Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt

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Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt

Gestern und heute war Geburtsvorbereitungskurs. Ich habe mich recht kurzfristig dazu entschlossen. Die Geburt rückt näher, schließlich bin ich schon Ende der 35. Woche, und ich erhoffte mir, etwas entspannter zu werden. Denn die Anspannung wuchs in den letzten Wochen. Mehr als erwartet.

Ich hoffte darauf, gestärkt die letzten Meter zu gehen. Das Gegenteil ist der Fall.

 

Die Hebamme hat den Kurs durchaus sehr schön geleitet. Wäre ich Erstgebärende, dann hätte mich dieser Kurs definitiv nicht nur gut vorbereitet, sondern auch zuversichtlich und zugleich einigermaßen realistisch auf die Geburt blicken lassen.

Ich bin aber nicht Erstgebärende.



Damals im Dezember 2013 ging ich zuversichtlich, optimistisch und auch vergleichsweise gut informiert in die Geburt. Meine positive Einstellung hat mich durch die gesamte Geburt getragen, sogar dann, als mir klar wurde, dass es nicht ganz rund läuft. Immer wieder Geburtsstillstand. Eine Intervention nach der anderen. Komplikationen, mit denen auch die erfahrenen Ärzte nicht gerechnet haben. Es ging irgendwie noch mal gut. Mit blauem Auge sind wir davon gekommen.

Glück gehabt. Glück gehabt? Ich, nein wir, haben dem Tod zwei Schnippchen geschlagen und das begreife ich erst jetzt in vollem Ausmaß.

Später habe ich durchaus über meine Geburt gesprochen. Ich habe nicht einfach verdrängt. Das Reden hatte geholfen. Ich wusste dennoch stets, dass die nächste Geburt weniger unbeschwert für mich sein würde. Doch vieles wird mir erst jetzt klar. Ganz langsam beginne ich zu begreifen.

Nichts an meiner ersten Geburt war normal.

Die Hebamme ist gestern und heute die „Normalgeburt“ Schritt für Schritt durchgegangen. An jeder Stelle ging sie auch auf typische Abweichungen ein, die letztlich ebenso normal seien, aber eben weniger häufig. Ich hatte keine Normalgeburt. Ich hatte sogar kaum typische Abweichungen.

Mein damaliger Arzt hatte beiläufig bemerkt, dass bei mir permanent der höchst unwahrscheinlichste Fall eingetreten sei. Niemand hätte damit rechnen können, was im Einzelnen geschah. Die gesamte Interventionsspirale erging sich über mein Baby und mir. Wir überlebten trotzdem und zugleich genau deswegen. Es fühlt sich bis heute paradox an.

Mein Geburt war statistisch betrachtet total unwahrscheinlich. Doch das ist nur wenig tröstend für mich. Nicht mehr. Die zweite Geburt steht an.

Es ist nicht so, dass ich mir erst jetzt, so kurz vor Ende der Schwangerschaft, Gedanken mache. Kaum hatte ich diese zwei Streifen in der Hand, welche mir meine Schwangerschaft bestätigten, wusste ich es: Diesmal kommt keine Einleitung in Frage. Steht fest, dass diese notwendig würde, dann soll es ein Kaiserschnitt sein. Ebenso wusste ich, dass ich einen Kaiserschnitt dann wollen würde, wenn mir erneut ein sehr großes und schweres Kind prophezeit werden würde.

Gewünscht aber habe ich mir zugleich von Anfang an, dass sich mein Baby diesmal allein auf den Weg macht. Vor dem Termin. Selbstbestimmt.

Die natürliche Geburt war nach wie vor das, was ich mir eigentlich wünschte. Ich glaube (glaubte?) daran, dass mein Kind – und damit auch ich – das schaffen würden, wenn die Geburt nur von allein losgehen kann UND wenn das Baby nicht zu groß ist.

Doch genau jetzt weiß ich nicht mehr so recht, was ich glauben soll. Meine Gedanken kreisen um die erste Geburt und ich habe Angst. Angst vor einer natürlichen Geburt. Angst davor, dass auch dieses Mal nichts normal an ihr sein wird. Angst, dass sich dass „Natürliche“ erneut auf „irgendwie vaginal“ beschränken könnte. Angst, dass wir diesmal nicht körperlich gesund aus dem Prozess hervorgehen.

