Terrorpüppi | Reflektiert, bedürfnisorientiert, gleichberechtigt2018-06-04T07:14:38+02:00

Reflektierte Elternschaft. Eltern werden – Eltern sein

By |April 22nd, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , |

Im Untertitel dieses Blogs steht an erster Stelle "reflektiert". Das haben wir sehr bewusst so gewählt, denn alles Wissen um Kinder, Beziehung und Erziehung nützt herzlich wenig, wenn wir nicht in der Lage sind, unser Handeln zu reflektieren. Aus Informationen wird erst Wissen, wenn wir sie verstehen. Doch verstehen ist noch zu wenig, solange dieses Wissen für unser Handeln weitgehend folgenlos bleibt. Erst das In-Bezug-Setzen mit unseren Erfahrungen, unserer spezifischen Situation, unseren Wünschen, Ängsten und Hoffnungen, sowie der Individualität unserer Kinder gibt uns die Möglichkeit, zu besseren Eltern zu werden. Wie wichtig es ist, auch auf sich selbst zu blicken und nicht nur auf andere mit dem Finger zu zeigen oder mögliche Kritik immer gleich abzublocken, darüber habe ich auch hier schon geschrieben: Zum Whataboutism moderner Elternschaft. Wenn Eltern nur den eigenen Standpunkt kennen. Elternschaft als Weg Kinder machen uns zu Eltern [...]

Alternativen zum Ignorieren von kindlichem Fehlverhalten

By |April 15th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , , |

Immer wieder lese ich in verhaltensnahen Fachbüchern, aber auch in renommierten Elternblogs und in Elternforen den Rat, kindliches Fehlverhalten einfach zu ignorieren. Dem liegt die verhaltenstherapeutische Methode der Löschung zu Grunde: unerwünschtes Verhalten tritt seltener auf, wenn es keine Reaktionen darauf gibt. Stimmt tatsächlich! Dazu gibt es hinreichend viele Studien. Warum ich das trotzdem nicht befürworte, sowohl in der Eltern- Kind- als auch der therapeutischen Beziehung, möchte ich etwas genauer ausführen. Zum Ignorieren auf Grund innerer eigener Befangenheit (Depression etc.), aber auch zum bewussten Schreienlassen hatte ich hier schon einmal einen Artikel verfasst. Heute vertiefe ich den Aspekt, dass Ignorieren bewusst eingesetzt wird, um Kinder dazu zu bringen, bestimmtes Verhalten nicht mehr zu zeigen. Wenn wir nämlich dieses manchmal wirklich störende und nervende Fehlverhalten ignorieren, dann, so vermute ich, steckt dahinter die Hilflosigkeit des nicht- Verstehens. Eine Handlung ist bei [...]

Wenn ein Kind stirbt

By |April 11th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , |

Das Thema Tod hat mich oder viel mehr uns als Familie in den letzten Monaten sehr beschäftigt. Nicht umsonst hatte ich schon im November im Rahmen meiner Freitagslieblinge die Frage meiner Tochter aufgegriffen: "Mama, und wann stirbst du?". Dabei ist der Tod dermaßen komplex, dass wir ihn nicht nur nicht gemeinsam mit unseren Kindern so recht begreifen, sondern ich mir explizit auch Gastbeiträge zu diesem schwierigen Thema gewünscht habe. Antje hatte bereits gemeinsam mit mir zu Trost und Trauer mit Kindern nachgedacht. Mit Lila vom Blog Erdbeerpause habe ich nun eine weitere und vor allem ganz besondere Autorin für dieses nicht ganz leichte Thema gewonnen. Sie schreibt heute aus ihrer professionellen Sicht - da sie in einem ambulanten Kinderpalliativteam arbeitet - und sie gibt zugleich persönliche Einblicke, denn auch privat gab es mit dem Tod schon Berührungspunkte. Dem heutigen Gastbeitrag [...]

