Kein Wunder, dass ich jede Erkältung mitnehme – Ninas Kaffeesätze (13)

//Kein Wunder, dass ich jede Erkältung mitnehme – Ninas Kaffeesätze (13)

Kein Wunder, dass ich jede Erkältung mitnehme – Ninas Kaffeesätze (13)

Schon im letzten Monat waren wir kolumnentechnisch beim Arzt. Heute verschlägt es uns mit Nina zwar nicht in eine medizinische Einrichtung, fit sind trotzdem nicht alle. Das muss so ein Jahreszeitending sein. Wenn Erkältungszeit und Adventszeit zusammenfallen, wird aber nochmal doppelt ungemütlich…

Ninas Kaffeesätze

Kein Wunder, dass ich jede Erkältung mitnehme

Neben mir liegt eine Packung Taschentücher, eine Tasse Tee, noch mehr Taschentücher und der Laptop. In meinem Kopf sind eine Handvoll Gedanken gemischt mit einem tiefgreifenden, drückenden Kopfschmerz. Ich bin erkältet und irgendwie nicht nur ich.

Kennt ihr das, wenn im Herbst in Kindergarten und Schule die ersten kleinen Infekte ihre Kreise ziehen? Erst nur einzelne Kindern, dann eine kleine Gruppe und schließlich kippt der halbe Stundenplan, denn außer Religion und Turnen fallen alle Lehrer zeitgleich aus. Und dann? Dann kommt der Tag auf den sich das eigene Kind schon so sehr freut, es soll zum Kindergeburtstag des besten Freundes und … statt zu feiern, liegt es mit Fieber und heulend im Bett.

Die kalte Zeit ist die Zeit der Erkältungen, Infekte, der Viren, Bakterien und anderer fremder Lebensformen. Und egal, wie sehr man sich mental darauf eingestellt, in einer Familie mit mehreren Kindern bricht irgendwann der Notstand aus. Diesmal hat es mich erwischt. Nachdem die kleinen Jungs schon einige Tage flach lagen, sitze ich nun da und warte auf den Ausbruch… ja, ich warte, denn das was ich derzeit habe ist nichts halbes und nichts ganzes. Ein wenig Husten, den Brummschädel und Schnupfen. Ich selbst würde mich nicht als krank betrachten, aber ich weiß: Das ist nur die erste Warnstufe. Widerwillig gestehe ich mir ein, dass ich auch ziemlich ausgelaugt bin und unglaublich müde.

Die Vorweihnachtszeit ignoriert mein Bedürfnis nach Ruhe und täglich halte ich einen neuen Zettel in der Hand. Rundherum wird gefeiert und man möge doch bitte überall dabei sein – wenigstens mit einer Kuchenspende. Wie gerne hätte ich jemanden, die eine Entschuldigung für mich schreibt: „Nina ist nicht ganz fit und kann am diesjährigen Weihnachtsbaumschmuckbasteln nicht teilnehmen!“ Oh ja, das könnte mir gefallen. Aber stattdessen verschiebe ich meine Termine wo immer nötig, um auch die letzte Lücke im Kalender zu füllen.

Mein Tee ist nun kalt geworden und während ich ihn trinke, denke ich, wie gut es uns doch geht. Denn unsere Erkältungen sind Kleinigkeiten. Genau betrachtet geht es uns einfach gut. Mein Jüngster kommt an, seine Nase läuft und sein Schnupfen sei furchtbar schlimm, meint er. Schmunzelnd helfe ich ihm und drücke ihn ganz fest an mich. Kein Wunder, dass ich jede Erkältung mitnehme.

By | 2017-10-06T23:16:46+00:00 Dezember 13th, 2016|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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