro eile, auf dem Spielplatz kurz Luft hole und abends unendlich müde ins Bett falle.

Von Kaffee, der niemals kalt wird

Mein Herzensmensch. Der Geschmack von Kaffee ist unweigerlich mit dir verbunden. Getrunken haben wir ihn über Jahre hinweg. Beinahe täglich. Stundenlang. Genuss und Seele waren eng miteinander verwoben. Diese Kaffeerunden waren unser Ritual, hundertfach durchgeführt und doch ohne feste Zeiten und Orte. In einem Café habe ich dir von meiner ersten Schwangerschaft erzählt. Du warst der Erste, der davon erfuhr. Ich musste es mit dir teilen, dieses Glück. Meine Freude teilen, um es zugleich zu vervielfachen. Du warst stets mein Verbündeter, mein Kummerkasten und auch mein Sicherheitsnetz. Du warst da und ich war da. Es war immer ganz einfach zwischen uns. Leicht. Leicht, obwohl so vieles, das uns bewegte, schwer auf uns lastete. Das Wir machte es leicht.

Gerade jetzt fische ich Kekskrümel aus meiner Handtasche. Ein Zuckerpäckchen aus einem Café liegt ganz zerknittert in meiner Hand. Eine glitzernde Haarspange hat ein Loch in sie hineingepiekst. Jetzt gerade vermisse ich dich unendlich. Vermisse unsere Kaffeerunden und unsere Leichtigkeit. Ich wünschte, es wäre wieder so, wie es einst war und doch soll mein jetziges Leben so bleiben wie es ist. Meine Kinder, mein Mann – meine Familie. Und du. Du sollst auch bleiben. Vielleicht holen wir uns das zurück, was wir hatten. Wahrscheinlicher ist, dass wir uns etwas Neues aufbauen, das nicht mehr so ist, wie es war, aber das passt – passt zu dem, was ist.

Von einem Verständnis, das weiter reicht, als Worte sagen können

Mein Herzensmensch. Was auch immer geschieht, ich weiß du bist da. Wir haben einander getragen, wenn tiefer Schmerz Löcher in unser Innerstes bohrte und ebenso, wenn unendlich erscheinendes Glück unsere Herzen fast zum Platzen brachte. Das Band zwischen dir und mir ist in besonderer Weise geknüpft. Wir sind gleich und doch grundverschieden. So vieles können nur wir verstehen und es tut unglaublich gut, zu wissen, dass es dieses Verständnis gibt – diese stille Verbundenheit, die nicht in Worte gefasst werden kann. Dank dir war ich an diesem einem Abend auf dieser einen Party, die mein Leben veränderte. Dank dir traf ich auf diesen Mann, mit dem ich seit fast 13 Jahren glücklich bin und mit dem ich zwei wundervolle Kinder habe. Ich danke dir dafür. Für das und noch vieles mehr.

Wenn meine Tochter von ihren Freundinnen spricht, wenn sie dank der Kostbarkeit von Freundschaft strahlt, dann denke ich an dich. Auch du bist kostbar. Vergiss das nie… und damit du das niemals vergisst, werde ich da sein. Immer zu wenig, aber hoffentlich trotzdem genug. Ich bin für dich da.

Die Spuren unserer Freundschaften reichen weit verzweigt in mein Leben hinein. Irgendwie soll alles so bleiben, wie es jetzt ist, denn ich bin glücklich mit diesem Leben. Zugleich, soll es manchmal auch einfach wieder so werden, wie es einmal war. Denn ich vermisse euch unendlich. | Terrorpüppi | Reflektiert, bedürfnisorientiert, gleichberechtigt

Von einer unerschöpflichen Lebensfreude, die uns liebevoll umarmt

Mein Herzensmensch. Manchmal lachen meine Kinder in einer Weise, da kann ich förmlich auch nach deinem Lachen greifen. Nie zuvor ist mir ein Mensch so voller Lebensfreude und unbändigem Lebenswillen begegnet. Du nimmst das Leben leicht und suchst zugleich nach seiner Tiefe. Mit dir tanzt die Sonne in meinem Gesicht und erzählt mir bunte Geschichten vom Leben. Jeden Tag. Du kennst die Leichtigkeit und die Schwere des Lebens, am Ende aber ist die Welt, unsere Welt, immer lebendig.

Wenn sich mein Leben dreht und ich mich mit ihm, immer schneller und schneller, dann denke ich an dich. Du bist die Achterbahn meiner Freundschaftslandkarte. Dank dir vergesse ich niemals, dass es immer mehr als eine, ja auch mehr als zwei Seiten gibt. Facettenreich, mannigfaltig, wild. Du kennst den Wert von Freundschaft und du hast mir schon immer vor Augen geführt, wie wertvoll es ist, auf Menschen freundlich und offen zuzugehen. Unsere Freundschaft ist eine wilde Umarmung.