Arbeitende Eltern und endlose Eingewöhnung? Zwischen Bedürfnisorientierung, Kita und Job

By |April 8th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , , , |

Die bedürfnisorientierte Eingewöhnung meines Sohnes in die Kita ist nun geschafft! Also eigentlich und dann doch wieder nicht: Sie ist geschafft, weil mein Sohn nun regelmäßig in die Kita gehen wird. Unsere selbst gesetzten Ziele der Eingewöhnung sind erreicht. So lässt er sich nicht nur recht friedlich abgeben, sondern spielt vor allem friedlich und frei während meiner Abwesenheit. Er lässt sich von seiner Erzieherin trösten und geht zwischendurch, wenn er es braucht, zu ihr, um zu kuscheln. Mittags isst er gemeinsam mit den anderen Kindern und nach dem Mittagessen schläft er nun seit letzter Woche auch dort. 7,5 Wochen nach Beginn der Eingewöhnung. In meinem heutigen Beitrag möchte ich auf eben jene Dauer und die Vereinbarkeit mit dem Beruf eingehen.   Die Variablen einer erfolgreichen Eingewöhnung So eine Eingewöhnung wird von wirklich vielen Variablen beeinflusst. Die für das Kind letztlich [...]

Sehnsucht Freundschaft: Es soll so bleiben, wie es ist und werden, wie es war

By |April 5th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Miterleben und Mitfühlen|Tags: |

Ich wache auf. Nicht von Lachen, nicht von Geschrei, nicht von einem Füßchen in meinem Gesicht. Ich wache auf von den Sonnenstrahlen, die in meinem Gesicht tanzen. Ein Traum stiehlt sich in den Tag hinein. Ein Traum von Freundschaft. Ganz plötzlich vermisse ich euch alle so. Noch immer seid ihr Teil meines Lebens und werdet es hoffentlich auch bleiben. Doch verändert haben sie sich schon - unsere Freundschaften. Gedanken an euch begleiten mich durch jeden Tag. Im Studium haben wir einander gefunden. Noch ganz kinderlos machten wir die Nacht zum Tag. Brüteten Referate aus. Motivierten uns gegenseitig durch Hausarbeiten und Prüfungen. Kämpften uns gemeinsam durch Liebeskummer, durch Ängste, aber auch durch Hochgefühle und Überraschungen. Wir feierten Partys, schleppten Umzugskisten, kochten, sangen, tanzten. Wir flogen über den Wolken. Ihr seid meine kostbaren Herzensmenschen und ich denke auch dann an euch, wenn alles [...]

Bedürfnisorientierte Eingewöhnung in einer normalen Kita: Zwischen Bindungsaufbau und Autonomiebedürfnis

By |März 25th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Miterleben und Mitfühlen|Tags: , , , , |

Die Eingewöhnung meines Sohnes ist in den letzten Wochen weiter gegangen. Genau genommen haben wir nun sechs Wochen hinter uns. Vermutlich denken jetzt nicht wenige: "Oh, das dauert aber lange. Läuft wohl nicht gut." - Ich kann hingegen nur sagen: Doch, Schritt für Schritt geht es voran. Ich habe ein gutes Gefühl. Es läuft gut - auch wenn es sich zieht und es natürlich auch Momente des Zweifels gab. In meinen Freitagslieblingen hatte ich ja bereits umrissen, dass ich mir eine bedürfnisorientierte Eingewöhnung wünschte. Heute möchte ich euch erzählen, wie es weiter gegangen ist - und warum die Eingewöhnung immer noch nicht abgeschlossen ist (und es auch nicht sein kann). Eigentlich wollte ich euch heute auch was zu meiner persönlichen (Arbeits-) Situation sagen und ebenfalls einen Blick auf die Kita-Rahmenbedingungen werfen, aber leider stellte sich der Gesamtartikel letztendlich als eindeutig [...]

Kommt herein in Die gute Kinderstube

By |März 22nd, 2018|Categories: Allgemein, Welten in denen wir leben. Reell und virtuell|Tags: , , |

Es gibt Blogger*innen und Blogs, die wachsen uns unglaublich ans Herz. Julia und Max gehören mit ihrer guten Kinderstube definitiv dazu. Nun haben es sich die beiden erst vor kurzem so richtig gemütlich auf ihrer eigenen Domain gemacht, um ihren bedürfnisorientierten Blog noch schöner (als sowieso schon) zu gestalten. Da mir ein paar Fragen durch den Kopf gegangen sind, habe ich mich nicht zurückhalten können und lud beide zu einem kleinen Interview ein. Jessi: Liebe Julia, lieber Max, euer Blog ist ganz frisch an den Start gegangen. Dazu erst einmal Gratulation! Terrorpüppi ist ja auch erst im Oktober in einem neuen Gewand erschienen und wir können uns gut daran erinnern, was das für ein tolles Gefühl war. Nun lesen Madame FREUDig und ich euch schon eine ganze Weile, doch unsere Leser*innen kennen euch vermutlich noch nicht alle. Wer seid ihr [...]