Es war damals alles höchst unwahrscheinlich. Doch es ist eingetroffen. Mein Kopf versteht, wie unwahrscheinlich es ist, dass mir dasselbe wieder geschieht. Aber mein Gefühl und mein Körper verstehen das nicht. Sie wissen, dass ausgerecht mir, uns, das Unwahrscheinliche schon widerfahren ist. Es kann also wieder geschehen. Es kann. Es muss nicht.

Nur die Gewissheit, dass vieles vom geschätzten Geburtsgewicht und der -größe abhängt, bleibt. Ebenso die absolute Ablehnung der Einleitung. Doch schaffe ich einen zweiten Anlauf einer natürlichen Geburt? Ich weiß es nicht.

herzlichst, Jessi

Nach dem Trauma ist vor dem Trauma: Die Angst vor der zweiten Geburt | Terrorpüppi | Reflektiert, bedürfnisorientiert, gleichberechtigt

 

By | 2017-10-06T23:15:36+00:00 Februar 11th, 2017|Zum Miterleben und Mitfühlen|0 Comments

About the Author:

Mutter von Zweien, Berlinerin, Soziologin, Bloggerin, Jessi ist die Gründerin des Blogs Terrorpüppi. Sie bevorzugt eine undogmatische Sicht auf Familie und Gesellschaft, fordert aber von sich und anderen klare Haltungen ein. Jessi liebt Schokopudding und Berlin, ist Working Mom, Serienjunkie und liebt und lebt gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft. Mit ihrer soziologischen Perspektive setzt sie sich gerne kritisch-reflektiert mit familiären und gesellschaftlichen Fragen auseinander, zugleich hat sie eine unbeirrbar optimistische Lebenseinstellung.

No Comments

  1. Alu 11. Februar 2017 at 23:36 - Reply

    Jede Geburt ist anders. Sowas von. Lass dich von deiner Angst nicht lähmen ja?! Ich drück die Daumen. Alu

  2. Jessi [Terrorpüppi] 12. Februar 2017 at 0:16 - Reply

    Mein Kopf weiß das ja, aber ich fühle mich emotional gerade gelähmt. Hoffe, diese Lähmung noch rechtzeitig abstreifen zu können.

    Danke dir für's Daumendrücken liebe Alu!

  3. Anonym 12. Februar 2017 at 0:40 - Reply

    Ich hatte einen Notkaiserschnitt. Wenn dir der Gedanke daran hilft, einen Notausgang zu haben, dann lass es zu. Es hilft dir vielleicht lockerer zu werden. Nimmt dir die Angst. Es ist eine Option, die du ziehen darfst, wenn du keinen anderen Weg für dich siehst. Es geht nicht darum wie sozial (un)erwünscht ein KS ist. Es geht um dich, deine Gefühle und dein Kind. Diese Entscheidung hast nur allein zu treffen. Ich wünsch dir viel Kraft und Zuversicht!

  4. Mama Maus 12. Februar 2017 at 0:45 - Reply

    Hallo Jessi,

    Es ist schwer dir irgendetwas zu raten. Wie du bereits geschrieben hast, jede Geburt ist anders. Auch wenn ich jetzt schreiben würde, dass ich nach der ersten eher traumatischen Geburt eine tolle Geburt gehabt hätte, dann bringt dir das für dein Gefühl nichts.

    Ihr habt euch für ein zweites Kind entschieden und davor steht die Geburt. Versuche dich so gut es geht auf die neue und einzigartige Erfahrung einzulassen. Solltest du dich jedoch unwohl fühlen kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ein Kaiserschnitt auch nicht das Ende der Welt bedeutet. Du musst dich mit deiner Entscheidung wohl fühlen.

    Am Ende kommt sowieso alles nicht alles so wie geplant. Genieß die restlichen Wochen und freue dich auf dein Baby.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  5. Jessi [Terrorpüppi] 12. Februar 2017 at 1:06 - Reply

    Lieben Dank für deine Worte. Gerne würde ich den Kaiserschnitt – wenn ich ihn denn wähle – dann nicht als Notkaiserschnitt, sondern als bewusste Entscheidung. Dabei empfinde ich den nicht als Niederlage oder Versagen oder dergleichen. Es ist nur so, dass ich einfach noch nicht weiß, ob das für mich die beste Option ist…

  6. Jessi [Terrorpüppi] 12. Februar 2017 at 1:08 - Reply

    Auf das Baby freue ich mich. Da zeigt sich keine Trübung, nur die Geburt, die ist ganz plötzlich sehr furchteinflößend geworden. Ich hoffe nun darauf, dass ich in den nächsten Tagen und wenigen verbleibenden Wochen meine Antworten finden werde.

