Freitag, 18. August 2017

Manchmal ist Funktionieren schon eine Herausforderung - Freitagslieblinge (7)

Ja manchmal ist es schon eine echte Herausforderung, irgendwie zu funktionieren. So ein Leben lässt sich eben doch nicht planen. Das Leben anderer noch viel weniger. Glücklich sein oder zumindest die Schönheit von bestimmten Momenten und Menschen zu sehen, fällt dann schwer. Fällt mir schwer.

In dieser Woche musste ich einfach nur funktionieren. Ein Anruf am Sonntag veränderte alles. Seitdem immer wieder im Krankenhaus. Monitore. Angst. Erinnerungen. Fragen. Tränen. Aber auch Hoffnung.

Solche Beiträge wie dieser, in denen man sich an das Liebste der Woche erinnern und andere daran teilhaben lassen soll, die fallen leichter, wenn es eine gute Woche war, auf die man zurückblickt. Umso wichtiger ist es genau jetzt für mich, auch in dieser Woche zurückzublicken. Denn ja, es war schwer für mich. Ich musste funktionieren. Aber für einen Herzensmenschen war es nicht nur schwer. Es ging um sein Leben.

Er lebt.

Er lebt, also war es eine harte, anstrengende, ängstliche, traurige, wütend machende, aber schlussendlich trotzdem auch eine gute Woche. Zusammenhalt, Liebe, Erinnerungen, Trost, Hoffnung. Noch mehr Liebe. Deswegen gibt es die Freitagslieblinge auch heute. Wie in den letzten beiden Wochen auch, aus meiner und aus meiner Sicht...


Mittwoch, 16. August 2017

Als mein Kind mich biss... und mich die Vergangenheit einholte

Eigentlich bin ich sehr zurückhaltend mit persönlichen Mitteilungen, aber dieses Mal möchte ich auf meine "Abstinenz" etwas verzichten, weil ich glaube, dass die meisten Eltern dieses Gefühl kennen, wenn sie von eigenen Erfahrungen und Erinnerungen heimgesucht werden. Susannes Artikel auf geborgen wachsen sprach mich direkt an, weil sie beschreibt, wie wir manchmal mit uns kämpfen müssen, um wieder für unsere Kinder präsent zu sein. Je mehr ich darüber nachdachte, umso deutlicher wurde mir aber, dass es gar nicht um das Kämpfen geht, sondern um das liebevolle Begleiten des eigenen inneren Kindes von damals, das bestimmte Erfahrungen gemacht hat und welches die Erwachsene in mir in Schwierigkeiten bringt.



Montag, 14. August 2017

Mama, ich brauche dich, bitte! Zwischen Ansprache und Raum lassen

Eine kurze Episode, die exemplarisch schildert, wie die mangelnde Feinfühligkeit einer Mutter auf ihr Baby wirkt und dass Stillen nicht automatisch bedeutet, dass Eltern bindungs- und beziehungsorientiert mit ihrem Kind umgehen.

Edit: mich erreichte einiges an Kritik, insbesondere von Müttern, die meinen, die Ansprüche, die ich hier an Mütterlichkeit stelle, seien zu hoch. Ich sage: nein, sind sie nicht! Ich sage nicht, dass es einfach ist und dass es nicht einiges an innerer Arbeit bedeutet, aber ich erlebe es tagtäglich, was aus Menschen werden, deren Mütter/ Väter ihre Bedürfnisse permanent fehldeuten oder gar missachten. Genau deswegen schreibe ich solche Artikel... Weil in dieser Interaktion etwas Grundlegendes falsch läuft. Ich wünsche mir, dass Eltern auf ihre Kinder eingehen, sie verstehen wollen und ihnen vermitteln, dass sie wichtig sind. Es gibt einen Weg zwischen dem sich ausschließlichen Widmen und dem Ignorieren der kindlichen Bedürfnisse. Wenn Baby und Mutter/ Vater zusammen sind, dann ist die Mutter/ Vater die Bezugsperson und der Ansprechpartner dieses- ihres/ seines- Babys. Es ist einfach keine Bagatelle, wenn man sein Kind missachtet. Natürlich braucht eine Mutter/ Vater auch Freiräume, darum geht es hier aber überhaupt nicht. Es geht darum, dass, wenn diese Art der Interaktion meistens vorliegt, es dem Kind schadet. Wie wir als Eltern mit unseren Kindern umgehen, mit ihnen reden, wie wir uns ihnen zuwenden, wird zu der Blaupause, wie sie mit sich selbst und anderen später umgehen werden. Ich werde nicht müde, das zu erwähnen, immer und immer wieder, weil es den Kindern nur helfen kann. Ja, wir alle geben unseren Kindern ein Päckchen mit, das ist nicht zu vermeiden. 