Frustrationstoleranz und Impulskontrolle bei Kindern: warum ein Nein dafür wichtig ist.

By |März 18th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , , , |

Ich  erlebe ab und an Eltern, die sehr bemüht sind, ihrem Kind keinen Frust zuzumuten. Sie versuchen, ein Nein zu umschiffen, auch wenn das Kind gar nicht unter besonderem emotionalen Stress steht und dieses Nein zwar Wut, Ärger und Enttäuschung hervorbrächte, aber das Kind das wahrscheinlich auch aushalten würde, sofern es einen begleitenden Erwachsenen gibt. Frustrationstoleranz und Impulskontrolle entstehen nicht, weil es keine Frustrationen gibt. Sie entstehen, weil Frustration als aushaltbar erlebt wird und daraus etwas Kreatives und Neues entstehen kann. Das hilft, eigene Impulse umzulenken und nicht jede Handlungsidee in die Tat umzusetzen. Um gut mit sich und mit anderen zu leben, ist das fundamental. Es braucht ein angemessenes Maß an Frustration, um sich zu entwickeln und Neues zu erschaffen. Frustrationstoleranz und Impulskontrolle: grundlegende  psychische Fähigkeiten Frustrationstoleranz bedeutet, dass man eine Frustration (ein Misslingen, eine Abweisung, eine Niederlage etc.) [...]

Ihr verdammten Kackbratzen! Vom Vandalismus an meinem Kinderwagen

By |März 11th, 2018|Categories: Allgemein, Welten in denen wir leben. Reell und virtuell|Tags: , |

Mein Kinderwagen wurde demoliert. Mutwillig zerstört. Von kleinen Kackbratzen. Das hier wird entsprechend ein Rant. Ich rege mich also auf. Daher warne ich euch, meine treuen Leser*innen, denen gerade nach Harmonie oder zumindest tiefschürfener Analyse verlangt, vor. Selbstverständlich habe ich meine Worte dennoch mit Bedacht gewählt. Nichts liegt mir ferner als euch mit plumper Schimpferei vollkommen zu verschrecken. So war die Suche nach kreativen Schimpfwörtern gewissermaßen auch schon ein wenig Therapie für mein demoliertes Kinderwagenbesitzerinnenherz. Mein Kinderwagen ist nämlich in dieser Opfer von jugendlichem Vandalismus geworden. Erwähnte ich das schon?! Ich bin außerordentlich wütend und überhaupt nicht in Stimmung, das Ganze mit Nachsicht, Toleranz und schon gar nicht differenziert und von allen Seiten beleuchtend zu betrachten. In diesem Augenblick jedenfalls auf keinen Fall. Jetzt ist da nur Wut. Groll. Ärger. Ihr verdammten Kackbratzen. Seit Tagen schon ärgern wir uns über euch, [...]

Gewalt in Worten: „Und du kannst gar nichts!“

By |März 7th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Miterleben und Mitfühlen|Tags: , , |

Ich war die Tage mit meiner Tochter auf einem Spielplatz. Eigentlich ein toller Tag mit ganz viel Schnee und Sonne. Während mein Herbstmädchen kletterte und ich ihr ob der Glätte sprungbereit möglichst unauffällig zur Seite stand, kam ihr ein kleiner, etwa 14- 18 monatiger Junge entgegen. Sie stand da und beobachtete, wie er die löchrigen, glatten Balken überwand. Da sie davon ganz beeindruckt schien, kommentierte sie das in einer Tour. Der Junge erfreute sich sichtlich an ihrer überschwenglichen Anteilnahme. Und dann sagte sein Vater: Hörst du, wie die redet? UND DU KANNST GAR NICHTS!   A propos Gewalt Ich war wirklich fassungslos. Ich starrte ihn an und es gab in dem Moment keine Worte. Ich war so erschrocken über die verbale Gewalt in diesem eigentlich so friedlichen Moment. So etwas geht nicht, absolut nicht! Vollkommen egal, wie angespannt oder [...]