    Lieben Gruß
    Jessi

  7. Alicja Wiktoria 12. Februar 2017 at 10:00 - Reply

    Liebe Jessi,

    mach Dich bitte nicht verrückt. Die zweite Geburt kann komplett anders laufen als die erste. Meine Geburt war auch nicht ganz komplikationsfrei und ich hatte auch Redebedarf. Mein Arzt hat mich aber beruhigt, dass beim zweiten mal die Karten komplett neu gemischt sind. Ein ganz neues Spiel.

    Versuche darauf zu vertrauen.

    Du hast immer die Möglichkeit eines KS. Vielleicht gibt Dir dieser Gedanke etwas Beruhigung. Wenn Die Angst zu groß ist, hab keine Scheu danach zu verlangen. Ich glaube niemand würde Dir einen Wunsch-KS in dieser Situation abschlagen.

    Und versuche noch den Endspurt Deiner Schwangerschaft zu genießen.

    Viele Grüße
    Alicja Wiktoria

  8. Anna 12. Februar 2017 at 12:51 - Reply

    Liebe Jessi,
    ich verstehe Deine Angst so gut. Auch ich hatte solche Panik vor der zweiten Geburt, weil meine erste so kompliziert und langwierig und ganz und gar nicht schön war. Und beim zweiten Mal dann auch nich Zwillinge. Ich habe manchmal Nächte wach gelegen und darüber nachgedacht, mit viel Angst, dass es wieder genauso sein könnte.

    Und dann? Dann hatte ich eine wunderschöne natürlich Geburt (so wunderschön wie es eben sein kann), die mich mit der ersten versöhnt hat.

    Was ich sagen will: vertrau auf Dich und Deinen Körper. Er wird den richtigen Weg mit Dir gehen. Und Du wirst ganz bald Dein zweites Wunder im Arm halten. Ich drück´Dich und wünsche Dir alles, alles Liebe!
    Anna

  9. Anonym 13. Februar 2017 at 9:07 - Reply

    Die "Karte" Notkaiserschnitt kannst du ja bewusst im Hinterkopf behalten und selbst ziehen.
    Das hat eine gute Freundin getan. Sie sagt, sie hat die zweite Geburt sehr viel bewusster wahrgenommen und gelenkt und im Verlauf selbst entschieden doch nochmal einen KS zu machen.
    Also vielleicht weißt du dann auch erst wenn es soweit ist, wie es richtig für euch ist.

    Alles Gute!

    Ps. Ich scheue mich noch vor einer weiteren Schwangerschaft angesichts der ersten Geburt, kann also deine Gedanken gut nachvollziehen

  10. Die gute Kinderstube 13. Februar 2017 at 18:19 - Reply

    Ich hatte nach der ersten Geburt auch Angst vor der zweiten. So richtig klar wurde mir das erst, als ich mit der neuen Hebamme sprach und auf einmal zu zittern begann.
    Ich habe mich dann lange vorbereitet, auf die natürliche Geburt, aber vor allem auf die Selbstbestimmtheit. Und genau das würde ich Dir raten. Rechne mit allem, sprich mit Deiner Geburtsbegleitung (wer auch immer dabei sein soll) und mach Dir klar, was Du willst. Und dann schau, was kommt.
    Ein Kaiserschnitt kann auch ohne Not und selbstbestimmt gemacht werden, wenn Du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt und ihn willst. So war es letztendlich bei meiner zweiten Geburt und auch wenn ich gerne eine natürliche Geburt gehabt hätte, kann ich gut damit leben. Es ist traurig, aber kein Trauma. Beide Kinder haben Wehen mitgemacht, beide waren soweit zu kommen. Und bei K2 habe ich die entschieden.
    Ich wünsche Dir, dass all das in dem Moment ganz unnötig wird. Dass es zur Vorbereitung wichtig ist, aber unter der Geburt keine Rolle spielen wird, weil es nicht muss, weil Du einfach ein Kind zur Welt bringst und es euch gut geht. Das wünsche ich euch!
    Liebe Grüße
    Julia

  11. Gudrun 13. Februar 2017 at 18:22 - Reply

    Hallo!