Von einem beständigen Dasein und Beieinandersein

Mein Herzensmensch. Du wurdest schon Mutter, da konnte ich es mir noch nicht einmal vorstellen, wie es sein könnte, selbst Mutter zu sein. Du warst so unglaublich stark und bist es noch immer. Gewachsen bist du. Nicht nur als Mutter, sondern als Mensch. Groß und wunderschön. Begleiten durfte ich dich bei dieser Reise. Durfte gemeinsam mit dir reisen. Längst bin ich selbst Mutter und auch du hast erneut einem kleinen Wesen das Leben geschenkt. Diesen Spagat zwischen Familie, Beruf, Freundschaft und persönlichem Ehrgeiz und Freiheitsbestreben – das verstehen wir beide nur zu gut. Zugleich sind wir angekommen im Leben. Du und ich. Wir haben gefunden, was wir eigentlich gar nicht gesucht und doch schon immer gebraucht haben. Gebraucht haben, um endlich in uns zu ruhen und trotz aller Unwägbarkeiten zuallererst glücklich zu sein.

Wenn ich durch den Alltag hetze und dann zum Innehalten komme, denke ich an dich. Auch du hetzt immer wieder durch den Alltag und zugleich bist du ganz bei dir. Ich glaube, wir sind in vielerlei Hinsicht beide bereits angekommen und können gerade deshalb umso entspannter nach vorne blicken und unsere Zukunft planen. Es wird sich fügen, dieses Leben – und das wissen wir.

Von langen Aufstiegen und gestürmten Gipfeln

Mein Herzensmensch. Unendlich weit weg bist du gerade, doch in meinen Gedanken schreitest du beinahe täglich über mein Parkett. Von all meinen Herzensmenschen muss ich außergewöhnlich oft an dich denken. Lernen, arbeiten, vorankommen – das verbindet uns beide in besonderer Weise. Viel Ehrgeiz war und ist da in uns, aber entzweit hat er uns nie. Im Gegenteil. Verstanden haben wir einander. Immer schneller und höher und besser wollten wir sein. Jeder für sich und auch miteinander. Es gab da immer eine gewisse Schwere der Vergangenheit, die wir nie ganz schafften abzustreifen. Die hat uns immer auch vorangetrieben. Leidenschaftlich haben wir zwei studiert und uns gegenseitig nicht nur durch das Studium, sondern auch durch die Promotionen begleitet. Daran denke ich oft. Ohne dich wären mein Studium und auch meine Promotion so anders verlaufen.

Besonders oft denke ich aber auch an dich, weil ich es besonders selten schaffe, mich bei dir zu melden. So viele gedachte Gedanken von mir, die du nie gehört, nie gelesen hast. Bitte sei dir gewiss, dass uns noch immer viel verbindet. Ich glaube, dass du gerade sehr glücklich bist. Das ist so wundervoll. Von Herzen wünsche ich dir dein Glück und noch viel mehr davon.

 

Ihr seid meine Herzensmenschen. Nicht nur ihr, aber ihr seid die, an die ich denken muss, wenn ich an mein früheres kinderloses Leben zurückdenke. Ohne Freundschaft kann ich nicht sein. Ohne euch kann ich nicht sein. Unsere Freundschaften sind mir unendlich kostbar. Die Spuren unserer Freundschaften reichen weit verzweigt in mein Leben hinein. Irgendwie soll alles so bleiben, wie es jetzt ist, denn ich bin glücklich mit diesem Leben. Aber zugleich, soll es manchmal auch einfach wieder so werden, wie es einmal war. Denn ich vermisse euch unendlich.

in tiefer Verbundenheit, Jessi

 

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Sehnsucht Freundschaft: Es soll so bleiben, wie es ist und werden, wie es war. Wenn Freundschaften aus der kinderlosen Zeit die Zeit überdauern | Terrorpüppi | Reflektiert, bedürfnisorientiert, gleichberechtigt

By |2018-04-05T12:35:32+00:00April 5th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Miterleben und Mitfühlen|Tags: |3 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, promovierte Soziologin, Bloggerin. Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

3 Comments

  1. Lila 5. April 2018 at 20:19 - Reply

    Wie wunderschön!!! Das stimmt mich so traurig, denn meine Freundschaften haben es leider nicht geschafft! Sie sind immer weniger geworden und irgendwann ganz erloschen. Es sind neue dazu gekommen, durch die Kinder aber niemand mehr der mich von früher kennt. Ich hab mich ja verändert und manchmal wäre ich noch gern ein bisschen wie früher, gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Ach ja… Aber so ist das jetzt einfach.

  2. Christin 5. April 2018 at 20:35 - Reply

    ♥️

  3. Yvonne von family.snap 7. April 2018 at 15:57 - Reply

    Liebe Jessi,
    mir liefen die Tränen. Weil ich mich so sehr in deine Worte reinfühlen konnte. Ich vermisse meine Freundschaften, so wie sie früher waren, unendlich doll. Und gleichzeitig bin ich dankbar dafür, wo wir jetzt stehen. Wo unsere Freundschaften jetzt stehen.
    Das ist ein ganz wundervoller Text. Er bedeutet mir viel. Danke dafür. Denn er spricht mir aus der Seele. Ich bin so unendlich dankbar für meinen Herzensmensch. Wir hören und sehen uns zu selten, und trotzdem verbindet uns alles und jeder weiß, dass der andere immer und zu jeder Zeit für ihn da ist. Welch kostbares Gut.
    Alles Liebe
    Yvonne

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