Die erste Woche der Kita-Eingewöhnung

//Die erste Woche der Kita-Eingewöhnung

Die erste Woche der Kita-Eingewöhnung

Irgendwie ist es ein seltsames Gefühl etwa so wichtigem, wie der Eingewöhnung in die Kita, fern zu bleiben. Habe ich meine Terrorpüppi doch schließlich bisher bei all ihren Schrittchen und Schritten begleitet.
(Streng genommen wird meine Maus natürlich in die Krippe eingewöhnt, aber zu streng müssen wir es auch nicht nehmen. Daher werde ich wohl weiterhin meist von der Kita sprechen.)
Sehnsüchtig jedenfalls habe ich das einzige männliche Familienmitglied unserer kleinen Kernfamilie akribisch Tag für Tag ausgefragt, was  wie wann genau war. Jede noch so kleine Gefühlsregung sollte mir geschildert werden. Ein bisschen wollte ich zumindest auf diese Weise das Gefühl erlangen, als wäre ich hautnah dabei gewesen. Und was soll ich sagen? Es läuft wohl sehr gut. Die Püppi wirkt auch nicht sonderlich verstört, sie ist höchstens etwas aufgekratzter als sonst. Und in ihrem Krabbelgruppentreffen am Mittwoch hat sie zudem das erste Mal das getan, was man in solchen Gruppen zumindest dem Namen nach tut: krabbeln. Sonst bevorzugte sie es, die anderen Mäuschen vom sicheren mütterlichen Schoß aus zu beobachten und in sicherer Entfernung zu spielen. Allzu hektische oder gar rabiate Annäherungsversuche wurden bisher vehement abgelehnt – und das waren letztlich quasi alle Annäherungsversuche durch andere Babys. Aber Mittwoch, ja Mittwoch war nun plötzlich alles anders. Sie entdeckte die Wohnung der Gastmama auf eigene Faust, suchte aktiv die Nähe zu anderen Babys und streichelte liebevoll die Katze des Hauses. Irgendwie muss mein Männe in der Kita (äh Krippe) das falsche Kind  mitgenommen haben, das ist die einzig logische Erklärung für das plötzliche Verhalten. Auch abends mag sie nun lieber gegen 19.30Uhr ins Bett gehen als erst gegen 21Uhr. Und die Nächte erst. Plötzlich werden 6-7 Stunden am Stück ohne jeden Mucks geschlafen – und da geht doch noch mehr! (und weniger, wenn’s blöd läuft). Ein wenig wehmütig bin ich trotzdem mittlerweile. Zwar freue ich mich darauf, wieder etwas mehr Zeit für mich und vor allem für meine Doktorarbeit zu haben, aber es ist auch ein komisches Gefühl, wenn das eigene Kind nun bei anderen Menschen Erfahrungen sammelt und Neues lernt. Doch eines ist klar, nicht nur die Püppi, sondern auch ich muss erwachsen werden und dazu gehört wohl auch ein Mehr an Selbständi

gkeit.

By | 2017-10-07T10:54:17+00:00 August 23rd, 2014|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin. Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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