Aus der Bindungsforschung weiß man: eine sichere Bindung entsteht, weil man sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert und feinfühlig, das heißt PROMPT und ANGEMESSEN reagiert, und nicht etwa automatisch, nur weil man sein Kind im Tragetuch trägt oder weil man es im Familienbett schlafen lässt. Es geht um die Wahrnehmung der je individuellen kindlichen Bedürfnisse.

Freitag, 11. August 2017

Von Katzenfutter und 10x12 Minuten - Freitagslieblinge (6)

Was für eine Woche. Meine erste Woche wieder im Job. Die letzte Kita-Ferienwoche der Püppi. Die erste Woche Intensivzeit zwischen Papa und Sohn. Es ist also dringlich Zeit für die Freitagslieblinge.

MadameFREUDig und ich haben den für uns passenden Modus der Freitagslieblinge gefunden. Regelmäßig werde ich unsere Freitagslieblinge vorstellen. Wobei ich bei meinen eigenen ziemlich sicher bin, dass es so und nicht anders ist  - die Lieblinge von MadameFREUDig hingegen werden etwas spekulativer sein. Das liegt einfach daran, dass ich stets nur über unzureichende Informationen verfügen werde und ich mir den Rest zusammenreimen muss.
Manchmal wird auch MadameFREUDig die Freitagslieblinge schreiben. Dann gilt dasselbe, nur umgekehrt...

Nun aber zu meiner Woche und meiner Sicht auf MadameFREUDigs Woche...

Sonntag, 6. August 2017

Wer hat hier Angst vor der Wut? Über das Wegsehen und den kindlichen Wunsch gesehen zu werden

Dieser Text entsteht als Reaktion auf Reaktionen zu diesem wie ich finde anregenden Artikel von Jeannie von Mini and Me. Sie schreibt auf nachdenklich machende Art über die Reaktion auf kindliche Aggression und wirft die Frage auf, ob man sich nicht doch auch von einem kleinen Kind hauen lassen könnte, um zu signalisieren, dass auch die Wut ausgehalten wird. Das führte dazu, dass sich einige Eltern empört über den Untergang der zur Selbstkontrolle erzogenen Kinder zeigten und mutmaßten, dass so "erzogene" Kinder gewälttätig und zu Narzissten würden.


Susanne Mierau von geborgen wachsen hat ebenfalls sehr wunderbar darauf Bezug genommen und dargestellt, dass es nicht darum geht, ob wir Grenzen setzen, sondern WIE wir das tun. Sie spricht mir damit aus der Seele und geht wunderbar auf die Notwendigkeit von ausgesprochenen und verteidigten Grenzen ein, wenn man möglichst allen genügend Raum geben will.

Mit meinem Text  möchte ich nochmal einen Schritt weiter gehen und die in den Kommentaren aufgenommene Angst vor hoffnungslos unkontrolliert um sich schlagenden Kindern betrachten.  Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass ein wie auch immer geartetes Ignorieren von Wut auch nicht sinnvoller ist als ein Ausschimpfen. Wenn ich einem Kind das Gefühl geben will, dass ich es ganz annehme, wie es ist, dann kann ich auch seine Wutgefühle nicht ignorieren, sondern MUSS auf diese reagieren, muss sie irgendwie begleiten und zeigen, dass ich sehe, was da gerade passiert. Je nach eigenem Standpunkt lassen sich die einen Eltern dann eben hauen, geben ein Wutkissen oder setzen eine andere Art der Grenze und zeigen, dass sie wahrnehmen. Warum ich das für wichtig halte, dass die kindliche Aggression gesehen und darauf reagiert wird, erfahrt ihr im Text.