    Das liest sich wie der Geburtsbericht meiner Tochter 2013 + 8 Tage bangen auf der Neonatologie…..alles völlig unerwartet.
    Jetzt bin ich in der 17. SSW & kann deine Gedanken seeeehr gut nachvollziehen.
    Habe 9 Monate nach der letzten Entbindung eine Traumatherapie begonnen, war kein Spaziergang. Lasse mich jetzt bis zur 2. Entbindung wieder von der Therapeutin begleiten.
    Alles zu kurzfristig für dich, aber vielleicht helfen dir ein paar Einheiten vorab dennoch um Ängste los zu lassen. Alles Alles Gute!

  12. Kathrin Breitsameter 13. Februar 2017 at 18:30 - Reply

    Bin gerade genau in der selben Situation…. Erste Geburt mit Einleitung…. Und leider auch nicht so abgelaufen wie es eigentlich sein sollte, quasi auch irgendwie vaginal :-/ bin gerade in der 33. Woche und es kommen gerade auch vor allem im geburtsvorbereitungskurs viele Gedanken und Gefühle wieder hoch… Ich versuche einfach positiv zu denken… Kann nur irgendwie besser werden… Ich drücke uns fest die Daumen dass es einfach vor Termin von alleine los geht und wir durch sie zweite Geburt die erste bissl versöhnen können. Ganz liebe grüße 🙂 sedefix

  13. Anonym 13. Februar 2017 at 18:34 - Reply

    Bin in genau der gleichen Situation. Nur schon in der 38 ssw. Ich bitte mein Baby nahezu täglich sich von selbst auf den weg zu machen, da schon die drohenden Worte "Einleitung" gefallen sind wegen einem Messwert an der oberen grenze. Das ist wirklich kein schönes Gefühl und ich bin da ganz bei dir. Deswegen habe ich mich dieses mal noch akribischer auf alles vorbereitet. Geburtsplan mit allen Eventualitäten und werde eine doula mitnehmen. Diese kennt meine Situation und meine Angst und hilft mir bei mir zu bleiben. Allein die Gespräche mit ihr tun mir sehr gut und auch mein Mann ist froh, dass sie dabei ist…Denn auch ihm steckt die letzte Geburt die im ks endete wegen zu großem Kind usw. In den Knochen.
    Vielleicht guckst du dich mal um, ob in deiner Nähe eine doula verfügbar wäre, die wie ein ruhepol an deiner Seite sein könnte.
    Ich drück dir die Daumen!
    LG

  14. Anonym 13. Februar 2017 at 20:12 - Reply

    Viel wurde schon geschrieben. Auch bei mir war die zweite Geburt aufgrund der ersten mit Angst behaftet. Mir hat Schwangerschaftsyoga geholfen, damit dort immer positive Gedanken und Impulse bekamen und ich Zeit hatte, in mich hinein zu horchen. Aber auch das Tönen, dadurch war ich während der zweiten Geburt ganz bei mir und konnte meine Ängste wegatmen. Alles Liebe Manuela

  15. Anonym 13. Februar 2017 at 22:09 - Reply

    Ich kann deine Sorge sehr gut verstehen und es ist sonnenklar, dass du in dem Stadium der Schwangerschaft dich genaustens erinnerst und das auch oft. Ich glaube, dass du im Moment der Geburt spüren wirst, was für euch das Richtig ist. Wenn es von alleine los geht, wird dir das schon so viel Sicherheit geben, auch wenn dies nach dem Termin ist. Meine Hebamme meinte aus ihrer Erfahrung, dass die meisten Frauen länger "tragen". Überhaupt kann ich eine Geburt Zuhause empfehlen, mit einer Hebamme, die man gut kennt und eben keinen Ärzten… Für mich war das entspannt und völlig selbstbestimmt. Ich wünsche dir, dass du dieses Mal eine positive Erfahrungen machst und bin mir sicher, dass es so sein wird, wenn du auf dein Gefühl hörst. Deine Maßgaben sind doch ganz klar. So kann's gehen! marie

