Mittwoch, 24. Februar 2016

Stein um Stein #Familienmoment (1)

Im Alltag gibt es so viele schöne, nachdenkliche, erstaunliche oder einfach erinnerungswürdige Momente mit der Terrorpüppi. Gerne möchte ich euch daran teilhaben. Die Summe dieser scheinbaren Kleinigkeiten macht schließlich einen jeden von uns aus. Oft erkennt man die Größe dieser kleinen Momente viel zu spät an oder, was noch schlimmer ist, gibt sie dem Vergessen preis. Meine Erfahrungen mit meiner kleinen Terrorpüppi, all die kleinen und großen Momente mit ihr möchte ich jedoch konservieren. So zum Beispiel die nachfolgende Begebenheit.

Eine zukünftige Dichterin und Denkerin

Mein kleines Töchterlein wird mal eine ganz große Dichterin und Denkerin, denn sie sammelt Steine. 

Wie bitte? Wo soll da ein Zusammenhang bestehen? Ganz einfach: Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste:

"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

Die Terrorpüppi sieht dieses Schöne und sie sieht jeden Stein, der ihr in den Weg gelegt wird. Sie versucht nicht drüber hinweg zu klettern, läuft auch nicht drum herum, ebenso wenig hält sie nach anderen Wegen Ausschau, um den Stein liegen lassen zu können.

Nein. Sie sammelt die Steine ein. Sie begutachtet und sortiert sie. Sie legt sie zueinander; klopft sie aneinander; türmt sie auf oder wirft sie ganz weit durch die Luft. Voller Hingabe widmet sich meine kleine Maus all den Steinchen am Wegesrand. 

Auch diese falschen Steine behandelt sie wie echte. Falsche? Na diese Betonkrumen, die auf den ersten Blick manchmal noch wie ein normaler natürlicher Stein wirken, sich dann aber als vom Menschen gemachtes Betongemisch entpuppen. Ja auch diese werden gesammelt. Das Töchterchen macht da keinen Unterschied. Alle Steine sind potentiell schön und tragen ihren Teil bei für das neue Schöne, auf welches schon Goethe hingewiesen hat.

Zugegeben. Diese falschen Steine entsorgen der Mann und ich heimlich. Zerbröseltes Betongemisch in Kofferraum und Wohnung gehen uns dann doch zu weit. 


Omas Steingarten

Doch wohin mit all den anderen Steinen, die gesammelt im Kinderwagen ihren Weg zum Auto finden oder in einem Eimerchen mühsam die Treppen zu unserer Wohnung hoch getragen werden?

Na klar! Ab in Omas Steingarten damit! Was für eine grandiose Idee! Ein wenig Selbstlobhuddelei ist ob dieser fabelhaften Eingebung ja auch wirklich angebracht. Gut. Oma hat eigentlich keinen Steingarten, aber das betrachte ich eher als ein temporäres Problem. Sie hat eben noch keinen Steingarten. Die Terrorpüppi wird ihr jetzt einen bauen.




Die wöchentliche Aktion #Familienmoment ist eine wunderbare Idee vom Blog Küstenkidsunterwegs. Jetzt, nach Ende des Schreibprozesses nach meiner Doktorarbeit.

Kommentare:

  1. Gott wie schön, vielen Dank für diesen tollen Post!

    LG, Lea

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  2. Hallo,

    die Idee mit dem Steingarten ist toll. Meine zwei sammeln auch Steine, und davon mehr als reichlich. Direkt vor der Haustür wird der erste aufgehoben: "Den schenk ich dir Mama, guck der glitzert/sieht aus wie ein Herz/ hat zwei Farben/ ist schön glatt...
    Nachmittags sollte ich diesen Stein selbstverständlich auch noch dabei haben, denn dann will sie ihn wieder und dann kommt er in die Kiste, die 2. mittlerweile. Mein Sohn sammelt sie in die eigenen Taschen- Hose, Jacke, Ranzen, selbst in der Brotdose war schon einer.
    Aber dank deiner Idee weiß ich jetzt was wir mit unserer Sammlung machen. Allerdings befürchte ich, dass das noch mehr zum Sammeln anregt. ;) "Hier Mama für den Garten"

    Liebe Grüße, Heike

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    1. Die Zeit des Steinesammelns geht vorbei und bis dahin sollten wir einfach nach Aufbewahrungslösungen suchen :) man könnte aus den kleinen Steinchen auch was mauern zum Beispiel mit Schnellbeton...

      LG Jessi

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  3. Steine und Stöcke sammelt der Sohnemann. Hatte auch schon an Zaunbau und Steingarten gedacht. :) Mauern finde ich auch gut.
    Lieber Gruß,
    Kerstin

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  4. Wie schön und wie witzig! Und danke für die Anregung: Wir werden hier demnächst einen Muschel- und Sand-Garten anlegen ;)

    Viele liebe Grüße, Deine Küstenmami

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  5. Danke für den neuen Blick auf Steine auf dem Weg.
    Meine Kinder haben damals Beetumrandungen hingebungsvoll geformt. Danach habe ich den Schrebergarten verkauft. Die neuen Besitzer waren steinreich ;-)

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  6. Oh wie niedlich! Und die Sache mit dem Steingarten ist wirklich eine super Idee. Wir haben hier auch so ein paar kleinere Beete, bei denen ich noch gar nicht weiß, was wir mit den anfangen könnten. Wenn unsere kleine Maus dann später alt genug ist, haben ihre Fundstücke gleich einen Platz. Danke für die Idee! :)

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  7. Haha. Ja, das könnte auch mein Bilderbuchmädchen sein. Jeder Stein wird ehrlich gelieeebt! Kleine Steine werden mit beiden Händen umschlungen an die Wange gehalten und beschmust und auf große Steine kann man sich ja drauflegen und sie umarmen. Diese Woche habe ich keinen #Familienmoment aufgeschrieben, aber ich reihe mich einfach bei deinem ein ;) Die Stein-Umarm-Aktion war nämlich letzten Donnerstag. Und ich frage mich, ob ich irgendwann auch mal so herzlich umarmt werde, wie diese Steinchen ;P

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