Freitag, 4. August 2017

Neues aus dem Fake- News- Lager von den Terrorpüppis. Freitagslieblinge (5) vom 4.8.2017


Anlässlich des Rufs der BerlinMitteMom, unsere fünf Lieblinge der Woche zu verraten, und der Faulheit und mangelnder Zeit fasse ich Jessis und meine Woche nun effektiv zusammen.

Mich erreichten bezaubernde Bilder und Kurzbeschreibungen, die mir zumindest Anhaltspunkte zur Erstellung von Jessis Woche gaben.

Die gute Jessi war mit Familie Terrorpüppi viel unterwegs diese Woche (schaut euch daher ruhig bei Jessis umfangreichen Ausflugstipps um), hat aber ihren


Lieblingsmoment mit den Kindern

auf dem Schloss Diedersdorf erlebt.  Man munkelt, dass Familie Terrorpüppi als schlammverdreckte Horde auf dem Brandenburger Feld gesichtet wurde. Das Pony scheint verdächtig sauber. Wer war denn da dann bitte sehr das Reittier?



Donnerstag, 3. August 2017

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (4)

Dreimal hab ich euch nun schon in den letzten Wochen Ausflugstipps gegeben. Dies ist der vierte Teil (Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Nach einer kleinen Pause wird auf jeden Fall noch ein fünfter Teil demnächst kommen.


Das hier sind die heutigen Tipps.
  • Zoo Berlin und Aquarium
  • Sealife
  • Domäne Dahlem
  • Vogelpark und Streichelzoo in Teltow
  • Kinderbauernhof Pinke Panke
  • Karls Erdbeerhof

Mittwoch, 2. August 2017

Das Ausflugstagebuch. Erinnerungen gemeinsam festhalten

Ausflugstagebuch

Seit der Geburt der Terrorpüppi unternehmen wir als Familie viel. Am Wochenende sind es Ausflüge und selbst unter der Woche treibt es uns nach draußen. Selbstverständlich geht es unter der Woche auch viel auf die vor der Tür liegenden Spielplätze, doch nicht nur. Gerne erkunden wir neue Spiel- und Klettermöglichkeiten, streifen durch Parks und Wälder - und das eben nicht nur am Wochenende oder in den Ferien.

Mit der  zweiten Schwangerschaft und schließlich seit der Geburt des Sohnemanns machen wir weniger Ausflüge. Auch im Alltag muss meine Kleine viel Rücksicht auf ihren kleinen Bruder nehmen. Aus diesem Grund hatte ich eine Idee. Ein Ausflugstagebuch.

Dienstag, 1. August 2017

Das habt ihr im Juli am meisten gelesen

Heute war ich einfach so neugierig und wollte wissen, welche Beiträge ihr denn im Juli am liebsten gelesen habt.

Das ist dabei herausgekommen. Vielleicht entdeckt ihr ja zufällig auch noch was, das ihr verpasst habt?


Sonntag, 30. Juli 2017

Gibt es überhaupt Schutz für unsere Kinder vor sexueller Gewalt und Missbrauch?



Trotz der nun eingekehrten sommerlichen Leichtigkeit der Ferienzeit möchte ich heute über ein schwerwiegendes und sehr wichtiges Thema schreiben. Ich las die Tage einen Kommentar einer Mutter, die ihr Unverständnis über Eltern äußerte, die ihren Mädchen unter Röcken neben einer Unterhose noch andere Hose anzögen, um sie vor sexueller Gewalt zu schützen. Das brachte an anderer Stelle noch eine kontroverse Diskussion hervor. Ich nehme das zum Anlass, um über sexuelle Gewalt an Kindern zu schreiben. Nicht weil ich irgendwem unterstelle, er/ sie würde Kinder nicht schützen. Nicht weil ich denke, dass man Kindern Hosen über Hosen anziehen muss. Ganz und gar nicht. Nein, ich möchte mich vielmehr für Bewusstheit im Umgang mit sexuellem Missbrauch aussprechen. 

