Da hilft sonst nix, Blas-Fix

//Da hilft sonst nix, Blas-Fix

Da hilft sonst nix, Blas-Fix

Wenn die Kita spontan für den nächsten Tag um ausgeblasene Eier bittet (Ostern naht), wird das Abendessen entsprechend abgeändert und – nachdem das Kind schläft – noch Kuchen gebacken. Die Eier müssen allerdings noch ausgeblasen werden.

Jeder, der Kinder hat oder mal Kind war, kennt Pustefix. Aber wer kennt Blas-Fix? Neben drölfzig verschiedenen Färbesets (kaltfärben, beim Kochen färben, durch Schütteln färben, mit Goldfolie färben … als ich ein Kind war gab es nur ein Set und davor musste man die Eier noch in Essigwasser aufrauhen), bietet der Supermarkt vor Ostern auch Eierausblasbesteck. Klingt erst so überflüssig wie ein Mopp-Strampler oder Baby-Pumps, aber bei zehn Eiern in Folge macht auch die beste Lunge schnell schlapp.Deshalb haben wir – ganz aus freien Stücken – Blas-Fix getestet. Im Supermarkt unweit der farbfreien Eier erspäht, hat der Mann nicht widerstehen können. Schließlich kam für die Kita Ostern total überraschend und der Auftrag zum Eier blasen kam zeitnah angekündigt (einen Tag im Voraus).

Die Anleitung

Bevor man aber blasen kann, muss erst einmal ein Loch her. Wählt sorgfältig die für euch passende Stelle aus. Auch beim Eierblasen gilt: Jeder nach seiner Fa­çon. Wichtig ist allerdings, dass man ausnahmsweise nur ein Loch piekst. Sonst wird das nix mit Blas-fix.

Um erfolgreich ein Loch zu pieksen, muss man das Ei ganz sanft in die Hand nehmen. Drückt bloß nicht zu fest, das mögen Eier nicht. Zunächst piekst man das Ei ganz kurz – und bitte immer schön sanft mit ihm umgehen! – an. Erst wenn das Ei keinen Schaden vom anpieksen genommen hat und immer noch willig für den Bohrvorgang ist, dreht nun den Bohrer ganz zärtlich und regelmäßig bis ihr durch die Decke, also durch die Schale hindurch gestoßen habt.

Die erste große Hürde hätte man nun geschafft. Jetzt geht es ans Eingemachte. Nun muss man das Röhrchen auf die Pumpe stecken. Anders, als man nun vermuten könnte, darf man nun aber nicht eine Schutzhülle auf das Röhrchen stecken, sondern muss die Schutzhülle vielmehr abnehmen. Wir wollen ja schließlich erfolgreich blasen und keinen Rohrkrepierer erzeugen.

Nun nehme man das Ei erneut in die Hand, achte bitte auch weiterhin auf einen sorgfältigen Umgang mit der dünnen Schale und halte das Loch nach unten. Das Ei nimmt gewissermaßen die natürliche Position ein. Jetzt wird es heikel. Das Röhrchen muss nun langsam eingeführt werden. Am besten stellt man direkt darunter eine Auffangschale, sonst wird das eine ganz schöne Sauerei. Eiglibber natürlich, was denkt Ihr denn, von was ich rede?

Ist das Röhrchen erfolgreich eingeführt, geht der Spaß erst richtig los. Jetzt heißt es, Hand anlegen. Drückt mit dem Daumen den „Faltenbalg“ ganz sachte nieder und vergesst dabei bloß nicht, das obere Loch zugleich zu verschließen. Entfleuchtende Luft während des Blasvorgangs ist nicht hilfreich.

Ganz ohne Sauerstoff geht es dennoch nicht, sodass man, sobald der Faltenbalg vollständig niedergedrückt worden ist, durch das Loch wieder Luft einlassen muss. Diesen Vorgang muss man jetzt sooft wiederholen bis das Ei vollständig entleert ist.

Abschließend muss das Ei noch von innen gesäubert werden. Sonst klebt und müfft es schnell. Hierzu füllt man Wasser in den Balg und pumpt dieses ins Ei-Innere. Wichtig: Auch jetzt bitte keine Schutzhülle verwenden. Safer Blasen ist kontraproduktiv.

Nach einer ordentlichen Blas-Orgie rate ich dazu, auch die Hände abzuwaschen und die Eier alle trocken zu legen. Nun kann gemalt werden.

Nachspiel

Wir haben den soeben beschriebenen Vorgang etwa 20x sorgfältig durchgeführt. Bisher haben wir davon etwa 18 erfolgreich abschließen können. Bei zwei Eiern allerdings war die Schale einfach zu dünn, sodass ein Sprung in der Schüssel den Kinderhänden sowieso nicht mehr Stand gehalten hätte.

By | 2017-10-06T23:32:51+00:00 März 20th, 2016|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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  1. Pia Laura Fröhlich 21. März 2016 at 15:01 - Reply

    Klingt gut, danke für den Tipp. Bin da sowieso immer skeptisch mit Salmonellen und habe ungern Eierschale im Mund :-)) Frohe Ostern wünscht Laura von http://www.heuteistmusik.de

  2. mamsell su 24. März 2016 at 1:47 - Reply

    Herrlich! Ein schön unterhaltsam geschriebener Beitrag!

    ..und danke für den Tipp!!

    Lieben Gruß und schöne Ostertage!
    Susanna

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