Das unsicher- ambivalent gebundene Kind: hältst du meine Gefühle sicher und konstant aus?

By |März 4th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Nach- und Weiterdenken|Tags: , |

Nachdem ich einen Einführungsartikel zur Bindung, Bindungstheorie sowie den einzelnen Bindungsstilen geschrieben habe, erreichten mich viele Zuschriften von besorgten Eltern, die sich vor allem fragten, ob die Bindung ihres Kindes unsicher- ambivalent sei. Deswegen möchte ich heute etwas ausführlicher diesen Bindungsstil betrachten. Die ausführlichen Grundlagen, was Bindung ist, wie sie entsteht und eine kurze Zusammenfassung über die unterschiedlichen Bindungstypen findet ihr in meinem Grundlagentext hier. Ich werde demnächst auch einen ausführlicheren Text zur unsicher- vermeidenden Bindung schreiben. Die ambivalente Bindung gilt als normaler Bindungsstil, der allerdings eine erschwerte Beziehungsgestaltung erwarten lässt. Es gibt Studien, in denen wird die ambivalente Bindung der desorganisierten zugerechnet oder ihr zumindest nahe verortet. Man muss dazwischen aber deutlich unterscheiden: Die desorganisierte Bindung wurde in Studien mit Bindungsstörungen in Zusammenhang gebracht. Desorganisierte Kinder sind oftmals in einem viel stärkeren Maß von einer höchst ambivalenten Umgangsweise der [...]

Trost und Trauer: Der Tod der anderen (mit einem Gastbeitrag)

By |Februar 28th, 2018|Categories: Allgemein, Zum Miterleben und Mitfühlen|Tags: , |

Den Tod erleben wir nur als Begleiter und seien wir dem Sterbenden noch so nah. Der Tod von Menschen, die uns persönlich Nähe gestanden haben, hinterlässt eine Lücke. Eine Lücke, weil wir in Beziehung zu diesen Menschen gestanden haben und diese Beziehung auch auf der Erfüllung spezifischer Bedürfnisse von uns beruhte. Wir fühlen Schmerz. Verlust. Angst. Menschen, die uns nahe stehen, können unseren Schmerz spüren. Mitunter ist unser Verlust auch der ihrige. So bekommen auch unsere Kinder oft sehr viel mehr mit, als wir ahnen. Vor allem haben sie feine Antennen für unsere Gefühlswelt. Selbst wenn sie noch zu jung sind, um den Tod in seiner Tragweite zu begreifen, so saugen sie dennoch unsere Trauer, unsere Traurigkeit auf. Nachdem ich bereits hier über die Wichtigkeit geschrieben habe, auch bei diesem Thema mit seinen Kindern in Kontakt zu bleiben, möchte ich [...]

Psychotherapie: wer kann bei psychischen Störungen helfen?

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Anlässlich des heiß diskutierten Filmes "Elternschule" möchte ich gerne einen anderen, einen humanistischeren und psychoanalytischeren Blick auf die Psychotherapie bei Kindern und deren Gestaltung werfen. Ich halte es für sinnvoll, dazu auch erstmal die sozialrechtlichen Grundlagen deutlich zu machen,  bevor ich inhaltlich werde. Ich möchte aufklären, was es gibt. Jeder muss für sich die passende Therapie finden. Es gibt nie ein Allheilmittel. Es ist sinnvoll, zu wissen, was man möchte. Sieht man als Eltern eigene Anteile und braucht Hilfe, sich zu verorten, um dem Kind helfen zu können oder möchte man, dass das Symptom einfach verschwindet? Der vorliegende Text ist also wie immer subjektiv. Ich bemühe mich um eine gewisse Neutralität in der Darstellung der Fakten. Durch meine eigene Erfahrung mit Patient*innen und durch meine Persönlichkeit habe ich mich aber bewusst dafür entschieden psychodynamisch zu arbeiten. Das hat viele Gründe: [...]