  16. Anonym 13. Februar 2017 at 22:18 - Reply

    Liebe Jessy,

    meine erste Geburt war ähnlich wie du sie beschrieben hast. Einleitung und danach ist einfach nichts gelaufen wie es sollte. Über 4 Std Presswehen, Kind gesteckt und war zudem noch ein Sternengucker, was das ganze nicht leichter machte. Im Endeffekt alles gut gegangen, wir beide wohlauf. Dann – genau ein Jahr später wieder einen positiven Test. Und obwohl wir uns so sehr 2 Kinder knapp hintereinander gewünscht haben, hatte ich nur einfach wahnsinnige Angst vor der Geburt. Diese Angst konnten mir nicht mein Mann, nicht meine Mama, nicht meine Freundinnen, nicht zahlreiche Hebammen, Ärzte und auch nicht eine Psychotherapeutin nehmen. Ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft und hatte trotzdem nur eines – Angst.
    Und dann kam diese Nacht. 14 Tage vlr dem Termin. Tags zuvor hatte ich noch Untersuchungen und CTG und Arzt und Hebamme meinten, dem gefällts wohl in Mamas Bauch. Als in der Nacht alles anders kam. Mein Mann war nicht da, das große Kind gottseidank bei den Großeltern, ich alleine zuhause. Blasensprung. Und dann kam die Panik zur Angst dazu. Rettung gerufen, ins Krankenhaus, 2 1/2 Std später waren sowohl mein Mann als auch das Baby da. Auf der Fahrt in Krankenhaus sprach ich mit meinem Baby. Wir machen das jetzt schnell, sagte ich. Und so wars. Es war eine schöne, beinahe schmerzfreie Geburt und ich würde nochmal 10 Kinder kriegen, wenns nur solche Geburten gäbe.
    Hör auf dein Gefühl, lass dich tragen, das Baby zeigt dir den Weg.
    Alles Liebe!
    S.

  17. Anonym 13. Februar 2017 at 23:03 - Reply

    Mir hat bei der zweiten Geburt sehr geholfen, das ich ganz klar aufgeschrieben habe was ich mir für die Geburt wünsche und welche Interventionen ich wann möchte, was anders sein soll wie bei der ersten. Das habe ich dann auch im Kreissaal abgegeben, bzw. mit der Hebamme besprochen.. Das wichtigste dabei war aber, dass ich für mich alles klar hatte und einen Plan und einen Plan B …
    Z.b. Keine Einleitung, kein Wehentropf nur weil es zu langsam geht sondern nur wenn es notwendig ist. Meine Bedingungen wenn ich einen Kaiserschnitt möchte, also abgesehen von medizinisch absolut notwendig.
    Aber auch was für Dinge mir wichtig sind um mich Wohlzufühlen.

    Ich finde wenn ich versuche so etwas für jemand anderes zum lesen zu formulieren bekomme ich nochmal einen anderen Zugang zu meinen Ängsten und finde oft Lösungen dafür mit Ihnen umzugehen.

  18. Freya Gittel 13. Februar 2017 at 23:12 - Reply

    Hallo,
    mir ist bei Schwangerschaft Nummer 3 ähnlich ergangen. Geburt Nummer 2 war ein ziemlicher Kampf der mit einem Notkaiserschnitt endete. Ich hatte danach auch ziemlich Angst, dass wieder so endet. Hat es aber nicht. Es war eine schöne Wiedergeburt im Geburtshaus. Mir hst es geholfen, das Buch “die selbstbestimmte Geburt“ zu lesen und viel mit meiner Hebamme zu reden. Ich habe bis zur Geburt auch jeden Abend und Morgen Yogaübungen gemacht damit mein großes und schweres Kind besser in das Becken rutscht. Das waren alles Dinge, die mir geholfen haben mein Selbstvertrauen hinsichtlich des gebärens wieder zu erlangen. Ich hoffe, für dich ist es etwas hilfreich davon und wünsche dir nur das Beste für DEINE Grburt!!
    MfG
    Freya

  19. Freya Gittel 13. Februar 2017 at 23:15 - Reply

    Wassergeburt meinte ich natürlich!!

  20. Anonym 13. Februar 2017 at 23:31 - Reply

    … Meine erste Entbindung wurde auch eingeleitet. Es kam zum Wehensturm, Wehenhemmer per Tropf, schlechte Herztöne, Saugglocke und DR III … Ohne PdA. Trauma. Die zweite Geburt habe ich sehr gefürchtet. Ich habe Kinesiologiesitzungen gemacht, trotzdem nochmal einen Vorbereitungskurs gemacht. Es war ein Prozess. Auch ich wusste: nie wieder eine Einleitung! Dann bei K2 Wehen von 4 bis 7, Blasensprung. Dann keine Wehen mehr. Es sollte wieder eingeleitet werden… Ich habe mich dann für einen KS entschieden. Ich wollte und musste mir nichts beweisen. Ich kann nur sagen, trotz KS hatte ich eine schöne Geburt mit Freudentränen. ICH wollte entscheiden und nicht nochmal so hilflos und ausgeliefert sein. Ich bin sehr froh, dass ich mich so entschieden habe. Ich habe meinen Frieden damit. Und wer glaubt, ein KS erspare Schmerzen, der irrt, die kommen danach 😉 aber darum geht es nicht, aber um Selbstbestimmtheit& eine gesunde Mutter-Kind- Bindung.
    Alles alles Gute!!! Du schaffst das!