Selbstverständlich ist ein Nein ein Nein, selbstverständlich geht es nicht darum, Opfern vorzuhalten, sie hätten mit ihrer Kleiderwahl Schuld, aber leider ist es nicht so einfach, wie wir uns es vielleicht wünschen würden. Es gibt Menschen, insbesondere trifft das bei Männern zu, die bei bestimmten Anblicken Lust empfinden und das auch in Handlungen umsetzen. Kinder sollen Kinder sein dürfen, nackig umhertollen und nicht Angst haben müssen. Daher ist es die Verantwortung der Eltern, sie vor Übergriffen zu schützen UND ihnen trotzdem den notwendigen Freiraum zu schaffen. 

Unterwegs in Berlin-Brandenburg (3)

Teil 3 der Ausflugstipps für Berlin und Brandenburg ist nun also schon dran. Da wir sehr gerne Tagestouren nach Brandenburg machen, standen diese bisher in Teil 1 und Teil 2 im Vordergrund, wenngleich nicht ausschließlich.

Heute fokussiere ich mich mal stärker auf Berlin, denn natürlich kann man die Hauptstadt auch mit Kindern unsicher machen. In diesem Beitrag findet ihr:

  • Britzer Garten 
  • Familienfarm Lübars 
  • Natur-Park Südgelände 
  • Dampferfahrt 
  • FEZ 
  • Europaspielplatz 
  • Pfaueninsel 

Freitag, 28. Juli 2017

Die soziale Konstruktion der Freitagslieblinge. Oder: Es begann mit mir als Clown - Freitagslieblinge (4)

Es ist Freitag und damit Zeit für die Freitagslieblinge. Das Jessi-Ich spricht hier ganz überraschend, denn eigentlich war das MadameFREUDig-Ich für heute angedacht. Doch mich - also das Jessi-Ich-ereilte am Donnerstag-Abend die Hiobsbotschaft frohe Kunde, die Freitagslieblinge machen zu dürfen.

Den Grund dafür weiß nur die Deutsche Telekom... MadameFreudig ist nämlich völlig überraschend von der Zivilisation abgeschnitten worden. Man könnte auch sagen, das Internet ist ein Totalausfall und niemand will es gewesen sein. Um mir dies mitzuteilen (so stelle ich es mir jedenfalls vor) musste sie durch die Weiten ihrer Hood laufen, um endlich Empfang zu bekommen - und um mir eben mitteilen zu können, dass sie es nicht schaffen wird, ihren Blogpost fertigzustellen. Da sitze ich also nun und rekapituliere meine Woche... und ich spekuliere, wie wohl ihre Woche gewesen ist, denn Notizenfetzen und Bilder von ihr sind vorhanden.

So kommt es, wie es nun einmal kommen muss, heute präsentiere ich meine Freitagslieblinge und außerdem meine Rekonstruktion ihrer Freitagslieblinge. Für Fake News entschuldige ich mich ausdrücklich nicht in diesem Zusammenhang, denn als Soziologin glaube ich eh nur an die soziale Konstruktion der Wirklichkeit. Und heute vor allem an meine Konstruktion.

Und schon geht es auch schon los. Verregnet war es diese Woche vermutlich nicht nur bei uns... Straßen werden überspült, unterspült und dieses Internet wird manchmal sogar ganz weggespült. Gerade jetzt, wo Kita-Ferien sind, ist das wirklich ärgerlich... aber es lässt sich ja nicht ändern und ich, äh wir versuchen einfach das Beste draus zu machen.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Eine normale Familie. Mehr Gleichberechtigung als das Klischee (Gastbeitrag)