Geringe Impulskontrolle, Gier und Aggressionen: Leserfrage an Madame FREUDig

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Aus unserem Newsletter kennen einige die Möglichkeit, Madame FREUDig Fragen  zum Umgang mit kindlichen Gefühlen oder bestimmten Ausdrucksweisen, wie heute insbesondere Aggressionen, zu stellen. Auf Grundlage der therapeutischen Erfahrung und der analytischen Haltung gibt sie Denkanstöße und ist dabei bemüht, weiterführende Fragen aufzuwerfen und bestimmte, Zusammenhänge anklingen zu lassen. Da kein persönlicher Kontakt dazu stattfindet, ist das nur ein schemenhafter Auszug, der höchst subjektiv ist. Die Fragen können nicht allumfassend beantwortet werden und vieles bleibt, insbesondere angesicht der großen Vielschichtigkeit der Fragen, auch offen. Die Antwort für den Blogbeitrag ist im Vergleich zum Newsletter eventuell nochmal um neue Gedanken ergänzt, die beim ersten Beantworten so noch nicht gedacht werden konnten.   Geringe Impulskontrolle, Aggressionen, sich unglücklich fühlen, gierig und auf Geld fixiert Die Frage unserer Leserin: Ich habe einen 5,5-jährigen Sohn, bei dem mir einige Verhaltensweisen Angst machen und ich [...]

Trauern trotz Kind? Ein Interview zu psychologischen Prozessen zwischen Mutter bzw. Vater und Kind

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Rebekka vom Blog weiser werden hat mich um ein Interview zum Thema Trauer und trauern mit bzw. trotz Kind gebeten. Sie hat kürzlich auf unserem Blog schon einen Artikel über ihre Erfahrungen geteilt, wie es war, als sie selbst gerade Mutter geworden war und ihre eigene Mutter verstarb. Während dieser Phase suchte Rebekka nach Ratgebern und wurde nicht fündig, so dass sie selber Interviews mit Betroffenen, aber eben auch mit Experten führte. Daraus soll womöglich auch ein Buch entstehen. Ich hatte selber schon einmal einen Artikel über innerlich abwesende und depressive Eltern geschrieben. Das jetzt vorliegende Interview haben wir per Skype geführt und Rebekka hat alles transkribiert und auf Grund der Länge von 16 Seiten ordentlich eingekürzt. Attachment Parenting und die Authentizität Rebekka: Wer sich mit attachment parenting beschäftigt, hört oft, man solle authentisch sein. Warum ist das so wichtig [...]

Bedürfnisorientierte Eingewöhnung in einer normalen Kita: Zwischen Bindungsaufbau und Autonomiebedürfnis

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Die Eingewöhnung meines Sohnes ist in den letzten Wochen weiter gegangen. Genau genommen haben wir nun sechs Wochen hinter uns. Vermutlich denken jetzt nicht wenige: "Oh, das dauert aber lange. Läuft wohl nicht gut." - Ich kann hingegen nur sagen: Doch, Schritt für Schritt geht es voran. Ich habe ein gutes Gefühl. Es läuft gut - auch wenn es sich zieht und es natürlich auch Momente des Zweifels gab. In meinen Freitagslieblingen hatte ich ja bereits umrissen, dass ich mir eine bedürfnisorientierte Eingewöhnung wünschte. Heute möchte ich euch erzählen, wie es weiter gegangen ist - und warum die Eingewöhnung immer noch nicht abgeschlossen ist (und es auch nicht sein kann). Eigentlich wollte ich euch heute auch was zu meiner persönlichen (Arbeits-) Situation sagen und ebenfalls einen Blick auf die Kita-Rahmenbedingungen werfen, aber leider stellte sich der Gesamtartikel letztendlich als eindeutig [...]

Gewalt in Worten: „Und du kannst gar nichts!“

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Ich war die Tage mit meiner Tochter auf einem Spielplatz. Eigentlich ein toller Tag mit ganz viel Schnee und Sonne. Während mein Herbstmädchen kletterte und ich ihr ob der Glätte sprungbereit möglichst unauffällig zur Seite stand, kam ihr ein kleiner, etwa 14- 18 monatiger Junge entgegen. Sie stand da und beobachtete, wie er die löchrigen, glatten Balken überwand. Da sie davon ganz beeindruckt schien, kommentierte sie das in einer Tour. Der Junge erfreute sich sichtlich an ihrer überschwenglichen Anteilnahme. Und dann sagte sein Vater: Hörst du, wie die redet? UND DU KANNST GAR NICHTS!   A propos Gewalt Ich war wirklich fassungslos. Ich starrte ihn an und es gab in dem Moment keine Worte. Ich war so erschrocken über die verbale Gewalt in diesem eigentlich so friedlichen Moment. So etwas geht nicht, absolut nicht! Vollkommen egal, wie angespannt oder [...]