  21. Astrid Bredereck 14. Februar 2017 at 10:11 - Reply

    Schade, dasss es schon so bald ist, aber noch hast Du Zeit. Beschäftige Dich mit Hypnobirthing, lies unbedingt das Buch, hör die CD´S und schau Dir auf You Tube alle Hypnobirthing Geburten an die Du finden kannst. Nimm diese ursprüngliche Kraft in Dich auf. Glaub an die Weisheit deines Körpers! Überlass ihm die Führung und deinem Kind! Die beiden schaffen das auch ohne Dich!
    Alles alles Liebe und viel Vertrauen!

  22. momo 14. Februar 2017 at 11:07 - Reply

    Mir ging es in meiner zweiten Schwangerschaft sehr ähnlich. Ich habe als Geburtsvorbereitung nochmal viel über die erste Geburt gesprochen, was da für mich schwierig war. Und hab auf Empfehlung eine tolle Hebamme gefunden. Sie begleitet mich auch jetzt in meiner dritten Schangerschaft. Sie hat damals zu mir gesagt "Die zweite Geburt HEILT meist die Erfahrungen aus der ersten Geburt" und auch wenn ich das meist schwer glauben konnte, wenn auch wollte. Sie hatte total recht! Die zweite Geburt war wunderschön! Sie hat zwei Jahre nach der ersten Geburt, meine Wunden erst geheilt. ALles Gute Euch.

  23. Anonym 14. Februar 2017 at 11:49 - Reply

    Meine erste Geburt war genau so wie du es beschreibst, danach auch noch zusätzlich einen Babyblues aufgerissen und das alles prägt einen immens.
    Meine zweite Schwangerschaft war dann völlig anders als die erste, ich hatte vor das zweite Kind auch natürlich auf die Welt zu bringen, aber ebenfalls wie bei dir….im näher es zum Geburtstermin kam, desto mehr Angst & Panik machten sich in meinem Körper und Kopf breit.
    Dann anfang 9 monat die Info bekommen dass mein Baby sich in BEL wieder gedreht hat und das Thema Kaiserschnitt wurde präsent. Auch das machte mir Angst, aber mit dem Gedanken habe ich mich arrangiert, da wusste ich jede Einzelheit, jeden Handgriff UND ich konnte mich besser darauf einlassen und zu dem kam es dann auch.
    Nach dem Kaiserschnitt war ich glücklich, erleichtert, entspannt. Und somit wusste ich, dass wenigstens ein Geburtsvorgang entspannt und kontrolliert vor sich ging und somit ich eine Erinnerung habe die positiv ist.
    Sollte ich ein jemals ein drittes Kind erwarten, werde ich es wieder auf natürlichem Wege versuchen, aber nun kann ich versuchen den ersten Versuch besser zu verarbeiten.
    Mach was dir dein Gefühl dir sagt und das wird genau das Richtige sein.
    Beide Varianten haben ihre Vor- aber auch Nachteile. Hör auf dein Inneres!!!!
    Alles Liebe und toi toi toi

  24. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:32 - Reply

    Die Sache ist, ich WEIß, dass die zweite Geburt ganz anders verlaufen kann. Aber Wissen und fühlen sind zwei paar Schuhe. Ich will es auch fühlen können. Dahin muss ich jetzt irgendwie kommen.

    …meine Angst ändert aber glücklicherweise nichts daran, dass ich mich sehr auf mein Baby freue!

  25. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:33 - Reply

    Auf diesen Moment, mein zweites Wunder im Arm halten zu können, freue ich mich schon wahnsinnig…
    und der Weg dahin wird hoffentlich emotional klarer, wenn ich ihn langsam und Stück für Stück gehe.

  26. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:36 - Reply

    Für meinen Mann war die erste Geburt sicher auch traumatisch. Ich werde mit ihm genau darüber reden, was ich will und was nicht – und wie er mich dabei unterstützen kann. Dann wird es hoffentlich für uns beide eine wunderschöne Geburt!