Es ist verdammt langer her, da war Steffi schon einmal Gast auf diesem Blog. Damals, es ist nun schon fast zwei Jahre her, schrieb sie über ihre Begegnungen mit Fremden, über Vielfalt und Bereicherung. Bei Twitter hatte ich nun ein wenig rumgefragt, wer denn Lust hätte - und sich eben auch entsprechend angesprochen fühlt -  bei einer Interviewreihe mitzumachen. In dieser wird es (ab Herbst) um gleichberechtigte Elternschaft abseits der Rosa-Hellblau-Falle gehen. Steffi meldete sich, nicht um mitzumachen, sondern weil sie wissen wollte, wie ich das denn genau meine. So mit gleichberechtigter Elternschaft und so. Ich deutete es ihr an und sie meinte von sich aus, dass sie dann wohl nicht ganz passen würde. Zugleich aber ließ sie das Thema nicht los und so schrieb sie mir spontan diesen Gastbeitrag. Ich glaube - und da interpretiere ich jetzt vergleichsweise frei -, dass sie das Thema deshalb nicht losließ, weil sie vielleicht keine gleichberechtigte Elternschaft, aber über die Jahre in der Summe eine gleichberechtigte Partnerschaft gelebt hat. 
Eine gute Elternschaft - das möchte (und muss ich wohl für den einen oder anderen auch) betonen, hängt nicht monokausal von diesem "gleichberechtigt" ab. Gute Elternschaft ist vor allem ganz viel Liebe, aber das ist ein anderes Thema... Steffi jedenfalls kenne ich nun schon ziemlich lange über Twitter und ich habe mir erlaubt, den Titel ihres Beitrags um eine Unterüberschrift zu ergänzen. Steffi ist (oder vielmehr war) nämlich keine Klischee-Hausfrau, die in Abhängigkeit von ihrem Mann zu Hause Pinterest-Ideen verwirklichte. Arbeit ist mehr als Erwerbsarbeit und auch nicht nur Erwerbsarbeit plus Hausarbeit. Und man muss auch nicht in einer rosa-hellblau-getrennten Gedankenwelt leben, um sich temporär aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen. Steffi beschreibt nachfolgend nicht nur einfach ihre Erfahrungen und Beweggründe, sondern auch die Schlüsse, die sie aus ihren Entscheidungen und Erfahrungen gezogen hat. Viel Spaß beim Lesen!

Lieben Gruß
Jessi aka Terrorpüppi



Mittwoch, 26. Juli 2017

MadameFREUDig bloggt fremd. Ein Interview zu Gewalt

MadameFREUDig hat sich Fragen zum Thema Gewalt gestellt. In fundierter Weise legt sie in ihrem Interview "Jegliche Gewalt in der Kindheit schadet – ein Interview mit Terrorpüppi" beim Blog kidzchaos. dar, was Gewalt ist und wie sich Gewalt auf das kindliche Selbst auswirkt.

"Wenn Gewalt zugefügt wird, dann überschreitet das immer Grenzen der betroffenen Person, also des Kindes. Das Kind erlebt sich als böse, schlecht, unwert und natürlich auch als unterlegen, denn das ist, was die gewalttätige Person auf das Kind projiziert. „Ich schlage dich, weil du böse warst“."
Das Interview ist damit auch eine wunderbare Ergänzung zum unserem Beitrag vom Sonntag: Lautlose Gewalt.

Bitte lasst uns nicht wegschauen. Nicht bei anderen, nicht bei uns selbst.

Dienstag, 25. Juli 2017

Ein modernes Märchen. Frösche küssen (mit Verlosung des Kinderbuchs "Frösche küssen")

Ich bin mit Märchen groß geworden. Insbesondere die Märchen der Gebrüder Grimm wurden erst viel vorgelesen und schließlich las ich sie auch selbst. Im Original versteht sich, also durchaus auch mit den grausamen Passagen. Mit Märchen verbinde ich noch heute viele Erinnerungen an meine beiden Großmütter.

Märchen sind historisch betrachtet allerdings kein Genre nur für Kinder, sondern vor allem für Erwachsene gedacht gewesen. Sie entstammen einer Zeit, da gab es auch noch nicht unser Verständnis von Kindheit als eine eigenständige Entwicklungsphase mit ganz spezifischen Bedürfnissen. Stattdessen waren Kinder kleine Erwachsene und so wurden sie auch den Märchen ganz unzensiert "ausgesetzt". Die Sensibilität für die altersbedingt unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten mit bestimmen Themen umzugehen, ist in Bezug auf Gewaltdarstellungen bei vielen Eltern und auch den (Kinderbuch)Verlagen bereits angekommen. Entsprechend werden die originalen Märchen passend zum Alter der Kinder umgeschrieben und letztlich zensiert. Das gelingt mal besser, mal schlechter, aber erscheint mir vom Prinzip richtig. Meiner Dreijährigen will ich jedenfalls nichts von Mord und Todschlag vorlesen. Da darf der Wolf ruhig vom Rotkäppchen und vom Jäger eine unblutige Lektion erteilt bekommen.

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