Trost und Trauer: Der Tod der anderen (mit einem Gastbeitrag)

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Den Tod erleben wir nur als Begleiter und seien wir dem Sterbenden noch so nah. Der Tod von Menschen, die uns persönlich Nähe gestanden haben, hinterlässt eine Lücke. Eine Lücke, weil wir in Beziehung zu diesen Menschen gestanden haben und diese Beziehung auch auf der Erfüllung spezifischer Bedürfnisse von uns beruhte. Wir fühlen Schmerz. Verlust. Angst. Menschen, die uns nahe stehen, können unseren Schmerz spüren. Mitunter ist unser Verlust auch der ihrige. So bekommen auch unsere Kinder oft sehr viel mehr mit, als wir ahnen. Vor allem haben sie feine Antennen für unsere Gefühlswelt. Selbst wenn sie noch zu jung sind, um den Tod in seiner Tragweite zu begreifen, so saugen sie dennoch unsere Trauer, unsere Traurigkeit auf. Nachdem ich bereits hier über die Wichtigkeit geschrieben habe, auch bei diesem Thema mit seinen Kindern in Kontakt zu bleiben, möchte ich [...]

Standesamt Berlin Mitte oder auch: Berliner Behördenversagen de luxe. Ein Rant

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Toll dachte ich, die Medien greifen das Berliner Behördenversagen auf, mit dem wir Familien insbesondere in Berlin Mitte derzeit zu kämpfen haben. So berichtet der Tagesspiegel jüngst: "Eltern warten monatelang auf Geburtsurkunden".  Allerdings. Dabei warteten wir ja auch nur 9 Wochen auf die Geburtsurkunde unseres Sohnes. Es hätte sogar noch länger gedauert, wenn wir nicht Druck gemacht hätten. So toll, wenn alles schnell und unproblematisch geht. Bisher habe ich mich ja im Wesentlichen nur über Twitter geärgert. Da das Standesamt 6-8 Wo für die Geburtsurkunde braucht, werde ich mein Elterngeld erst sehen, wenn der Mieter uns schon rausgeworfen hat. — Jessi (@Terrorpueppi13) 26. März 2017 Der Sohn ist 8 Wochen alt. Ich habe noch immer keine Geburtsurkunde. Standesamt Berlin Mitte. Am Tel: haben gerade keinen Mitarbeiter mehr — Jessi (@Terrorpueppi13) 4. Mai 2017   Beim Standesamt angerufen. Sie kannten zumindest Sohnemanns Namen. [...]

Es war einmal ein Brief an den KiKA

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Es war einmal ein TV-Sender. Der KiKA. Den schaut meine Tochter ab und an. Ich geb es zu, denn ich finde nichts dabei. Abends kommt zum Beispiel das Baumhaus mit anschließendem Sandmann. Es kommt durchaus auch vor, dass die Püppi schon etwas früher damit anfängt, KiKA zu schauen oder eben im Anschluss an den Sandmann weiterzugucken. Zum Ende meiner Schwangerschaft und auch in den ersten Tagen nach Sohnemanns Geburt uferte das Ganze zudem etwas aus. Wenn die Püppi mal krank ist - was sie glücklicherweise sehr selten ist - dann darf sie sogar richtig viel KiKA gucken. Es ist wie es ist. So ergab es sich jedenfalls, dass ich im Laufe der Zeit das Programm des Kinderkanals besser kennenlernen durfte.  Für jeden Geschmack und jede Altersstufe ist eigentlich etwas dabei. Zwar gibt es einzelne Serien, die ich ganz schrecklich finde [...]

Wer seid ihr? Wie seid ihr? Wo geht es hin?