    Ein Kaiserschnitt ist für mich eine Alternative, keine Schmach. Ich will mich nur unbedingt gut mit meiner Entscheidung fühlen können.

    Liebsten Dank für deine Worte!

  27. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:38 - Reply

    Oh je, die Neonatologie haben wir glücklicherweise nicht aus nächster Nähe kennenlernen müssen – sehr zum Erstaunen der Ärzte. Ich glaube, dass das sicherlich nochmal extra tiefe Wunden bei dir hinterlassen hat. Mein kleines Wunder durfte bei mir bleiben und schon nach drei Wochen gab es zumindest bei ihr keine Spuren mehr von der schweren Geburt.

    Liebste Grüße und alles Gute für deine weitere Schwangerschaft!

  28. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:46 - Reply

    Ja, ich glaube einfach, wenn die Einleitung nur unter großen Anstrengungen funktioniert, dann waren weder Kind noch Mutter für die Geburt bereit und das kann ja fast nur zu Komplikationen führen. Mit dem positiv denken finde ich gut, nur fällt mir genau das auch in manchen Situationen schwer – wenn Bilder in meinen Kopf schießen – so unglaublich schwer. Es ist ja irgendwie gut gegangen, es hätte noch viel schlimmer kommen können… und genau diese andere Seite, die "es kann noch schlimmer kommen"-Seite muss ich überwinden.

    Ich wünsche dir alles Gute für die letzten Wochen deiner Schwangerschaft! Mögen sich unsere Babys selbstbestimmt auf den Weg machen und mögen wir die Kraft haben, sie selbstbestimmt zu gebären!

  29. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:49 - Reply

    Oh da bist du ja sogar noch weiter in der Schwangerschaft als ich. Herzlichen Glückwunsch, bald habt ihr es geschafft!
    Ich habe am Donnerstag meinen nächsten Termin und hoffe auf Messwerte im Normalbereich. Das würde mich ungemein beruhigen. Ich kann deine Ängste total gut verstehen. Messwerte an der oberen Grenze, Einleitung… das will man nicht hören. Ich finde es schön, dass du für dich einen Weg gefunden hast mit der Doula. Ich glaube, für mich wäre das nichts. Aber der Geburtsplan, ja den schreibe ich diesmal noch besser – wissender, was ich will und was nicht.

    Lieben Gruß und alles Gute!

  30. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 12:53 - Reply

    Ich höre immer wieder, dass viele Frauen Yoga als entspannend und hilfreich empfinden… für mich ist das aber leider nichts. Doch es freut mich wirklich sehr, dass dies dein Weg ist, um die Ängste zu verarbeiten! Das mit dem Tönen entschiede ich dann eher spontan. Ich kenne es und wenn es sich gut anfühlt, dann ja 🙂

  31. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 13:02 - Reply

    Meine Hoffnung ist in der Tat, dass wenn die Geburt losgeht, ich einfach genau weiß und fühle, was ich will und welchen Weg ich gehen will!

  32. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 13:03 - Reply

    Lieben Dank für deinen Geburtsbericht. Das macht Hoffnung <3

  33. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 13:28 - Reply

    Ich hatte auch schon bei der ersten Geburt einen Geburtsplan, den ich abgegeben habe. Die Hebammen und Ärzte haben sich durchaus daran gehalten. Auch diesmal möchte ich wieder einen schreiben und diesmal wird er all das berücksichtigen, was ich beim ersten Mal noch nicht (besser) wusste. Diesmal schreibe ich ihn auf Basis meiner Erfahrungen.

    Lieben Dank für deine Worte.

  34. Jessi [Terrorpüppi] 14. Februar 2017 at 13:32 - Reply

    Wiedergeburt, Wassergeburt… irgendwie hatte auch schon ersteres Sinn ergeben :p

    Ein Notkaiserschnitt ist mein absoluter Alptraum. Das ist ja nicht zu vergleichen mit einem Wunschkaiserschnitt. Bei mir wäre das wirklich übel gewesen und lebensgefährlich für uns beide. Das hatten die Ärzte nach der Geburt klar zum Ausdruck gebracht – denn als die unwahrscheinlichsten Komplikationen auftraten, war meine Tochter bereits tief im Becken eingedreht…

    Ich danke dir für den Buchtipp! Und reden hilft in der Tat… nur Yoga, das wird nicht mehr meins….

