Bedürfnisse im Chaos sehen – Freitagslieblinge (15)

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Bedürfnisse im Chaos sehen – Freitagslieblinge (15)

So langsam komme ich ins Jammern, dabei will ich das gar nicht. Gefühlschaos. Chaos im Haushalt. Gesundheitschaos. Mittendrin ich und der stete Versuch, eine gewisse Ordnung aufrecht zu erzählen. Wer diesen Blog schon länger liest, weiß, dass es mir sicher nicht um Perfektion geht. Ein halbwegs geregelter und vor allem schöner Alltag für und mit meinen Kindern ist mir aber selbst dann wichtig, wenn es eigentlich nicht viel zu lachen gibt.

Am liebsten würde ich ja ins Jahr 2018 vorspulen, gerne auch schon in den Frühling. Sicher ist sicher. Aber selbst wenn ich das könnte, würde ich es am Ende ja doch nicht tun. Dann würde ich ja auch die Zeit mit meinen Kindern vorspulen und da will ich definitiv nichts verpassen.

Wenn das Leben allerdings mit diversen unangenehmen Überraschungen über einen hinwegrollt, dann ist es gar nicht so leicht, die eigenen Bedürfnisse, die Bedürfnisse der Kinder und natürlich auch des Partners bewusst in den Blick zu nehmen und zu berücksichtigen. Das ist aber wichtig, denn nur wenn diese nicht (völlig) untergehen – von keinem der Beteiligten – wenn grundlegende Grenzen gewahrt bleiben, dann geht es auch in schwierigen Zeiten niemanden noch schlechter. Nur dann gibt man sich in Beziehung zueinander Halt.

So fange ich auch mit dem Lieblingsessen der Woche an, das ich ganz für mich allein verschlang, einfach weil ich wenigstens ganz kurz etwas nur für mich tun musste.

Lieblingsessen der Woche

Mit schlafendem Babysohn auf der Rückbank fuhr ich spontan an den Drive-In Schalter einer bekannten Fastfoodkette. So ausgelaugt, wie ich mich fühlte, tat der georderte Bürger zusammen mit dem Schokomilchshake einfach unglaublich gut. Ganz kurz schaltete ich ab und gab mich meinem animalischen Wunsch nach Fleisch und Käse hin.

Inspiration der Woche

Da ich ja schon wieder seit einiger Zeit arbeite, geht mein Privatleben auch nicht völlig spurlos an meinem Job vorüber. Mein Arbeitgeber und vor allem meine direkte Chefin sind meine Inspiration der Woche.
Kind ist krank? „Klar kannst du von zu Hause aus arbeiten!
Der Mann ist krank und die Kinderbetreuung ist damit nicht mehr gewährleistet? „Mach bitte einfach so, wie es für euch am besten passt.
Ich bin dankbar, dass auf diese Weise Vereinbarkeit auch abseits des Routinefalls möglich ist.
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Lieblingsmoment mit den Kindern

Mein Lieblingsmoment mit dem Babysohn war tatsächlich im Büro. Einen Tag lang nahm ich ihn einfach mit und auch wenn es anstrengender mit als ohne Kind ist, habe ich zugleich die gemeinsame Zeit genossen. Er hat mich wirklich viel arbeiten lassen und konnte zugleich stets Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und natürlich Milch tanken. Und ich? Ich hab mich gut dabei gefühlt, für ihn da sein zu können, wenn es der Papa eben nicht konnte.
Mit meiner Tochter hatte ich meinen liebsten Moment als ich sie zu Fuß von der Kita abholte. Ganz auf uns konzentriert liefen wir nach Hause: redeten, lachten, versteckten uns, entdeckten Enten, beobachteten tanzende Blätter und fleißige Hände auf Baustellen. Wir beratschlagen uns, hielten Händchen, waren ganz ungestört. Ich habe einfach eine wunderbare Tochter. Unbändig, willensstark, fantasievoll.

Lieblingsmoment nur für mich

Die Momente nur für mich sind derzeit rar gesät. So recht allein bin ich eigentlich nie – und wenn doch, dann arbeite ich. Es gibt daher nicht diesen einen Moment, aber viele ganz kleine, die ich mir erkämpfe – und sei es mal zwei Minuten ungestört auf die Toilette gegangen zu sein. Auch wenn ich meine eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick verliere, so stehen sie aktuell doch meist hinten an. Das ist okay, denn es ist kein Dauerzustand, sondern einfach normal in einer Familie, in der alle Bedürfnisse Berücksichtigung finden und gegeneinander abgewogen und soweit wie möglich miteinander in Einklang gebracht werden – und am Ende eben auch mal zurückstecken müssen. Manchmal reicht es auch schon, wenn Bedürfnisse zumindest gesehen wurden und bestimmte Grenzen am Ende doch gewahrt werden konnten.
 

Lieblingsbuch der Woche

Der Babysohn verhält sich wahrlich sonderbar seit fast zwei Wochen. Okay, eigentlich verhält er sich natürlich total normal, so für ein Baby, aber doch zugleich ganz sonderbar. Anders als zuvor und irgendwie anstrengend. Geschwind habe ich mir daher das Buch Oje, ich wachse!* erneut zur Hand genommen. Manchmal macht es eine Situation einfach schon erträglicher, wenn man sie besser versteht und so besser annehmen kann. So wie sie ist.
Noch mehr Freitagslieblinge gibt’s wie immer bei der BerlinMitteMom.
Ich wünsche euch ein zauberhaftes Wochenende!
Herzlichst, Jessi
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By | 2017-11-23T11:09:35+00:00 November 17th, 2017|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin. Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

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