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Es ist der Morgen des 31.12.2016. Silvester. Vielen mögen schon seit Tagen nach einem Rückblick suchen. Ob persönlich oder gesellschaftlich, egal. Mir ist nach keinem Rückblick. Ich habe mein Jahr 2016 sehr gut vor Augen und auch was hier in Deutschland oder der Welt geschehen ist, kommt mir nicht erst beim Ausklang eines Jahres wieder in den Sinn. Ich will keinen Rückblick, ich will einen Ausblick. Keinen Ausblick nur für mich, sondern vor allem einen für meine Tochter und mein ungeborenes Kind. Perspektiven haben, Perspektiven zeigen, Perspektiven leben Meine Aufgabe als Mutter ist es, meine Kinder zu lieben und stark für das Leben da draußen zu machen. Ich gebe mein Bestes, aber dennoch werden sie kommen. Die Fragen. Fragen, die ich nicht beantworten werde können, die ich aber gerne beantworten würde. Fragen, für die es vielleicht keine einzig richtigen, wahren [...]

Let’s talk about fame, baby! – Ninas Kaffeesätze (16)

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Nina und ihrer Familie geht es nicht um Berühmtheit, sondern darum, andere für das Leben von Regenbogenfamilien zu sensibilisieren. Sie wirkt sehr stark vor der Kamera. Nein, sie ist sehr stark vor der Kamera. Doch hinter der Kamera ist ihr Leben als Transfrau alles andere als sorgenfrei. Eigentlich geht es heute um "Fame". Uneigentlich aber darum, wieso es Nina nicht gut geht. Warum sie am Verzweifeln ist. Was damit die Krankenkasse und das Fernsehen zu tun hat, lest ihr heute. lieben Gruß Jessi aka Terrorpüppi Ninas Kaffeesätze Let's talk about fame, baby! von Nina alias Frau Papa Morgens im Badezimmer etwas genauer hinsehen. Heute nehme ich mir ein paar Minuten mehr Zeit, ziehe den Lippenstift genauer, sehe zu, dass die Wimperntusche nicht klumpt und zupfe deutlich länger an meinen Haaren herum. Heute kommt ein Kamerateam, heute kommt das Fernsehen. Nein, ich [...]

Es war einmal ein Brief an den KiKA

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Es war einmal ein TV-Sender. Der KiKA. Den schaut meine Tochter ab und an. Ich geb es zu, denn ich finde nichts dabei. Abends kommt zum Beispiel das Baumhaus mit anschließendem Sandmann. Es kommt durchaus auch vor, dass die Püppi schon etwas früher damit anfängt, KiKA zu schauen oder eben im Anschluss an den Sandmann weiterzugucken. Zum Ende meiner Schwangerschaft und auch in den ersten Tagen nach Sohnemanns Geburt uferte das Ganze zudem etwas aus. Wenn die Püppi mal krank ist - was sie glücklicherweise sehr selten ist - dann darf sie sogar richtig viel KiKA gucken. Es ist wie es ist. So ergab es sich jedenfalls, dass ich im Laufe der Zeit das Programm des Kinderkanals besser kennenlernen durfte.  Für jeden Geschmack und jede Altersstufe ist eigentlich etwas dabei. Zwar gibt es einzelne Serien, die ich ganz schrecklich finde [...]

Gespräch mit meiner schwangeren Kollegin

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Neu im Job und schon schwanger? Mit einer Mischung auf Freude, Aufregung, aber auch einer Spur Verzweiflung blickst du mich an. Du musst nichts sagen, denn ich erkenne es an diesem Flackern in deinen Augen. Deine Hände suchen Halt und deine Lippen zittern ein wenig. Ich kann dir ansehen, dass du die letzten Tage wenig geschlafen hast. Etwas belastet dich und dieses etwas wiegt schwer auf deinen Schultern. Erst zögerlich, dann aber mit immer mehr Gewissheit beginne ich, dich anzustrahlen. Nimm deinen Mut zusammen und teile deinen Kummer mit mir. Eine Lösung wird sich finden lassen. Da bin ich mir sicher. Schließlich beginnst du zu reden. Du erzählst davon, wie wichtig dir dein neuer Job sei. Wunderbar hättest du dich eingelebt und würdest es genießen, bei einer solch umfangreichen Aufgabe so viel Verantwortung zu tragen. Doch manchmal komme es im [...]