    Ansonsten wirklich herzlichen Dank für deine Unterstützung.

  35. Anonym 14. Februar 2017 at 20:54 - Reply

    Hallo!
    Ich habe die Kommentare zwar nicht durchgelesen, aber ich wollte dich fragen, ob du die FB Gruppe "VBAC- selbstbestimmt und natürlich gebären nach Kaiserschnitt" kennst? Das ist eine wirklich tolle Gruppe, die einen stärkt. Alles Liebe und Gute
    Birgit

  36. Jessi [Terrorpüppi] 15. Februar 2017 at 10:48 - Reply

    Ich hatte keinen Kaiserschnitt bei meiner ersten Geburt und ich weiß nicht so recht, ob eine FB-Gruppe das Richtige für mich ist, aber vielleicht schaue ich es mir trotzdem mal an…
    Danke für deine Anregung!

  37. Jessi [Terrorpüppi] 15. Februar 2017 at 10:50 - Reply

    Vielen lieben Dank für deine Schilderung. Das macht durchaus Mut, so wie du es beschreibst <3

  38. Jessi [Terrorpüppi] 15. Februar 2017 at 10:51 - Reply

    Ja, das habe ich auch immer wieder gehört. Ich bin gespannt, ob die zweite Geburt die Wunden meiner ersten abheilen lässt… es wäre zu schön!

  39. Jessi [Terrorpüppi] 15. Februar 2017 at 10:59 - Reply

    … ach Mensch, deine erste Geburt hört sich auch sehr schlimm an. Zugleich freut es mich, dass du nach deinem Kaiserschnitt so zufrieden bist. Für mich steht ja auch fest: keine Einleitung mehr, Punkt. Dann lieber Kaiserschnitt. Ich bin jetzt vor allem gespannt, was die nächsten Untersuchungen sagen.

  40. Jessi [Terrorpüppi] 15. Februar 2017 at 11:00 - Reply

    Ich werde mich nun mit Hypnobirthing doch nochmal auseinander setzen.
    Lieben Dank für deine Worte!

  41. Perlenmama 16. Februar 2017 at 22:30 - Reply

    Ach du, ich kann dich so gut verstehen…Ich hatte so eine Angst vor der zweiten Geburt. Die gesamte zweite Schwangerschaft durchlebte ich zwischen der Entscheidung zum Kaiserschnitt und dem Wunsch zur natürlichen Geburt.

    Meine Hebamme versprach mir sie würde alles tun um das letzte Erlebnis nicht zu wiederholen. Ich ging auch zur Geburtsplanung in der Klinik und gab genau an, was wann passieren sollte. Auch, dass auf gar keinen Fall eingeleitet werden sollte. Sie nahmen alles genau so auf und daran wurde sich gehalten. Ich war in charge. Von Anfang an. Und so hat es geklappt. Und es hat das Trauma revidiert.

    Ich drücke dir die Daumen.

  42. Jenny 17. Juli 2017 at 23:39 - Reply

    Liebe Jessi,
    Ich habe deine Worte sehr empathich gelesen und mir die ganze Zeit gedacht: das Vertrauen fehlt. Sie muss wieder an sich glauben, dass sie in der Lage ist ein Kind zur Welt zu bringen und zwar selbstbestimmt. Ich kann nicht beurteilen, was warum und wie bei der ersten Geburt anders hätte verlaufen können.
    Ich selber gebe Hypnobirthing Kurse und sehe sehr oft, dass die Mamas gerade wenn die erste Geburt traumatisch war, wieder Vertrauen in sich bekommen haben.
    Dein Text berührt mich sehr und irgendwie möchte ich versuchen Dir zu helfen. Wenn Du magst können wir uns gerne zusammentun.
    Alles Liebe Jenny

  43. Anonym 17. Juli 2017 at 23:39 - Reply

    Ich kann dich gut verstehen! Drei Dinge waren mir für meine zweite Geburtsreise wichtig: ein guter Ort wo ich mich sicher und gut aufgehoben fühle, Menschen, die für mich sind und denen ich vertraue und der Kontakt und das Vertrauen mit bzw. in meinen Körper und mein Baby.
    Auch meine zweite Geburtsreise wahr mich nach dem Lehrbuch aber diese drei Dinge haben mich hindurchgetragen.
    Ich wünsche dir, dass du solche Anker für dich auch findest.

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