Du, ich glaub dein Baby… hat Parkinson

//Du, ich glaub dein Baby… hat Parkinson

Du, ich glaub dein Baby… hat Parkinson

Man soll Babys ja untereinander nicht vergleichen, weil jedes sein eigenes Entwicklungstempo hat. So entwickelt das eine schneller seine motorischen Fähigkeiten, während das andere sprachlich schneller voranschreitet. Ein drittes ist ein besonders guter Esser und das vierte hat früher als die anderen Zähnchen und volles Haar. Irgendwas kann jede Mama stolz für seinen Sprössling beanspruchen. Aber obwohl man das ja weiß, ist es natürlich trotzdem interessant zu sehen, wie sich andere Babys im etwa selben Alter so entwickeln. Das muss ja keineswegs damit einhergehen, dass man sich gleich Sorgen macht, dass der eigene Zwerg womöglich entwicklungsgestört ist, noch in der Pubertät bei Mama und Papa mit im Bett schläft und später sicher Nachhilfe braucht.
Mein Terrorkrümel scheint mittlerweile jedoch für die Mama eines zwei Monate älteren Babys von besonderem Interesse zu sein. Die erste Begegnung der etwas übergriffigen Art gab es schon vor einigen Wochen. Ich hatte bereits bemerkt, dass sie uns beobachtet. Dann, blitzschnell wie die Zunge eines Salamanders, schnellte ihre Hand hervor, griff nach dem nackten Fuß meiner Tochter und rief dann völlig verblüfft: Oh, der ist ja gar nicht kalt. Ich hatte Sorge, dass sie friert, weil du ihr immer die Socken gleich ausziehst. Ja, so bin ich. Ziehe meiner Tochter in einem Raum mit bestimmt 25°C einfach die Wollsocken aus. Bin schon eine echte Rabenmutter. Nun begann aber meine Püppi auch noch in direkter Gegenwart des Sohnemanns der besorgten Mutter zu weinen, was diese zu dem Schluss kommen lies: Ich glaube deine Tochter mag meinen Sohn nicht. Etwas überrascht davon, versuchte ich ihr zu erklären, dass das kaum persönlich gemeint sein kann, da sie sich momentan sogar selbst im Spiegel gruselig findet. Sie weint teilweise ganz bitterlich, wenn sie sich im Spiegel entdeckt: Das böse andere Kind! Aber schon eine Woche später aber wagte es meinte Tochter erneut, in Gegenwart des kleinen Jungen zu weinen und da wurde aus der anfänglichen Vermutung eine unverwüstliche Gewissheit: Sie mag ihn nicht.
Bisher ist also festzuhalten, dass ich mir zu wenig Sorgen um meinen Schatz mache (kalte Füße!) und meine Tochter schon jetzt verzogen ist (sie mobbt eindeutig andere Babys). Heute aber wurde ich noch auf eine körperliche Besonderheit hingewiesen: Sie zittert. Zuerst dachte ich, sie würde angeblich schon wieder frieren, aber nein, sie zittere unabhängig von der Raumtemperatur. Ich schaute meine Terrorpüppi an. Fixierte ihre Ärmchen und… sah einfach kein Zittern. Ich schaute irritiert und es erfolgte erneut ein: Da! Sie zittert. Liegt vielleicht am Stress. Ich schaute sie wieder an und fragte mich schließlich, ob ICH was an den Augen hätte. Der Beobachtung der anderen Mutter zufolge scheint meine Maus ja ein vorzeitig an Parkinson erkranktes Wesen zu sein. Erneut wurde mir das Zittern dann gezeigt, noch immer nahm ich es nicht wahr. In der Folge versuchte ich das Thema ruhen zu lassen, doch die besorgten Blicke von der Seite blieben und mit ihnen wohl meine Wahrnehmungsstörung.

By | 2017-10-07T11:11:56+00:00 April 23rd, 2014|Blogchroniken|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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  1. Daniel 24. April 2014 at 8:53 - Reply

    Einfach meiden und ignorieren 😉

  2. Terrorpüppi 24. April 2014 at 9:16 - Reply

    Bald, sehr bald wird mir das möglich sein 🙂 und bis dahin zitter ich einfach ne Runde mit der Kleinen mit 😉

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